Equalizer Richtwerte

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi!
Weiss jemand von Euch, wo ich Tabellen mit Richtwerten für Equalizereinstellungen finden kann.
Also z.B. welche Frequenz,bei welchem Instrument (z.B. Bassdrum) um wieviel db etc angehoben /abgesenkt wird?
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Antwort#2
Solche Tabellen wirst du von seriöser Quelle nicht finden. Lediglich Bücher/Sites für Anfänger haben sowas. Nicht weil es sinnvoll ist, sondern weil es gewünscht wird.
Je nach Instrument, Spielweise, Mikrofonaufstellung und gewünschtem Sound wird die Einstellung anders sein. Im Idealfall braucht man gar keine EQ. Höre auf das Instrument und frage dich, bei welchen Frequenzen du bearbeiten musst. Probier halt notfalls rum. Einfach Q auf Mittelstellung, Gain (dB) ganz hoch/niedrig und Frequnzregler mal drehen. Dann hörst du welche Frequnenzen welchen Sound ausmachen.
Vielleicht als Richtwert wenn man Klang und Frequenz noch nicht richtig in Gedanken erkennt:
30Hz - 60Hz: Tiefbass, eher fühlbar als Hörbar
80Hz - 120Hz: Druck von Bassdrum, Bass, Grundfrequenzen von tiefen Männerstimmen
um 150Hz: Mulmiger Bass, Druck von Toms
200-300Hz: Mulm, Grundfrequenzen von Frauenstimmen, höheren Instrumenten
Maxima von Bassinstrumenten (meist sinnvoll hier abzusenken)
um 500Hz-700Hz: "Musikalität", Durchsetzungsvermögen, blecherners Geräusch bei HiHat
um 1kHz: Mitten halt, tieferer metallischer Klang bei Bass,
um 3kHz: Resonanzfrequnz des Ohrs, hier nervt es schnell, scharf, Anschlaggeräusche
um 4kHz-8kHz: Anschlaggeräusche bei Trommel, Brillianz, auch Schärfe,
10kHz-14Khz: "Air", Brillianz (vor allem von Becken)
14Khz kaum relevant, Klarheit
Also bei Schlagzeugtrommeln bringt Absenken bei ca. 300Hz und Boosten bei ca.4kHz einen knackigen Sound. Anheben von 4kHz bei Gesang erhöht die Verständlichkeit. Die 200Hz bei Akustikgitarre bringt "Wärme".
usw. Aber es ist immer etwas oder total anders.
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Antwort#3
Danke Thomas T.
Das sind sehr gute Antworten auf die Anfrage zu den EQ-Richtwerten. Die angegebenen Frequenzbereiche sind eine wertvolle Hilfe zur allgemeinen Filtereinstellung.
Im Yamaha O2R Mischpult gab es mal so eine "lächerliche" Tabelle für EQ-Einstellungen: Gitarre 1, Gitarre 2, Bass Drum 1, Bass Drum 2 u.s.w. Das klingt, wie Einstellungen bei den Orgel-Registern. Jeder weiß, dass die Bass-Drum als Instrument erst in dem Raum mit dem Anschlag des Spieler einen Klang entwickelt. Da ist es lustig, wenn man Filter hätte mit der Bezeichnung: Beatle Drum oder Abba-Drum. Da kann ein Filter-Kochbuch nichts ausrichten. Das Stimmen der Trommeln ist ein wichtiger Ausgangspunkt.
Sicher wurde auch ich von Journalisten gebeten, eine Tabelle für Klavier-Entzerrungen und für Solo-Geige zu geben. Ich werde mich hüten. Aus Toni Marschall ist kein Pavarotti zu filtern.
Hier folgt mal eine amerikanische Tabelle mit EQ-Einstellungs-Hinweisen, die natürlich eine voll subjektive Meinung ist.
Useful EQ Settings ? for general guidance only
Use you ears to do the job correctly.
Bass Drum: Add Weight Boost 70-90 Hz
Reduce Boxy-ness Cut ~ 220 Hz
Add Click Boost 3.5 & 6 kHz
Snare: Fatten Boost 90-140 Hz
Reduce Box Cut ~ 400 Hz
Add Bite Boost ~ 3 - 7 kHz
Toms: Add Body Boost 80 ? 120 Hz
Bass Guitar: Add Richness Boost ~ 80 Hz
Add Aggression Boost 500 & 800 Hz
Reduce Rumble Cut 20 ? 40 Hz
Reduce Boom Cut 200 ? 250 Hz
Elec Guitar: Warmth Boost 125 & 200 Hz
Aco Guitar: Add Attack Boost 5 ? 7 kHz
Reduce Boom Cut 200 & 500 Hz
Reduce Nasality Cut 1 kHz
Add Sparkle Boost 4 kHz and up
Piano: Bass Emphasis Boost 90 ? 150 Hz
Attack Emphasis Boost 4 ? 6 kHz
Add Air Boost Wideband 15kHz
Reduce Boom Cut 250 ? 350 Hz
Vocals: Increase Presence Boost 4 ? 4 kHz
De-Ess Cut 5 ? 10 kHz
Noise: Remove Hum Cut Narrow 60 Hz
Hoffentlich kommt jetzt nicht die nächste Frage: Welches ist das beste Mikrophon für E-Gitarre, und welches für Querflöte?
Und mit welcher EQ-Einstellung kann ich aus dem Shure SM57-Mikrophon ein Neumann U87 machen. So einen Microphone Modeler gibt es wirklich.
Gruß
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotehchik:
http://www.sengpielaudio.com


