Choraufnahme und Mikrofonierung

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Antwort#21
Amen !

Die haben lieber eine Aufnahme mit ein DM 5,00 Mikrofon an einen DM 50,00 60-er-Jahren Kassettenrekorder,
als etwas richtiges/vernünftiges!
Und dann sogar noch behaupten: "Es klingt doch ganz schön!?"

Die sind eben zu blöd um verstehen zu können was gut/schlecht ist.

Ich tröste Dich, die wissen nicht besser, können nicht hören; haben die nie gelernt.

MfG,

Evert
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Antwort#22
Zunächst mal herzlichen Dank an pkautzsch für die Mühe der detaillierten Überlegungen! Ich komme in ein paar Wochen noch einmal darauf zurück.

zu Ehemaliger Tonstudiobesitzer und Evert:

Warum dieser Frust? Demnächst darf ich - wenn es nach den Profis geht - keine Pizza mehr selber backen, auch wenn sie besser schmeckt als die des Pizzadienstes? Oder mein Schwiegervater, der die Enkel brillant fotografiert, soll einem gelernten Fotografen weichen?

Bin so'n bisschen in der Zwickmühle, einerseits bin ich auch Profi (auf einem anderen Gebiet), und will daher auch mein Terrain nicht von "Selbsternannten" abgrasen lassen, andererseits gilt meine Kritik ja den selben Leute (die mit einem Camcorder eine Chor aufnehmen, und alle sagen hinterher: "oh wie schön!"). Dann gibt es aber auch Profiaufnahmen, wo ich ganz klar sage, das kann ich besser! Zum Beispiel die Aufnahme des Mozart-Requiems von Spering, aufgenommen im Funkhaus des Deutschlandfunks, das völlig leblos klingt (unerreichbares Vorbild dagegen: Mahlers Vierte, von Inbal und dem FSO, mit nur zwei Mikros aufgenommen).

Die Aufnahmen, um die ich gebeten werde, erfolgen im Rahmen eines Ehrenamtes. Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass sich Profis darum reißen...

roal
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Antwort#23
Gast schrieb:
Zunächst mal herzlichen Dank an pkautzsch für die Mühe der detaillierten Überlegungen! Ich komme in ein paar Wochen noch einmal darauf zurück.

zu Ehemaliger Tonstudiobesitzer und Evert:

Warum dieser Frust? Demnächst darf ich - wenn es nach den Profis geht - keine Pizza mehr selber backen, auch wenn sie besser schmeckt als die des Pizzadienstes? Oder mein Schwiegervater, der die Enkel brillant fotografiert, soll einem gelernten Fotografen weichen?



Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Backen kann jeder, Tonaufnahmen machen und fotografieren dazu gehören spezielle Fachkenntnisse, die man sich nur durch Studium und/oder langjährige Erfahrung aneignen kann.

Gast schrieb:

.... (unerreichbares Vorbild dagegen: Mahlers Vierte, von Inbal und dem FSO, mit nur zwei Mikros aufgenommen).


Voricht!: Da gab es - m.W. von Denon aufgenommen - ein Zweimikrofonaufnahme und eine Multimikrofonieaufnahme die in der alten Oper Ffm gemacht wurde.
Wie es der Zufall so will, wurden die Beschriftungen der CD's vertauscht und alle die die "Zweimikrofonaufnahme" gekauft hatten und von dem tollen Klangbild begeistert waren, hatten in Wirklichkeit die Multimikrofonaufnahme gekauft. Und alle die die Multimikrofonaufnahme für "klingt beschissen" hielten, hatten in Wirklichkeit die Zweimikrofonaufnahme gekauft.

So entstand unfreiwillig ein gelungener Doppelblindtest "Multimikrofonaufnahme ./. Zweimikrofonaufnahme" der zugunsten der echten Multimikrofonaufnahme ausging.


