Hallo zusammen Worin liegt eigentlich der Vorteil, Audio Material mit 96kHz/24Bit aufzunehmen. Klar, die Vorteile dieser Technik sind mir ungefähr bekannt( bessere Qualität / größere S/N-Ratio), aber worin liegt der Vorteil im Bezug auf eine CD, auf der ja sowieso alles nur mit 44,1kHz/16Bit vorhanden ist. Klar, wenn sich neuere Speichermedien wie z.B die DVD durchgesetzt haben, dann hat es meines erachtens natürlich auch Sinn in gebräuchlicher Auflösung aufzuzeichnen, aber es ist doch so, dass die CD im Moment noch Standard ist, oder? Also warum alles in der Welt sollte man Audio Material mit 96kHz/24Bit aufzeichnen, wenn man im Endeffekt sowieso alles wieder auf 44,1kHz/16Bit runterrechnen muss? Bin für jede Antwort dankbar:-) Gruß Björn
Und wieder könnte man jetzt schön auf eine FAQ verweisen.... 16bit bieten ein Dynamik von 92dB. Das reicht für eine fertige Aufnahme die bis 0dB hoch geht und kaum unter -40dB absinkt (bei Klassik?). Problematisch würden nur leise Stellen und lange Fade-Outs werden, bei denen man das blecherne Qunatisierungs"rauschen" hört, da die Auflösung ja dann nur noch wenige Bits beträgt. Für Aufnahmen ist das allerdings zuwenig. Einerseits verliert man durch den sicherheits Headroom schon bis zu 20dB (je nach Material) zum andern addieren sich die Fehler. Bei zwei zusammengemischten Spuren ist das Quantisierungsrauschen schon 3dB lauter. Bei vier Spuren schon 6 usw. Zum anderen wird bei jedem Verarbeitungsschritt (Normalisieren etc.) erneut Quantisierungfehler hinzugefügt weil jedesmal wieder gerundet werden muss. 24bit bietet da ausreichend Spielraum. 24bit können eine Dynamik von 144dB abdecken. Das ist mehr als physikalisch möglch ist. 20bit Wandler würden voll ausreichen. Die 4 zusätzlichen bit sind nur Sicherheit und aufffüllen auf volle bytes. 96kHz bietet einige Vorteile, die aber zumindest für mich den zusätzlichen Rechenaufwand (nur noch die Hälfte an Rechenpower!) nicht rechtfertigen. So ist Jitter geringer, da die Zeitfehler ja auch nur noch halb so gross sind. (ist allerdings bei stabilem Takt auch mit 44kHz kein Problem.) Der wesentliche Vorteil ist aber bei der Verarbeitung. Zum Beispiel bei digitalen EQs die naturgemäss nur bis zur halben Abtastfrequnez arbeiten können. Gereade bei Höhen klingen sie deswegen scharf. Weil das Q grösser ist und der Frequenzgang unsymetrisch wird. Alle anderen Vorteile die erwähnt werden, sind eigl. keine: Wer braucht Noise shaping bei 24bit? Klar kann man 96kHz-Dateien besser verlustfrei komprimieren wegen der höheren Redundanz. Aber nur _relativ_. Man kann 48kHz Dateien absolut sogar noch kleiner kriegen ohne Verluste zu haben. D.h. es ist logisch dass man 96kHz Dateien schonmal um den Faktor 2 stärker komprimieren kann. 96Khz sind mehr als genug. Da Speicher und Rechenpower immer mehr wird ist es aber zukünfitg kein Problem. Ich denke mal 20bit/60kHz wäre da Maximum was man wirklich braucht. 24bit/96kHz sind nur aufgrund der "runden" Zahlen entstanden. Also Consumermedium ist es allerdings übertrieben. Aber eigl. schadet es auch nicht. Komisch nur, dass sich alle HiEnd-Fans im optischen Bereich (TV, Video) mit lächerlichen 720x576 Pixel und 3x8bit linearer Auflösung zufrieden geben. Und das obwohl der Sehsinn beim Menschen wichtiger ist.....
ThomasT hat eigentlich schon alles erwähnt. Man könnte noch ergänzen, das a) die Latenz geringer wird (30 sample latenz dauern bei 44.1KHz natürlich länger als bei 96KHz) b) Die analogen Anti-Aliasing (und auch Reconstruction-) Filter müssen weniger aufwendig sein, was weniger Phasensauerei bedeutet.
b) Die analogen Anti-Aliasing (und auch Reconstruction-) Filter müssen weniger aufwendig sein, was weniger Phasensauerei bedeutet. Bedingt richtig weil heutzutage meist Sigma-Delta-Wandler eingesetzt werden und die Anti-aliasing filterung digital erfolgt. Aber auch hier sind die Filter nicht perfekt und entweder zu flacher anstieg oder starke Frequenzgang Welligkeiten. (da man den perfekten Tiefpass ohne Zeitmaschine nicht hinbekommt...) Die Rekonstruktion erfolgt in der Regel auch über 1bit-Wandler, mit entsprechend hoher Frequenz. D.h. der notwendige Teifpass ist auch hier nicht kritisch. BTW: Hab mal irgendwo gelesen dass mit Direct Digital Stream (?heisst das so) erstaunlich gute Ergebnisse erzielbar sind. D.h. ich habe nur noch 1bit aber eine sehr hohe Sampling-Frequenz im Mhz Bereich.
Hallo Kollegen, In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen sehr aufschlußreichen Artikel hinweisen der in der neuesten Ausgabe der Production-Partner/Audio-Professional steht und zwar mit einem der Pioniere der Digital-Audiotechnik: Stanley Lipshitz. Er sagt ganz klar, daß das Thema "DSD" ein technischer Rückschritt ist. Ich empfehle diesen Artikel unbedingt jedem der an diesem Thread teilnimmt mal zu lesen - wirklich sehr informativ. Grüße Rainer
Phasensauereien machen moderne Rekonstruktionsfilter keine. Man kann sie extrem phasenlinear machen. Allerdings ist unklar, ob das überhaupt ideal ist. Das Gehör ist hinsicht der Zeit nicht invertierbar, was eigentlich ein Wink mit dem Zaunspfahl ist ...
Phasensauereien machen moderne Rekonstruktionsfilter keine. Man kann sie extrem phasenlinear machen. Allerdings ist unklar, ob das überhaupt ideal ist. Das Gehör ist hinsichtlich der Zeit nicht invertierbar, was eigentlich ein Wink mit dem Zaunspfahl ist, daß ein phasenlinearer Filter subotimal ist. Der Effekt dürfte aber bei fs >= 44100 Hz aber nur bei speziell designten Signalen hörbar sein.