Ich habe hier des öfteren gelesen, daß für Vocal-Aufnahmen möglichst die Kugelcharakteristik verwendet werden soll. Nun ist unser Aufnahmeraum nicht besonders groß (Doppelgaragenfläche)und selbst bei Niere habe ich einen deutlichen Raumhall auf dem Signal. Dieser Raumklang macht sich allerdings nicht sonderlich vorteilhaft bemerkbar. Von 2 gegenüberliegenden Wänden ist jeweils eine mit Noppenschaum gedämpft. Ich gehe hier von einem Mikrofon/Sängerabstand von ca. 20-30 cm aus. Bei Hyperniere ist das Signal allerdings vom Raumanteil herin Ordnung, muß jedoch mit dem EQ etwas mehr nachgeholfen werden. (AKG 4000B) Ich habe auf Fernsehaufnahmen schon häufig Gesangsaufnahmen mit Abständen von ca. 1m gesehen. Klingen diese Aufnahmeräume einfach so gut oder ist dies nur in toten Schallkabinen möglich? gruß
Hallo Bei der Verwendung einer Hyperniere gegenüber einer Niere wird bei identischem Abstand Schallquelle - Mikrofon, der Direktschallanteil grösser (vorausgesetzt natürlich, dass es sich um ansonsten identische Kapseln handelt). Wenn du bei der Niere also entsprechend näher rangehst, wird der Raumanteil ebenfalls wieder geringer. Kurzum: Wenn dich der Raumanteil stört, gehe halt näher ran.
Ich habe hier des öfteren gelesen, daß für Vocal-Aufnahmen möglichst die Kugelcharakteristik verwendet werden soll. Ich habe auf Fernsehaufnahmen schon häufig Gesangsaufnahmen mit Abständen von ca. 1m gesehen. Klingen diese Aufnahmeräume einfach so gut
oder ist dies nur in toten Schallkabinen möglich?
Im Idealfall und bei guten Räumen. Ja. Die Räume dürften meist auch ein klein wenig grösser sein als eine Doppelgarage ;-) Nein, abgesehen davon dass in einem Reflexions freien Raum (das meinst du wohl) kaum jemand Lust verspüren würde zu singen... Der Grund die Distanz zu vergrössern ist es ja gerade den Raumnanteil mit aufzunehmen (in den meisten Fällen). In einem "schalltoten Raum" gibt es nichts, was da aufzunehmen wäre. Gruss Trench
Hallo Trench, Da muß ich mal korrigierend meinen Kommentar dazu geben: Der Direktschallanteil ist nur vom Abstand Schallquelle - Mikrofon abhängig, nicht von der Richtcharakteristik. Und der Raumanteil wird auch nicht kleiner wenn Du näher an das Mikrofon ran gehst. Sondern: Die Super- und Hypernieren haben ein höheres Bündelungsmaß und daher wird das VERHÄLTNIS Direktschall/Raumanteil größer. Wenn Du näher ran gehst, wird der Direktschallanteil größer, der Raumanteil bleibt gleich, nur - da der Direktanteil größer ist mußt Du den Gesamtpegel des Mikrofon herunterregeln, sodaß der relative Raumanteil kleiner erscheint. Bei Fernsehaufnahmen werden in erster Linie Räume benutzt, deren Raumakustik optimiert ist, sodaß da von vornherein bessere Ergebnisse erzielt werden. Aber auch mit Playback wird da gearbeitet, d.h. die Gesangsstimme wird vor den eigentlichen FS-Aufnahmen in einem entsprechend geeigneten Tonstudio aufgenommen und in der Fernsehdarbietung wird das Playback gesendet und der/die Sänger singen nur synchron dazu. Zum Kugelmikrofon: Wenn geeignete Räume zur Verfügung stehen, sollte man immer Kugeln nehmen, denn Kugeln haben naturgemäß die geringsten Verfärbungen. Außerdem geben sie die Tiefenstaffelung besser wieder.
Zum Kugelmikrofon: Wenn geeignete Räume zur Verfügung stehen, sollte man immer Kugeln nehmen, denn Kugeln haben naturgemäß die geringsten Verfärbungen. Außerdem geben sie die Tiefenstaffelung besser wieder.
Dann müßte man immer eine Kleinmembran-Kugelcharakteristik nehmen, und selbst die ist nur in der Theorie perfekt. Und man kann auch sehr lineare Nieren bauen (z.B. C480). Aber warum sind dann gerade Großmembran-Röhrenmikros für Stimmen so beliebt? Man wünscht sich eben "gesoundete" Mikros, was gefällt soll man verwenden. mfg JF
Hallo JF, Dur wirst lachen: ich habe schon mit bestem Erfolg Gesangssolisten mit KM 83 aufgenommen. Bessere Ergebnisse als mit allem anderen, ob Groß- oder Kleinkapsel. Es geht weniger um die Linearität, sondern um das physikalische Prinzip: Druckempfänger oder Druckgradientenempfänger. Die einmembranige Kugel ist immer ein Druckempfänger. Und solche geben die Tiefenstaffelung richtiger wieder als ein Druckggradientenempfänger. Warum? Weil der Gradient im Nahfeld quadratisch mit der Enfernung abnimmt, der Druck dagegen auf der ganzen Strecke linear. Warum sind Großmembranmiks für Stimmen so beliebt? Sind wir doch ganz ehrlich: Ein gewisser Show-Effekt darf nicht fehlen. Es sieht einfach "shower" aus, wenn ein Sänger oder Sängerin vor einem U87 steht als vor einem so "mickrigen" KM84, wo man vom Ständer mehr sieht als vom Mikrofon. Und erst recht: Die "Fahrradlampe" von Shure... :-)