5.1 surround

Erstellt 15 Antworten16 Beiträge
Startbeitrag#1
hat von euch schon jemand erfahrungen gemacht audio-material in diesem format zu mischen? ich höre immer wieder die unteschiedlichsten meinungen.
diese gehen von "zerissenem klangbild" bis hin zu "einfach genial".
würd mich über ein paar meinungen bezüglich pro und contra surround freuen.
wohl gemerkt, ich meine reines audiomaterial.
gruß, thomas
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Antwort#2
Hallo Thomas,
Wenn Du zum Thema "Surround" Erfahrungen lesen möchtest, dann sieh mal in das Surround-Forum des VDT. Wenn Du dieses Forum subscribierst, bekommst Du alle Mails die geschrieben werden in Deine Mailbox und kannst auch selbst dazu Stellung nehmen und Fragen stellen.
Die unterschiedlichen Meinungen zu den Surround-Klangbildern rühren daher, daß bis jetzt allgemein noch zu wenig Erfahrung vorliegt. Vor allem muß man wissen, daß eine Surround-Aufnahme nicht stereokompatibel sein kann und auch eine Stereoaufnahme nicht künstlich auf Surround aufgeblasen werden kann. Die Forderung nach Abwärtskompatibilität wie sie damals aufkam als die Stereofonie eingeführt wurde, läßt sich hier nicht erfüllen. Die Aufnahmetechnik setzt ein völliges Umdenken voraus. Allein über die Surround-Hauptmikrofonanordnungen herrschen sehr unterschiedliche Standpunkte. Eines kann von vornherein gesagt werden: Koinzidente Mikrofonanordnungen wie sie aus der Stereofonie bekannt sind (X/X, M/S ) sind für Surround nicht brauchbar. Auch das seit Jahren bekannte "Soundfield-Mikrofon" von Calrec (heute AMS) hat sich nach den Erfahrungen des Surround-Forums als wenig geeignet erwiesen.
Ganz besonders muß bei Surround-Mischungen darauf geachtet werden, daß keine Mehrfachabbildungen von Phantomschallquellen entstehen, das macht nämlich dann das Klangbild "matschig". Mehrfachabbildungen entstehen z.B. dann, wenn man einfach mal 3 Mikrofone auf einer Schiene befestigt wie z.B. ORTF mit einem zusätzlichen Mittelmikrofon. Dann nämlich entsteht eine Phantomschallquelle zwischen den beiden äußeren und zwischen einer Seite und dem Center-LS. Genau das darf aber nicht vorkommen.
Am besten ist wenn Du mal das "Surround-Forum" verfolgst was dort berichtet wird.
Vor allem ist noch eines wichtig: Die Anordnung der Lautsprecher muß den ITU-Vorgaben entsprechen, sonst wird der geforderte Höreindruck nicht erreicht. Unter Heimbedingungen dürfte wohl kaum jemand der eine Surroundanlage besitzt, diese Forderungen einhalten. "Geschmacksrichtungen" wie sie oft von Hifi-Freaks vertreten werden führen da noch krasser zu Fehlergebnissen als bei Stereo. Kein Wunder, daß dann die Meinungen über Surround so extrem divergieren.
MfG
Rainer
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Antwort#3
hallo rainer!
danke, daß du dir so viel mühe gemacht hast.
im grunde bin ich froh momentan nicht mit dvd und surround arbeiten zu müssen.
meine überlegung geht einfach in richtung zukunft. ich denke nicht, daß es in 10 jahren noch sehr viel cd-player gibt. auch wenn das meiner meinung nach dem audiobereich nichts bringt, wird es auf 24/96 hinauslaufen. stereo oder surround sei einmal dahingestellt.
ich habe zwar die möglichkeiten surround 5.1 mit 24bit/96khz zu produzieren, nur möchte ich natürlich weder zeit vergeuden noch der aktuellen technik hinterherhinken.
auf welchem medium und in welchem format hören wir in einigen jahren musik?
gruß, thomas
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Antwort#4
Hallo
ich habe zwar die möglichkeiten surround 5.1 mit 24bit/96khz zu produzieren, nur möchte ich natürlich weder zeit vergeuden noch der aktuellen technik hinterherhinken.
auf welchem medium und in welchem format hören wir in einigen jahren musik?
gruß, thomas
Wenn du die Möglichkeit hast und dich einigermassen seriös und auch längerfristig mit der Tontechnik auseinandersetzen willst, kommst du IMO nicht darum herum, dich in die Technik einzuarbeiten. Die Erfahrungen, die du dabei sammelst kann dir niemand nehmen und sie werden dir einen wesentlichen Wissensvorsprung geben.
