Hallo, Onno und seine Kollegen haben für Romeo & Julia meiner Meinung nach 4006 verwendet. Für andere Produktionen wurden die selbstgebauten Geräte von Jaap de Jong verwendet - er hat strikt mit Röhren gearbeitet, da dies die Technik war, die er beherrschte. Seine Auffassung war, daß es weniger darum geht, ob man Transistoren, Röhren oder sonstwas einsetzt, sondern *wie* diese in eine Schaltung eingebunden werden. Er hat einen kompletten Mischer in Röhrentechnik gebaut, sowie die Impedanzwandler vor allem der Schoeps modifiziert. Leider habe ich die Geräte nie gesehen, Onno ist aber davon begeistert und in der Tat klingen die Aufnahmen ja ausgezeichnet. Gr. Dirk
"Zwar hat sich Tonmaus, der, soweit ich es verstanden habe, Dipl.Tonmeister und damit echter Fachmann ist, schon kritisch geäußert, aber beruht diese Auffassung auf eigenen Versuchen ?" Durchaus. Und zwar mit den kleinen Grenzflächen von Schoeps und den Grenzflächen aus der KM 100 Reihe, sowie mit der legendären Plexiwand (aufrecht stehend) die seinerzeit im Teldec Studio in Berlin stand, wo eine Gruppe von Studenten die Ehre hatte mit EBS experimentieren zu können. Diese Aufstellung dürfte jedoch kaum in Frage kommen, da alles andere als unauffällig. Ich habe allerdings nie normale Druckempfänger einfach auf den Boden gelegt, noch dies jemanden erfolgreich tun sehen, schon gar nicht Eberhard. (Er mag uns darüber erhellen, wenn es was dazu zu sagen gäbe...). Meine Erfahrung ist einfach, dass es in der Praxis selten vorkommt dass man geeignete Aufstellungsorte für Grenzflächen als Hauptsystem findet. Und selbst wenn sind sie einigermaßen schwer auszurichten. Gegen das Prinzip ist wenig zu sagen.
" "Hab' ich nich', kann ich nich' " gehört in die Planwirtschaft oder den öffentlichen Dienst. " Dem kann ich mich nur anschließen. "Wenn das Problem der unauffälligen Mikrofonierung alle Jahre wieder auftritt, ..." Also, unaufällige Mikrofone gibt es bereits wie Sand am Meer. Da muss man eventuell Holländer sein, oder mehr Zeit als Geld haben um noch mal Hand anlegen zu wollen, denke ich. Grüße, Tonmaus
Wenn man nach Art der AB-Laufzeitstereofonie nicht typischerweise zwei Kugelmikrofone mit einer bekannten Mikrofonbasis (Abstand zwischen den Mikrofonen) vor ein Orchester stellt, so fällt mir auf, dass bei der Verwendung von zwei Grenzflächenmikrofonen mit der gleichen Mikrofonbasis vor das Orchester gelegt eine deutlich engere Abbildung auf der Lautsprecherbasis ergeben. Hat das überhaupt schon einmal jemand bemerkt und kann man mir das plausibel erklären, warum das so ist? Folgende Theoriegrundlagen treffen für Laufzeit-Stereofonie mit zwei Kugelmikrofonen oder auch mit zwei Nierenmikrofonen praktisch sehr gut zu: http://www.sengpielaudio.com/TheorieGrundlaLaufzeit.pdf Bei der Verwendung von zwei auf den Boden gelegten Grenzflächenmikrofonen ("Halbkugeln") für die AB-Stereofonie habe ich den Eindruck, ich muss die Mikrofonbasis doppelt so groß wie errechnet machen, um etwa dieselbe Abbildungsbreite meines Klangkörpers zu erhalten wie mit "normal" aufgestellten Mikrofonen.
Hallo Tonmaus, normale Kleinmembranen als Bodenmikrophone zu verwenden ist jahrelang im ICC-Berlin praktiziert worden, dort sogar zu Beschallungszwecken. Die klanglichen Resultate sind recht brauchbar. Dies ganze ist auch in einem alten Bericht von einer Tonmeistertagung dokumentiert. Er liegt mir leider gerade nicht vor, müßte anfang der 80-er gewesen sein. Dort wurden sogar KM84, also Nieren, verwendet. Dies geht natürlich nur bei ausreichend trittschallfesten Bühnenboden. Gruß aus Berlin MarkusP.
Also ich habe mal ein Konzert in der Philharmonie in Dresden mit GFs aufgenommen. Ich hab die AKGs C541 benutzt, oder wie die heißen. Da hieß es auch, keine Stative (vorne) etc., Zugang zur Haustechnik hatte ich auch nicht. Komischerweise wurde gar nicht gefilmt. War glaub ich reine Schikane. War auch ein Laienorchester und es ging um ne Archivaufnahme. Klang dafür ganz gut. Klar, die AKGs sind keine dollen Mikros, aber es ging schon. Hab sie in Groß AB aufgestellt, bzw. gelegt. Dazu kamen dann aber noch Stützen auf Stativen, das war dann erlaubt. Insgesamt für ne Archivaufnahme aber ausreichend. Hier ging es um ein großes Symphonieorchster. Eine Bigband könnte man so auch ohne Stützen hinbekommen. Anonsten würde ich sagen: Wenn Dein Ruf nicht auf dem Spiel steht, es ein kleines Ensemble ist und die sich weiterhin weigern, Stative zu erlauben, dann mach's doch einfach. Hast ja wenig zu verlieren. Obwohl ich ansonsten durchaus zustimmen möchte, dass das echt dumm vom Veranstalter ist, dem TV Vorrang zu geben und man da eigentlich stur bleiben sollte. Im Fernsehen sieht man ständig die Stützmikros und wen stört das schon? Laien nehmen sie of gar nicht wahr
Kollegen, Ihr macht mit solchen intoleranten Verantstaltern viel zu viel Federlesen. Wenn die keine Mikrofonständer erlauben oder nur alles mit nur 2 Mikrofonen aufgenommen haben wollen: LEHNT DEN AUFTRAG STRIKT AB!! Wenn das jeder konsequent so macht, dann werden die Veranstalter sich irgendwann mal überlegen welcher Methode sie den Vorrang geben. Sollen sie doch dann selbst aufnehmen - eben mit primitiven Amateurmitteln und ihren Scheiß selbst verkaufen. Dann blamieren DIE sich eben und nicht wir Profis. Das geht solange gut, wie man Käufer für diesen Dreck hat die keinen Violinschlüssel von einem Türschlüssel unterscheiden können.