Lautsprecher - Philips Motional Feedback

Erstellt 51 Antworten52 Beiträge
Startbeitrag#1
Zurzeit versuche ich mich schlau zu machen, ob es Möglichkeiten gibt oder gab, das Impulsverhalten eines Lautsprechers auf ein kurzes Eingangssignal (schmaler Rechteckimpuls) anzupassen und zwar nicht über den Frequenzbereich (Korrektur der Übertragungsfunktion) sondern im Zeitbereich.
Kennt jemand dieses Motional-FeedBack-Verfahren MFB?
Ist es eine Zeitbereichskorrektur?
Da gibt es eine sehr rührige holländische Seite der MFB-Freaks:
http://www.mfbfreaks.nl/
http://www.mfbfreaks.com/
Auch Wikipedia kennt MFB mit dem Beschleunigungsmesser an der Lautsprechermembran:
http://de.wikipedia.org/wiki/Motional_Feedback
Sound reproducing system utilizing motional feedback and integrated magnetic structure
http://www.freepatentsonline.com/4256923.html
Wer weiß etwas mehr darüber und kann mir helfen?
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Antwort#2
Ich kenne ein ähnliches Verfahren, das jedoch optisches Feedback verwendet.
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Antwort#3
Hallo,
zum Thema Entzerrung des Impulsverhaltens gibt es folgende Webseite mit Grundlagen zum Thema mit einer technisch dem MFB überlegenen Lösung:
www.pfleid.de
Allerdings ist diese Form der Einmessung analog (nicht digital) so dass eine Entzerrung immer neben der Phase auch die Amplitude umfaßt. Also wahrscheinlich nicht das was Du Dir wünschst.
Rechteckwiedergabe eines Breitbandlautsprechers ist damit realisierbar.
Der Theorie nach (habe noch keine Messungen gesehen) sollte Denons Audyssey Lautsprecher mit einem "über alles Fir" die Lautsprecher inklusive Hörraum entzerren.
Habe so ein System Zuhause, kann man ja jetzt überall kaufen. Und bringt tatsächlich einen großen Gewinn zumindest für Breitbandhörer die ja was die Amplitude (und Phase) betrifft unvollkommene Systeme haben.
Aktuell mißt U. Apelt Lautsprecher (auch Mehrwege) nach Pfleid ein.
Gruß, Breitbandfan
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Antwort#4
Könntest du mir mal den Namen dieses optischen Verfahrens nennen!
Würde gerne nen bisschen danach googlen!
Danke
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Antwort#5
Eine Rechteckwidergabe durch Lautsprecher ist prinzipiell nicht möglich, da dies ein unendlich breitbandiges System voraussetzen würde. Je steiler eine Flanke ist, desto breitbandiger ist das Spektrum. Ein System aus Federn, Massen und Reibungswiderständen (Dämpfungen) kann niemals so breitbandig sein, daß es Rechtecke übertragen könnte.
Man kann zwar einen Lautsprecher phasenentzerren, aber was nutzt das denn?
Es ist längst bekannt - auch wenn dies die ganze Hifi-Glaubensgemeinschaft nicht einsehen will - daß Phasenfehler (sofern sie nicht interaural sind) nicht hörbar sind.
Ganz davon abgesehen, daß es auch insofern nichts nutzen würde, weil ja die Bandbreite der Aufnahme schon bei 20 kHz begrenzt ist. Kein Mikrofon überträgt Rechteckwellen und kein Aufnahmesystem - egal ob analog oder digital.
Möchte mal wissen, wie Du beurteilen kannst daß solch ein System "einen großen Gewinn" bringt, wenn Du nicht die Möglichkeit des direkten Umschaltvergleiches machen kannst.
Und noch etwas: Zwischen einem Sinuston von 7 kHz und einem Rechteck von 7 kHz mit gleichem Effektivwert hörst Du keinen Unterschied mehr ! . Selbst dann nicht, wenn Deine Lautsprecher noch 100 kHz übertragen könnten. Warum wohl nicht?

MfG
Rainer
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Antwort#6
Hallo Rainer,
ich finde es reichlich müßig im Web immer wieder die gleichen Vorurteile gegen Phasenlineare Lautsprecher mir anhören zu müssen.
