Hauptmikrofonempfehlung

Erstellt 56 Antworten57 Beiträge
Antwort#21
Da muß ich Dir widersprechen: Neumann Kleinmembraner gegen Schoeps-Kleinmembraner sind im Umschaltvergleich unterscheidbar. Habe ich selbst beim HR im Ü-Wagen mal gehört, als der Kollege 2 Neumann und 2 Schoeps auf einer Stange hatte und durch Umblenden den Vergleich machte.
Eine WERTUNG kann man schlecht vornehmen, aber ein Unterschied ist hörbar.

MfG
Rainer
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Antwort#22
Das glaube ich alles gerne...
Mein Punkt war ja auch eher: Warum behaupten sich aber die MKHs so schlecht in der "Szene", obwohl sie doch (noch immer?) Prinzip bedingt das geringste Eigenrauschen haben...?
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Antwort#23
weil sie andere, Systembedingte Schwachstellen haben wie das beispielsweise keine Pegelabsenkung vor der HF-Konvertierung möglich ist oder ein systemimanenter krummer Frequenzgang der erst durch eqs geradegebogen wird... Ersteres kann im täglichen Betrieb zu Problemen führen, letzteres ist wohl philosophisch zu betrachten...
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Antwort#24
""wie das beispielsweise keine Pegelabsenkung vor der HF-Konvertierung möglich ist...""
Also - selbst ich mit meiner "U-Musik" Produktion brauche solche Hebelchen nie, wann braucht man wohl ein Mikro-PAD in der Klassik-Produktion??
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Antwort#25
Öfter als man denkt. Schostakowitsch Symphonien sind z.b. ein Garant für die Übersteuerung nicht abgesenkter Mics. Auch ein Konzert von Anders Koppel für Marimba und großes Orchester hat meine Schoepsen zum ko***n gebracht, die DPAs haben da noch durchgehalten.
Dies Irae im Verdi Requiem kann bei entsprechender Besetzung durchaus knapp werden.
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Antwort#26
Ich arbeite gerne und oft mit M930 von Microtech Gefell. Klar, sind Neren- gibts aber auch als Kugeln oder breite Nieren.
ThomasB


http://www.proton-davos.ch
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Antwort#27
Wir reden aber dann doch auschließlich von *Stützmikros* (Blech, Percussion...), die IMHO doch wesentlich unkritischer im Rausch- und Klangverhalten sind...?
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Antwort#28
Nein, das waren eigentlich die Mikros des Hauptsystems...
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Antwort#29
"wann braucht man wohl ein Mikro-PAD in der Klassik-Produktion?? "
Man merkt doch, daß Du "U-Musiker" bist ... :-)
Im Ernst: Es gibt auch bei Klassik Lautstärken die in einen Bereich gehen, wo die Mikrofone an ihre Aussteuerungsgrenze kommen.
Ich habe vor einigen Jahren mal einer Aufführung von G.F. Händels "Belsazar" gelauscht und zwar nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Schallpeglmesser. Ich saß in der ersten Reihe weil ich die Kirche genau kannte und wußte daß sie eine extrem problematische Akustik hat.
Gemessen habe ich da bis zu 110 dBSPL!
So, und nun versetze Dich ins Orchester vor einer Trompete... da können Schallpegel von 140 dB schon durchaus mal vorkommen.
Und bei dem Brahms- und beim Verdi-Requiem geht es noch lauter zu als beim Belsazar.
Unterschätze die "Klassiker" nicht, denn die können mindestens genauso laut spielen wie die "U-niker"...

