Vergleichsmessung: Rauschwerte Fostex FR2 vs. FR2LE

Erstellt 41 Antworten42 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
da ich mich mit Machiko getroffen habe, war es uns möglich erste Vergleiche des Fostex FR2 und des FR2LE anzustellen. In erster Linie ging es uns um das Vorverstärkerrauschen. Alle Daten sind auf www.erdie.de abrufbar bzw siehe Link unten.
Das Verfahren war folgendes: Zunächst bekamen beide Geräte je ein Schoeps CMC64Ug verpasst. Dannach brauchten wir ein konstante Geräuschquelle. Diese war schnell gefunden: Ein Küchenmixer ! Beide Mikrofone wurden auf gleichem Abstand zur Geräuschquelle positioniert um den Gain der beiden Geräte auf einen nach der Aussteurungsanzeige möglichst gleichen Verstärkungsfaktor (-6 dB) zu kalibrieren.
Später stellte sich heraus, daß sich dieser Werte um ca. 2 dB unterscheidet, was für die Interpretation der Daten wichtig ist.
Nun zu den Daten:
Das obere Bild zeigt das Spektrum des Küchenmixers. Der FR2 ist ca 2 - 2,5 dB lauter. Wir haben jetzt die Gaineinstellung an beiden Geräten nicht mehr verändert. Im zweiten Bild ist das Rauschen beider Geräte mit einem 200 Ohm Widerstand XLR Pin2 zu Pin 3 zu sehen. Auf dem ersten Blick scheint der FR2LE weniger zu rauschen, berücksichtigt man aber, daß die Verstärkung des FR2 in etwa 2 dB größer war, bleiben von dieser Differenz nur noch ungefähr 1 dB übrig. Dieser Abstand ist zu vernachlässigen und könnt auch eine Messungenauigkeit sein !
Im dritten Bild ist das gleiche mit eingeschalteter Phantomspannung zu sehen. Alle Messungen wurden mit 48 kHz/24bit durchgeführt.
Fazit:
Es scheint tatsächlich der Fall zu sein, daß der kleine Bruder des Fostex FR2 mit ebenbürtigen Vorverstärkern ausgestattet worden ist. Nach Informationen im Netz sollten diese sogar gleich sein. Dieses ist aufgrund der Messwerte durchaus denkbar. Detailverbesserungen sind jedoch anzunehmen, da der FR2LE einen deutlich geringeren Energieverbrauch gegenüber dem großen Bruder hat. In Anbetracht des um die Hälfte geringeren Preises des FR2LE spricht dieses durchaus für das "kleine" Gerät wenn man auf einen Digitaleingang/Ausgang und Timecode Option verzichten kann. Für Tonmenschen, die in erster Linie eine gute Tonqualität brauchen, ist der kleine Fostex somit ideal geeignet für Foley und Reportage.
-Erdie


Vergleichsdaten FR2 / FR2LE
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Antwort#2
Blöde Frage am Rande:
Was sind das für komische Spitzen im Rauschspektrum (die offensichtlich bei höherer Belastung (Phantomspeisung) des Netzgerätes zunehmen) des LE bei 1,1 und 11 kHz?
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Antwort#3
Wir können selbstverständlich nicht den eingestellen Gain beider Geräte exakt numerisch angeben. Für die Praktiker, die eines der Geräe kennen, hier folgende Angabe: Der Aussteuerungsregler war bei beiden Geräten am Anschlag, nur die Mikrofontrimmer wurden verändert: Beim FR2LE war die Stellung 3 Uhr beim FR2 ungefähr 2 Uhr. Ich schätze, es war eine Verstärkung von ca. 30-35 dB.
Viel mehr kann es nicht gewesen sein, da sonst das EIN Rauschen des Eingangswiderstandes weit unterhalb von -120dB gelegen haben müßte und das ist physikalisch wohl eher nicht möglich.
-Erdie
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Antwort#4
.. wenn ich das wüßte ;)
So hoch sind die Spitzen allerdings nicht, wenn man sich die Skalierung anschaut, so ca. 2-3 dB. Das hört man in dem Bereich wohl kaum. Eine Spitze von 20dB wäre schon was anderes. Sowas habe ich bei anderen Geräten durchaus gesehen.
-Erdie
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Antwort#5
@Erdie.
Ich sehe grade in der Vergrößerung der Grafik, das die Spitzen nur beim FR-2 LE auftreten. Sie scheinen deshalb größer als besagte 2-3 dB zu sein.
Mist, das hätte ich vorher sehen müssen. :-(
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Antwort#6
Beim Lesen der Diagramme machen meine schwachen Augen aus den "2 ~ 3 dB" locker 6 ...
Die SCHOEPS ziehen mit 4 mA zwar relativ viel Speisestrom, doch die entsprechende Norm gestattet bis zu 10 mA. Eine Messung mit dieser Belastung (oder gar Maximalstrom bei Verbindung der XLR-Pns 1, 2 & 3) beider Mikrofonkanäle könnte zu einer großen Überraschung führen. - Die Erzeugung von 48 V aus einer niedrigen Batteriespannung oder der Spannungsversorgung durch einen USB-Port scheint wohl nicht trivial ...
