Beschaller soll aufnehmen

Erstellt 18 Antworten19 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo liebe Tonkollegen
Ich als alter Beschaller stehe vor der Aufgabe eine Oldieband aufzunehmen.
Die Aufnahme soll in erster Linie für private Zwecke genutzt werden, daher darf der finanzielle Aufwand nicht zu groß sein.
Ich selber habe ein Mac Book Pro, Firewewire1814 und eine Mehrspursoftware.
Ich würde gerne nicht mehr dazu mieten wollen, dh es soll schon bei 8 Kanälen bleiben.
Die Band besteht aus Drums, Key, Git, Bass und 3 Gesängen.
Meine Frage: Wie würdet ihr so etaws realisieren ?
Ich dachte an 1 Kick und OH fürs Schlagzeug,1x 57 Git, DI für Bass, Di für Keyboard(Mono), 3 x 58 für die Gesänge.
Oder hat jemand von euch einen besseren Vorschlag?
Vielen Dank schon mal im Voraus.
Thomas
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Antwort#2
Es kommt deutlich etwas völlig anderes im Klang heraus, ob du beschallst und gleichzeitig die Signale aufnimmst oder ob du alle Lautsprecher abschaltest und nur die Akustik der Oldieband aufnimmst, wobei du die Mikrofone im Abstand zur Schallquelle für eine Aufnahme in der Aufstellung optimierst und nicht für eine nahe Beschallungsabnahme. Dieser grundsätzliche Unterschied muss erst einmal Verstanden werden.
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Antwort#3
Hallo Thomas,
soll während eines Gigs mitgeschnitten werden, oder wirds eher eine Studiosituation?
Im ersten Fall wären die Spuren natürlich ein wenig knapp, sollte aber so gehen.
Wenn ihr aber in aller Ruhe aufnehmen könnt, würde ich (davon ausgehend, daß die Software mehr als 8 Spuren beherrscht) das Schlagzeug mit 2x OH, Snare und Kick mikrofonieren, den Rest wie in deinem Vorschlag, und die Gesänge danach auf 3 weitere Spuren und dann alles hübsch abmischen.
Gruß Jörg
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Antwort#4
Du solltest erstmal verstehen, dass es sich hier um Rockmusik handelt...
Da brauch man keinen höheren Mikrofonabstand, weil man keinen "natürlichen Klang" reproduzieren kann/will.
"Lautsprecher abschalten" endet in "keine Musik".
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Antwort#5
Danke Hafi
Lautsprecher spielen schon mit.......allein schon wegen des Monitorings der Gesänge und natürlich wegen des Keyboards.
Es ist aber kein Live MItschnitt.....sondern soll nur Live eingespielt werden.
Ich will halt mich auf 8 Wege beschränken......und nicht alles einzeln aufnehmen müssen.
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Antwort#6
Vielleicht kannst Du ja in zwei Durchgängen arbeiten, erst die Band mit aufwändigerer Drum-Mikrofonierung (Sänger machen mit über dezenten Monitor, werden aber noch nicht aufgezeichnet) und dann "umstöpseln" und Gesang zum Kopfhörermix dazu?
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Antwort#7
Hi,
mal eine etwas provokante Frage:
Wenn die Spuren knapp sind, ist es bei einer Oldieband wirklich so wichtig für die Kick eine Spur zu opfern?
Oder würde es nicht reichen das zu nehmen, was über das Overhead mitkommt?
Gruß
Mmusiker
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Antwort#8
""Wenn die Spuren knapp sind, ist es bei einer Oldieband wirklich so wichtig für die Kick eine Spur zu opfern?
Oder würde es nicht reichen das zu nehmen, was über das Overhead mitkommt?""
Das ist so ungefähr der schlechteste Rat, den man geben kann.
Wenn wirklich nur 8 Spuren (Aua!) zur Verfügung stehen, dann so:
1 Kick
2 Snare+Toms Submix
3 OH Mono
4 Bass
5 Git
6 Key
7 Back-Voc Submix
8 Lead-Voc
danach alle Vocals + Soli neu auf weitere Spuren... (Oldiebands sind meistens sehr sehr schlecht).
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Antwort#9
Was ist eine "Oldieband?
Bei einer Jazzbigband wird bei entsprechend original-großer Bassdrum kein extra Mikrofon benötigt.
Damals hatte man bei den Tonaufnahmen niemals ein Mikrofon dort zu stehen.
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Antwort#10
Das mit dem Lesen üben wir nochmal ;-)
Eine "Jazzbigband" besteht niemals in der Besetzung dr/bs/git/key/voc.
Und zum Quatsch mit der "extra großen" Bassdrum, der hier ihnehin nicht hingehört:
Sie wird nicht einfach lauter nur weil sie größer ist.
Es geht um Dämpfung und Soundvorstellung.
Die gängigen Größen von 18" bis 24" sind seit sehr langer Zeit Standard.
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Antwort#11
Wir haben früher eine Metalband so abgemischt:
2xDrums Stereo-Mixdown, aus 2xBassdrum, Snare, 5xToms, 2xOH.
