Jeder fängt 'mal an und hat das Recht, sich an die Materie heranzutasten und sich einen Überblick der wichtigsten Mikrofonierungstechniken zu verschaffen. Ein wichtiges Hilfsmittel ist Literatur. Das ist doch die Frage, oder ? Deshalb möchte ich darauf verzichten, die höchst anfechtbaren und überheblichen Statements von Rainer auseinanderzunehmen. Ich halte die Bücher von Bartlett, Stereo Microphone Techniques, Dickreiter, Mikrofon-Aufnahme, die bereits zitierte Abhandlung von Jecklin ( vergriffen ), die verdienstvollen Einzelkapitel von ebs und die interaktive Spielerei von Hauptmikrofon.de für sehr nützlich und auch empfehlenswert. Man muß kein Anfänger sein, um schlechte Aufnahmen zu produzieren. Ein nicht unerheblicher Teil des Klassikkataloges ist grottenschlecht gemacht z.B. deutlich wahrnehmbarer Kunsthall, vom Kompressor ruinierter Streicherklang etc. ) ! Ich habe jetzt erst wieder eine Aufnahme mit internationalem Spitzenensemble eines Majors in die Hände bekommen mit schrecklichster Verhallung ( alles ertrinkt ). Man möchte nicht meinen, dass hier Fachleute am Werke waren.Deshalb sollte man sich nicht von oberlehrerhaften Ausführungen verprellen lassen.
Obgleich ich hier sicher ein Sakrileg begehe: Es gibt ( gab )von einer Plattenfirma, von der man sagt, sie würde sehr häufig einen sog. Decca-Tree benutzen, einen CD-Sampler mit Aufnahmebeispielen aus 50 Jahren, die ( fast ) alle gruselig klingen ( wie aus der Röhre ). Leider verbietet es mir das Urheberrecht , das einmal für alle hier im Forum ins Netz zu stellen. Gut, über Geschmack kann man nicht streiten, aber was ich da höre, verdient nicht die von Marketingstrategen behauptete Qualitätsbeurteilung. (Um jedem Vorwurf der Polemik entgegenzutreten: Der Decca - Tree ist an sich funktional und klanglich genial, wenn moderne Kugeln verwendet werden, aber bitte nicht mit der Originalmikrofonierung. ) Ich halte daher den erhobenen Zeigefinger ( "was willst Du damit" ) gegen Literatur für unangebracht, vielmehr ist sie der Ausgangspunkt für das Prinzip " learning by doing ". MA
Hallo Rainer, jeder hat mal klein angefangen. So habe auch ich meine ersten "Weisheiten" aus solchen Büchern gezogen und damit Aufnahmen probiert. Natürlich waren sie noch nicht "sooo doll". Aber man lernt daraus. Meine erste größere Orchesteraufnahme kann ich heute auch nicht mehr hören, aber es war der erste Versuch daraus zu lernen. Bücher über die Grundlagen der Mikrophonierung sind gut dafür zu wissen, was es gibt. Was den Kirchenmusikerkollegen angeht, erinnert mich das ein wenig an "beratungsresistente" Sänger, die unbedingt und nur über ein SM58 singen wollen. (Bitte jetzt keine neue Diskussion über das Mikro). Es tut seinen Job und ist relativ unempfindlich, aber es gibt doch auch andere..... Gruß Markus P.
