Warum beginnt die Tonleiter mit "C" und wie kommt das "H" hinein?

Erstellt 71 Antworten72 Beiträge
Antwort#21
Ich muss dir völlig rechtgeben. Das Notenystem ist für jemanden der nicht damit groß geworden ist und dadurch nicht hineingewachsen ist und es dadurch automatisch für so selbstverständlich hält wie seine Muttersprache, tatsächlich eine umständliche Altlast.
Man vergleiche einfach mal die klare Struktur und übersichtlichkeit einer (MIDI-)"Matrixanzeige" in Cubase oder Logic (auch und vorallem transporniert) mit der analogen Notenschrift. Sowohl was die Tonhöhe betrifft (man sieht sofort in welchem Intervall zwei Töne zueinander stehen ohne erst sämtlich Kreuzchen und B-chen abzuzählen als auch was den Notenwert angeht. Ich sehe sofort wo ein Ton beginnt ohne erst alle vorherigen Notenwerte im Takt aufzusummieren.
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Antwort#22
"Wir alle kennen doch die Antwort auf die Frage: Was ist eine "Subdominante"?
Das ist doch F!"
Das ist falsch. Subdominante ist immer die vierte Stufe. Wer sich im Unterricht von Haus aus auf C-Dur festlegt, unterrichtet Mist.
Gruss
Mathematiker
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Antwort#23
Endlich sagt's mal jemand...
Warum die Frage nach C als dem Ausgangston allen Seins gestellt wird ist glaube ich auf den Versuch zurückzuführen, jemandem "einfach" unser Tonsystem zu erklären.
Ich glaube, das geht nicht. Dazu ist es (obwohl so schwer nun auch wieder nicht) zu komplex...
Chopin fing übrigens mit der H-Dur-Tonleiter an, wenn er jemandem das Musizieren beibringen wollte... Warum? Die liegt am besten...


http://www.zizal.de
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Antwort#24
----"Wir alle kennen doch die Antwort auf die Frage: Was ist eine "Subdominante"?
Das ist doch F!"
Das ist falsch. Subdominante ist immer die vierte Stufe. Wer sich im Unterricht von Haus aus auf C-Dur festlegt, unterrichtet Mist. --------
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Ironie wohl nicht verstanden, was? Sag blos Du kennst den alten Musikerwitz noch nicht:
Sänger zum Gitarristen: "So und danach spielst Du dann die Subdominante zu F". Gitarrist: "Hä? F ist doch die Subdominante."
Gruß,
Lars
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Antwort#25
Was ist schlimm daran, wenn ein Schüler zuerst die Töne der C-Dur-Tonleiter lernt bevor die Vorzeichen eingeführt werden. Warum sollte ich einem Schüler zuerst erklären was ein Cis ist und erst später was ein C ist? Das halte ich für unsinnig.
Außerdem bin ich nicht der Meinung, dass man etwas verteufeln sollte nur weil es komplex ist. Ich halte unser Notensystem, bis auf wenige Ausnahmen, für sehr logisch und konsequent.
Gruß,
Lars
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Antwort#26
Dann spiele mal den Klavierauszug von z.B. "Lohengrin" in einem solchen System....
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Antwort#27
... das (a)-äolisch der häufigste Modus war und wir dann logischerweise in der Dur/Moll Welt alles auf C-Dur (resp: DIN...;)) genormt haben ?!?!?
Grüsse
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Antwort#28
Wäre denkbar.
Bei meiner Überlegung bin ich von der C-Dur als einfachste Tonart - also ohne Vorzeichen - ausgegangen.
Ansonsten vielen Dank für die vielen interessanten Antworten.
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Antwort#29
Müsste auch gehen, wenn man Klavier spielen kann.
Das Problem ist doch, dass Leute die richtig Klavier spielen können meist intensiv nach Noten gespielt haben und diese deswegen verinnerlicht haben. Das ist aber nun kein Beweis für die überlegenheit gerade dieser Notation. Das selbe gilt für die Klaviatur, die Tastenmässig einen Unterschied zwischen bestimmten Tönen macht, trotz chromatischer Stimmung.
Ein anderes Beispiel ist die Computer-Tastatur. Die Anordnung der Tasten ist auch nicht optimal, denn sie ist den Bedürfnissen der englischen Sprache angepasst und den Unzuläglichkeiten der mechanischen Schreibmaschinen. Deswegen ist z.B. das T und das H in der Näche (oft th im Englischen) aber nicht nebeneinander damit die Hebel sich beim schnellen Schreiben nicht verhakten.
Die Tastatur ist also alles andere als optimal!
Trotzdem wird sich keine andere durchsetzen! Weil die, die darauf schreiben können sich daran gewöhnt haben. Und dasselbe gilt für die Klaviatur und Notenschrift.
Es ist schlicht Gewohntheit und Abwärtskompatibiliät.
Daraus eine Überlegenheit und Optimaliät ableiten zu wollen ist daher schlicht falsch!
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Antwort#30
Eine Matrix Darstellung ala Logic bringt dich bei Akkorden, die über mehrere Oktaven gespreißt sind vor das Problem, eine ganze Ladung an Strichen sofort zu erfassen. Stelle dir nur irgendein X beliebiges Klavierkonzert vor... (z.b. Rachmaninov...)
Ich persönlich finde es schwer, auf den ersten Blick (also beim vom Blatspiel) mehr als drei Hilfslinien zu erkennen (bin ja auch Cellist....;).
Das ist mein eigentlicher Punkt. Unsere Notation ist durchaus praktisch, insbesondere auf der Klaviatur. Ich weiss nicht ob eine Klaviatur, bei der alle Tasten gleich aussehen wirklich besser ist... siehe dieses Ungetüm im Berliner Musikinstrumenten Museum.
