Tontechniker gesucht!

Erstellt 72 Antworten73 Beiträge
Antwort#61
"Laß diese "weltklasse Musiker" mal in einem Orchester spielen .... !"
Rainer, es gibt doch auch Musik ausserhalb des Orchesters!
Warum immer dieses Gezanke. Vor allem, wie können wir uns herausnehmen zu urteilen ob jemand Musiker ist oder nicht! Musiker ist in meinen Augen jeder der Musik macht. Und da ist es egal ob er Noten lesen kann oder nicht.
Es wäre auch mehr als überheblich zu behaupten nur wer Noten lesen kann ist Musiker. Man denke nur an all die traditionelle Musik, z.b. in Asien, wo es Noten in unserem Begriff (5 Linien mit einem Schlüssel davor...) nicht gibt. Und trotzdem gibt es dort Musiker die Musik machen.
Das selbe gilt für die Volksmusik, die Jahrhundertelang überliefert worden ist - ob da jemals einer Noten lesen konnte wage ich zu bezweifeln.
Nachweislich gibt es Notierungen von Volksliedern ja erst in jüngerer Zeit, als man begonnen hat diese Art der Musik zu erforschen. Oder ist es vielleicht garkeine Musik?
Und gerade in der Popularmusik ist es üblich, ohne Noten zu musizieren. Von wievielen Stücken gibt es denn tatsächlich ausgesetzte Scores? Und nur weil die heilige Partitur fehlt zu behaupten, es handle sich nicht um Musik ist Schwachsinn.
Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, man hat es hier mit gescheiterten Musikerexistenzen zu tun, die ihre vermeintlichen Pfründe auf Biegen und Brechen glauben verteidigen zu müssen.
Kann man nicht jeden so Musik machen lassen wie er will? Ohne Neid und Zank?
Ein Blick über den Tellerrand hat noch niemandem geschadet!
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Antwort#62
Danke, Georg.
Mehr musste zu dieser teilweise infantilen Diskussion auch nicht gesagt werden...
Außer: Das mit dem Tellerrand scheint hier ein ganz ERNSTHAFTES Problem zu sein.
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Antwort#63
Schon das Wort "gleichwertig" hinkt hier!
Welchen WERT meinst Du?
Wenn wir von Profi-Musikern sprechen, ist das einfach: Einer ist so viel *wert* wie er mit seinem Job (Musik) verdient.
Das hat aber mit der QUALITÄT der Musik oft nix zu tun (sondern oft mit Management, Aussehen, Bühnenauftritt uvm.).
Bei einem Profi-Solo-Pianisten ist garantiert: Abschluß Diplom, Konzert-Diplom, Wettbewerbe mit internationaler Konkurrenz gewonnen oder teilgenommen.
Das sind objektiv bewertbare Kriterien, die die meisten Musiker der Unterhaltungsbranche oft schuldig bleiben.
Deshalb würde ich dir sofort zustimmen, wenn Du z.B. Eric Clapton oder Carlos Santana im Visier gehabt haben solltest...
Im Live-Konzert, am besten unplugged, da zeigt sich erst wie gut die Qualität eines Rock-Gitarristen ist.
Der Pianist braucht eben als Beweise nur seine qualifizierten Ergebnisse herzeigen und jeder kann Ihn beurteilen.
In der U-Musik kann man klar auch ohne Noten erfolgreich sein, und darum gehts hier.
Im Bereich der Klassik reden wir immer auch über einen kulturellen Auftrag, hier gibt's ohne Noten nix zu verdienen (und mit auch nur wenig *seufz*).
Aber mit *WERT* kommt hier niemand weiter.
Grüße an Alle
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Antwort#64
Hallo, ich kann den Beitrag von Siegfried Zynzek leider nicht abrufen. Ist das eine Stöhrung oder liegt das an meinem Mac?
Gruss Bernd J.