Dabei wird immer das Gleiche rhetorische Mittel eingesetzt:
Es wird von unmöglichen Forderungen ausgegangen (unendliche Breitbandigkeit) die dann natürlich auch nicht erfüllt werden können. Und es werden Aussagen darüber gemacht was das Gehör angeblich noch kann und was nicht.
Dabei sind diese Fragen schon lange geklärt. Die Fa. Audyssey würde nicht explizit mit Phasenlinearität werben, wenn es nicht Sinn machen würde Lautsprecher auch nach diesem Kriterium zu bewerten. (Siehe dazu www.audyssey.com).
Zur Hörbarkeit soviel:
http://peter-pfleiderer.privat.t-online.de/lit-d.html
Und hierzu Stellungnehmend "Zwischen einem Sinuston von 7 kHz und einem Rechteck von 7 kHz mit gleichem Effektivwert hörst Du keinen Unterschied mehr ! "
Es geht nicht darum einen Lautsprecher dazu zu "zwingen" alle bei allen Frequenzen die denkbar sind - also "unendlich Breitbandig" Rechteckverhalten beibringen zu wollen. Nur in einem bestimmten Frequenzbereich ist das wichtig:
Zitat Pfleiderer: "Veränderungen der Signalform, z.B. durch Phasenfehler sind im Frequenzbereich zwischen 250 und 1000 Hertz am deutlichsten hörbar. Wenn daher bei allen Komponenten einer Musikwiedergabekette die Messungen mit Rechtecksignalen durchgeführt werden, und zwar im besagten Frequenzbereich bei 250, 750 und 1000 Hz, dann kann im direkten Vergleich deutlich gemacht werden, wo das klanglich schwächste Glied in der elektroakustischen Übertragungskette sitzt."
Eine Aussage wie "Eine Rechteckwidergabe durch Lautsprecher ist prinzipiell nicht möglich,"
ist natürlich quatsch. Da ich selbst ein mit einer Videoaufzeichung dokumentiert habe wonach ein Breitbandlautsprecher problemlos auf Rechteckwiedergabe optimiert werden kann. Ich war schließlich bei der Einmessung meiner Breitbänder nach Pfleid dabei.
Eine Überprüfung einiger Breitbänder ohne Entzerrung ergab schon, dass manche Modelle von sich aus z.B. ordentliche Rechtecke zwischen 500 und 800 Hertz "machen". Z.B. der SP-80X von Monacor.
Mein Pfleid FRS20R macht Rechteckwiedergabe von 150 Hertz bis 800 Hertz. Weiter konnte ich nicht messen, da es Begrenzungen durch die nicht eingemessene Soundkarte gab. Künftig möchte ich mich aber in die Einmessung nach Pfleid einarbeiten mit einem stationären Oszi.
Die Hörbarkeit einer Entzerrung nach Pfleid ist problemlos möglich. Hifi-Zeitschriften aus den 80er Jahren haben die Entzerrung mit normalen Equalizern nachgestellt (Amplitudenkorrektur ohne Korrektur der Phase) und eindeutig erklärt dass die Entzerrung nach Amplitude UND Phase deutliche Vorteile bringt. Hauptsächlich im Impulsverhalten, d.h. Exaktheit des Signals und Durchhörbarkeit des Klangbilds. Ich kann Dir auf Anfrage eine Kopie des Artikels zumailen.
Ferner ist Pfleiderer sicherlich nicht der einzige Studioaustatter der mit der Phasenrichtigkeit seiner Lautsprecher geworben hat.... und noch heute beziehen sich namhafte Hersteller darauf.

Gruß, BB-Fan
PS: Beweise für die Funktionsfähigkeit der Einmessung finden sich auf der Webseite von Ulrich Apelt: www.hifiklangservice.de
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Antwort#7
Hallo,
zum Umschaltvergleich:
Die Entzerrung meines Fostx-Breitbänders FE-208 Sigma mittels Pfleid-Entzerrung ist abschaltbar und daher Probe-Hörbar.
