Ich habe zwar schon viel Erfahrung bei der Abnahme von diversen Instrumenten und Stimmen, aber das fehlt noch. Könnte mir jemand Erfahrungen (sprich Mics, Aufstellposition, event. Inserts, etc.) bei der Abnahme eines Flügels mitteilen? Ein Danke an alle... Flo-Wer
Abnahmemöglichkeiten eines Flügels gibt es so viele wie es Flügelbauer gibt... Der ORF z.b. hängt 10 cm hinter der Hammerhöhe links und rechts ein Micro rein, und pannt das l/r.... gefällt mir persönlich nicht zu toll Ich persönlich bastle mir ein klein AB aus Nieren, ca 20 cm ABstand zwischen A und B, dass ich dann bei geöffnetem Deckel so ausrichte, dass ich ca. 30cm - 40cm von der Kante entfernt den vom Deckel reflektierten Schall (45° Winkel) aufnehme... das klingt meistens ausgewogen und hat volumen. Dies wenn Du Klaviere in einem Instrumentenverbund hast. Ansonsten nehme ich Solo-Klavierkonzerte - wenn der Saal es zulässt) mit einen niedrigen ORTF auf.. Aber wie gesagt - jeder kocht da gerne sein eigenes Süppchen. Herzlichen Gruß aus Wien Georg
Hallo Georg, Ich habe auch schon gehört/gesehen, daß jemand Grenzflächenmikrofone unter den Fügel legt. Hast Du das schon mal gemacht? Ich habe es bisher noch nicht probiert. Frage: Was machst Du in der Regel wenn der Flügeldeckel geschlossen ist? Die ORF-Methode wie Du sie beschrieben hast, ergibt meinem Gefühl nach einen recht aufdringlichen Klang. Für manche Art Musik u.U. gar nicht mal so verkehrt. Ich hatte gestern abend eine Aufnahme eines Konzerts mit der Besetzung: 1 Fügel, 1 Violine, 1 Cello und 1 Harfe. Habe den Flügel mit 2 U87 gestützt aber sehr nahe über den Saiten (Deckel war offen), allerdings eines rechts auf die tiefen Saiten gerichtet und das andere links auf die hohen. Ich mußte bei allen Instrumenten sehr im Nahfeld arbeiten, weil der Saal einen Nachhall hatte wie eine große Kirche und dazu noch eine viel zu kleine Bühne. Die Musiker traten sich schon fast gegenseitig auf die Füße.... Mußte den Flügel auch stark entzerren. Die Harfe stand direkt vor dem Flügel. Abnahme mit KM84 und zwar so ausgerichtet daß die "Rückseite" der Niere zum Flügel zeigte. Die Trennung gelang ganz gut. Grüße Rainer
Hallo, ich mache es live inzwischen immer mit zwei Grenzflächen, die ich von innen an den Deckel klebe. (wenn gerade keiner hinschaut :-). Da kommt man mit wesentlich weniger EQ aus als bei den anderen Methoden. Allerdings könnte er für eine Aufnahme dann zu wenig Raum haben. Tomy
Hallo Flo-Wer, bei Live Beschallungen mache ich es oft so ähnlich wie Tomy, allerdings nehme ich anstelle von Grenzflächen 2x Crown GLM-200, das sind hypercardoide Miniaturmicros, ca so groß wie ein Fingernagel. Funktioniert sowohl bei geschlossenem als auch bei offenem Deckel mit etwas Entzerrung ganz gut. Wenns als "Worst Case" superlaut werden soll, ne Rockband nebendran steht und außerdem ein lauter feedbackfreier Monitor gebraucht wird, bringe ich zusätzlich unter dem Flügel 2 C-Ducer Kontaktaufnehmer an. Die klingen alleine zwar oft etwas syntetisch, allerdings läßt sich im Gespann mit den Mikros meist doch ein brauchbares authentisches Klangbild einstellen. Noch nen schönen Vatertag Jörg Kirsch