Du unterstellst mir "die höchst anfechtbaren und überheblichen Statements". Anscheinend haben die wenigsten hier verstanden, was ich eigentlich aussagen möchte: Ich halte nichts von Rezeptbüchern und sturen Nachahmungen ohne jegliche eigene Überprüfung der Sachverhalte. Bleiben wir nur mal bei dem Buch von Jecklin: Er beschreibt Aufnahmen, gibt dazu Mikrofonaufstellungsskizzen an, gibt sogar Pegelungen an, Entzerrungseinstellungen und Halleinstellungen. Aber was nutzt das alles dem Anfänger? Der Anfänger übersieht geflissentlich, daß all die von Jecklin produzierten Aufnahmen sich in ganz anderen Räumen mit völlig anderen Ensembles abgespielt haben und mit Jecklins persönlichen Klangvorstellungen produziert wurden. Eine sture 1:1 Nachahmung ist daher sinnlos. Ich will den Anfänger vor der fatalen Denkweise bewahren die da lautet: "So und so muß das gemacht werden - alles andere ist falsch" Und genau diese Denkweise hatte der von mir besagte Kirchenmusiker: Vorgehen nach Schema F !. Er hat es daher auch in seiner ganzen beruflichen Laufbahn auch nicht weit gebracht. Überall ist er - selbst bei seinen eigenen Musikerkollegen - angeeckt, hat x mal die Stelle gewechselt und letztlich hat man ihm gekündigt. Und mir wollte er den "Jecklin" quasi als "Evangelium" verkaufen! Einfach nur lächerlich. Der Anfänger muß begreifen lernen, daß außer der Mikrofonanordnung - und dies gilt insbesondere bei Klassikaufnahmen die unser Freund ja u.a. machen will - der RAUM einen erheblichen Einfluß auf das Ergebnis hat. Dies macht es u.U. notwendig, eine Aufstellung zu wählen, die vom "Lehrbuch" völlig abweicht. Die Seiten von ebs sind sehr wohl sehr hilfreich, aber er weist doch immer wieder in seinen Postings darauf hin, daß es keine Rezeptbücher gibt. Ebenso die Seiten "hauptmikrofon.de". Das ist alles ganz schön und gut, aber wer bitteschön rechnet denn wenn er vor einem Ensemble steht den Aufnahmebereich eines Stereomikrofons aus? Ich verstehe diese Seite nur als Lehrseite die aufzeigen soll, was bei bestimmten Einstellungen eines Stereomikrofons bzw. einer Stereo- oder Surroundmikrofonanordnung zu erwarten ist. Die Entscheidung WIE die Einstellung vorzunehmen ist in der jeweiligen Aufnahmesituation nehmen diese Seiten dem Anwender genauso wenig ab, wie diese ganzen Mikrofonaustellungsrezeptbücher. Tonaufnahmen kann man nicht nach Schema F machen, sondern man muß für jede Aufnahmesituation die optimale Lösung selbst finden. Der Anfänger tut gut daran, selbst mit verschiedenen Mikrofonanordnungen zu experimentieren und zu hören wie es klingt und daraus seinen eigenen persönlichen Geschmack entwickeln. Ich habe früher auch die eine oder andere Mikrofonanordnung mir vom Rundfunk abgeguckt und nachgeahmt und festgestellt daß bei weitem nicht alles brauchbar ist sondern auch vieles davon einfach Mist ist, zumindest nicht meinem persönlichen Geschmack und meinen Vorstellungen entspricht. Ich habe bei Aufnahmen die ich von Konzertreihen mache auch hin und wieder Aufnahmen vom Rundfunk (die dazu parallel aufgezeichent haben) übernommen. Ich war keineswegs immer von deren Klangbildvorstellungen überzeugt und hätte es persönlich anders gemacht. Und genau das muß dem Anfänger klar werden: Entscheidungen über Mikrofonaufstellungen muß er selbst treffen, das nimmt ihm kein Lehrbuch ab. Was all diese Bücher nämlich nicht können: Dem Anwender eine konkrete Aussage zu machen wie es mit der jeweiligen Mikrofonaufstellung klingt. Denn einen Klangeindruck verbal zu beschreiben - das habe ich ja in einem älteren Thread schon mal gesagt - kann man nicht. Oder will mir jemand glaubhaft machen, daß er einem Menschen beschreiben kann wie z.B. eine Stradivari-Geige klingt, sodaß dieser dann sagen kann: "O.K., jetzt weiß ich wie eine Stradivari klingt, das Hören kann ich mir daraufhin ersparen". Das ist doch absurd, selbst wenn Jecklin hin und wieder versucht zu beschreiben wie die von ihm praktizierten Aufnahmen geklungen haben. Da finde ich die von der Firma Neumannn herausgegebene CD noch mit Abstand am sinnvollsten, denn sie zeigt Mikrofonanordnungen auf UND stellt gleichzeitig dar wie es klingt. Genau DAS kann kein Lehrbuch und keine Formelsammlung.