Ferner besaß ich einen parametrischen EQ mit dem ich nie das gleiche klangliche Ergebnis erreichen konnte. Nach der Einmessung nach Pfleid (Amplitude und Phase) stieß ich den analogen EQ ab.
Das Audyssey System - realisiert auf einem Denon AVC A11-XV ist abschaltbar und daher auch so probezuhören.
Und was mich am meisten verwundert, ist dass wohl die Über-Alles Entzerrung über Audyssey funktioniert, was ich erst nicht glauben wollte....
Denn wenn man den bisherigen Mist im Consumer-Bereich von Selbsteinmessenden Systemen gehört hat (z.B. Behringer Digi-EQs, so einen hatte ich mal) war ich erstmal extrem skeptisch.
Ferner mußte ich erst im Web nachlesen wie das Denon-System richtig eingemessen wird....
Gruß, BB-Fan
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Antwort#8
Hi,
für alle die interessiert wie eine Entzerrung der Phase mit Audyssey funktioniert.....
Das war ja die ursprüngliche Frage.... Das günstigste Surround-System mit dieser Einmeßautomatik gibts schon für ca. 300,- Euronen....
Allerdings ohne veröffentlichten meßtechnischen Nachweis.
http://www.hdplustv.de/hdtv/hd_capsel_101223.html
Da müßte man mal bei den Jungs nachfragen ob Sie Meßdaten rausrücken.....
Gruß, BB-Fan
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Antwort#9
Lieber BB-Fan,
Du kannst mir über Phasenfehler das Blaue vom Himmel herunter erzählen: Das Gegenteil von den ganzen Behauptungen haben schon ganz andere bewiesen. Und ich kann Dir versichern, daß selbst dann wenn man das ganze Signal über einen Allpaß schickt der von 30 Hz bis 15 kHz die Phase um 720° dreht (also 2 Perioden) kein Unterschied zum Original-Signal hörbar ist. Habe damit eine ganze Gruppe Hifi-Freaks Deines Schlages schon von ihrem Irrglauben überzeugt.
Rechteckwidergabe ist nicht möglich und auch völlig unsinnig.
Wenn Du Dich mal mit der Theorie der Fourieranalyse beschäftigt hast, wirst Du sehr schnell feststellen, daß nicht nur Phasenlinearität erforderlich ist, sondern auch unendliche Breitbandigkeit um Rechtecke übertragen zu können.
Und auf Urteile von Hifi-Zeitschriften - egal welche, egal aus welcher Zeit - gebe ich absolut nichts. Die haben schon genügend Unsinn geschrieben. Ich verlasse mich nur auf wissenschafliche seriöse Tests wie sie von den Hochschulen, dem IRT oder zu vergleichenden Instituten (nach Zwicker, Feldkeller etc) gemacht werden.
Die sagen nämlich ganz anderes aus.
Du solltest auch wissen, daß bei Lautsprechern nicht allein der Frequenz- und Phasengang eine Rolle spielt, sondern auch das Abstrahlverhalten, sprich: Die Richtcharakteristik. Ändert sich im Übergangsbereich der Weichen beispielsweise der Phasengang, so muß dies zwangsläufig auch eine Änderung der Richtcharakteristik bewirken und somit durch den Raumeinfluß auch ein hörbarer Unterschied entstehen.
Das ist aber mehr oder weniger ein Mangel an der Konstruktion des LS, als ein hörphysiologisches Problem.
Es ist viel sinnvoller, einen LS zu bauen, der eine frequenzunabhängige Richtcharakteristik hat, als einen mit linearem Phasengang bzw. fähig ist Rechtecke wieder zu geben, was sowieso nur in einem schmalen Frequenzbereich möglich ist, wenn überhaupt.
Nimm Dir mal einen hochwertigen Kopfhörer (z.B. Stax SR Lambda Pro) und versuche mal damit ist es möglich, Phasenfehler zu erkennen.
Das Ohr ist nunmal nicht Phasenempfindlich, auch wenn uns viele Hifi-Gurus das Gegenteil glauben machen wollen, und schon gar nicht für die absolute Phase.
Bevor Du solche Glimmzüge wie "einmessen nach Pfleid" etc. machst, sorge lieber dafür, daß Dein Raum eine frequenzunabhängige Nachhallzeit aufweise, das bringt Dir mehr als vermeindlich phasenlineare Lautsprecher.