Allerdings stelle ich mir die Frage, ob du wirklich in der Lage bist, 5.1 Aufnahmen zu produzieren. Es gibt nämlich erst wenige Studios, die das wirklich können und z.B. das von Rainer beschriebene adäquate Monitoring bereitstellen.
Tja, wenn man das wüsste. 5.1 oder eine andere Surroundvariante wird IMO auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen. Daneben wird es aber sicher auch andere Formate und Codings dieser Varianten (z.B. MPEG) benötigen. Ich würde mal die Prognose wagen, dass man in Zukunft immer öfters mehrere Alternativen parallell wird erarbeiten müssen.
Trench
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Antwort#5
Hallo Rainer
Das möchte ich schon etwas differenzierter sehen. Du beziehst dich auf eine möglichst "realistische" Abbildung des Schallfelds. Hier gibt es bezgl. Mikrofonie sicher noch einiges auszuprobieren und ich glaube nicht, dass man hier auf _eine_ einzelne optimlae Lösung kommen wird.
5.1 lässt sich aber auch noch ganz anders nutzen: z.B. durch eine reine (an sich beliebige) Verteilung von Mono-Quellen und/oder deren (berechneter oder mit Mikrofonen eingefanger) Hallanteile. Diese Produktionsweise ist nicht nur weniger aufwändig sondern kann auch verhältnismässig einfach von 5.1 zu Stereo konvertiert werden. Wenn es nur um einen künstlich erzeugten Raumeindruck geht, ist auch Stereo > 5.1 einfach herzustellen. Auch die Ansprüche an die Wiedergabe sind dann nicht mehr ganz so gross.
Hierzu noch was Interessantes: es gibt verschiedene namhafte Produzenten (z.B. Massenburg) die behaupten, eine von 5.1 auf Stereo runtergemixte Variante, sei auch in Stereo deutlich transparenter als eine direkte auf LR gemischte Version. Dies dürfte aber weniger an der Technik sondern viel mehr an der unterschiedlichen Arbeitsweise liegen.
Trench
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Antwort#6
5.1 lässt sich aber auch noch ganz anders nutzen: z.B. durch eine reine (an sich beliebige) Verteilung von Mono-Quellen und/oder deren (berechneter oder mit Mikrofonen eingefanger) Hallanteile.
Meiner Meinung nach wird das auch mittelfristig in der "populären Musik" die einzig sinnvolle Anwendung bleiben. Diejenigen die eine Surroundanlage daheim haben werden mit "besserem Raum" belohnt, die die nicht vermissen nichts.
Abwärtskompatibilität wird auch hier gewart werden müssen. Einfach deswegen, weil die Consumer nicht immer 5.1 hören. Die hören ja kaum wirklich Stereo oder achten darauf! Wenn ich sehe wie manche (viele) Leute ihre Lautsprecher angeordnet haben, dann frage ich mich ersthaft wozu Mühe mit Stereobild geben.
Und wenn man Radio hört, dann merkr man, dass viel Mixe fast Mono sind. D.h. die Drums und Hall sind schon Stereo aber die Instrumente sind bis auf einige Effekte alle in der Mitte. Selbst bei Musik mit Gitarren (bei Bloodhound Gang ist es mir aufgefallen) gibt es keine Gitarrenwand sondern die Brat-Gitarren sind Mittig. Nix grossartiges Stereobild.
5.1. ist für Freaks. Der normale Consumer hört heut noch nichtmal Stereo.