Hallo Rainer! Diese Diskussion artet inzwischen in Selbstzerfleischung aus, ohne daß zu neuen Erkenntnissen kommt - und dies nicht nur von Deiner Seite! Betrachte diese Kochrezepte einfach als das, was sie auch sein könnten: ERSTE HINWEISE auf eine mögliche Umsetzung. Wenn der Anfänger möglicherweise mehrere Vorschläge unterschiedlicher Autoren ausprobieren kann (das setzt Zeit und Geduld der Musiker voraus sowie auch eine ausreichende technische Ausstattung), dann wird er erkennen, daß zwar viele Wege nach Rom führen, aber auf manchem Weg auch Achsbrüche zu erwarten sind ... Und wie Du selber schon schreibst: Jeder Tontechniker hat seine Vorstellungen, sowohl vom "Klang" wie auch der "Interpretation". Apropos Klang: Ein Tontechniker muß auch in der Lage sein, die Vorstellungen des Interpreten zu erkennen und umzusetzen. Gerade bei Muiskern, die auf alten bzw. historischen Instrumenten spielen, muß man genau das "einfangen", was sie als Klangvorstellung von ihrem Instrument (meist nur noch Einzelstücke) haben. Bei mir hat dies schon zu mancher unorthodoxen Mikrofonierung geführt ... Dein Lieblingsvergleich ist das Schachspiel. Ich setze dagegen das DTP. In dem Bereich gibt es einige Bücher, die sich weniger als Kochbücher verstehen, sondern dem Leser Wege zeigen, wie man aus schlechter Seitengestaltung ansprechende Drucksachen gestalten KANN, indem man z.B. Bleiwüsten auflockert und die Lesbarkeit eines Textes oder die Augenfälligkeit einer Anzeige erhöht. Sicher ist man nach der Lektüre dieser Bücher noch lange kein Grafiker, aber man hat wenigstens eine Ahnung bekommen, um gutes von schlechtem Layout unterscheiden zu können - und dies ist immerhin ein Anfang! Und ich gehe davon aus, daß ein intelligenter Mensch durchaus auch aus Kochrezepten lernen kann. Wer einfach nur nachbaut oder kopiert, mag ein begabter Auswendiglerner sein, aber das betrachte ich nicht als "Intelligenz".
... Ein nicht unerheblicher Teil des Klassikkataloges ist grottenschlecht gemacht z.B. deutlich wahrnehmbarer Kunsthall, vom Kompressor ruinierter Streicherklang etc. ) ! Ich habe jetzt erst wieder eine Aufnahme mit internationalem Spitzenensemble eines Majors ...
Die Zeiten der unbegrentzten Budgets für Musikproduktionen sind vorbei. Früher einigten sich Label und Interpret, gemeinsam eine Produktion zu machen, die vom Plattenverlag auch (vor)finanziert wurde. Heute hingegen produzieren und finanzieren viele - selbst namhafte - Leute ihre Aufnahmen selber und treten auf die Plattenfirmn zu, um Bandübernahmeverträge zu erhalten. Wird dann endlich eine Auflage von 1.000 bis 2.000 Stück veröffentlicht, müssen die Künstler mitunter 30 ... 50 % zum Händlerabgabepreis übernehmen, um sie z.B. auf Konzerten zu verkaufen. Die Plattenfirmen schieben so jedes Risiko auf die Künstler ab ... Somit wird verständlich, daß zwangsläufig die Qualität der Aufnahmen sinkt: Entweder werden "preiswerte" Studios beauftragt oder unter Zeitdruck aufgenommen und auf das "Mastering" gesetzt ...
""Ein Tontechniker muß auch in der Lage sein, die Vorstellungen des Interpreten zu erkennen und umzusetzen. Gerade bei Muiskern, die auf alten bzw. historischen Instrumenten spielen, muß man genau das "einfangen", was sie als Klangvorstellung von ihrem Instrument (meist nur noch Einzelstücke) haben. Bei mir hat dies schon zu mancher unorthodoxen Mikrofonierung geführt ..."" Siehst Du, und genau das ist das Problem. Und diese Dinge sind Erfahrungen die in keinem Lehrbuch stehen.
Siehst Du, und genau das ist das Problem. Und diese Dinge sind Erfahrungen die in keinem Lehrbuch stehen.