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Antwort#65
Guten Abend,
ich schliesse mich Georg ebenfalls voll und ganz an (und das als Brufs-Orchestermusiker mit der Fähigkeit und Notwendigkeit, Noten zu lesen!): Die inspirierendsten musikalischen Momente habe ich immer mit Musikern erlebt, die nicht unbedingt in der Lage waren, Musiknotation lesen zu können.
Salsa-Bans aus Cuba, die Rolling Stones, viele Jazzmusiker, Musiker aus dem fernen Osten, Improvisationskünstler, die Beatles: Es gibt viele Beispiele für Musiker, die grossartiges geleistet haben und leisten, ohne Noten lesen zu können.
Wer sein berufliches Arbeitsfeld (=Musik) auf einen einzigen winzigen Teil-Aspekt (=klassische, abendländische Musik mit festem Notationssystem) beschränkt, der hat den Kosmos Musik leider nicht verstanden! Ma sein, dass das Arbeitsumfeld sich auf diesem kleinen Bereich beschränkt. Jedem anderen Einfluss dann einfach Unwissenheit, Amteurhaftigkeit, Unfähigkeit uns ähnliches vorzuwerfen ist schlicht peinlich!
Gruss
philoton
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Antwort#66
RG> Laß diese "weltklasse Musiker" mal in einem Orchester spielen .... !"
>
TZ >Rainer, es gibt doch auch Musik ausserhalb des Orchesters!
Sobald man sich mit zeitgenössischer Musik mit einer teils viel freieren, teils aber auch komplizierteren Notation beschäftigt (um bei "E" zu bleiben), merkt man, wie ungenügend Notationssysteme sind ...
Noten lesen zu können befähigt noch lange nicht dazu, diese auch mit Inhalt zu füllen.
Insofern völlig verständlich, wenn die Analphabeten lachen. Und es gibt genügend "klassisch ausgebildete" Musiker, die, unfähig, einen musikalischen Gedanken auszuformulieren, schlimmer spielen als der berühmte Drummer oder Rock-Gitarrist vor der Tür.
@Rainer:
MUSIK IST SEX
- es gibt nur guten & hingebungsvollen oder schlechten & abgerammelten.
Und wieviele Analphabeten haben sich erfolgreich fortgepflanzt?

PS: Diese Diskussion ist peinlich!
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Antwort#67
Ah tach auch,
kurz und gut:
1.Noten lesen können ist nicht ganz unwichtig.
2. Klassik gegen U-Musik ausspielen geht nicht. Viele studierte E-Musiker landen auch in der U-Musik.
3. Ich sehe keinen großen Gegensatz zwischen der Leistung von E- und U-Musikern.
4. Um mal ein "neudeutsches" Wort zu benutzen.
Vielfach geht es um "Feeling", in der U-Musik noch mehr, als in der E-Musik.
Man nehme gute Jazz-Musiker.
Ich selber bin studierter Klassiker und habe einen sehr großen Respekt vor guten Jazzern, von denen bestimmt einige keine Noten lesen können.
Also macht mal bitte kein zu großes Faß auf.
Noten lesen können ist wunderbar und man sollte sie durchaus lesen können, aber es hängt doch sehr stark vo Metier ab.
E-Musik (ohne Noten geht es nicht!!!)
Sind das aber auch immer die besseren Musiker?!?
U-Musik, man muß Noten nicht lesen können, aber es könnte hilfreich sein (Sessions etc.)
Was doch in beiden Richtungen wichtig ist, ist ein musikalisches Gespür, ein Bauchgefühl, was die Musik lebendig macht.
Mir persönlich ist u.U. eine nicht "notenfähiger" Jazzerm mit tollem Gefühl auf alle Fälle lieber, als ein schlechter "Klassiker", der keinen sauberen Ton hat und nicht vom Blatt spielen kann.