Was soll der Kram mit der Extra-Spur für die BD?
Selbst bei Bassdrum-Fetischisten wie Death-Metal braucht man das nicht, wenn man nur 8Spuren hat. Und erst recht nicht bei einer Oldi-Band.
Was soll immer das Heck-Meck um die Bassdrum? Die Bassdrum ist eins der umproblematischten Instrumente, neben den Toms. Snare ist verdammt schwierig!
3xGesang
Da würde ich nicht sparen, es sei denn die Sänger sind gut und ausgewogen, so dass ein Mixdown auf 2-Stereo Spuren möglich ist. Glaube ich aber nicht...
So, bleiben noch 3 Spuren.
Pro Gitarre eine Spur, und Keyboard Mono reicht.
Falls nur eine Gitarre, kann der Bass eine extra Spur kriegen. Ansonsten mit hinzu zum Drumstereo-Mix.
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Antwort#12
Wenn die Spuren knapp sind, ist es bei einer Oldieband wirklich so wichtig für die Kick eine Spur zu opfern?
Oder würde es nicht reichen das zu nehmen, was über das Overhead mitkommt?
Nein!
Auf keinen Fall.
EIn extra BD-Mik sollte schon sein.
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Antwort#13
Hallo,
natürlich kommt es sehr auf die Arbeitsweise an und in welcher Umgebung sich das ganze abspielt. Aber ich habe in der Vergangenheit schon öfter mal die Situation gehabt, nicht genugend Kanäle zu haben und das Weglassen der BD war für mich nie ein grosses Problem. Auch obwohl bei der Big Band diese natürlich eine recht wichtige Funktion hat, kann das Übersprechen auf Overhead, Hauptsystem usw. schon ausreichen.
"Richtig" ist natürlich anders, aber wenn man keine Wahl hat...
Gr.
Dirk
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Antwort#14
Wenn ich das später remixen müßte wäre ein komplett Drum-Submix für mich definitiv nicht zufriedenstellend.
Rock-Schlagzeug braucht viel Bearbeitung, da ist ein schneller Submix stets ein großer Komprom iss. Das habe ich in der entfernteren Vergangenheit lernen müssen.
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Antwort#15
Es ist aber eine Oldie-Band. Bassdrum macht da ein dumpfes Bumm, kein hochkomrimiertes und hastdunichtgesehen "platsch" in die "Fresse".
Also ich habe es recht gut im Gefühl ein Schlagzeug so abzumischen, dass es mit Gitarren und Bass recht gut (Demozwecke) klingt ohne die anderen Instrumente dabei
simultan zu hören. Eigentlich hat man so ein Gefühl bei allen Standardsachen wie Drums, Bass, Gitarre. Gerade als Livetechniker, die ja oft beim Soundcheck die Instrumente einzeln checken und dabei den Sound schon grob einstellen. Und dann im Zusammenspiel nur noch korrigieren. Solch Können ist essentiell wenns mal nur wieder Line-Check gibt...
Also die meisten fähigen Livetontechniker können das.
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Antwort#16
Wenns nach Liveaufnahme klingen soll, darf es ruhig auch unter Live-Bedingungen passieren. Evtl. ein Raummikrofon für ein bißchen "Live-Matsch-Kleber".
Ich sehe da eigentlich drei mögliche Wege:
1. Alle gleichzeitig: OH, Git, Bass, Key, 3x Gesang, 1 Mic Reserve (BD, Snare, was auch immer) - einen ziemlich ausgewogenen Schlagzeugsound erhält man auch bei Liveaufnahmen mit einer Niere neben dem rechten Schlagzeuger-Ohr (mein Standard-Kochrezept wenn es schnell gehen muß) oder auch in der nähe seines rechten Knies (dort interessanterweise durchaus auch KM-Kugeln - ausprobieren) und genügend Zeit zum Klangfinden. Damit kann man sich in den meisten Fällen Bassdrum- und Snare-Mikrofon sparen.
2. Band komplett, Gesang hinterher: ermöglicht dann Stereo-Keys und mehr Schlagzeug-Optionen.
3. Echtes Konzert mitschneiden. Wird vermutlich mehr als die 8 Kanäle brauchen, die du hast - aber wird sich, wenn die Band sicher spielt, lohnen. Einen 8-Kanal-Preamp mit ADAT-Ausgang kann man für recht wenig Geld leihen. Du könntest dann einerseits FOH anzapfen, und was dir da fehlt selbst noch hinstellen. Wichtig ist bei so etwas ein Stereopaar für den Saal, zwecks Publikum und Gesamtklang.
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Antwort#17
Oder wie macht "man" das, wenn man den richtigen akustischen Klang einer Stromgitarre aufnehmen will?
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Antwort#18
Wir werden uns in Zukunft wegen der garantierten Energieknappwerdung ganz bestimmt auf "Unplugged-Konzerte" einstellen müssen.
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Antwort#19
Vorher wird die Band mangels Benzin gar nicht mehr zum Gig fahren können ;)
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