MfG
Rainer
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Antwort#10
Ich kann Dir nur eines raten: Laß diese ganzen Messungen! Die taugen nämlich nichts.
Das was in von mir genannten Instituten an Meßequipment steht, kostet 100000de ! Da kann mir keiner erzählen, daß man das schaffen kann mit Billig-Gelumps für 300 Euro.
Und was die Werbung von LS-Herstellern verspricht, darüber braucht man sich nicht zu unterhalten. Werbesprüche kloppen können sie alle recht gut.
Wären die Produkte alle so gut wie es die Werbung verspricht, hätten wir das Paradies auf Erden...

MfG
Rainer
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Antwort#11
Zitat von Rainer: Wären die Produkte (hier besonders die Lautsprecher) alle so gut wie es die Werbung verspricht, hätten wir das Paradies auf Erden...
So isses. Was hat uns die Werbung schon alles an bahnbrechenden Erfindungen besonders bei Lautsprechern weismachen wollen.
Da fallen mir gerade die abgerundeten Ecken ein, die die Kantenreflexionen verhindern sollten. Wo sind sie geblieben?
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Antwort#12
Hallo Heiko,
Kennt jemand dieses Motional-FeedBack-Verfahren MFB?
Ist es eine Zeitbereichskorrektur?

Soweit mir bekannt, handelt es sich beim MFB um eine Regelung zur Verringerung nichtlinearer Verzerrungen (Klirr, Intermodulation), nicht um eine "Zeitbereichskorrektur". Bei solchen Regelungen wird die Position der Membrane gemessen, dieser Istwert mit dem Sollwert verglichen und dann entsprechend korrigiert.
Mit so einem Regelkreis ist eine "Zeitbereichskorrektur" (= linearphasige Entzerrung) prinzipiell nicht möglich.
Eine "Zeitbereichskorrektur" von Mehrwegesystemen ist durch entsprechende Rechenprogramme machbar, es gibt auch kommerziell erhältliche Lautsprecher-Controller (mit FIR-Filtern), die diese Funktion anbieten. Hier sind z.B. die Derivate des "Hugo" (vor Jahren an der RWTH Aachen entwickelt) zu nennen, die z.B. von GAE oder K+H vertrieben werden.
Über den Nutzen kann man lange diskutieren. Die Hörschwellen für Gruppenlaufzeitverzerrungen liegen nach psychoakustischer Lehrmeinung bei ca. 1ms bei mittleren und hohen Frequenzen und 10ms bei tiefen Frequenzen unter 100Hz. Siehe z.B. D. Leckschat: Verbesserung der Wiedergabequalität von LS mit Digitalfiltern, Aachen, 1992. Eine linearphasige Entzerrung bietet sich daher v.a. beim akustischen Hochpaß des Tieftöners an, v.a. wenn dieser nicht geschlossen (HP 2. Ordnung) aufgebaut ist, sondern einen zusätzlichen Helmholtzresonator nutzt (HP 4. Ordnung bei "Baßreflex"gehäusen oder 5. Ordnung bei "Passivmembran"abstimmungen), da hier die Wahrnehmbarkeitsschwelle leicht überschritten wird.
Die Phasen/Laufzeitverzerrungen "normaler" Frequenzweichen (z.B. 4. Ordnung) im Mittel/Hochtonbereich sollten allerdings nicht hörbar sein. Bei sehr hohen Filterordnungen (im Sinne geringer destruktiver Interferenzen bei nicht-koaxialen Systemen durchaus von Interesse) kann die Hörschwelle allerdings überschritten werden.
Im Sinne einer technisch optimalen Übertragungsqualität ist Linearphasigkeit bei Mehrwergesystemen natürlich grundsätzlich wünschenswert und da sie heutzutage machbar ist, spricht eigentlich nichts dagegen, sie auch zu realisieren.
Das gelingt aber nicht mit einem Regelkreis, wie z.B. MFB.....