Lieber Rainer, die Grenzflächen-Methode habe ich dreinmal ausprobiert, zweimal erfolgreich, beim dritten mal mit der folge dass mich ein erboster Pianist mit lautem Wortschwall samt allem Drum und Dran aus dem Saal geworfen hat, weil ich seinen heiligen Flügel berührt hatte...zwar keinen Steinway aber einen bösendorfer... seitdem arbeite ich "berührungslos"... Ein Problem dass ich übrigens sowohl mit der ORF- als auch mit der Grenzflächenmethode sehe, ist dass ich eventuelle Mechanikgeräusche sehr laut mitbekomme... Bei Yamaha kaum ein Problem, bei Steinway schon eher und die Bösis klingen zwar wirklich fein (bin halt doch Patriot), sind aber dafür grad bei Pedalen und Dämpfern sehr laut... Herzlichen Gruß aus Wien ein totmüder weil zuviel arbeitender Georg
ich kleb sie immer mit zwei Streifen schwarzen Gaffas fest, auch die Kabel. Aber immer dann wenn keiner herschaut. Ich hatte noch nie Probleme, weil der Lack total gut ist. Wenn ein wenig vom Tape dranbleibt, dann kann man es abrubbeln (oder man macht den Deckel zu und geht.. :-). Aber, um die Diskussionen (oder schlimmeres, siehe Georg) zu vermeiden, versuche ich es immer unauffällig zu machen. Grüße Tomy
Hallo Rainer, wo ich gerade "geschlossener Deckel des Flügels" lese: Es würde mich mal interessieren, wie die vollständige Entfernung des Deckels bei einem Flügel zu sehen ist. Für mich klingt ein Flügel mit gänzlich entferntem Deckel subjektiv überraschend gut (klarer, deutlicher und transparenter als mit Deckel). Am Deckel kommt es wohl zu Frühreflektionen und damit zu Kammfiltereffekten, aber auch das Abstrahlverhalten (und somit das Muster der Reflektionen im Raum) wird geändert. Bei großbesetzten Orchesterwerken mit obligatem Klavier (Klavier wird dabei meist so in der Gegend der Harfe aufgebaut)ist das Entfernen des Deckels auch gängige Praxis, das Instrument ist so wohl "durchsetzungsfähiger". Im Buch von Jürgen Meyer "Akustik und musikalische Aufführungspraxis" wird nun der Klang eines Flügels mit mit abgenommenem Deckel eher negativ bewertet - was ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Bereits die Entfernung der Abdeckung oberhalb der Klaviatur wirkt sich für mein Empfinden überraschend positiv auf den Klangeindruck aus. Ich habe mal (gemeinsam mit dem Besitzer :-) bei einem Flügel alles zur Funktion nicht unbedingt erforderliche und zerstörungsfrei demonitierbare abgenommen - mit überraschend positivem Ergebnis.
Einen gänzlich entfernten Flügeldeckel hatte ich bei meinen Aufnahmen noch nicht, sondern es waren immer nur Cembali wo der Deckel ganz abgenommen war. Ich kann also da keine konkrete Aussage machen. Allerdings kann ich rein vom Gefühl her die Aussage von J.Meyer auch nicht ganz nachvollziehen (sein Buch habe ich übrigens auch - ist recht gut). Auf jeden Fall ist man mit gänzlich abgenommenem Flügeldeckel bei der Mikrofonanordnung flexibler als mit. Grüße Rainer P.S.: Ist zwar noch ein paar Monate, aber ich denke wir sehen uns dieses Jahr wieder in H auf der TMT.
Hallo Rainer, wegen der Verabredung bezüglich der TMT: Meine Emailadresse steht oben. Schreib mich bitte kurz an, da ich augenblicks bedauerlicherweise nur eine alte (wohl ungültige) Adresse von Dir im Kopf habe. Gruß Andreas
Hallo, die von mir bevorzugte Variante heisst "Mali floor" Tape. Es handelt sich um das Klebeband, mit dem Tanzbodenbeläge verklebt werden. Es ist ein hochfestes Band, das immer rückstandslos zu entfernen ist. Übrigens funktioniert es auch gut als Ersatz für den ausgegangenen C - Ducer Kleber. Viele Grüße t