Wir suchen für eine Theaterproduktion einen Tontechniker oder jemanden der sich mit Funkstrecken auskennt und Lust und Laune hat bei den Vorführungen ein Auge drauf zu werfen. Das kleine Manko daran ist, wir sind nicht in der Lage die zu entgelten. Also wer Lust hat auf coole Leute, melde sich doch bitte. Es wird ne lustige Sache. [E-Mail-Adresse entfernt]
Das kleine Manko daran ist, wir sind nicht in der Lage die zu entgelten.
... und mein kleiner Sohn wenigstens mit einem Eis entschädigt werden muß, wenn ich nicht da bin. Aber bei den genannten Sponsoren sollte doch ein Eis drin sein - oder? >:->
Bei *den* Sponsoren sollte ja wohl zumindest eine kleine Gage drin sein. Vermutlich ist ja auch genügend Geld für Kostüme und Licht da. Leider sieht man diese Haltung immer häufiger: "Wir stecken das Geld lieber in tolle Effekte und Licht, und den Ton kann ja auch jemand ehrenamtlich machen, ist doch eh nur Faderschieben". Ist es eben nicht, und schlechter Ton lenkt mehr vom Geschehen auf der Bühne ab als ein Scheinwerfer weniger. Gilt genauso für Film (wobei sich dort dann sehr schnell rächt, wenn man am Set unfähige Leute für den Ton hat!). Die Erklärungsversuche wie "Wenn wir dich bezahlen würden, könnten wir uns keine Mikros leisten" kenne ich alle, aber: Wenn kein Geld für den Tonmann da ist, liegt das nicht an zu teuren Mikrofonen, sondern an schlechter Budget-Planung. Sponsoren findet man immer, wenn man nur sucht. Das soll nicht unhöflich rüberkommen, sondern ist ein gutgemeinter Ratschlag!
Nicht nur da. Ein mir bekannter Lehrer eines mittlerweile berühmten Gynmasiums in Erfurt konsultierte mich mal wegen der Tonanlage in der Aula. Buget war keins da. Aber nach KLärung der Anforderungen würde ein kleines Macki bzw. Behringer Pult und ein bisschen Kabel genau das sein, was sie gebräucht hätten. Ich nannte den Preis von ca. 500DM oder weniger,so als ob das nicht weiter wild wäre. "Holts euch bei ebay. Ich such was raus." Aber das war schon zuviel! Kein Budget dafür da! Erschreckend für mich wie wenig Geld in den Schulen da war. Noch erschreckender war als die Direktoring meinte es wäre schon deshalb kein Geld da weil man ja einen neuen Teppich für Tanzgruppe gekauft hätte. Für mehr als 2000DM! Ohne Worte. Es zeigt wie die Prioritäten liegen.
Ziemlich frech, was du da machst, finde ich...ihr setzt euch in Szene und lasst für Umme die Leute für euch arbeiten....den Lob kassiert ihr aber sicher gerne selber oder?
Die den Antworten zu entnehmende Grundhaltung ist leider typisch, und geht nicht auf die Fragestellung ein. Da steht doch klar was von 'Lust und Laune'! Sind Low-' oder 'No budget' Produktionen auf einmal unmoralisch, nur weil man fuer sich selbst beschliesst, das eigene Hobby zum Beruf zu machen, und damit auch mit Amateuren zu konkurrieren? Wie gelangt man ueberhaupt in einen Beruf, wenn man nicht unentgeltlich Erfahrungen sammeln kann? Ich war froh ueber jede Gelegenheit, Ihr wahrscheinlich auch. Wer sich dem nicht stellt, wird in Zukunft noch mehr zu jammern haben. Gr, Rudi
Du bist doch ein Trottel! Mach nur weiter so mit Deiner dümmlichen Lust und Laune und fahre den Karren weiter in den Dreck. Wer anständige Arbeit will, soll gefälligst anständig bezahlen oder die Klappe halten! Mit besten Grüßen
Was würdest Du denn Deinem Chef antworten wenn er eines Morgens zu Dir käme und sagen würde: "Ab heute arbeiten Sie 1 Monat lang umsonst - ohne Krankenversicherung, ohne Renteversicherungsbeiträge, ohne AL-Versicherungsbeiträge!" Wäre doch für den Chef eine ganz gute Sache, er könnte eine Menge Geld sparen.
Hallo Rudi, Du hast vollkommen recht, dass man in diesem Beruf Erfahrungen sammeln muss, und no-/low-budget Projekte sind gute Gelegenheiten dazu. Aber das angesprochene Problem liegt nicht an der Einstellung der Tonleute, sondern an der Erwartungshaltung der "Auftraggeber". Man darf nicht erwarten, Topqualität zu bekommen, wenn man nichts gegenüberstellt - und das ist auch nicht verwerflich. Solange die Nichtbezahler zufrieden sein können mit der Tatsache, dass auch mal etwas schief geht oder der Tonverantwortliche nicht so viel Erfahrung, ist ja alles prima. Grüsse, Dirk
Ohne dem Threat-Starter persönlich etwas unterstellen zu wollen: Nassauer-Mentalität habe ich unter "Künstlern" schon oft gefunden: "Es blieb eher so, dass ein Freund des Hauses aus Lust mitschneidet, wenn man will." (Aus der Korrespondenz zu einer Anfrage an einen VA, ob das Konzert aufgezeichnet werden könnte.) Da bilden sich einige ein, ein "Tontechniker" arbeite aus Lust & Laune. wärend sie selber nicht nur das Lob einstreichen, sondern klare Gagenforderungen stellen. Daß eine Konzertaufzeichnung mehr Zeitaufwand als die persönliche Anwesenheit am Abend erfordert, wird obendrein gerne übersehen ...