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Antwort#7
Allerdings stelle ich mir die Frage, ob du wirklich in der Lage bist, 5.1 Aufnahmen zu produzieren. Es gibt nämlich erst wenige Studios, die das wirklich können und z.B. das von Rainer beschriebene adäquate Monitoring bereitstellen.
vollkommen klar! ich mische ausschließlich in samplitude. dort kann ich jedes instrument frei zwischen den einzelnen lautsprechern plazieren.
monitore, endstufen und die nötige ahnung fehlt mir allerdings.
gruß, thomas
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Antwort#8
Hallo
Meiner Meinung nach wird das auch mittelfristig in der "populären Musik" die einzig sinnvolle Anwendung bleiben. Diejenigen die eine Surroundanlage daheim haben werden mit "besserem Raum" belohnt, die die nicht vermissen nichts.
ACK. Allerdings werden immer mehr solche Anlagen zu Hause haben. Gerade wenn man bedenkt, wie wichtig heute vielfach das Bild zum Ton ist ("MTV-Kultur"), ist es naheliegend eben auch Musik in 5.1 zu produzieren.
Wie gesagt ist es keine Hexerei 5.1 aus Stereo zu machen. Aber natürlich weckt das Format bei Kunden und Technikern Begehrlichkeiten, doch noch etwas mehr daraus zu machen, als eine reine "Konvertierung". Also produziert man von Beginn weg in 5.1 und mischt dann am Ende noch auf Stereo runter, was ja auch mehr Sinn macht, als der umgekehrte Weg. Natürlich nur diejenigen die sich's leisten können, denn etwas teurer wird das schon.
Ich tendiere deshalb zur Meinung, dass mitelfristig 5.1 zum Standard für Tonproduktionen wird, wobei es auf dem selben Medium natürlich auch noch eine Stereo-Variante geben wird. Nur-Stereo wird dann nur noch für Low-Budget, Demos u.ä. verwendet.
Persönlich stelle ich jedenfalls fest, dass die Nachfrage nach 5.1-Tonproduktionen stark steigt und wer mal den Unterschied zwischen Stereo und 5.1 gehört hat, will verständlicherweise auf dem "besseren" Format produzieren.
Trench
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Antwort#9
Rainer hat schon erklärt, warum die Meinungen über Surround-Sound so extrem auseinander gehen. Das IRT bevorzugt dafür sogar den Namen "3/2-Stereo", um darauf hinzuweisen, dass wir vorne die "Bühne" in Dreikanal-Stereo haben sollen und uns von hinten eine Räumlichkeit umhüllen sollte. Ich unterstütze diese "Politik" nicht, denn ich fühle mich dadurch unnötig eingeengt.
Viele Fragen sind noch nicht geklärt, z.B. welche Signale wir in den Center-Lautsprecher tun sollen und was zu einer angenehmen räumlichen Klangumhüllung führt. Die bei Stereo oft angegebene Verzögerung der Stützmikrofonsignale wirkt so in Surround nicht. Man muss sich durch Anhören von DVD-A oder SACD-Surround eine eigene Meinung bilden. Dolby Prologic und andere Surround-Matrixsysteme schließe ich aus. Ich spreche nur von diskreten 5.1 Kanälen. So mag ich nicht die häufig anzutreffende Wirkung von Dreikanal-Stereo vorne, also ein Orchester, das nur hart vom linken zum rechten Lautsprecher geht, der Klang auf den Seiten von vorne nach hinten nicht vorhanden ist, und hinten sich eine eher störende Hallklangwolke befindet. Das ist ärgerlich.
Die Surround-Panning-Displays zeigen bei den digitalen Mischpulten jeden Punkt zwischen den Lautsprechern wunderschön an, den man mit den Panpots anfahren kann. Das sieht gut aus, aber stimmt wenig mit der wirklich lokalisierten Schallrichtung überein. Vorne geht es gerade noch so. Merke: Nicht alles glauben, was uns digtal und bunt angezeigt wird - was für viele Displays gilt.
