Hallo zusammen Habe schon ein paar ältere Beiträge durchgeforstet, aber nicht wirklich eine Antwort auf diese Frage bekommen: Warum wird eine Audiodatei ( 44.1kHz/16Bit) mit sinkenderer Samplingfrequenz immer langsamer Wiedergegeben ( bzw. schneller bei höherer Sampling Freq.) ? Diese Tatsache ist mir aufgefallen, als ich die Sampling Frequenzen meiner Soundkarte verändert habe, und dabei ein paar wav Dateien abgespielt habe. Normalerweise dürfe doch bei z.B 22kHz nur die Qualität des Audiomaterials schlechter sein (da ja nur 22000 abgetastet wird) ,oder??? Danke schonmal im vorraus Gruß Björn
Hallo Björn, wenn das Audiomaterial in Echtzeit vorliegt und mit einer beliebigen Frequenz abgtastet wird, richtet sich die obere Grenzfrequenz des Audiofrequenzbandes nach der Taktfrequenz und zwar ist die fo dann max. die halbe Taktfrequenz (Abtastthoerem von Shannon). Damit ist ein Qualitätsparameter festgelegt. Wird nun diese Aufnahme wiedergegeben, so muß mit der selben Taktfrequenz wiedergegeben werden mit der aufgenommen wurde. Wird nun die Taktfrquenz vermindert, so muß sich zwangsläufig auch die Geschwindigkeit der Wiedergabe vermindern, denn die Anzahl der pro Taktperiode abgetasteten Samples bleibt ja gleich. Wenn also während einer Periode von 44,1 kHz (Periodendauer 22,7 µsec) 10 Abtastungen stattfinden (entsprechend einer Frequenz von 4,41 kHz) so bleiben diese 10 Abtastungen auch erhalten wenn bei der Wiedergabe nur mit 22,05 kHz abgetastet wird, nur die Wiedergegebene Frequenz ist nicht mehr 4,41 kHz sondern nur noch 2,205 kHz, was gleichbedeutend ist mit einer Reduktion der Geschwindigkeit um den Faktor 2. Das ist das gleiche wie wenn Du ein analoges Tonband mit der halben Geschwindigkeit abspielst: Die Anzahl der Schwingungen pro Längeneinheit bleibt gleich, aber die Geschwindigkeit ist halb so groß und folglich klingt auch alles 1 Oktave tiefer. Grüße Rainer
Hallo Reiner Ich habe da noch eine kleine Frage. Ich habe einige Aufnahme mit meinem DAT (48kHz) gemache und das anschliessend digital auf meinen Computer überspielt. Anschliessen habe ich die Samplingfrequenz im "Get in on CD" von Steinberg nach 44.1kHz gewandelt. Ich habe bis jetzt noch nie eine Tempoänderung festgestellt. Mach ich das so korrekt? Besten Dank für deine Antwort. Gruss Elias
Hallo Elias, das ist völlig korrekt, denn hier ist ein Konvertieralgorithmus der das Signal von 48 auf 44,1 kHz Abtastrate "umrechnet", so wie es auch in den Harwarelösungen von Abtastratenwandlern geschieht. Allerdings gibt es hier verschiedene Algorithmen, die u.U. auch mehr oder wenigere hörbare Artefakte erzeugen können. Das was ich in meinem vorigen Posting beschrieb, ist die ganz normale Abtastung eines Digitalsignals mit veränderter Taktfrequenz. Beispielsweise so, wie wenn ich den Taktgenerator eines CD-Player ausschalte und statt dessen einen Tongenerator verwende und diesen dann von 44,1 auf 22,05 kHz umschalte. Dabei geschieht zwangsläufig eine Geschwindigkeitsverminderung verkoppelt mit einer Tonhöhenänderung um eine Oktave - wie beim Analogband, das z.B. mit 38 cm/s aufgenommen wurde und mit 19 cm/s abgespielt wird. Würde man in Deinem Anwendungsfall das mit 48 kHz getaktete Digitalsignal einfach nur mit 44,1 kHz abspielen - ohne eine "Umrechnung" wie oben erwähnt - würde es auch langsamer spielen und um knapp einen Ganzton tiefer klingen.
hallo, zusätzlich zu dem post von rainer noch etwas: cooledit zB hat zwei funktionen: "adjust sample rate" - die daten bleiben unverändert, so dass sich das tempo ändert, wenn die datei abgespielt wird. vermutlich wird im kopf der datei gespeichert, mit welcher frequenz die datei wiedergegeben werden soll. dieser wert wird geändert. "convert sample rate" - die daten werden umgerechnet, so wie es dein programm auch gemacht hat. MfG, Julius.