Aufnahme und Bearbeitung(Weibliche Stimme)

Erstellt 28 Antworten29 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo alle zusammen!
Ich brauche einen guten Rat von dem,
der schon die weibliche Stimme auf die CD gebracht hat.
Für die Aufnahme benutze ich "Audio-Technica 4033" Mikrofon,
als Preamp "Mindprint En-Voice", dann geht die Stimme in den Cubase 5.1
dort wird sie durch den Kompressor, Equalizer, mdaStereo(Plug-in), De-Esser, Hall und Delay
geleitet. Ich hab' nun ein Problem dass die Stimme bisschen neblich klingt und wenn
ich mit den Tiefen etwas runter gehe, klingt das ganze wie aus dem Eimer. Manchmal ist es nicht schlecht
(bei mir über die NS-10 von Yamaha), aber dann wenn ich im Keller durch die grosse Boxen laufen lasse
ist die Stimme irgendwie dünn und hoch.
Schon seit Wochen versuche ich das hinzukriegen(Nachts kommen schon die Alpträume ;))
Ich bedanke mich im voraus für jede Hilfe
Gruß Andreas
ZitierenPost melden
Antwort#2
Tach Andreas!
Ich nehm oft weiblichen Gasang auf bei der Band, die ich recorde. Und zufällig mit genau demselben Equipment. AT4033-Envoice-Cubase-bla bla. Nur richtig helfen kann ich dir irgendwie nicht. Deine Sängerin klingt ja ganz anders als meine. Ich hab zum Beispiel aus gutem Grund das AT4033 gewählt. Aber vielleicht isses ja für dein Mädel nicht geeignet. und was macht eigentlich dieses StereoPlugIn bei dir da im Weg? PseudoStereo erzeugen wollen? Lass den Gesang mal schön inner Mitte. Dann kommt er auch knackig. und nich wischi-waschi von überall.
denn bis * Ari
ZitierenPost melden
Antwort#3
Nimm nochmal das Megeto von Steinberg drüber. Das Ding kompremiert zusätzlich noch leicht und simuliert eine Bandsättigung. Klingt dann etwas voll, wärmer.
Ansonsten doppel doch mal die Vocal. Wenn deine Sängerin gut ist, kann sie exakt gleich singen. Einfach mehrere Gesangspuren übereinander legen.
Viele Grüße,
Rotate
ZitierenPost melden
Antwort#4
Also, ich habe auch das AT4033a, jedoch mit dem SPL TRack One. Nach meiner Erfahrung nehmen sich die Preamps allerdings nicht viel, hatte mich seinerzeit lange schlau gemacht und hatte auch schon Focusrite und früher bin ich sogar über einen Standardkompressor direkt in den Pult gegangen. Ich nehme auch in Cubase VST auf und kann dir versichern, daß es am Equipment garantiert nicht liegt. Simon Collins (Sohn von Phil Collins) benutzt übrigens das gleiche Mike in seinem Studio.
Früher hatte ich das gleiche Problem wie Du jetzt. Ich wußte nie, liegt es nun an meinen diletantischen Einstellungen oder haben die "Profis" Tricks drauf, die ich nicht kenne. Nachdem ich die erste Sängerin im Studio hatte die 1000 Euro für drei Stunden bekam, wußte ich warum vorher alles scheiße klang ;-)
Der Grund, warum es Leute in die Charts schaffen und andere nicht, liegt nicht am Equipment, sondern einzig und alleine an der Stimme selbst. Klar braucht man vernünftiges Gerät, vernünftige Kompression, EQ, etc., aber bei einer geilen Stimme brauchst Du fast nix verändern, die setzt sich durch im Mix und klingt immer fett! Ich hatte auch schon viele "Amateure" im Studio und die (meist Mädels) konnten (fast ;-) alle singen und den Ton halten - nur war die Stimme einfach nicht durchsetzungsfähig genug (auch mit Vollkompression nicht) und mit EQ wurde es nur schlimmer und wenn ich es irgendwo präsenter machen wollte habe ich lediglich ein "Näseln" reingebracht, weil ich im 1-3 kHz Bereich mehr Power haben wollte (klang dann wie Schnupfen *lol*). So jemand kann super live singen und für Karaoke ist das klasse - im Studiobereich oder für die Charts wird es aber einfach nicht reichen...
