Es wäre doch kein Problem, einen kleinen Impedanzwandler mit hochohmigem Eingangswiderstand (> 10 MOHM) zu bauen und dann niederohmig (im 100-Ohm-Bereich) auf den Verstärker zu gehen. Dann würden solche Probleme nie auftreten. Die Stromversorgung könnte man über eine Phantomspeisung machen. Da ohnehin ein Gitarrentonabnehmer verhältnismäßig hohe Spannung abgibt, wäre dies z.B. mit einem einzigen TL 071-OP möglich. Der bräuchte dann nicht mal hoch verstärken.
MfG
Rainer G
Hallo Leute,
heute früh bin ich durch Zufall zum ersten Mal auf dieses Forum gestoßen und verfolge nun seit einer geschlagenen Stunde sehr interessiert (im Fall Oliver sogar amüsiert) die Diskussion über den Sinn oder Unsinn von teuren Kabeln.
Zuerst möchte ich folgendes loswerden:
Dem Rainer stimme ich in Sachen Kabel, deren physikalische und damit auch klangliche Eigenschaften bei NF nicht nur zu 100% zu, sondern predige seit Jahren in etwa das Gleiche. Allerdings stößt man, speziell bei HiFi-Esotherikern, damit immer wieder auf Granit.
Warum ich mich gerade an dieser Stelle einklinke:
Zum Thema Gitarre und Kabel möchte ich folgende Ergänzung beitragen:
Durch die Kabelkapazität bildet man, wie bereits richtig erwähnt wurde, einen Tiefpass, allerdings nicht in Verbindung mit dem Tonabnehmer, sondern mit dem Volumenpoti.
Es gibt da aber noch eine ganz andere Erscheinung:
Jeder (magnetische) Tonabnehmer hat eine sehr hohe Induktivität (mehrere H) und eine verhältnismäßig kleine Kapazität (zig bis hunderte pF), was zu einer sehr hochohmigen (bis zu zig Megaohm!) Resonanzüberhöhung führt, welche den Eigenkklang des TA bestimmt. Wird nun in Form eines Kabels eine weitere Kapazität parallelgeschaltet, verschiebt sich diese Resonanz ganz kräftig nach unten. Dieser Effekt ist umso stärker, je hochohmiger die Potis der Gitarre sind, denn diese widerum dämpfen die Resonanzspitze relativ stark. Wer sich mal die Mühe gemacht und die Potis abgeklemmt hat, wird festgestellt haben, daß die Gitarre dann viel "intensiver" klingt.
Fazit: Das Kabel ist ein wesentliches, klangformendes Element in der Kette (passive) Gitarre-Kabel-Amp.
Die Geschichte mit dem Impedanzwandler (ich habe das vor ca. 8 Jahren schon sowohl aktiv (TL 071!) wie auch passiv (Trafo) gebaut, funktioniert nur dann wirklich gut, wenn man parallel zum TA eine (schaltbare) Kapazität sowie u.U. noch einen (einstellbaren) Widerstand, der die Dämpfung durch das Volumepoti simuliert, schaltet. Dann kann man mit der Gitarre direkt ins Pult spielen und sie klingt immer noch gut.
Noch ein paar Wortr zu mir:
Ich habe auch mal das aussterbende Handwerk des Fernsehtechnikers erlernt und bin nach der Meisterschule bei einer Fachhochschule gelandet, wo ich seit 11 Jahren das elektrische Meßlabor betreue. Meine tontechnischen Kenntnisse habe ich mir im Laufe eines ca. 20 jährigen Musikerdaseins und eines 5 jähriges Studiobetreiberdaseins selber angeeignet (im Gegensatz zu Olli größtenteils erfragt, denn über Erfahrung geht schließlich gar nichts).
Wer SOLO, Musician Magazin, Gitarre&Bass sowie Tools4music kennt, hat sicherlich schon mal einen Betrag von mir über sich ergehen lassen.
Ich weiß natürlich nicht ob ich nun ohne Diplom und sonstige Zettelchen würdig bin, an diesem Forum teilzunehmen, aber `nen Versuch ist´s allemal wert.
PS: Ich habe im Studio ausschließlich normale Kabel mit guter Abschirmung, da ich in der Nähe eines großen Rundfunksenders arbeiten muß.
Sollte einer von Euch damit Probleme haben, weiß ich noch ein paar Tricks.
Das war´s fürs Erste,
Martin