Wer etwas zu den seitlichen Phantomschallquellen wissen will, der gehe zu:
http://www.sengpielaudio.com/SeitlichePhantomschallquellen.pdf
Als weitere Grundgedanken zum Surround-Sound kann ich anbieten:
http://www.sengpielaudio.com/OffeneFragenZumSurround-Sound.pdf
Wer etwas über den Center-Lautsprecher bei einer Klavieraufnahme lesen will, gehe zu:
http://www.sengpielaudio.com/Center-Lautsprsign.pdf
Und hier ist ein Interview zum Surround-Sound aus den Tonmeister-Informationen:
http://www.sengpielaudio.com/InterviewSurround-Sound.pdf
Über weitere Fragen sollte man nachdenken, wie z.B.: Brauchen wir ein Surround-Hauptmikrofon (wenigstens für die Front)? Was machen wir mit dem LFE-Kanal?
Theoretische Abhandlungen zur "Mehrkanal-Stereofonie" sollte man kritisch lesen, besonders wenn das Wort "natürlich" dabei vorkommt, denn unsere Aufnahmen sollten eher natürlich klingen, als ein natürliches Schallfeld 1:1 übertragen. Wir Tonleute gestalten und schaffen eine Klangillusion, auf die wir stolz sind! Und das tun nicht die Hausmeister!
"Multichannel Natural Music Recording Based on Psychoacoustic Principles" von G.Theile: http://www.irt.de/IRT/FuE/as/multi-mr-ext.pdf
Ich habe das Glück gehabt, Opern, Symphonien und eine 5-Mann Percussion Group in Surround auf 96 kHz / 24 bit für DVD-A aufzunehmen zu dürfen und konnte dabei viel Erfahrungen sammeln. Vorher habe ich von "alten" 44,1 kHz 16 bit 24-Spurbändern geübt, was man in Surround so machen kann. Dazu gehört auch das Einspielen von Signalen in einen leeren Saal und das Hinzumischen von diesen wieder aufgenommenen Signalen. Auch das Surround-Halleffektgerät Lexicon 960 habe ich schätzen gelernt.
Ich glaube, jeder muss noch mehr als bei Stereo eigene Erfahrungen sammeln. Die daraus gezogenen Schlüsse sind auch nicht fest, sondern sie müssen sehr variabel sein. Die immer "gewünschten" Kochrezepte dazu kann es hier erst recht nicht geben. Eigene Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen und kann nicht gelehrt werden. Und wissenschaftliche Erkenntnisse können hierbei nur bedingt hilfreich sein. Wir müssen Ideen entwickeln, viel probieren und hinhören, vergleichen und entscheiden.

Viele Grüße
ebs


Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#10
Persönlich stelle ich jedenfalls fest, dass die Nachfrage nach 5.1-Tonproduktionen stark steigt und wer mal den Unterschied zwischen Stereo und 5.1 gehört hat, will verständlicherweise auf dem "besseren" Format produzieren.
Wie siehts bei reinen "Pop"-Musikproduiktionen aus? Steigt die Nachfrage auch?
Wieso hat sich dann eigentlich die Quadrofonie nicht durchgesetzt?
Ich mein Surround ist ja nicht wirklich was anderes.
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Antwort#11
Hi Thomas und alle anderen:
Ich habe mich bewußt mit Einzelheiten zur Aufnahemtechnik von Surround noch zurückgehalten, da ich selbst auch noch keine Erfahrung damit habe, sondern nur mich auf die Aussagen der Kollegen im Surround-Forum beziehen kann bzw. auf Hörerfahrungen und Aussagen in Seminaren. Ich habe auch gehofft - und diese Hoffnung war nicht vegebens! - daß Eberhard Sengpiel zu dem Thema Stellung nimmt und ich glaube mit seinem Beitrag sind viele Fragen schon beantwortet.
Ich möchte aber mal zu dem Thema Surround einige Anmerkungen machen worüber jeder mal nachdenken sollte, nämlich über Sinn und Unsinn von Surround.
Wenn man bei manchen "Normalbürgern" sieht, wie sie ihre Stereolautsprecher angeordent haben, dann frage ich mich, ob es überhaupt die Mühe wert ist, Surroundaufnahmen zu produzieren. Da steht der linke Lautsprecher auf dem Bücherregal oder auf dem Schrank und der rechte hinter dem Sofa in der Ecke oder hinter einem Blumenstock. Was soll das? Das kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein (!). Man extrapoliere nun mal von 2 auf 6 Lautsprecher....