An weiblichen Stimmen hatte ich z.B. schon die Sängerin von "C-Block" im Studio oder die Sängerin von "Magic Affair" (The Omen) und da mußte ich nicht mal groß am Preamp rumschrauben, hab erst mal EQ völlig weggelassen und den ganzen Schnickschnack (Kompressor, deesser, etc.) nur mäßig eingesetzt und - wie Du - direkt in Cubase (über meine alte Gina in 16 Bit!). Klang so schon geil im Playback, später nochmal in SoundForge nachkomprimiert und ein bissl Hall drauf und es klang geil! Wenn ich früher schon mal einen Profi hätte ausprobieren können, hätte ich mir den ganzen Streß mit den "Amateuren" erspart. So habe ich ewig herum-EQed und komprimiert, gedoppelt, getrippelt bis zum Umfallen und effekte draufgehauen und es klang trotzdem nicht :(
Je nachdem welche Produktion Du machst, kannst Du natürlich mal den Gesang doppeln oder trippeln. D.h. die Sängerin singt auf Ihren eigenen Gesang nochmal drauf! (Das ist nicht zu vergleichen mit Spur kopieren in Cubase oder ein Choruseffekt) Die Amis arbeiten fast nur so! Die gedoppelte/getrippelte Spur wird dann sehr leise dazu gemixt (würde mal sagen -15 bis -20 dB leiser als die Leadvox) und trotzdem macht es den Mix fett. Man muß aber darauf achten, daß es sich immernoch wie eine einzige Stimme und nicht wie ein Kirchenchor anhört ;-)
Ok, bevor das jetzt ein Buch wird - wenn alles nix hilft, dann liegt es wohl an der Sängerin. Wenn es ohne Effekte nicht schon gut klingt hilft alle Technik nix. (das ist zumindest meine Erfahrung - und wenn jemand aus einem Amateur mit dem XY Gerät einen Chartsänger machen kann, dann bitte unbedingt melden :)

Hope that helped a little
;-)
Steve
ZitierenPost melden
Antwort#5
Hallo Andreas,
Bei Laiensängern/-innen ist das immer so eine Sache (habe es meist mit Profis zu tun).
Aber an dieser Stelle mal ein ganz anderer Rat:
Nimm mal zum Abhören nicht diese Allerweltslautsprecher "NS10" sondern nimm mal Deine hochwertigen Regielautsprecher !
Das klingt wie ein Witz, ist aber keiner. Mir hat mal ein alter erfahrener Studiohase gesagt: "Aufnahmen die technisch schlecht sind, wurden in den meisten Fällen mit ungeeigneten Lautsprechern abgehört".
Wir hatten vor ein paar Jahren mal ein VDT-Seminar wo u.a. demonstriert wurde, wie verschieden ein und die selbe Aufnahme klingt wenn sie auf unterschiedlichen Monitoren abgehört wird.
Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hallo Andreas,
schmeiss die NS-10 weg und besorge dir vernünftige Abhörmonitore.
Lass das Srereo PlugIn weg, fahre mit den restlichen Effekten so
sparsam wie möglich. Wenn das alles nichts hilft, wechsle die Sängerin.
Mit deinem Eqipment sollte es eigentlich kein Problem sein, super Aufnahmen
abzuliefern.
