Scannen von Martinshörnern zum Stummschalten des Radios

Erstellt 19 Antworten20 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich bin ein wenig verzweifelt, denn ich mache jetzt seit über drei Jahren eine Ausbildung zum Kfz-Techniker. Nun steht das Abschlussprojekt vor der Tür, in dem wir in einer Gruppe von je zwei Mann etwas "Nützliches" fürs Fahrzeug "erfinden müssen.
Ein Klassenkamerad und ich haben uns entschlossen einen Sensor mit Steuergerät zu entwickeln, der Martinshörner von Rettungsfahrzeugen scannen kann und dann das Radio stumm schaltet.
Ich dachte da an ein Elektretmikrofon und einen Bandpassfilter oder so etwas in der Art. Nur im Moment sieht es aus, als hätten wir uns da etwas übernommen. Wir wollen zwar nach der Ausbildung noch Kraftfahrzeugelektronik oder Elektrotechnik studieren, doch im Moment sind wir was tiefere Elektronik angeht noch sehr einfach gestrickt.
Ich habe jetzt schon einiges in Erfahrung bringen können, nur ich komme nicht weiter. Das Mikrofon habe ich schon am Laufen, sodass ich mit dem DSO etwas messen kann. Nur leider noch nicht mehr.
Ist es überhaupt möglich so etwas zu realisieren? Wenn ja, kann uns jemand ein paar Denkanstöße geben, oder sogar auf etwas Definitives verweisen?
Ich habe mir auch vor einiger Zeit einen Mikrocontroller gekauft und experimentiere damit herum. Wenn man ihn nutzen könnte, währe natürlich super, da man dann softwaremäßig viel flexibler ist als nur mit gewisser Hardware.
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Antwort#2
Kuck' Dir erstmal an, wie der Ton des Martinhorns aussieht.
Frequenzen, Tonfolge usw.
Dabei die verschiedenen vorkommenden (Ausland!) Tonfolgen berücksichtigen und auch den Dopplereffekt beachten.
Dann mußt Du versuchen, den Ton des Martinhorns aus den sehr lauten Fahrgeräuschen herauszufiltern: Windgeräusche (Windschutz, Mikrofonposition), Lärm einer evtl. installierten Proletentrompete, Motorgeräusch usw.
Mittels FFT kannst Du nun charakteristische Frequenzen erkennen und an deren zeitlichen Verlauf erkennen, ob es ein Martinhors sein könnte.

Sri, ist OT aber:
Besser wäre es, wenn mal etwas gegen diese rollenden Diskotheken getan würde. Technische Maßnahmen werden immer umgangen und wer sich freiwillig sowas einbaut wird es am wenigsten brauchen.
Ich würde einen anderen Ansatz verfolgen: Neben dem akustischen und optischen Sondersignal sendet das Einsatzfahrzeug ein Funksignal, welches bei allen Fahrzeugen in der Nähe ein Signal auslöst das den Fahrer warnt.
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Antwort#3
Hi,
das mit dem Bandpassfilter ist doch gar nicht schlecht. Auch mit dem Mikrofon könnte man einige Dinge anstellen, die es besser oder wniger gut geeignet machen für den Einsatzzweck. (Aufstellunsgort, Richtcharakteristik, Empfindlichkeit, etc.)
Es ist ja keine Arbeit für den Nobelpreis, und ihr wollt ja auch kein Patent einreichen. Wenn überhaupt wäre es doch ein hervorragendes Ergebnis, wenn das Ding unter iregnd welchen Bedingungen, seien sie auch noch weitgehend praxisfremd, das tut was es soll... Setzt Euch die Ziele nicht zu hoch. Grundlagenforschung ist auch schön.
Was den Mikrocontroller angeht: Was kannst Du denn Signalverarbeitungsmäßig damit machen? Ist das dann auch relevant für Eure Anwendung? Ich glaube eher, dass ein Mikrocontroller dafür zu schlapp ist was Euch wirklich fehlen könnte...
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#4
Hallo!
Die Frage ist wohl wirklich wie man so etwas ohne ausreichende Kenntnisse umsetzten kann. Daher stellt sich für mich die Frage ob das Martinshorn nicht grundsätzlich wesentlich lauter als alle Umgebungsgeräusche ist. Dann könnte man sich noch die lauteste Frequenz raussuchen und damit einfach den Sidechain eines Kompressors ansteuern.