Es gehört nicht viel Phantasie dazu um sich auszumalen wo diese dann Platz finden werden... womöglich einer davon auf dem Klo weil es viele gibt die ja beim s******* nicht mal auf das Hintergrundgedudel verzichten möchten.
Zugegeben: Das klint provokativ, aber es dürfte gar nicht mal so realitätsfern sein. Ich erinnere mich, als ich vor Jahren mal auf einem regionalen Festival zusammen mit dem HR eine Aufnahme machte und eine Chorsängerin mit über Kopfhörer kurz hineinhören wollte. Sie setzte den KH verkehrt herum auf, obwohl ich ihr diesen seitenrichtig in die Hand gab. Der Toningenieurkollege vom HR sah das und sagte zu ihr: "Wir machen uns die Mühe und Sie setzen den KH falsch auf... dann frage ich mich wozu wir uns diese Mühe machen". Man sieht hier eine gewisse Gleichgültigkeit. Und solange bei Stereo schon diese Gleichgültigkeit herrscht, wird es bei Surround noch viel schlimmer sein, vor allem dann, wenn die Händler von Heim-Surround-Anlagen nicht die Kenntnisse besitzen wie man die Lautsprecher ITU-konform aufstellt. So wird dann das ganze "Surround" nur ein Prestigeobjekt einiger "Wohlhabender" sein oder eine kleine Minderheit von "Highend-Freaks" wird sich dessen bedienen. Und wie die Kenntnisse über korrektes Surroundhören sind kann man in den einschlägigen Hifi-Foren eindrucksvoll nachlesen: Alle möglichen LS-Anordnungen, nur nicht so wie es sein sollte.
Das andere Problem ist, daß viele Enverbraucher sicherlich nicht gewillt sind, schon wieder neue Geräte zu kaufen, seien es DVD- oder SACD-Playder oder Surroundanlagen.
Zugegeben: Ich sehe das ganze für die Zukunft eher skeptisch und frage mich ob nich unsere ganze Mühe zur Herstellung von Surroundaufnahmen und die Diskussionen über die Aufnahmetechnik letztenlich doch für die Katz' sind.
Was meint Ihr dazu?
MfG
Rainer
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Antwort#12
Die plastischen Aussagen von Rainer zur häufig anzutreffenden wilden Aufstellung von Stereolautsprechern und der Frage, warum sollte das bei der Surround-Anordnung besser werden, kann ich voll bestätigen. Selbst Musiker und auch bekannte Dirigenten geben bisweilen ihre Aufnahmen über eine solche Wiedergabe frei - das ist kaum zu glauben. Einem Cellisten der Berliner Philharmoniker konnte ich bei seiner Automobil-Stereoanlage in den Innenseiten der Türen zu einem besseren Bass-Klang verhelfen, indem ich feststellte, dass ein Lautsprecher verpolt war. Hier im Forum wurde auch angefragt, warum denn die Quadrofonie sich nicht durchgesetzt hat und was denn jetzt beim Surround-Sound besser sei. Es gibt sicher mehrere Gründe dafür und einer davon ist, dass es damals keine Massen-Medien gab, die mehrere aufgezeichnete Kanäle diskret übertragen konnten. Die unterschiedlichen patentierten Matrix-Verfahren, bei denen die vier Kanäle in zwei Schallplatten-Stereokanäle gequetscht wurden und beim Dekodieren dann etwas anderes herauskam, sind mit daran schuld. Jetzt haben wir die Möglichkeit die 5.1-Kanäle auf DVD-A oder auf SACD diskret aufzuzeichnen und zu vervielfältigen. Ich hoffe für uns als Tonverantwortliche, dass sich der Surroundsound als Heimwiedergabesystem langsam durchsetzen wird. Ich denke positiv, um möglicherweise vielen Menschen in der Tonindustrie - in der Fertigung, der Tonaufnahme und der Beschallung - die Arbeitsplätze zu erhalten.