http://www.sengpielaudio.com
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Antwort#4
Servus,
unter dieser Adresse kann man (nicht nur zu EQs) vieles, vieles finden ...
redi

auch mal die anderen Seiten anschauen ...
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Antwort#5
keine Vernünftige Antwort gekriegt*grummel*
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Antwort#6
hi alle!
Vielen Dank für die Tipps.
Das es keine Allheilmitteleinstellungen gibt war mir klar, aber wie man sieht gibt es eben doch einige Richtwerte, die als Anhaltspunkte zum Experimentieren dienen.
Ich werd die Werte einfach mal als Basis benutzen und versuchen daraus zu lernen.
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Antwort#7
wenn es so einfach wäre, bräuchte man keine Produzenten oder Tontechniker mehr ;-)
In der Praxis kommt es immer auf den Mix und auf die jeweiligen Instrumente an.
Beispiel: Eine Bassdrum kann Frequenzen von 20Hz - 20 kHz enthalten und manche sind eher dumpf, andere pöcken mehr im oberen Bassbereich bei 600 kHz oder höher rum. - Je nach Stilrichtung und Mix kann es deshalb sinnvoll sein, hohe Bereiche anzuheben oder abzusenken.
i.d.r. wird EQed um störende oder von anderen Instrumenten überlagerte Frequenzen auszuschalten oder freie oder besonders prägnant klingende Frequenzen im Mix hervorzuheben. - Dafür gibt es kein rezept - nur Deine Ohren ;-)
Ein Frequenzanalyser kann für sowas hilfreich sein, man sollte sich aber nicht zu sehr an sowas orientieren.
Steve
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Antwort#8
Vielleicht noch ein paar Anhaltspunkte:
Die Formanten der Vokale a,e,i,o,u, liegen in den Frequenzbereichen 1kHz, 2kHz, 3kHz, 0,5kHz, 0,3kHz. Aber das sind Anhaltspunkte die nur aussagen "wo man etwa zu drehen hat" wenn ein solcher Formant besonders hervorsticht.

Grüße
Rainer
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Antwort#9
Zu den wichtigen Hinweisen von Rainer zu den Frequenzbereichen in denen die Vokale liegen, möchte ich hinzufügen, dass diese Formanten auch in vielen unserer Instrumente vorkommen. So wie wir "Geschmacksverstärker" in unserer Erdbeer-Marmelade haben, so kann man mit Equalizern die Formanten einiger Instrumente verstärken und die Tuba noch "tubiger" das Horn noch "horniger" und die Oboe noch "oboiger" klingen lassen - wenn man weiß, wo man ansetzten muss. Einige Hinweise zu wichtigen Frequenzbereichen sind - wie immer - auf meiner Homepage:
http://www.sengpielaudio.com
unter "Vorlesungs-Unterlagen 3"
"Vokaldreieck - Lage der Formanten"
"Formanten prägen die Klangfarbe"
"Die Bedeutung der Blauert'schen Bänder"
"Kennen Sie den Frequenzgang des Gehörs?"
um nur einige Themen hierzu zu nennen.
Mit diesem Wissen kann man viel sicherer in die Equalizer greifen und dann mit einer Frequenz-Anfangsposition mit dem Ohr einen optimalen Einstellungspunkt finden.
Viel Spass beim Formanten-Stöbern.
Gruß
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

http://www.sengpielaudio.com
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Antwort#10
Hier gibt´s einen kleinen Helfer bezüglich EQ-Eistellung, Soundoptimierung und Mikrofonierung für den Einsteiger. Ab und zu hilft er auch Profis :-)
Download unter: http://studiobuddy.com/txi/
P.S.: Ist in Englisch und läuft bei mir einwandfrei - übernehme allerdings, wie bei allen Links- keine Haftung für irgendwelche Probleme !

Studio-Buddy-Download
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