Nichts für ungut
Markus Przybilla
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Antwort#68
Noch mal an alle: Ich habe bewußt vermieden zwischen "klassischer" Musik (sog. E-Musik) und Pop etc. (sog. U-Musik) zu unterscheiden. Mir ging es darum kar zu machen, daß wenn jemand in einem Ensemble spielen will er nicht umhin kommt, sich mit der Notation zu befassen. Nur nach Gehör ein Stück einstudieren - das kann bei weitem nicht jeder und ist auch unproduktiv.
Was die Notenschrift anbelangt: Kein Geringerer als Karajan hat mal gesagt: "Die Notenschrift ist das unvollkommenste was es gibt" - stimmt auch, denn die Interpretation bleibt jedem Künstler überlassen.
Ist andererseits auch vielleicht ganz gut so. Denn wenn die Notation vollkommen wäre, würden die Musikstücke unabhängig vom Interpreten alle gleich klingen - wäre stinklangweilig.

Grüße
Rainer
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Antwort#69
"Noch mal an alle: Ich habe bewußt vermieden zwischen "klassischer" Musik (sog. E-Musik) und Pop etc. (sog. U-Musik) zu unterscheiden. Mir ging es darum kar zu machen, daß wenn jemand in einem Ensemble spielen will er nicht umhin kommt, sich mit der Notation zu befassen. Nur nach Gehör ein Stück einstudieren - das kann bei weitem nicht jeder und ist auch unproduktiv."
Du hast es sehrwohl so ausformuliert, lieber Rainer! Und dieses "ohne Noten im Ensemble spielen" - es ist eine durchaus gängige Angelegenheit. Sowohl im Pop, als auch im Jazz (wobei es hier ja oft die vorgegebenen Standards gibt), und noch viel mehr in der Volksmusik.
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Antwort#70
moin!
ich nenn mich ab sofort "audio maschinist"

grüße
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Antwort#71
moin!
erstmal, tonzauber, volle zustimmung.
für mich gibt es aber auchnoch eine andere deutung.
musiker sind menschen die ihre ! gefühle mit hilfe von instrumenten in klang umsetzten.
dazu braucht es keine noten. man sollte sich aber über die tonart einig sein, oder auch nicht, je nach dem.
menschen die die gefühle anderer ! mit hilfe von instrumenten in klang umsetzen sind für mich handwerker.
dazu gehören für mich standard spielende jazzer genauso wie top 40 bands und orchester musiker.
das geht kaum ohne notenkenntnisse.
beiden zu eigen ist das sie umso besser sind je mehr persönliches glück sie aus der sache ziehen. denn nur glückliche menschen sind in dem was sie machen gut.
(man erkennt das übrigens daran das sie lächeln)
grüße
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Antwort#72
Hi Markus. Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen. lg
Lois
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Antwort#73
sehr amüsant und auch traurig die diskussion hier.
musiker kann jeder sein, wei auch jeder tontechniker sein kann. der unterschied ist, ab wann ich professionell bin. da gibts sicher natürlich nischen, wo man einfach notenlesen nicht braucht, aber als breitbandmusiker der proff. arbeitet sind noten pflicht. sogar für schlagzeuger... bzw. die, die dann noten können, bekommen halt dann die muggen mit orchestern oder schwierigere studiosachen. das hat gar nix mit musikalsciehn können zu tun, es geht allein um die einsetzbarkeit. im sinne-das ein profi breitbandiger einsetzbar ist, als ein spezialist, der nur seine strecke beherrscht.
umgekehrt gehört für mich in zumehmenden masse auch improvisation-selbst wenn nur minimal (z.b. mal andere lagen spielen) zum profitum dazu. auch hier haben sich die zeiten geändert und der schnöde notenklassiker der jeden furz aufgechrieben haben will ist heute eben auch nicht mehr so vollwertig einsetzbar! die orchester spielen nicht nur noch beethoven und das notenmaterial von musical etc. ist auch zunehmend von dortiger spielpraxis durchtränkt.
früher unterschied man einfach zwischen dilletanten (die haben auch musik gemacht) und profis. heute kostet zeit am meisten geld und notation hat sich da in den meisten fällen absolut bewährt. lg matthias
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