Gruß
Andreas
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Antwort#13
Kennt jemand dieses Motional-FeedBack-Verfahren MFB
Mit den Suchbegriffen "Accelerometer Subwoofer" googeln, und Du stösst unter anderem auf Velodyne und Linn (Artikulat). Beide Hersteller nennen ihr System "Servo Bass".
Vielleicht hilft Dir die hier verlinkte Abhandlung (habe sie nicht studiert):


Feedback Subwoofer von Dave Swiston
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Antwort#14
Hallo, bitte löscht das vorherige Posting. Mein Editor hat den Zeilenumbruch aktiviert gehabt.... Danke. Hier meine Antwort:

Hi,
ich finde es natürlich interessant die Raumakustik zu optimieren. Damit muß ich mich mal beschäftigen.
Wahrscheinlich ist der Bau anerkannt funktionierender Raumakustik-Elemente nach einer Hörraum-Analyse eine Art Fleißarbeit die ich mir bisher nicht angetan habe.
Ein Hörprofi teilte mir mit, dass die Standards im Tonstudio Bereich deshalb eingeführt wurden damit überhaupt eine Vergleichbarkeit von Audio-Resultaten möglich werden. Die Standards wurden nicht danach festgelegt, damit es möglichst "gut" klingt. So sollen Tonstudios in aller Regel ziemlich trocken klingen. Aber ich habe mich mit der Thematik bisher noch nicht beschäftigt. Zugegebenermaßen.
So, da ich nun selbst keine Tests durchführen kann und elementar auf die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Artikel angewiesen bin greife ich mir die AES Kompendien zur Hand und suche und finde.: "Loudspeakers Vol. 2". In einem Artikel von Hideo Suzuki, 1980 steht (http://www.aes.org/e-lib/browse.cfm?elib=3967):
"Differences in the sound qualities of linear- and nonlinear-phase loudspeakers are evaluated by simulating the phase responses of loudspeakers using all-pass filters. Test results indicate that the perception of phase distortion is highly dependent on individual ability, and that it is easier to detect phase distortion by headphone listening rather than by loudspeaker listening. Instantaneous frequency and instantaneous envelope are tentatively introduced as representations of a transient signal to give some indication of how transient signals sound."
(JAES Volume 28 Number 9 pp. 570-574; September 1980)
Das deckt sich zumindest mit der Aussage Pfleiderers, dass man mit phasendrehenden Lautsprechern eben unmöglich Phasenfehler hören kann. Und Rainer deutet an, dass man mit einem elektrostatischen Kopfhörer dem Phänomen auch hörtechnisch beikommen kann. Ferner ist es sicherlich unmöglich mit grauselig bearbeiteten Pop-Aufnahmen so etwas wie Phasenfehler probehören zu wollen. Auch dass behauptet Pfleiderer.
Aber schauen wir was Hideo Suzuki im Fazit schreibt:
"Conclusion: For a long time too much of our attention has been directed to amplitude response, perhaps beacause measurements were so easy. Another reason might be that amplitude response has such an extremely large influence on the sound quality that we tend to forget the other characterstic, phase response.
Many high-grade loudspeaker systems have been designed without any considerations of the phase response. But once we have started to investigate phase response and have the tools for measurement, it is no longer easy to ignore the effect of phase response. No one can deny the necessity of linear phae respnse to reproduce a waveform with high accurarcy. Still, we must be careful that reproduction of the waveform with high accuracy does not beccome the sole criterion for high-fidelity reproduction. The results obtained by our experiment show theat the effect of phase change on the quality of transient sound is much smaller compared to the one we expect when we see the change of the waveform due to the phase distortion.
For music signals the quantity of phase distortions used in our experiment was not enough to be detected by any subject. It will be our future goal to find out the permis sible level of phase distortion for music sources."
Insofern weist der Autor daraufhin, dass er wohl im Hörtest ein erhebliches Problem mit dem Probehören hatte, weil die Lautsprecher so fehlerbehaftet sind.
Es ist natürlich klar, dass man mit phasendrehenden Lautsprechern (z.B. fette 4-Wege Box - Abstrahloptimiert) und phasendrehenden Pop/Rock-Musikaufnahmen wirklich nichts über die Hörbarkeit von Phasenfehlern sagen kann.