Sprich, der Kompressor kommt in den Signalweg des Radios und wenn in der markantesten Frequenz der Martinshorns ein bestimmter Pegel überschritten wird senkt der Kompressor den Pegel des Radio´s. Da ich mal davon ausgehe das es bei Euch eher um die Idee und die grobe Umsetzung und nicht die Perfektion geht sollte das so wohl reichen. Andernfalls müsstet ihr ja einen Chip haben der die kompletten Umgebungsgeräusche analysiert und mit dem des Martinshorn vergleicht.
Gruß
Sebastian
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Antwort#5
Wenn jedes Martinshorn dieselbe definierte Tonhöhe hätte, wäre das kein Problem. Aber sie machen ja noch nichtmal alle sauber Quarten, sondern man hört zwischen kleiner Terz und Sexte alles. Dazu kommt noch die Tonhöhenverschiebung nach Herrn Doppler. Das muß alles berücksichtigt werden, wenn ein Computer ein Martinshorn erkennen soll. Dürfte ähnlich kompliziert sein wie die Erkennung bestimmter Gesichter in einer Menschenmenge - der Versuch in Bahnhöfen hat ja gezeigt, daß die dzau benutzte Technik noch lang nicht genau genug arbeitet.
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Antwort#6
Wenn es nur die definierte Tonhöhe wäre...
Wesentlich größer sind doch die spektralen Unterschiede. Denn Martinshörner haben ja keine reinen Töne. Ich denke schon, dass man aber mit Bandpässen der Sache beikommen kann.
/Tonmaus
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Antwort#7
In Hörgeräten läuft so etwas unter "auditorische Szenenanalyse" - evtl. findet man da noch Hinweise.
Über einen einfachen Bandpass ein Martinshorn von einem im wahrsten Sinne des Wortes "vorbeirauschenden" Lastwagen zu unterscheiden, halte ich aber für schwierig.
Bei einer digitalen Analyse würde ich erwarten, dass nicht nur spektrale sondern auch zeitliche Informationen (Regelmäßigkeit) eingehen müssen.
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Antwort#8
Danke für den Beitrag.
Jaja das mit dem Funk kommt. Da arbeitet man dran, sowas in der Art WLAN fürs Kfz. Wir müssen halt was "erfinden" und das gibt es halt noch nicht so in der Art.
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Antwort#9
Hallo.
Das Große Problem an der Sache ist, das wir noch sehr wenig Ahnung von Elektronik haben. Ich habe z.B. das Mic am laufen. Versorgungsspannung und dann über einen Kondensator auf die Basis eines Transistors. Dann kann ich mit dem DSO am Kollektor was messen, aber im Bereich von 0,1V/Div. Das ist ja ganix. Ich hab was probiert mit nem OP aber den krieg ich irgendwie ganet ans Laufen!! Son Mist!:-)
Ja zu dem Mikrocontroller: (Jetzt bitte nicht lachen, den hab ich nicht für dieses Projekt gekauft, sondern mal so zum spielen ) Das ist ne M-Unit 2 von Conrad-Elektronik.
Gruß Alex
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Antwort#10
Hallöchen,
erstmal danke für eure Mühe. Es wird bestimmt keine Dr.-Arbeit, jedoch würden wir schon gerne ein gewisses Niveau wahren;-)
Wenn das Spielchen unter "Laborbedingungen" also mal ohne Nebengeräusche, oder nur für ein spezielles Martinshorn funktionieren würde wäre das ja schonmal ein riesen Ding für uns!!!!! Den Rest könnte man ja unter "Das haben wir uns mal offen gelassen" verbuchen:-}
Übrigens, um so länger ich mich mit dem Thema beschäftige, um so mehr hasse ich Herrn Doppler!!!:-) Das es in jeder Technik so verfluchte Phänomene geben muss.
Gruß Alex
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Antwort#11
Übrigens, um so länger ich mich mit dem Thema beschäftige,
um so mehr hasse ich Herrn Doppler!!!:-)
Sag das nicht - den Effekt der plötzlichen Tonhöhenänderung beim Vorbeifahren könnte man als Feature nutzen, um das Radio wieder lauter zu stellen ...