Gruß Fisch

sein, gute Aufnahmen zu
ZitierenPost melden
Antwort#7
hi,
...ups, da hätte ich jetzt aber ein anderes posting erwartet. @reiner
andreas,
abgesehen davon, daß das AT 4033 eh etwas mumpfig klingt, gerade in den formantbereichen, solltest du mal die ganzen regelverstärker und effekte ausstellen.
ist sonst kein wunder, daß es nicht gut klingt.
nach der 24bit aufnahme etwas kompressor.achte auf die attack zeiten, wegen dem bass. ( nicht zu kurz einstellen) dsp´s auf die busse, regelverstärker insertieren.
wie, ist geschmacksache und musst du entscheiden.
gruß racker
ZitierenPost melden
Antwort#8
Moin,
wenn ich dann das Stereo Plug-in weglasse klingt es "sehr" mono
Gruss Andreas
ZitierenPost melden
Antwort#9
Moin,
erstmal vielen Dank für eure Meinungen!
Ich glaube ich hab' den Kompressor auf dem En-Voice (beim einsingen) falsch eingestellt.
Ich hab' noch gestern mit dem Gerät rumgespielt,
ist schon besser geworden. Hat jemand paar Tips wie man den Kompressor
auf dem Vorverstärker einstellen soll?
Danke noch mal!
Gruß Andreas
ZitierenPost melden
Antwort#10
Hallo Racker,
Mal etwas provokant gefragt: Was hättest Du denn jetzt von mir erwartet? :-)
Im Grunde vertrete ich die gleiche Meinung wie Du sie in Deinem Posting anführst und auch die Meinung der anderen. Aber ich muß ja nicht nochmals wiederholen was andere schon geschrieben haben. Dazu kommt noch, daß ich das besagte Mikrofon nicht kenne.
Meine Erfahrungen bei Aufnahmen von Sängern (aber bitte: die Erfahrungen beziehen sich auf die Aufnahmen mit Profis): ich benutze meist dazu die U89, U87 und SM 69 von Neumann und dann ohne jegliche Entzerrung und ohne Kompressor. Ganz selten muß ich mal mit Begrenzer arbeiten. Hallanteile mische ich nur mäßig zu.
Aber Du kannst es glauben: Die Abhöre hat entscheidenden Einfluß auf das Endergebnis.

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#11
Hallo Andreas,
Das Stereo-PlugIn würde ich auch weglassen. Wenn Dir die Abbildung der Sängerin auf der Stereobasis zu punktförmig ist, versuche sie mal mit 2 Mikrofonen in einer Art ORTF-Anordnung aufzunhemen. Ich bin aber der Ansicht, daß das nicht viel Zweck hat. Eine gut - nicht übermäßig - dosierte Zumischung von Hall (natürlich auch mit angepaßtem Delay, sonst klingt es nicht räumlich sondern nur hallig) läßt die Stimme besser erscheinen als diese ganzen Pseudostereo-Effekte.
Ich muß dazu sagen, daß ich diese Erfahrungen mit Profisängern gemacht habe. Aber stelle mal das Mikrofon sehr nah zur Sängerin auf. Wird die Sängerin im Playback zugemischt oder direkt während die anderen spielen?
Und wie gesagt: Tu' Dir selbst den großen Gefallen und nimm qualifiziertere Lautsprecher zum Abhören als die NS 10.
Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#12
Moin!
Erstmal möchte ich mich der Meinung meiner Vorredner(schreiber) anschließen. Am Equipment liegt es bestimmt nicht.
Doch wie Rainer schon sagte: Nimm Dir wirklich gute Abhörmonitore. Auf den NS-10 könnte ich wahrscheinlich auch keine geile Stimme beurteilen.
Mir brennt allerdings eine Frage unter den Nägeln:
Was bringt eins von diesen Pseudeo-stereo-Plugins auf Deiner Gesangsspur?
Die zwei gängigen und billigsten Arten der Stereobasisverbreiterung sollten hier eigentlich nicht helfen.
1. Phasenschweinereien: Wenn man z.B. das linke Signal dem rechten phasengedreht zumischt (das Mittensignal wird leicht bedämpft), kann das in einem Mix in Maßen ganz nett klingen.
