"Clara" - Ein Grenzflächenmikrofon der besonderen Art

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Startbeitrag#1
Da gerade von Grenzflächenmikrofonen die Rede ist, fällt mir ein etwas außergewöhnliches Gebilde ein: Ein wie ein Schiffsbug geformter Pexiglaskeil wird an den beiden Seiten durchbohrt und mit einem Kleinmemran-Kondensatormikrofon bestückt (Kugelcharakteristik). Das ganze Gebilde wird als "Stereohauptmikrofon" verwendet. Hat jemand dieses schon mal verwendet. Ich nehme an, Eberhard Sengpiel kann dazu mehr sagen. Ich habe dieses Ding nur mal gesehen bei einem Besuch bei Schoeps.
Der Gedanke dabei ist zunächst zwei Kugeln distanziert anzuordnen (Laufzeitstereofonie) und dabei den Grenzflächeneffekt auszunutzen. Habe aber selbst keine Vorstellungen wie sich das dargestellte Klangbild anhört und mit welcher "konventionellen" Stereomikrofonanordnung es vergleichbar ist.

MfG
Rainer
P.S.: @ ebs: ich werde mal in den VDT-Tagungsberichten suchen nach der Anordnung mit den auf den Boden gerichteten Kugeln.
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Antwort#2
Lieber Rainer und liebe Mitleser,
das Stereo-Grenzflächenmikrofon "Clara" (nach Clara Schumann) von Professor Peters ist eine schiffsbugähnlich gebogene reflektierende Plexiglasplatte, durch deren Seiten konventionelle Kugelmikrofone von innen knapp herausschauen. Siehe unter:
http://www.fh-duesseldorf.de/WWW/DOCS/FB/ETECH/DOCS/tb/media/hudel/hud_kap4.html
Das System ist etwas anders, als die Trennung der Mikrophone durch eine gedämpfte Trennscheibe zwischen den beiden Kugelmikrofonen nach Jörg Jecklin.
Ich konnte Aufnahmen dieses Clara-Systems hören, die hier in Berlin ein Herr Marschallek damit gemacht hat - ohne weitere Stützmikrofone (Orgel und auch Streichquartett). Mir gefiel über Lautsprecher der Spektraldifferenzklang seitlicher Schallquellen nicht. Auch fehlten mir Frequenzen unter 500 Hz ein wenig, was mit der endlichen Größe der gebogenen Plexiglasfläche zu tun hat. Über Kopfhörer gefiel mir der Klang recht gut, außerdem konnte ich dann auch die Hörmuscheln etwas auf die Ohren drücken. Der Klang hat etwas Ähnlichkeit mit den Kugeln von einer Keller-Kugellampe aus weißem Glas nach dem System Geller, wo an den Seiten zwei Kugelmikrofone nach vorne zeigen.
Zu der Mikrofonwand aus 45° schräggestellten KM83-Mikrofonen im ICC-Berlin kann ich sagen, dass dieses für die Saalbeschallung gedacht war, die ja für fünf Positionen auf der Bühne getrennte Signale zu Lautsprechergebieten im Saal schicken konnte, damit beim Hören der Richtungseindruck der Schallquellen erhalten bleibt. Speziell eingestellte Delays sind natürlich bei der Beschallung auch dabei. Ich konnte eine Aufnahme davon hören. Ich erinnere mich an ein Konzert das hieß "Salzburger-Advents-Singen" mit Tobias Reiser. Das klang recht natürlich: Chor, Hackbrett, Gitarre, Bass und Harfe - eben alpenländische "Stubenmusi".
Viele Grüße
ebs


Fragen zur Mikrofonaufnahme+Tonstudiotechnik
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