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Antwort#12
Mikro-->AGC(Kompressor/Limiter)-->Bandbereichsfilter-->AGC-->A/D-Wandler-->fortlaufende FFT-->fortlaufendes 2D-Intensitäts-Spektrogramm-->Musterkennung (nach "nebeneinanderliegenden Reihen von Würmern", bildlich gesprochen).
Eher eine Elektronik/Informatik-Facharbeit.
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Antwort#13
ich glaube es ist einfacher als man denkt,
denn ein einfacher regelbarer schwellwert (kompressor) würde reichen.
so können auch hupen und gegebenenfalls andere schreihälse ihre aufmerksamkeit erregen.
es st also gar nicht notwendig, spannungverläufe bzw. wellenformen zu analysieren und diese auszuwerten. das grenzt an spracherkennung und ist durchaus möglich, nur sehr aufwendig.
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Antwort#14
was sind "reine Töne"? Mit Perwoll gewaschen?
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Antwort#15
Dank Herr Doppler funktionieren auch die Radar-Blitzer, die so gerne gegen selbsternannte Rennfahrer eingesetzt werden.
Nur stehen die Dinger immer da wo es am meisten Geld bringt.
Heute morgen wieder Ortsausgang Ruppertenrod (in Richtung Gießen). Kennzeichen: KA-AN 2325
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Antwort#16
Hallo,
Ja da ist wohl was dran. Ich kenne Kompressoren halt weil ich Gitarrist bin. Nur ich habe leider 0 Ahnung wie man so ein Ding aufbaut, bzw einsetzt. Könnte man sonem Ding nicht sagen. Geräusch lauter als x und dann vielleicht noch zwischen der und der Frequenz = Horn???
Gruß Alex
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Antwort#17
Hallöchen,
Bandpassfilter hört sich gut an. Ich habe auch einen gebaut. Er soll 440hz durchlassen. Tut er auch in gewisser Weise. Ich kann mit der Gitarre ein A spielen und es "so lala,aber eigentlich schon" von einem D unterscheiden. Eine Gitarre macht ja auch ne supi Sinusschwingung, nur wenn ich den tiefen Ton(auch A) eines Horns abspiele und messe kommt da nur Driss!!! und mein Filter filtert alles und nix. Hat jemand noch nen Tipp?
Zum Controller: Den wollte ich dazu nutzen die Zeit zu messen. Wenn ich eine 1 beim tiefen und eine 1 für den hochen Ton kriegen würde.
Gruß Alex
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Antwort#18
Mit einer Filterung und Zeitfunktionen ist die Aufgabe nicht zu lösen,
weil es eine ganze Reihe unterschiedlicher "Martinshörner" gibt.
IMHO führt der Weg zu einer Lösung nur über prozessorgestützte Analyse mit FFT
und Fuzzy-Vergleich mit vorgegebenen bzw. zuvor gelernten Parametern.
Nur dieser Weg erlaubt auch die notwendige Störsicherheit gegen Fremdschallquellen.
Ob dies ohne umfassende Kenntnisse in Mathematik und Elektronik zu leisten ist, wage ich zu bezweifeln.
UND: Wenn eine bezahlbare Lösung möglich wäre, gäbe es sie bereits.
Es grüßt RainerK
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Antwort#19
Hallo Rainer,
klar gibt es verschiedene "Martinshörner" nur deren Grudfrequenzen müssen in einem bestimmten Fenster liegen. Daher dachte ich müsste man doch diese Frq rausfiltern können,oder? Das ist ein kleines Projekt und nicht für die Serienreife bestimmt. Uns würde es ja schon reichen wenn wir ein bestimmtes Horn unter "Laborbedingungen" scannen könnten. Ich habe schon von anderer Seite gehört, dass sowas dann nur mit DSP`s gelingen könnte, nur leider finde ich gar nichts handfestes über DSP`s. Ich würde mich auch gern in dieses Thema mal reinarbeiten, aber hättest du vielleicht noch einen Tipp von wegen "Laborbedingungen"?
Gruß Alex
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Antwort#20
Versuchs mal hier:
http://www.mikrocontroller.net/
Da gibt's mehrere Leute die das know how zu DSP, FFT usw. haben.
Tipp: Beschreibe schon in Deinem ersten Posting möglichst genau, was Du willst,
sonst werden die Antworten sehr schnell Geschwafel und OT.
Die Leute mit den richtigen Antworten steigen dann nicht mehr ein.
Es grüßt RainerK
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