MfG
Rainer
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Antwort#30
Ich habe einmal bei einer Aufführung eines modernen Stückes für Chor und Orchester im Chor direkt vor dem Schlagwerk gestanden, das ging bis an die Schmerzgrenze und das nicht nur einmal.
Gruß
Hermann
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Antwort#31
Da fragt man sich, wie hier die demnächst gültige Lärmgrenze von ca. 100dB/A bei Veranstaltungen eingehalten werden soll :-)
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Antwort#32
Aber hat nicht jedes KM-Mikro schon ohne PAD einen Grenzschalldruckpegel von weit über 120 dB? (Beim MKH20 sind das z.B. 134 dB. OHNE Absenkung.)
Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendein Orchester bei irgendeinem Werk diesen Wert an der Position des Hauptmikrofons erreicht - ein wirklich sehr lautes Rockkonzert bewegt sich vielleicht bei 110 dB/A - und das ist schon stark Hörschädigend.
Oder geht es eher darum, Verzerrungen bzw. den Klirrfaktor zu minimieren, der, so dachte ich, doch schon in der Kapsel selbst entsteht?
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Antwort#33
das ist tatsächlich ein großes Problem für Orchester. Auch die Arbeitsplatznormen stellen ein sehr großes Problem dar.
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Antwort#34
""So, und nun versetze Dich ins Orchester vor einer Trompete... da können Schallpegel von 140 dB schon durchaus mal vorkommen.""
Das ist mir bewusst, denn warum sollte ein Klassik-Trompeter leiser sein als ein "Pop"-Trompeter... :-)
Wobei ich 140 dB doch recht hoch gegriffen finde.
Das also bei den Stützen hier+da ein PAD Sinn machen kann ist mir Erklärlich,
aber es ging ja wie gesagt ursprünglich um Hauptmikrofonie
(und hier käme die besondere Rauscharmut der MKH-Serie doch besonders zum Tragen, genauso wie beim Stützen sehr leiser Instrumente wie Harfe oder Gitarre...?)
Siehe auch meine Antwort an Tonzauberer,
der ja angibt auch dort an die Grenzen zu kommen.
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Antwort#35
Du darfst hier nicht mit A-bewertetem Pegel rechnen (übrigens die korrekte Schreibweise ist db(A)" sondern den unbewerteten Pegel! Und der ist i.d.R. bis zu 10 dB größer als der A-bewertete. Und für das Mikrofon ist der unbewertete Pegel maßgebend.
Wenn ich beim Händel schon am Platz in der 1. Sitzreihe einen Pegel von 110 dBSPL (unbewertet) habe, dann sind das an einem HM-Standort (i.d.R. über dem Dirigenten durchaus auch schon mal 120 dBSPL und wenn es dann noch ein Brahms-Requiem oder Verdi-Requiem ist, kann es schon mal auf Spitze 130 dBSPL kommen. Bei den Stützmikrofonen wird es dann noch mehr sein.
Man muß das Mikrofon ja nicht an der Klirrfaktorgrenze betreiben.