MfG
Rainer
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Antwort#24
Moment mal, das ist ja ne Riesenstory!
Gibt es Belege über die Vertauschung der Labels?
Wie sind die Bestellnummern der CD's, gibt es Zeitungs- oder Fachzeitschriftartikel?
Würde sofort beide CD's kaufen, das wäre mal Studienmaterial.

Der Begriff "Doppelblindtest" scheint hier jedoch unangebracht, da wohl niemand beide Produkte in zeitlicher Nähe beurteilte...

Gruß,
M.
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Antwort#25
RainerG schrieb:

Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Backen kann jeder, Tonaufnahmen machen und fotografieren dazu gehören spezielle Fachkenntnisse, die man sich nur durch Studium und/oder langjährige Erfahrung aneignen kann.


Hier bitte auch Vorsicht!!
Es mag Ausnahmen geben, die die Regel bestätigen, aber:
Von den meisten Menschen, die ich aus der professionellen Ton- und Musik-Branche kenne, würde ich mir weder einen Kuchen noch eine Pizza backen lassen. Die Ergebnisse kann ich mir indes lebhaft vorstellen. Auch professionelles Backen oder Kochen ist ein mindestens mit 3-3,5 Lehrjahren zu erlernender Beruf wo man nach der Lehre (je nach Lehrbetrieb) auch erst am Anfang der wirklichen "Karriere" steht. Zudem muß man eine Abschlußprüfung machen. Dagegen sind die Berufsbezeichnungen in der Ton-Branche größtenteils ungeschützt und auch viele "Ungelernte" haben glänzende Karrieren in der Branche hingelegt - das ist wohl, was Du als Erfahrung bezeichnest.
Golden Delicious- und Cox Orange-Äpfel sind jedenfalls wesentlich leichter auseinanderzuhalten als Ton-Fachleute, die von viel Erfahrung reden und solche, die viel davon haben.
Nichts für ungut,
M.
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Antwort#26
Hallo Alle, und vor Allem an "Gast":

Nimm es bitte nicht direkt persönlich! Meine Ausführungen waren allgemein gemeint.
Ich kenne Dich nicht, kann auch Deine Fähigkeiten nicht direkt beurteilen.

Aber es gibt leute die zu mir schon sagen: "Was willst Du denn mit 20 Mikrofone,
mit 1 kannst Du doch auch aufnehmen?"

Und probier so einen das mal zu erklären. Die haben weniger als KEINE Ahnung,
und wollen es angeblich besser wissen als Du.
Also bevor ich (viel) Geld ausgebe an Mikrofone, oder an was auch immer, sollte
ich doch schon einen Grund haben, oder?

Und genau solche Typen, die überhaupt keine Ahnung haben, vermiesen `das Geschäft`,
weil die jemanden, der eine Aufnahme braucht erzählt, daß auch er eine `Aufnahme`
machen kann, aber viel billiger, und angeblich genau so gut.
DER aber, kommt mit ein Kassettenrekorder von 50 euro.....
Wir aber haben nichts unter 1000 euro, und sogar das, ist dann noch (zu) billig!
Und dazu kommt noch ein Mischpult von mehreren 1000 euro, wenn es etwas billiges
sein soll.... usw usf.

MfG,

Evert
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Antwort#27
Ist schon in Ordnung.
Ich bin seit jungen Jahren fasziniert von der Technik der Tonaufzeichnung und natürlich auch Radio im weitesten Sinne, habe mich bei meinen Freunden immer unbeliebt gemacht, wenn ich deren miesen CR-Sound aushalten musste auf unseren Parties (ganz früher noch "Philips 4-Spur, 9,5 Geschwindigkeit reicht", oder PE- Plastikplattenspieler, voll mit den Schweißpfoten auf die Rillen, dann "Quasi-Stereophonie" der Beatles - ein Wort nur fuuuurchtbar für die Ohren!!!) ... Oh, ich kenne auch noch die Steigerung der Tortur: "Grundig-Musiktruhen" mit Bumms-Dröhnebass und "Klangtasten"... au weia, nee ne? Nicht gut, wenn man als Kind schon so leidet?

