ich bin seit 15 Jahren im Audiosektor unterwegs, und immer davon ausgegangen, dass Peak-EQ und Parametrischer-EQ synonym zu verwenden sind. Jetzt kommt ein Musiker zu mir und meint, das wäre etwas grundlegend anderes. Ich sage: das Gleiche.
Man unterscheidet einerseits Peak- von Shelving-EQ und *andererseits* parametrischen von grafischem EQ.
Peak-EQ (auch "Glockenfilter" genannt) wirkt um eine Mittenfrequenz herum, Shelving-EQ wirkt ober- oder unterhalb einer Grenzfrequenz. Ob hierbei Frequenz und Bandbreite einstellbar sind, ist hierbei erst einmal egal.
Ein grafischer EQ hat meist 10 oder 31 Bänder mit fest eingestellter Mittenfrequenz und Bandbreite (also quasi Peak-Bänder, wobei das oberste und unterste gerne als Shelving-EQ ausgeführt werden). Beim parametrischen EQ hingegen kann man Bandbreite und Mitten- bzw. Grenzfrequenz (eben die Parameter) einstellen. Es gibt also unter den parametrischen EQs sowohl Peak- als auch Shelving-Ausführungen.
Ich denke, wir sind uns einig, der ist PEAK und (da UAD-Cambridge) vollparametrisch.
Er meint aber, das ein PEAK-EQ sich nicht von der "Null-Linie" abhebt, sondern aus ihr "hervortaucht" und zwar PRINZIPIELL IMMER. So gesehen IST das Bullshit, was er sagt... Gibts da was vom Sengpiel oder auf der SAE-HP?
Alle diese Begriffe sind mehr oder minder umgagngssprachliche Vereinbarungen die ebenso wenig eine bestimmte Übertragungsfunktion beschreiben, wie das Wort "hervortauchen". Wer sich mal genauer mit möglichen Schaltungen von "Shelving-Filtern" auseinandersetzt, wird feststellen, dass es da ganz verschiedene Ansätze gibt, die auch gänzlich verschiedene Frequenzgänge erzeugen.
Einigermaßen technisch eindeutig definiert sind im deutschen Sprachgebrauch: Hochpass, Tiefpass, Saugkreis und Sperrkreis oder Ausdrücke, die mehr oder minder die elektronische Schaltung beschreiben (wie zum Beisipiel "Doppel-T-Filter" oder "RLC-Tiefpass". Alles andere umschreibt nur mehr oder minder genau die optische Form der Übertragungsfunktionen für die Frequenz von Netzwerken, die den Klang beeinflussen. Nicht mehr und nicht weniger.
Es macht kaum Sinn, sich darüber zu streiten. Schlosser streiten sich ja auch nicht, ob ein "Nippel" ein "Nupsi" und eine "Lasche" das gleiche sind oder nicht.