Die Zeit der Kunstkopf-Aufnahmen für Radio-Hörspiele war interessant und auch dieses Befassen mit einer anderen Technik war sicher nicht für die Katz. Die Erfahrung mit den Raummikrofonen bei Quadrofonie hat mir auch geholfen, etwas davon zurück in die Stereofonieaufnahme zu übernehmen. Auch die praktischen Erfahrungen durch das Befassen mit der Surround-Sound-Technik kann jedem etwas bringen.
ebs

Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
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Antwort#13
Hi Rainer, hi Forum!
Wie sich die Mehrkanal-Stereophonie in Zukunft entwickeln wird kann natürlich niemand so genau sagen. Ob die Durchschnittsmeinung von "uns interessierten" sich bestätigen wird ist auch zu bezweifeln. Generell ist die Entwicklung seit Anbeginn immer schneller geworden und die Tendenz wird wohl mit DVD nicht auf dem Gipfel angekommen sein. Wie wir alle bemerkt und einige geschrieben haben, sind die meisten Konsumenten bis heute nicht auf Stereo umgestiegen. Sich an 5.1(etc) anzupassen wird länger dauern, bei gleichzeitig weniger Zeit die man dafür haben wird. Auch das nächste, verbesserte, Medium(nach DVD,SACD) wird, genauso wie zukünftige Abhörszenerien, noch weniger Zeit haben sich zu etablieren.

2+x Möglichkeiten dem zu entkommen(die Welt zu verbessern?):
A u f k l ä r u n g (bzw. schmackhaft machenden für) Konsumenten. Natürlich ist das vorwiegend Aufgabe des Händlers. Wie wir aber sehen mangelt es hier schon an Kompetenz(und knaxt der A/D-C so knaxt es danach auch noch!).
Vielleicht sollte die Aufklärungsarbeit in Form von kurzgehaltenen Videos/Animationen/Grafiken auf jeder DVD versucht werden.
Auf Grund der Menüführung wohl kaum eine Zumutung für das Auditorium. In wie weit das marketing-technisch möglich ist weiß ich allerdings nicht.....woran kann das scheitern?...Meinungen?
A u f k l ä r u n g (bzw. schmackhaft machenden für) Konsumenten Teil II.
Man instrumentalisiere sich die Massenmedien und publiziere nur noch gute und einfache, vor allem aber häufige Berichte zum Thema ?Surround". (als Lehrmeister hierzu kann die Politik angesehen werden!)
Es mangelt ja nicht am Können, sondern am Interesse bzw. Wissen der Konsumenten über die Aufstellung von 2 und mehr Lautsprechern. Völlig desinteressierte kann, soll und muss man auch nicht bekehren. Nach meiner Erfahrung ist jedoch nur ein s e h r geringer Bruchteil der ?1LS auf dem Kasten, 1LS in einer Ecke- Konsumenten" nicht an einem besseren Klang interessiert. Der wesentlich größere Teil weiß nicht, dass es besser gehen würde.
Wenn man das Hören von Musik nicht zumindest als wichtiges Hobby sieht, geht man auch nicht zum Händler und fragt nach der bestmöglichen Aufstellung.(Oder hat hier schon mal jemand einen Bäderexperten nach der richtigen Position des Duschkopfes gefragt? Die Wärmeabgabe des Wassers kann um 6dB verstärkt werden, wenn man in einem Winkel von 30 Grad (von Duschkopf, on-axis) steht und eine Wand weniger als die halbe Schlauchlänge entfernt ist).
Alles was nicht mit dem Kauf und dem Auspacken zu tun hat, sind Details und als solche Fachwissen.
Auch wenn es uns als das Natürlichste der Welt erscheint......
Tja und die x anderen Möglichkeiten wären noch: denken, dass man es nicht ändern kann, jedem eine Anlage kaufen und richtig aufstellen, nicht daran denken, Strafen auf die falsche Positionierung der LS, etc
Soviel zu meiner Meinung
wie immer muss dummerweise gehandelt werden um zu ändern
Grüße aus Wien
Andi
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Antwort#14
Wenn man bei manchen "Normalbürgern" sieht, wie sie ihre Stereolautsprecher angeordent haben, dann frage ich mich, ob es überhaupt die Mühe wert ist, Surroundaufnahmen zu produzieren.
