Hallo Georg
und was mich auch fasziniert ist die aufschrift auf der rückseite
"Ausgang von M/S auf L/R umgebaut"
...sollte denn dazu nicht diese Matrix dienen...?
Nein. Wie Rainer schon schrieb, ist der E130 als Richtungsmischer für
X/Y oder M/S Stereomikrofone und nicht als Matrix gedacht gewesen.
Nach den mir vorliegenden spärlichen Unterlagen ( M. Dickreiter,
3. Auflage ) handelt es sich um einen pasiven Richtungsmischer mit
34 dB Einfügedämpfung je Kanal.
Er verfügt in Original über 3 Eingänge
1. Mitte bei M/S oder Links bei X/Y
2. Seite bei M/S oder Rechts bei X/Y
3. Zusätzliches Monostützmikrofon
und 2 Ausgäne, M und S.
Er wurde in der damaligen Technologie nach den Eingangsverstärkern
( V76 ) eingesetzt und seine Dämpfung mußte mit Aufholverstärkern
( V72 ) vor den Entzerrern / Pegelstellern wieder ausgeglichen werden.
Er war für Tonregieanlagen gedacht, die mit MS Sammelschienen arbeiteten
und die L/R Bildung mit einer Matrix vor den Ausgangsverstärkern
( V74 ) machten.
Eine solche Matrix, passend zu dieser Technologie, wäre die Z40
( ebenfals pasiv, mit 3 dB Einfügedämpfung je Kanal ).
Nach der Aufschrift auf deinem Exemplar ist dieses scheinbar für den
Betrieb in Tonregieanlagen mit L/R Sammelschienen umgebaut worden.
Es müßte sich also in die Inserts moderner, L/R basierender Mixer einfügen
lassen, falls diese symetrisch sind.
( Da das Gerät rein pasiv ist, hat es möglicherweise keine
Ein-/Ausgangsübertager, zumindest ist in dem Blockschaltbild im Dickreiter
davon nicht zu sehen. In diesen Fall würde es nicht funktionieren,
wenn man die b-Ader einfach auf Masse legt. Einfach einmal aufschrauben
und reinsehen, ob 5 Übertrager drin sind ).
Wenn du den alten Dickreiter nicht hast, laut Blockchaltbild gehen die
b-Adern der beiden Eingänge 1 und 2 ( siehe oben ) an die beiden
Mittelkontakte des zweipoligen X/Y M/S Umschalters. Die zugehörigen
a-Adern müßten sich dann leicht ermitteln lassen ( miteinander verdrillt
oder gemeinsam geschirmt ). Und wenn schon mal die Eingänge klar sind,
müßte man mit dem Einspeissen von Signalen und testen wo was rauskommt
die Anschlüsse rauskriegen. Eine Betriebsspannung braucht das pasive Teil
ja eh nicht.
Vieleicht hast du ja Glück und treibst irgendwo die Pläne auf. Hoffentlich
sind die Modifikationen nicht so schlimm, daß man mit den Plan auch nicht
weiterkommt.
Ich hoffe, dir etwas geholfen zu haben.
Gruß, Gerhard