Die Wiedergabe von (Klang-)Hüllkurven über phasendrehende Lautsprecher lässt wenigstens nichts vom ursprünglichen Signal erkennnen. Das lässt Suzuki durchblicken. Das konnte aber nur auf Kopfhörern einigermaßen gehört werden.
Das Abstrahlverhalten der Breitbänder nach Pfleid scheint ganz gut zu sein und ist hier online zu sehen:
http://www.hifiklangservice.de/FRS/frs.html
Wie auch immer ich müßte mal mir eine anerkannt gute Studio- Mehrwege-Box mal ausleihen und mal einen Vergleichs-Hörtest machen.
Natürlich ist dieser Test völlig subjektiv und daher eine reine Einzelfallbeobachtung die nicht verallgemeinerbar ist.
Was natürlich das Abstrahlverhalten meiner klassischen Breitbänder, den alubeschichteten 20er Fostex-Treiber angeht - die sind grottig eng im Hochtonbereich. Aber mich wundert, dass z.B. Dynaudio ein eingeengtes Abstrahlverhalten im Hochtonbereich schon als klangförderlich beworben hat (weniger indirekt-Schall) und so exotische Konstruktionen mit 2 Hochtönern (!) pro Box fabriziert hat...... da schämte mich doch gleich ein bißchen weniger. Und bei Surround mit den vielen LS die das Schallfeld erzeugen ist es vielleicht doch nicht ganz so schlimm....
Gruß, BB-Fan (Meine Email ist: religionskritik ÄTNOSpam%%% gmx.de)
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Antwort#15
Hallo,
Habe das Parallelposting gerade gelöscht.
Gesetzt den Fall, daß Phasenfehler hörbar sind/seien, kann ich mir kaum vorstellen, daß dazu unbedingt phasenlineare LS nötig sind.
Wenn ich zwei Schallereignisse - das eine phasenlinear, das andere phasenfehlerbehaftet - im Umschaltvergleich gegenüberstelle, dann spielt der Phasenfehler der Wiedergabeeinrichtung keine Rolle, weil dann das Ohr - und das ist ja der Sinn des Umschaltvergleiches - den Fehler "auskalibriert".
Genausowenig wie ich unbedingt verfärbungsfreie LS brauche um Klangverfärbungen zweier gleicher Aufnahmen im Umschaltvergleich auszumachen.
Der Denkansatz von Pfleiderer ist einfach nur falsch. Er urteilt über Aufnahmen, obwohl er selbst noch nie welche gemacht (so vermute ich zumindest) hat.
Daß die Verwendung von Stützmikrofonen angeblich hörbare Phasenfehler unmöglich macht ist einfach eine unhaltbare Behauptung.
Er behauptet ferner, daß wenn z.B. eine Geige mit nur 1 Mikrofon aufgenommen wird, man Phasenfehler der LS hören könne. Er vergißt bzw. ignoriert aber offenbar, daß auch Mikrofone "Feder-Masse-Dämpfung"-Systeme sind die niemals phasenlinear sind und auch nicht sein können. Es ist dabei völlig gleichgültig, ob die Phasendrehungen durch elektrische oder durch mechanische Elemente zustande kommen.
Folglich kann eine Behauptung, daß man zur Hörbarmachung von Phasenfehlern unbedingt phasenlineare LS brauche nicht haltbar sein.
Ganz anders dagegen sieht es aus, wenn die LS einer Stereoanordnung untereinander verschiedene Phasengänge haben. Das wirkt sich direkt auf die Lokalisationsschärfe aus. Wobei nach meinen Versuchen interaurale Phasenfehler von
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Antwort#16
Hi,
gibt es den ein Kompendium auf Deutsch über die Thematik, oder ein Sammlung von Artikeln von Zwicker und/oder Feldkeller generell? Oder auch Bücher von diesen Leuten?
Ich habe nur das gefunden:
http://www.mmk.e-technik.tu-muenchen.de/admin/noise.html

Da ich überaus gerne wissenschaftliche Artikel lese.
Viiiiieeeel lieber als z.B. öde Hifi-Zeitschriften die ich nach 20min durch habe, weil nix neues drin ist.