Liebe Leute, nun beruhigt Euch doch mal. Da sucht jemand einen Hobbytechniker, der sowas gerne macht. Von einen soziallversicherungspflichtigen Angestelltenverhaeltnis oder Ausbeutung kann doch gar keine Rede sein. Es ist doch ausser Frage, dass man fuer professionelle Arbeit auch bezahlen muss. Zudem handelt es sich nur um ein Angebot, man muss es ja nicht machen. Gr, Rudi
Da sitzen mindestens drei "dicke" Sponsoren (LBBW Stiftung, Robert Bosch AG, Kübler GmbH Arbeitskleidung, 3M), von den "Realisierungspartnern" einmal abgesehen, hinter dem Projekt, und dann soll ein "Hobby-Tontechniker" den Ansprüchen an gesponserte Projekte solcher Firmen genügen? SPONSERING ist WERBUNG! Kopfschüttelnd ...
Wenn sie fuer die Tontechnik nichts ausgeben wollen, dann ist das doch deren Entscheidung und damit moeglicherweise auch deren Problem, wenn sie miesen Sound und unzuverlaessige Arbeit bekommen sollten. Ich verwehre mich nur dagegen, dass solche Angebote hier kategorisch zerrissen werden. Es sind schliesslich Angebote, und sonst erstmal gar nichts. Alle hier aufgebrachten Argumente basieren auf Spekulationen und Unterstellungen. Gruss, Rudi
Ich verwehre mich nur dagegen, dass solche Angebote hier kategorisch zerrissen werden. :->
In diesem Forum beteiligen sind scheinbar etliche, die von den Erträgen aus der "Arbeit als Tontechniker" das Eis für ihren Sohn o.ä. bezahlen müssen und es sich daher nicht leisten können, ausschließlich für Ruhm & Ehre tätig zu sein.
Hi, manche denken, sie bekommen alles umsonst. Bei diesen Leuten würde ich am liebsten zu dessen Chef gehen und sagen, dass diese Person mal für ein paar Monate kein Gehalt und Sozialabgaben bekommen sollen, oder vielleicht mal dessen Entgeld um 25-50% gekürzt etc. Ich habe von dieser "alles für Lau" Fraktion die Schnauze voll !!!, und stoße in das gleiche Horn wie Rainer und Juppy. Die tontechnische Arbeit ist mindestens genauso ihres Geldes wert wie die eines Handwerksmeisters, Arztes oder Rechtsanwaltes etc. Oder glauben solche Leute etwa, dass Ihr Auto auch für Lau repariert wird. Oder gehen sie mit dem defekten Auto zum Sozialpädagogen ins Jugendhaus, um die Bremsanlage instandsetzen zu lassen. Ich fasse mich dabei definitiv an den Kopf über die mangelde Wertschätzung der Arbeit einiger Berufsgruppen. Viele Grüße Holger
Anzumerken bliebe noch die Empörung von Musikern und anderen darstellenden Künstlern, wenn man diese bittet, sei es auf einer Party oder anderen privaten Veranstaltung, einmal etwas "mal so" dar zu bieten. Dann kommt garantiert ein empörter Spruch wie "Den anwesenden Bäcker bittet man doch auch nicht, mal eben ein paar Brötchen zu backen ..." Ebenso bin ich immer wieder verwundert, wie groß das Staunen der Musiker ist, wenn der "Tontechniker des Hauses" für die gewünschte Konzertaufzeichnung "auch noch extra Geld" haben möchte ... Und ich erinnere mich noch gut an die Zeit, wo ich mit einer Konzertsängerin liiert war und händeringend für eine kleine Mucke einen Klaviergebleiter suchte. Selbst die Gagenvorstellungen von Musikstudenten waren im Vergleich zu der Forderung, Tontechniker sollten doch für Ruhm, Ehre und die "gute Sache" einmal umsonst arbeiten, die pure Unverschämtheit und Maßlosigkeit. "Bühnenerfahrung" (und Einsichten in die rauhe Wirklichkeit) muß diese Gruppe selbstverständlich nicht erst sammeln. Irgendwann ist der Vorrat an Begeisterung und Engagement aufgebraucht - ich überlege, ob es nicht besser ist, in Bereiche wie Konferenztechnik zu wechseln. Staubtrocken - aber ich komme nach Hause und weiß, ich kann meinem Sohn mindestens zwei Eis spendieren. Und es kommt kein I D I O T vorbei, der mir erklären wird, daß man dieses sehrwohl auch umsonst haben könnte.