Wie wäre denn dein Vorschlag es besser zu machen?
Grüsse
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Antwort#31
Eine Matrix Darstellung ala Logic bringt dich bei Akkorden, die über mehrere Oktaven gespreißt sind vor das Problem, eine ganze Ladung an Strichen sofort zu erfassen.
Bei Noten gibt es doch dasselbe Problem.
Bei Noten würde es doch schon reichen das Gekreuze und Gebehe wegzulassen und einfach alle 12Töne gleichmässig verteilen. Sechs statt fünf Striche.
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Antwort#32
Aber warum dann C-Dur und nicht A-moll?
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Antwort#33
Bei Noten würde es doch schon reichen das Gekreuze und Gebehe wegzulassen und einfach alle 12Töne gleichmässig verteilen.
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Antwort#34
Die Harmonischen der Grundtöne (also die Naturtöne) bilden am Anfang einen Dur-Dreiklang. Das kennen recht gut alle Blechbläser. Die ersten Intervalle sind: Oktave, Quinte, Oktave, "Terz", Quinte. Die letzten drei Töne sind gleich hintereinander ein Durdreiklang.
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturtonreihe
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Antwort#35
Aber in dem Fall ist die "handelsübliche" Notenschrift doch auch suboptimal.
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Antwort#36
...und die "Terz" hast du schon, völlig zu Recht, in Anführungszeichen gesetzt. Sie ist nämlich nicht das, was man sich unter einer richtigen Terz vorstellt, sondern etwas "verstimmt".
Darum wurde in der Frühzeit der "heute bekannten" Musik ja auch so selten (bzw. zunächst gar nicht) im Schlußklang die Terz verwendet - sie galt als "dissonant" (war sie ja auch...).
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Antwort#37
Moin...
"Bei gleichschwebend temperierter Stimmung schon.
Die "reine" Stimmung, die nicht versucht, Pythagoras zu überlisten, kennt durchaus Unterschiede zwischen His und Deses, um mal ein Extrembeispiel zu nennen."
Aber auch das könnte man wesentlich einfacher haben, wenn man eine Notenschrift wählen würde, die der jetzigen vielleicht gar nicht mal so unänhlich sein müsste, die aber auf FUNKTION statt absoluter Tonhöhe setzt (so ungefähr, die es im Jazz oft üblich ist - vgl. "II-V-I"). Also ein Schlüssel, der die Tonart bzw. Skala definiert, und dann die Töne der Skala auf (meinetwegen auch 5) Notenlinien verteilt - allerdings dann bitte immer mit derselben Bezugslinie, also nicht 4. Linie für G (Violinschlüssel) und 2. für F...
Im Endeffekt ist es ja jetzt auch nicht viel anders: direkt nach dem Schlüssel werden die "globalen" Vorzeichen festgelegt...
Dann wären nämlich die Vorzeichen wirklich fürs "lokale" Auftauchen skalenfremder Töne reserviert, und Transponierung wäre nun wirklich kein Thema mehr. Im Übrigen hätte dann auch vielleicht mal dieser bescheuerte "Bläser-Luxus" mit transponierender Schreibweise ein Ende - das habe ich noch nie verstanden (vor allem wird das selbst bei den seltenen Exemplaren von Bläsern, die wirklich SELBST und "online" transponieren können, nicht besser: die fragen nämlich dann bei jedem Ton nach, was du meinst: "Spiel ein C" - "klingend oder notiert?").
Eine Matrixaufteilung zumindest für die LÄNGEN wäre allerdings vielleicht wirklich mal was. In Zeiten des modernen Satzes, wo nicht Mönche mit dem Federkiel auf teuren Schweinehäuten soviele Noten wie möglich unterbringen müssen, sollte das eigentlich kein Problem sein.
Jens
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Antwort#38
Wenn man sie zu lesen weiß, und weiß, daß im Violinschlüssel die Note unter der untersten Linie mit zwei "b"s davor tiefer klingt als die Note unter der ersten Hilfslinie mit einem Kreuz, dann ist das gar nicht so suboptimal.
Besser als dafür dann noch Zwischenlinien oder Pfeile einzufügen.
Würde man sich nicht auf Violin- und Baßschlüssel (und bei manchen Instrumenten immerhin noch Tenor- und Alt-Schlüssel) beschränken, sondern diese Schlüssel so flexibel einsetzen wie Palestrina, dann bräuchte man viel seltener Hilfslinien. Es wäre schon Einiges gewonnen.
Die Notenschrift, wie wir sie kennen, ist ein ganz guter Kompromiß aus Platzsparen (welcher Chorsänger will schon einen 500-Seiten-Wälzer in der Hand halten, nur weil auf jede Seite bloß ein oder zwei Takte voller Gitternetzraster passen?) und Lesbarkeit. Mir persönlich fällt es schwerer, kyrillische Buchstaben zu entziffern.
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Antwort#39
Moin...
"Aber warum dann C-Dur und nicht A-moll? "
Weil man in einem Schüler in den ersten Stunden sicher mit einer fröhlichen Melodie in Dur etwas mehr Begeisterung und Motivation zum Üben wecken kann als mit einem Trauermarsch. Wenn die Schüler evtl. schon früh anfangen, so im Vorschulalter, dann bieten sich da einfach eine Reihe von Kinderliedern (kennst du welche in Moll?) an - muss ja nicht immer "alle meine Entchen" sein...
Jens
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Antwort#40
...so ein Notensystem würde insbesondere auch das Verstehen deutlich erleichtern (Funktionsharmonik...). Das könnte manchen Musikern echt gut tun (und die anderen freut es einfach, weil es wahrscheinlich simpler ist, wenn man es einmal gelernt hat...).
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