Gruß, BB-Fan
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Antwort#17
Hi,
ich dachte Elektret-Mikrofone, also Kondensator-Mikrofone wären keine Masse-Feder Systeme, bzw. sind für den Audio-Bereich ausreichend phasenlinear. Sie sollen viel besser sein als dynamische Typen.
Auf jeden Fall mißt Denon sein System über so ein Mikro ein. Und Pfleiderer empfiehlt ein solches für Messungen.
Ein Elektret-Mikrofon habe ich mir von Kirchner-Elektronik gekauft (ATB-PC-Pro) das ein außergwöhnlicherweise völlig lineares Mikro für wenig Geld inklusive Software verkauft.
Wenn man damit dann Messungen für Lautsprecherbau macht - geht das schief? Ich baue ohnehin nur Lautsprecher ohne Frequenzweichen und Einwege-Lautsprecher.... Da kann man nichts mehr messen sondern nur noch entzerren mittels geeigneten EQs jedweder Couleur (digital, analog, Pfleid, Audyssey usw.) und man beschäftigt sich mit geeigneten Membranbeschichtungen zwecks Klirrreduktion, Impulsverhaltenverbesserung usw.
Na ja, man weiß nicht wen man überhaupt vertrauen soll.
Gruß, BB-Fan
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Antwort#18
das ein außergwöhnlicherweise völlig lineares Mikro für wenig Geld inklusive Software verkauft.

Wenn man damit dann Messungen für Lautsprecherbau macht - geht das schief?
Es wird wohl einen Grund haben, daß nahezu jeder in diesem Forum Mikrofone von Schoeps, Neumann, MBHO, Sennheiser, DPA, Microtech Gefell, AKG, Beyerdynamic verwendet.
Auch, nein gerade bei der Auswahl eines Meßmikrofons sollte man bewährte und hochwertige Produkte kaufen.
Und gerade bei Mikrofonen gibt es im unteren Preissegment i. A. nur billiges Zeug.
Wenn dein Meßmikrofon billig und gut ist: Glück gehabt! Üblich ist das nicht.
Hier bekommst Du ein preiswertes Meßmikrofon, welches auch über den für professionelle Anwendung unerläßlichen symmetrischen XLR-Anschluß verfügt:
http://mbho.de/pdf/mbnm550el.pdf
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Antwort#19
Ein sehr wichtiges Standardwerk der Tontechnik ist:
E. Zwicker und R. Feldkeller, "Das Ohr als Nachrichtenempfänger", Hirzel Verlag, Stuttgart, 1967
Es ist in jeder Uni-Bibliothek zu finden. Ein Muss für jeden gehobenen Tontechniker.
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Antwort#20
Ah tach auch,
es soll durchaus preiswertere Elektret-Kapseln geben, die ihren Job zu allgemeiner Zufriedenheit erfüllen. Ich galube, da gab es auch welche von Sennheiser.
Für allgemeine "Messungen" reichen die dann auch. Wer das Geld für einen B&K-Meßplatz (oder heißen die da auch jetzt DPA?!?) hat, sollte auch gleich das Geld in einen schalltoten Raum investieren. Für "normale Messungen" vor Ort reicht oft das etwas preiswertere.
Eine Frage nebenbei. Wieso baust Du nur mit Breitbandsystemen?
Das ist doch nun wirklich vergebene Liebesmüh und schade um die Zeit.
Den "Unfug" mit den "Membranbeschichtungen" solltest Du auch wirklich sein lassen.
Wenn man hochwertige Systeme (Dynaudio, Peerless, RCF, Visaton u.a.) hat, braucht man an denen wirklich nicht mehr "rumzubasteln". Die brauchen dann "nur noch" das richtige Gehäuse und die passende Weiche.........
Ich selbst habe zwar ein Päarchen Auratones bei mir rumstehen, die für ihre "Größe" und das Breitbandsystem nicht schlecht klingen, aber in dem kleinen Bereich ist mir dann ein Paar JBL-Control-One deutlich lieber. Ich kann leztere für mobile Aufnahmen als recht gute Monitore auch nur empfehlen.
Bis die Tage
"Der ewige" Ma_rkusP.
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