Dann war guter Sound immer nur begrenzt durch die zur Verfügung stehenden Finanzen, was die Wiedergabeanlagen anging. Als dann meine Frau anfing im Chor zu singen und ich als Erinnerung an die Aufführung von Mozarts Krönungsmesse auch noch einen Mono-Soundtrack vom Camcorder in die Hand gedrückt bekam (zum Selbstkostenpreis...), fand ich nur, dass so etwas Furchtbares der Chor nicht verdient hatte! Und sah durch die bezahlbar gewordene Technik im Amateurbereich meinen Traum von früher erfüllbar, selbst aufnahmetechnisch tätig zu werden. Zuerst mit einer komplett geliehenen Ausrüstung in Analogtechnik, dann mehr und mehr in den Folgejahren digital ausgebaut, zuletzt voller Begeisterung die Möglichkeiten von Logic 8 erforscht (ohne für die Choraufnahmen besonders viel davon zu nutzen, außer Pegelabmischung und Normalisierung, obwohl es natürlich schon Spaß macht, den Chor über ein Filter aus der Unterwelt singen zu lassen).

Nun denn, die Chormitglieder fanden sich mit ihrer Arbeit wertgeschätzt, der Chorleiter nutzt die Aufnahmen (nach verständlicher anfänglicher Skepsis!!) inzwischen für die Einstudierung neuer Aufführungen. So macht das allen einfach nur Spaß, gut zu singen und gut zu klingen, anstatt der Musik eine billige Abfuhr zu erteilen. Dies vielleicht zum besseren Verständnis meines Hintergrundes.

Herzliche Grüße

roal
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Antwort#28
Ich kann den Frust ja auch sehr gut verstehen...
Nur nutzen tut's wohl leider nichts, gefrustet zu sein.
Sehen wir die Lage doch, wie sie ist:
In den 80er Jahren ging ein richtiger Run auf hochwertige Hifi-Komponenten, Kompakt-Anlagen waren verpönt und soger der Original-Walkman holte ganz schön was raus aus der ollen Compaktkasette wenn man die schön satt ausgesteuert hatte .
Wenn man heute mal die gängigen mp3-Player probehört (mit den Ohr-Wanzen) wird einem schlecht bei dem Gedanken, mit was die 3/4 Welt sich da zufrieden gibt.
Wie soll da ein großes Studio mit mehreren großen Aufnahmeräumen noch seine Kosten einspielen, außer die Stars zahlen aus Sympathie?
Das beinahe einzige übrigbleibende Feld, in dem man noch einigermaßen Aufnahmequalität präsentieren kann, die vom Zuhörer wertgeschätzt ist, ist wohl tatsächlich die Video-Vertonung auf DVD.
Der Klang der Kamera-Aufnahme wird sogar von der Ohrwanzen-Fraktion als armselig erkannt. Bei der Wiedergabe mit Beamer und anständiger Beschallung gibts dann für uns Tonschaffende plötzlich mal das seltengewordene "OHOOOO"-Feedback.
So schön es ist, daß die Digitaltechnik den Kostenrahmen der Studioanschaffungen senkt, dadurch passierts halt, daß mancher sich zum Produzenten "berufen fühlt". War in der PC-Druck-Branche nicht viel anders (Weia, Farbtintenstrahldrucker: die vielen Selfmade-Plakate voll bunter verschiedener Schrifttypen, uuh), hier gibt's einen Umkehrtrend - vielleicht ja auch mal bei uns.
So lange wird's halt weitergehen mit 192 kHz, 20 GB nano, Dynamiktotschlag, Auto-Kick-Bum-Bumm, I-Pod-Swatch. Wir halten's leider nicht auf mit unserer Minderheit, die sich fortlaufend im Hören übt.
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