Ach, das sehe ich nicht ganz so eng ... Egal, auf welche Weise DU Deine Fertigkeiten geschult hast - irgendwie hast auch Du sicherlich mit "Standardaufstellungen" angefangen und aus den Erfahrungen die Fähigkeit entwickelt, vor Ort recht schnell eine passende Mikrofonierung aufzubauen. Das Verstehen und umsetzen Können von Klangvorstellungen erfordert jahrelange Erfahrung und musikalische Weiterbildung. So ist für mich Kammermusik und Liedbegleitung nicht nur Hobby, sondern auch eine "berufliche Investition". Denn wie schult man sein Gehör und die Ausarbeitung von musikalischen Vorstellungen besser als durch eigenes Musizieren? Was "Musik" ist, steht auch in keinem Lehrbuch, und Werkanalysen mögen sinnvoll sein, sind aber letztlich nur Krücken, die nur bedingt helfen, die Musik zu auszufüllen und "Inhalte" hörbar zu machen.
Hallo Rainer, von dieser CD habe ich noch nichts gehört, finde ich aber sehr interessant! Kannst Du mir sagen, wo man dieselbe herbekommt? Vielen Dank und Gruss philoton
Mit dem guten Buch und einer eigenen Ausrüstung, die heute angesichts von Oktava, Rode, Audio Technica, Beyer etc nicht mehr annähernd so teuer ist wie in den 70ern, kommt man schnell zu den notwendigen Erkenntnissen und guten Ergebnissen. Ich wende mich auch dagegen, daraus eine hohe Wissenschaft zu machen. Dann heißt es nur noch "Ohren aufgesperrt". Mein "tontechnischer L ebenslauf" verlief verblüffend parallel zu dem von MarkusP und war keineswegs erfolglos, ich kann seinen Erfahrungen nur beipflichten. Vielen anderen hier wird es ganz ähnlich ergangen sein. Bekannt e US-Unternehmen wie Telarc oder RR Recordings haben auch nicht anders begonnen, Herr Renner war ein Musikschullehrer, Herr Bishop ist kein Tonmeister, also, was soll's ? (Eine 16-kanalige Oratorienaufnahme ist m.E. nicht unbedingt das Spiegelbild höchster Professionalität, ich würde es mich, ehrlich gesagt, " trotz der Lektüre von Dr. Dickreiter und Prof. Jecklin" heute nicht trauen, eine so untermikrofonierte Aufnahme abzuliefern ). Rainer hat überzeichnet und will's nicht zurücknehmen, das ist hier das Problem. MA
die frage war ja auch nicht nach einem buch von dem ich mir perfekte aufnahmen erhoffe, sondern einfach nach einer arbeitsstütze im studiobetrieb. da ich in letzter zeit viele arabische und andere etnische musik aufgenommen habe und die kunden ja auch mit traditionellen instrumenten kommen und diese auf der aufnahme hören wollen (die ich noch nie zuvor aufgenommen habe), ist diese frage von einem nicht mehr ganz so blutigem 'anfänger' (6 jährige studioerfahrung) meiner meinung nach berechtigt. mfg
Über die Art ethnische Aufnahmen zu machen, wirst Du wohl erst recht nichts hier finden. Ich bleibe dabei: Der beste Helfer hierfür ist das eigene Gehör. Wenn ich in die Situation komme und solche exotischen Instrumente aufzunehmen habe, höre ich mir diese erst mal aus verschiedenen Positionen an bevor ich Mikrofone aufstelle. Sodann stelle ich mein(e) Mikrofon(e) auf und höre mir das Ergebnis an, lasse auch die Musiker selbst mal hören. Und wenn ich dann - und alle anderen mit dem Ergebnis zufrieden bin, kann man sagen daß ich optimal mikrofoniert habe. Diese Vorgehensweise bringt mehr als diese ganzen Lehrbücher.