MfG
Rainer
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Antwort#36
Die dürften im Ernstfall eher für die Tonne sein - ich stelle mir gerade die Situation vor, in der wir (prof. Kammerorchester), für ein Verdi-Requiem engagiert von einem x-beliebigen Kantor, an eine gewisse Stelle im "Dies Irae" kommen... Unvorstellbar, daß dann der Orchestervorstand,den Schallpegelmesser in der Hand wedelnd, aufsteht und dem Kantor zuruft "Machen Sie aus dem fff bitte ein mf, sonst wird das mit den 100 dB nie was!".
Wer Ende November in den Kirchen Proben & Konzerte bei 13 °C und darunter erträgt, lernt auch mit zeitweiligen 120 dB/A umzugehen - auch wenn's (im wahrsten Sinne des Wortes) wehtut...
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Antwort#37
Gibt es eigentlich jemanden, der sich bewußt für die KM100-Serie und gegen die
gleichteuren Schoeps entschieden hat?
Wenn ja, warum?
(Ich war vom KM140 wenig angetan.)
Ich (;->).
(1) Sie waren nicht gleich teuer, sondern (vor dem grossen Preisanstieg vor einigen Jahren) fuer mich deutlich preiswerter zu haben.
(2) Persoenlicher Geschmack - mir gefielen zum Zeitpunkt des Kaufes die KM140/KM184 sehr deutlich besser als die CMC5/MK4.
Allerdings habe ich sowohl KM130 als auch CMC5/MK3 (Druckempfaenger mit "Diffusfeldentzerrung", sprich leichter Hoehenanhebung) in Benutzung - beide sind sehr gut, klingen aber leicht unterschiedlich ('neutral' ist keines davon, die MK3 sind tendentiell ein wenig 'seidiger').
Was stoerte Dich - bei welcher Anwendung?
Gruss
Micha
===
PS: Zugegeben benutze ich heute meisst Sennheiser MKHs (20, 30, 40, 416, 800, 816) - abgesehen von der Nicht-Modularitaet liegen sie mir in der Summe aller Eigenschaften am besten - namentlich das niedrige Eigenrauschen und die absolute Unempfindlichkeit gegen hohe Luftfeuchte bei Aussenaufnahmen sprechen fuer sich - tendentiell sind sie zudem 'neutraler' als die Neumaenner und Schoepsen.
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Antwort#38
... beispielsweise keine Pegelabsenkung vor der HF-Konvertierung möglich ist ...
I. A. werden bei hohen Pegeln in konventionellen Kondensatormikrophonen die Impedanzwandler uebersteuert, bevor Verzerrungen durch das eigentliche Mikrophonsystem entstehen, daher die Notwendigkeit von vor der aktiven Elektronik eingefuegten Daempfungsgliedern.
Bei den HF-Kondensatormikrophonen hat man dort prinzipbedingt etwas mehr Reserve, namentlich bei den modernen MKHs - bei den alten, urspruenglich fuer Tonadernspeisung entworfenen Exemplaren (auch denen, die auf Phantomspeisung 'umgestrickt' wurden) kann man in der Praxis in Probleme geraten - was aber durch eine Modifikation der Elektronik (Erhoehung der Oszillatorspannung plus Reduktion der Kreisguete der Diskriminatorschaltung in den Griff zu bekommen ist.
In der Praxis kam ich mit modernen MKHs nur einmal zu einem Problem - bei einer Orgelaufnahme in einer kleinen Kirche stofte Infraschall ein Paerchen MKH20 zu - Abschalten der Warmluftheizung beseitigte das Problem zumindest kurzfristig...
Gruss
Michael
===
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Antwort#39
""Die alten KMxx haben doch auch eindeutig weniger Höhen und fallen somit aus dem Vergleich?! ""
Leute, hört doch mal endlich auf mit solchen unobjektivierten Behauptungen. Die KM 84 haben nicht weniger Höhen als die KM 100 oder KM 184. Guckt Euch doch mal den Frequenzgang an. Der ist gleich.
Wenn jemand meint, daß unter diesen genannten Mikrofontypen ein Typ weniger Höhen hat als der andere, dann berücksichtigt bitte auch die Betriebsbedingungen!
Die KM 84 haben trafosymmetrische Ausgangsstufen und die KM 100-Serie hat trafolose Ausgänge. Die Folge ist, daß der induktive Anteil der Trafos je nach Kabellänge einen Höhenabfall verursachen kann. Es gibt Messungen der Firma Schoeps mit verschiedenen Mikrofontypen, bei denen der Höhenfrequenzgang je nach Kabellänge ganz unterschiedlich ausfällt.
Pauschalaussagen wie "Mikrofon x hat weniger Höhen als Mikrofon y machen keinen Sinn. Es müssen in jedem Fall die Betriebsbedingungen mitberücksichtigt werden.

MfG
Rainer
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Antwort#40
Hallo auch,
also, wenn ich die Wahl zwischen Neumann und Schoeps habe, nehme ich immer Neumann. Die Schoeps sagen mir überhaupt nicht zu. Man verzeihe mir jetzt bitte die nicht "tonmeisterlichen" Beschreibungen, aber es geht nicht anders.
Die Schoepse sind für mich im Klang immer zu flach, die Neumänner "packen" einfach besser zu. Sie greifen das Klangbild deutlicher, es "lebt". Kurz und gut, sie sind einfach "musikalischer".
Soviel zu meinen rein subjektiven Eindrücken.
Wäre ja mal interessant, wie sich diese Eindrücke physikalisch erklären.
Gruß aus Berlin
Markus P.
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