Genau das habe ich weiter unten auch schon gesagt.
Dazu kommt dass das "mittendrin"-Erlebnis was Surround verspricht eigentlich unnatürlich ist. Stichwort Plausibilität.
Die Bühne und das Musikgeschehen ist vorn. Von hinten kommt nur Publikumsgeräusche und Hall.
Viele Menschen hören ausserdem Musik mit Kopfhörern.
Ich kann mir auch nicht vorstellen dass es so klingen soll wie im Proberaum (Drums hinten, Bass und Gesang vorn, Gitarren seitlich)
Surround mag vorteile bieten. Für Musik sehe ich ähnlich wenig Bedarf für Surround wie 3D bei Bildern.
Selbst beim Kino ist es eigl. auch "unatürlich" solange man nicht gleichzeitig eine 180Grad Leinwand hat.
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Antwort#15
5.1 lässt sich aber auch noch ganz anders nutzen: z.B. durch eine reine (an sich beliebige) Verteilung von Mono-Quellen und/oder deren (berechneter oder mit Mikrofonen eingefanger) Hallanteile.
Meiner Meinung nach wird das auch mittelfristig in der "populären Musik" die einzig sinnvolle Anwendung bleiben. Diejenigen die eine Surroundanlage daheim haben werden mit "besserem Raum" belohnt, die die nicht vermissen nichts.
Abwärtskompatibilität wird auch hier gewart werden müssen. Einfach deswegen, weil die Consumer nicht immer 5.1 hören. Die hören ja kaum wirklich Stereo oder achten darauf! Wenn ich sehe wie manche (viele) Leute ihre Lautsprecher angeordnet haben, dann frage ich mich ersthaft wozu Mühe mit Stereobild geben.
Und wenn man Radio hört, dann merkr man, dass viel Mixe fast Mono sind. D.h. die Drums und Hall sind schon Stereo aber die Instrumente sind bis auf einige Effekte alle in der Mitte. Selbst bei Musik mit Gitarren (bei Bloodhound Gang ist es mir aufgefallen) gibt es keine Gitarrenwand sondern die Brat-Gitarren sind Mittig. Nix grossartiges Stereobild.
5.1. ist für Freaks. Der normale Consumer hört heut noch nichtmal Stereo.
Da muß ich Dir leider recht geben. Oft genug sehe ich z.B. zwei Leute gemeinsam von einem portablen CD-Player hören: einer einen Hörknopf im rechten Ohr, der andere den anderen Hörknopf im linken Ohr. Denen würde ich immer zu gerne mal eine "übliche" Beatles-Aufnahme unterjubeln: einer hört die Gitarren, der andere den Gesang ...
Michael
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Antwort#16
Persönlich stelle ich jedenfalls fest, dass die Nachfrage nach 5.1-Tonproduktionen stark steigt
Wie siehts bei reinen "Pop"-Musikproduiktionen aus? Steigt die Nachfrage auch?
Wieso hat sich dann eigentlich die Quadrofonie nicht durchgesetzt?
Ich mein Surround ist ja nicht wirklich was anderes.

Das Interesse ist sehr gross. Schliesslich bestehen Fachtagungen bald nur noch aus dem Thema Surround, Fachmagazine tragen das ihrige dazu bei ist, Hersteller bewerben 5.1-Tools und sogar im Tontechniker-Forum gibt es einen längeren Thread dazu ;-) Kurzum 5.1 ist in aller Munde. Klar, dass dieses Thema bei der Planung einer Produktion zur Sprache kommt. Das heisst nicht, dass dann auch tatsächlich in 5.1 produziert wird, denn wie gesagt ist das auch eine Kostenfrage, die sich dann für den Kunden stellt.
Ich denke nicht, dass man dies miteinander vergleichen kann. Weder technisch noch vom Anwendungszweck noch von der Zeit/dem Markt her.
Trench
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