Aber nun verstehe ich endlich den Sinn von 96 kHz / 24 Bit-Aufnahmen!
:->
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Antwort#7
Ok, 6dB sind es an einigen Stellen schon - aber wie um alles in der Welt kommst Du jetzt auf den USB Port?
-Erdie
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Antwort#8
Aber nun verstehe ich endlich den Sinn von 96 kHz / 24 Bit-Aufnahmen!
Das "Datenblatt" aus dem Online-PDF-Handbuch:
Record/Playback frequency response
: 20Hz to 20kHz, +/-2 dB (at 44.1kHz/48kHz FS)
: 20Hz to 40kHz, +/-3 dB (at 88.2kHz/96kHz FS)
Signal to Noise Ratio (between ADC and DAC, 24-bit,, 48 kHz FS)
Line : 95dB (typical)
Mic (MIC TRIM max.) : 85dB (typical)
Dynamic Range (between ADC and DAC, 24-bit, 48 kHz FS)
: 95dB (typical)
FÜR DIESE DATEN GENÜGEN DOCH 16 BIT AUFLÖSUNG!
Damit spielt dieses Gerät in meinen Augen genau in der Klasse von "großem B" ...
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Antwort#9
Ja super, und du steuerst z. B. bei Liveaufnahmen immer bis 0 dB aus und erklärst den Musikern nach der Generalprobe, daß sie um alles in der Welt auf keinen Fall 1 dB lauter spielen dürfen?
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Antwort#10
nu, ...
Der FR2LE wird mit vier AA-Batterien oder auch NiMH-Akkus betrieben, das sind 4.8 ~ 6 Volt. Diese Spannung liefert auch ein USB-Port.
Und so manches Audio-Kistchen wird vom USB-Port mit Spannung versorgt. Da dürften ähnliche Probleme mit schwachbrüstigen Phantomspeisungen auftreten.
Mehr wollte ich damit nicht andeuten.
Ansonsten:
In die Liga "professionell" möchte ich dieses Gerät nicht einordnen:
MPEG: 196 kbs! - "Solide" wären 256 oder 320 kbs ...
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Antwort#11
LIES BITTE EINMAL DIE TECHNISCHEN DATEN:
Die beschreiben nämlich einen 16Bit-Recorder!
Dieser Recorder erzeugt zu der Dynamik eines 16-Bit-Recorders 8 Bit Datenmüll und haufenweise proportional zur Strombelastung zunehmenden Dreck im Bereich ab 10 kHz.
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Antwort#12
@Juppy.
Juppy schrieb:
-----------------------
In die Liga "professionell" möchte ich dieses Gerät nicht einordnen:
-----------------------
Das behauptet doch keiner. Aber für den soliden "Semiprofessionellen Bereich" reicht es doch, oder?
Ich würde den Fostex FR-2 noch nicht mal als professionelles Gerät einordnen. Sondern als solides semiprofessionelles Gerät.
Fängt nach aktuellem Stand der Technik die professionelle Liga nicht bei "Sound Devices" an?
Korrigiere mich bitte, wenn ich mit meiner Einschätzung falsch liegen sollte. :-)
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Antwort#13
Wie erklärst Du die das Auftreten der Spikes ohne Phantomspannung? Und genau das meinte ich: Die Differenz zwischen ein - und ausgeschalteter Phantomspannung beträgt gerade mal 2-3 dB. Warum die Spikes überhaupt da sind, ist eine andere Frage, die ich nicht beantworten kann. Da der LE sogar noch ca. 1 dB geringere Rauschwerte als der FR2 hat (nach Abzug der Differenz im eingestellten Pegel) muß man die Höhe der Spikes weiter relativieren. Dann bleiben 5 dB übrig.
BTW: Professionell oder nicht professionell ist hier nicht die Frage gewesen, es geht um möglichst objektive Daten. Auf jeden Fall mußt Du dann dem FR2 ebenfalls das Prädikat "professionell" aberkennen. Ich sehe keinen gravierenden Unterschied in den Daten.
Sollte das mit den 192kBs MP3 ein Witz sein? Diese Option ist doch wohl eh nicht für professionelle Zwecke gedacht sondern eher für Sprache oder Reportage wenn man wenig Speicherplatz hat. Wenn die Option gar nicht existieren würde, was dann?
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Antwort#14
Behringer ist besser, da sollte man sich nicht täuschen (lassen). Das habe ich für den ADA 8000, den ich für genial halte und der sich klanglich von anderen Produkten im AD-Bereich wegen des hohen Niveaus im praktischen Klang-Ergebnis kaum unterscheiden dürfte, gefunden ( der Behringer kostet nur einen Bruchteil des Fostex):

Auch sonstige Daten kann man auf diesen Seiten abrufen.