"Rainer hat überzeichnet und will's nicht zurücknehmen, das ist hier das Problem." Ich nehme weder etwas zurück, noch habe ich überzeichnet noch ist das hier ein Problem. Vermutlich hast DU damit ein Problem. Und das fängt doch da schon an wo Du schreibst: "(Eine 16-kanalige Oratorienaufnahme ist m.E. nicht unbedingt das Spiegelbild höchster Professionalität, ich würde es mich, ehrlich gesagt, " trotz der Lektüre von Dr. Dickreiter und Prof. Jecklin" heute nicht trauen, eine so untermikrofonierte Aufnahme abzuliefern )." Da geht doch Dein Rezeptbuchdenken schon los! Wieso muß eine Oratorienaufnahme mit nur 16 Mikrofonen UNTERmikrofoniert sein? Nur weil heute ein paar ausgeflippte Interpreten meinen sie müßten unbedingt z.B. Bach's Weihnachtsoratorium mit einem Chor von 120 Leuten und einem Orchester von über 50 Mann aufführen? (Habe ich in dieser Größe schon gesehen und gehört!) Ich habe schon Bach's Matthäuspassion mit weniger als 16 Mikrofonen aufgenommen und diese Aufnahme kann - abgesehen von ein paar musikalischen Patzern [war schließlich live] - durchaus hören lassen. Mir geht es - um es nochmals deutlich zu sagen - darum, den Anfänger zu bewahren nach Schema F rezeptbuchartig vorzugehen. Dieser von mir genannte Kirchenmusiker ist dafür geradzu ein Schulbeispiel der Vorgehensweise nach Schema F: So wie er mir erzählte, macht er seine Orgelaufnahmen so, indem er sich den Raum mit dem Metermaß ausmißt und den Hallradius errechnet (!) [ohne das Mobiliar im Raum und andere Einflußfaktoren zu berücksichtigen], dann mit einem "Ultraschallentfernungsmesser"(so seine Angabe) die Enfernung von der Wand zu seinem Standort mißt bis er den angeblichen Hallradius den er sich errechnet hat erreicht hat und dann dort sein Mikrofonpaar (in sturer AB-Anordnung mit 2 Kugeln in 35 cm gegenseitigem Abstand) hinstellt und nun glaubt so wie es anschließend klingt, klänge es optimal! Solche Vorgehensweise brauchen wir hier ja hoffentlich nicht weiter zu diskutieren...! Aber seine Geräte mit Meßmitteln zu kalibrieren das lehn er ab und meint man könne dies nach Gehör...! Dilettantischer gehts nicht mehr! Und für ihn ist der "Jecklin" die Bibel und das unfehlbare Evangelium für die Tonaufnahme...
Lieber Rainer, es war nicht meine Absicht, mit der kleinen Spitze bezüglich der Mikrofonanzahl verletzte Eitelkeiten hervorzurufen, oft ist aus räumlichen und zeitlichen Gründen kein größerer Aufwand möglich, nicht selten ist z.B bei kirchenmusikalischen Veranstaltungen die Qualität auch nicht für ein komplettes Ausmikrofonieren geeignet. Davon kann auch ich ein Lied singen. Ich habe mich nur spontan von Rainers hochfliegenden, von Absolutheitsansprüchen getragenen Ausführungen dazu hinreißen lassen. Ich selbst gehe doch auch nicht nach Rezeptbuch vor. Das kann man doch auch in der Praxis und dem Stress vor der Aufnahme gar nicht. Das Aufnahmekonzept muß aber vorhanden sein und gehörmäßig kritisch überprüft werden. Heute gibt es zudem die computermäßige Mehrspurtechnik, die eine nachträgliche Korrektur der Balance zuläßt. Ich selbstkonzentriere mich aus Interesse auf Aufnahmen, die ohne Verbiegungen sowohl stereo- als auch surroundfähig sind. Da gibt es keine Rezepte, und ich kann mit Fug und Recht sagen, dass hier jede Theorie versagt. Wer einmal auf INA 5 oder was es sonst noch so alles gibt, hereingefallen ist, weiß, wovon ich spreche. Wir sollten das Thema "Theorie und Praxis", das durch so viele Beiträge erschöpfend behandelt worden ist, aber jetzt auch beenden. Allseits schönes Wochenende MA
danke noch. in dieser berufssparte wäre man auch fehl am platz wenn man sein gehör nicht benutzt. ich sage auch immer: egal wieviel 'blödsinn' man aussprobiert oder herum- und dazwischen steckt, wenns am ende gut klingt dann passts...