Soundprocessing im Live-Betrieb?

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Startbeitrag#1
Soundprocessing im Live-Einsatz!
Hallo Leute!
Da ich mich im Zuge meiner Ausbildung (BA) im Moment mit neuen Anwendungsmöglichkeiten von diversen Soundprocessoren beschäftige, und die heftige Diskussion um das Posting von Andreas (?Welches Mikro für Gesang Live?) einen ?guten? Start liefert, möchte ich ein paar Erfahrungen/Meinungen von potentiellen Anwendern/Experten einholen.
Meine eigene Erfahrung mit dem Einsatz von Soundprocessoren im Live-Einsatz ist eine durchwegs positive. Jeder kennt den massiven Gebrauch von ganzen Verbunden an Soundprocessoren aus dem Rundfunkbereich (speziell im Radio (auch Web-Radio) und Musik-TV) über den geteilte Meinungen herrschen. Bei geschicktem Einsatz von manchen dieser Teile, kann so manches Live Problem in den Griff bekommen werden und der Klang mancher PAs deutlich verbessert werden. (Im Sinne der Hörgewohnheiten der Konsumenten!).
An dieser Stelle möchte ich anhand eines Fallbeispiels (steht in Korrelation zur Diskussion um Andreas sein Posting) eine Möglichkeit der Anwendung von Soundprocessing im Live-Bereich verdeutlichen: Leider muss man bei Live-Konzerten vielerorts feststellen, dass sich Gesangsstimmen sehr oft nur sehr schwer durchsetzen (über mögliche Ursachen kann man diskutieren, ist aber hier nicht das Thema!). Aus meiner eigenen Erfahrung hat sich gezeigt, dass dies ?einfach zu kompensieren? ist. Dazu setze ich recht gern die Kombination aus Dynamikbearbeitung und Psychoakustik im Master-Insert ein. Aus meinem eigenen Fundus nehme ich dafür einen Höf-Audio Dynamic Master und einen BBE 862. Das erste Teil setzt sich im Prinzip aus der Kombination eines Expanders, Kompressors, Limiters (Peaker) und Levelers (AGC) mit Hold Funktion zusammen, deren Parameter in einem Zusammenhang stehen. Das Herzstück dieses Gerätes ist wahrscheinlich der sehr schnell arbeitende Compressor/Limiter/Leveler, dessen Arbeitsweise nur über die variable Vorwahl zwischen ?Klassik und Pop? definiert werden kann. Im ?klassischen? Bereich arbeitet die Stufe vermehrt mit dem Leveler um eher nur den Gesamtpegel zu schieben. Im ?Pop? Bereich arbeitet vorwiegend der schnelle Compressor, der zu einer relativ massiven ?Verdichtung? des Signals führt, aber auf ?geheimnisvolle? Art die Höhen nachregelt, so dass es zu keinem ?dumpferen? Signal kommt, wie es bei normalen Compressoren im Master Insert der Fall wäre (Das Gain-Reduction Meter schlägt dabei eher wie ein Peak-Meter aus). Der zweite Processor (BBE) sorgt über den psychoakustischen Weg für mehr Transparents im Summensignal und verleiht dem ?relativ toten? Signal wieder ein wenig mehr Druck im Bassbereich mit Hilfe des variablen ?Lo-Contour? Features. Dabei erfolgt eine zusätzliche Verzögerung des Bassanteils, wobei der Pegel nicht in dem Maß zunimmt, wie es beim Einsatz eines EQs passieren würde, sondern vielmehr das Gehör scheinbar einen voluminöseren Basseindruck vermittelt. Aber zurück zum eigentlichen Fallbeispiel!
Im Falle von zu leisen oder wenig präsenten Gesangsstimmen schicke ich einfach mehr Pegel (kann man im Pult in jedem Fall aufholen), des schon vorher im Channel komprimierten Signals, in die Summe. Der Absolute Pegel kann dabei nicht steigen, da die Processoren das verhindern, aber das Klangbild ändert sich und die ?schwachen? Stimmen setzen sich durch. Das heißt der Compressor/Limiter arbeitet dann eigentlich so wie eine Art Ducking Stufe, aber schneller. Die Psycho Kiste danach sorgt für mehr Obertöne und das Ergebnis hat schon so manchen erstaunt. Allerdings muss man die Stimmen permanent im ?Auge? haben, da es bei leisen Stellen oder Spielpausen zu Feedbacks kommen kann, aber in der Summe während des Spiels kann dies nicht passieren, da der Pegel eigentlich nicht steigt. (Im Falle des Dynamic Masters kann man den eingebauten Expander sogar als eine Art Gate missbrauchen, dass anschwellenden Feedbacks schon im Vorhinein das ?Futter? nimmt.)
Es liegt aber auf der Hand, dass dies nur innerhalb gewisser Parameter funktioniert. Übertreibt man damit, dann fällt natürlich der Restliche Klang stark in der Lautstärke, so dass dann wirklich eine Art Ducking, wie zum Beispiel beim Radio, zu vernehmen ist. Folglich gilt es den ?goldenen Mittelweg? zu fahren, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. (Dafür gibt es bekanntlich den Mann an den Reglern!)
Mich würde interessieren was Ihr von Soundprocessing im Live Betrieb hält, bzw. Eure Erfahrungen und Meinungen darüber.
Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im Voraus
ISRC
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Antwort#2
Ich verfahre ähnlich wie du, allerdings mit weniger kostspieligen Geräten. Im Master-Insert habe ich zunächst den Behringer Multicom für die MÄSSIGE! Kompression der Summe, danach den Behringer Ultra-Graph (2x31band), dann den Behringer Ultrafex für ein wenig mehr Obertöne und Bässe und manchmal je nach Situation nach ein Studio-Gate dahinter. Das Ergebnis ist ein sehr frisch und lebendig wirkendes Klangbild, das zwar relativ laut wirkt, aber nicht ist. Auch der Druck "untenrum" ist gewährleistet. Zu Feedback kann ich da nur sagen, bye bye. Erstens durch diese Lösung im Master, zweitens durch einzeln gegatete Vocal-Mics. Ich hatte auch noch nie Beschwerden über zu hohe Lautstärke. Wie gesagt, es wirkt nur laut. Eher kamen einige ambitionierte Musiker zum FoH und fragten, warum der Sound so druckvoll und dicht wäre.
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