Bei B. gibt es verschiedene Qualitätskategorien, ansonsten verstehe ich die vielen Vorurteile nicht.
MA
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Antwort#15
ICH KENNE DIE TECHNISCHEN DATEN
Dann zeige mir eine tragbares Gerät welches analog 24Bit Auflösung liefert .. jenseits der X mal kiloEuro Klasse.
Ausserdem:
Was soll diese Rumgeschreie? Wir wollten hier keine Gerät anpreisen sondern ein paar Daten liefern, die wir gemessen haben um anderen eine Entscheidungshilfe zu geben.
Ich werde mir das in Zukunft überlegen, ob ich nochmal sowas mache wenn anschließend nur Geflame dabei rauskommt. Schließlich habe ich nichts davon. Damit habe ich jetzt nicht gerechnet, das ist wirklich nur lächerlich.
LEIHT EUCH DIE GERÄTE AUS UND MACHT EUCHE SELBST EUCHE MESSUNGEN
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Antwort#16
Ein Glück, dass der FR-2 nicht noch Digitaleingänge hat, sodass es zumindest bei Digitalaufnahmen einen Sinn gibt.
Wer Ironie findet, darf sie behalten.
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Antwort#17
hallo erdie und machiko,
ich möchte mich in erster linie bei euch beiden bedanken, für die mühe die ihr euch angetan habt.
ich bin interessierter mitleser (wie soviele andere auch) dieses forums, und daher immer an solchen testberichten interessiert.
für uns laien, die mal den kirchenchor oder das hobbyorchester etc. zum zweck eines andenkens mitschneiden, sind diese berichte sehr informativ.
wenn ein profi das teil durchcheckt und meint "ist ganz ok", dann ist es für laien und hobbytontechniker gut genug, denke ich.
daß das mit professionell noch nichts zu tun hat, wissen wir allerdings auch alle,
da muß man dann nicht ständig darauf hinweisen.
ich überlege mir gerade selbst der FR2-LE für oben genannten zweck zu zulegen, und euer bericht hat mir dabei sehr geholfen, eine kaufentscheidung zu fällen.
nochmals vielen dank dafür!!!!
liebe grüße
roland
PS: ich hoffe noch öfter solche berichte in diesem forum lesen zu können,
und daß erdie & machiko von den völlig unverständlichen reaktionen nicht entmutigt sind
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Antwort#18
Bitte um Vergebung:
Was erwartest du von einem analogen Mikrofonverstärker, der hier ja den Anfang der Übertragungskette im Interface bildet? Hast du je einen hochwertigen Verstärker gemessen, weißt du, worin sich hochwertige Verstärker voneinander unterscheiden?
Bevor hier herumgeschimpft wird, sollte man auch von sich selbst verlangen, die elektronischen Gegenheiten ausreichend zu berücksichtigen. Und da geht zwangsweise nur Begrenztes her, weshalb die Verinnerlichung der Kurven einer "ideal-rauschfreien Anlage" nach IRT 3/5 selbst heute noch als nützlich angemahnt werden könnte.
Ich will damit nicht verteidigen, dass das 'Wie' der Datenangaben des Herstellers vermutlich keinen professionellen Ansprüchen genügt, doch das wiederum hat hier bislang niemand expressis verbis angesprochen.
Und in der Tat kommt man mit einer Betriebsdynamik von 16 Bit und etwas Gewusst-wie für abendländische Musik natürlich sehr gut hin, auch wenn das so mancher meint, zurückweisen zu müssen. Na ja, wenn sich darin ein Berufsethos konkretisiert(, hätten wir gegenüber unseren Vätern und Großvätern allemal nichts dazugelernt)....
Wie gut jene Betriebsdynamik zureicht, belegen dagegen rund 60 Jahre (Ton-)Mediengeschichte, davon reichlich 40 Jahre ohne Kompressionsorgien, dafür mit glänzenden Aufnahmen und nicht zuletzt Sprechern, die sprechen konnten und nicht brabbeln mussten. Weitere Charakterisierungen unserer Szene spare ich mir und bitte um Nachsicht für diese -angesichts meines Naturells- sehr deutlichen Töne. Überheblichkeit ist nicht meine Art.
Hans-Joachim
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Antwort#20
Hallo Erdie!
1.) Ich wollte Dir wirklich nicht auf die Füße treten, sondern auf Schwächen des Gerätes hinweisen. Ich hoffe, Du kannst dies (als Entschuldigung) akzeptieren ...
2.) Die Störspitzen sind m.E. ein Artefakt des DC/DC-Wandlers für die Phantomspeisung. Unter Belastung durch Kondensatormikrofone nehmen sie eindeutig zu. Ob die Störungen durch den DC/DC-Wandler, das Schaltungsdesign oder das Platinenlayout entstehen, ist eine nebensächliche Frage.
Was passiert, wenn die Batterien leer werden? Steigen dann womöglich diese Störungen weiter in eine nicht mehr hinnehmbare Größenordnung an?
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