Bei einem Monosignal löschst Du aber mit dieser Methode nur das ganze Signal aus, da das linke und rechte Signal ja identisch sind.
Also diese Art der Bearbeitung halte ich für etwas fragwürdig.
2. Frequenzverteilung: Manche Stereoeffekte basieren auf der Verteilung von Frequenzen auf der Stereobasis, welches bei einem Monosignal aber ziemlich daneben klingen dürfte, da (übertrieben ausgedrückt) der Bassbereich einer Stimme ja wohl nicht woanders lokalisiert werden soll als das Mittenspektrum.
...Hm
Bitte erläutere mir doch mal die Arbeitsweise Deines Stereo-Plugins.
Ich könnte mir vorstellen, dass ein verwaschener Klang auch daran liegen kann.
Grüße
Markus

marcoustic audio
ZitierenPost melden
Antwort#14
Tach Rainer!
Warum gehst Du eigentlich immer davon aus, dass Profi Sänger nicht bearbeitet werden müssen. Weil sie ja sooo gut singen können.
1. egal welches geniale Mic dranhängt, muss doch der Gesang mal in einen Song rein. Da die meisten Songs ja doch recht unterschiedlich sind ;) ist doch ein dazu passendes EQing voll wichtig. Genauso wie die für den Song genehme Kompression.
2. ausserdem klingt das von Dir so, als würden sämtliche Bearbeitungen (Dynas/FX) das Ergebnis verschlimmern. hoppla, ich glaube nicht, das die Geräte dafür geschaffen wurden!! Andersrum, Laiengesang wird durch Dynas/FX nur "schön" gemacht!? Da möcht ich total widersprechen. N scheiss Gesang mit FX klingt auch weiterhin wie scheiss Gesang. Nur eben mit FX :)
also wenn ich irgendwat nich verstanden oder verdreht habe von Dir, dann erklärs mir büdde.
denn bis * Ari
ZitierenPost melden
Antwort#15
Hallo Ari,
Daß Profisänger niemals bearbeitet werden dürfen, möchte ich nicht behaupten. Wenn man bestimmte Effekte erzeugen will, sind die besagten Mittel durchaus legitim. Ich stehe nur auf dem Standpunkt: Erst natürliche "Heilkräuter" - und wenn die nicht helfen, dann muß härtere "Arznei" bei. Ich habe es bei meinen Aufnahmen hauptsächlich mit Sängern in oratorienähnlichen Darbietungen - also in erster Linie im klassischen Bereich - zu tun und da sind derartige Bearbeitungsmittel nicht notwendig und auch meist unerwünscht. Im sog. "U-Musikbereich" können Bearbeitungsmittel durchaus erwünscht sein - auch bei Profisängern (ich meine damit Sänger/-innen die eine Gesangsausbildung haben) - weeil man ja einen bestimmten Effekt erzielen möchte. Trotzdem bin ich der Ansicht, daß man es erst einmal "pur" versuchen sollte und wenn dann noch Wünsche bestehen, dann kommt die "Arznei" - sprich die Effekgeräte dazu.
Es macht schon einen Unterschied, ob ein Sänger Laie ist oder eine Gesangsausbildung hat. Letzterer beherrscht einfach eine ganz andere Stimmfülle und eine größere Dynamik, auch die Atemtechnik ist eine ganz andere. Ein Laiensänger hat da doch häufig sehr mit zu kämpfen.
Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#16
mit den Monitoren gebe ich auch den anderen Recht, allerdings waren die NS10 jahrelang standard und so mancher Charthit wurde sogar auf den NS10 abgemischt (unglaublich, aber z.B. Moby hat anfangs nur auf den NS10 gearbeitet)
mit dem Monoproblem, das verstehe ich nicht ganz. Normalerweise ist der Gesang immer mono. Was u machen kannst ist zwei unterschiedliche(!!!) takes nehmen und einen links, einen rechts anordnen. Durch die Phasenunterschiede hast Du einen geilen Stereoeffekt und es klingt nicht verwaschen. Mit Stereoeffekten würde ich nicht arbeiten, weil solche Geräte/Plugins die Phase manipulieren und sowas unsauber klingt. (Abgesehen davon ist es unüblich, was auch immer das bedeuten mag ;-)
Steve
ZitierenPost melden
Antwort#17
hi,
reiner,
aber das mit den ns 10 (ich wollts mir eigendlich verkneifen)
ist schwachsinnig. ich hätte gedacht, daß du siehst daß der signalweg mit effekten zugekleister war. sowas kann nicht klingen. mit den besten boxen und willen nicht.
die dinger klingen zwar nicht toll, aber im gegensatz zu den 3x so teuren genelecs sind die ns 10 wenigstens ehrlich und verschönern nicht.
ich wette mit dir, daß ich auf den ns 10 einen mix fahre, der auf den genelecs besser klingt, als ein mix auf den genelecs mit denselben abgehört.
gegen die praktisch durchgeführten vergleiche und entsprechenden erfahrungen fallen subjektive worte dritter weniger in´s gewicht.
nochwas zu deinen "gesangs-profis".
das insertieren des kompressors im technischen sinne, d.h. möglichst homogenes klangmaterial zu bekommen, ist sogar bei den dynamischen musikstilen notwendig. oder möchtest du, daß die ersten 40dB der 24 bit aufnahme im rauschteppich verschwinden ? (kann es sein, daß du schlechte erfahrung mit schlechter hardware gemacht hast?)
ich habe auch schon mit den superprofis gearbeitet. nur, ab wann sind die profis bitteschön profis ?? wenn sie von alleine wissen was der toni meint ??? oder wenn sie gut intonieren können und volumen haben ?
kann es nicht sein, daß eine person die das singen nur als hobby ausübt, aber mit nem toni zusammen lebt mehr durchblick von der materie bekommt und bessere ergebnisse abliefert in kürzerer zeit als die pseudo profis ? doch, das geht.
wann ist man profi und wann nicht ?
profi sagt einzig und alleine aus, daß derjenige mit der materie seinen lebensunterhalt bestreitet. mehr nicht.
ein freund von mir ist flamenco gitarrist. er verdient sein geld damit. also ist er profi. obwohl er KEIN studiomusiker ist, habe ich ihn auf eine samplesession eingeladen und ich habe mit ihm perfekt 16std lang gearbeitet. er war wirklich besser als manch anderer pseudo profi, der jeden tag in studios rumgeistert. (eigene erfahrung)
drei fragen hätte ich noch an dich.
spielst du selber eigendlich ein instrument ?
und hast du schonmal versucht effekte und plug in´s eher künstlerisch einzusetzen als in technischer hinsicht ?
ich meine, hast du z.b. schonmal mit rückwärtshall, steuersignalen usw. experimentiert auch um neue klänge zu gestalten ?
gruß racker
ZitierenPost melden
Antwort#18
mensch Rainer!
Wenn ich das mit dem "pur" und "natürlich wie möglich" immer höre. Ich habe noch NIE (maybe mangelnde Erfahrung?) richtig cleanen Gesang gehört, der wirklich geil klingt. Ok, als einzelne Spur schon. macht auch Spass mal so alle Nuancen des Sängers zu hören. aber mit Song ringsrum? WÜÜRG. zur Natürlichkeit: mir wird richtig schlecht, wenn ich einen Gesang im Song höre, der Knochentrocken aus den Boxen trällert. So als sässe der Typ in den Boxen drin. bluä also vernünftiger Raum her!
mit der Dynamik isses auch sone Sache. Gerade beim Gesang. Es ist doch wohl nix schlimmer, als wenn man den Text grad so hört (sich richtig anstrengen muss) und dannach denkt "eh wann hört der auf so zu brüllen?" Das eine Stimme lauter und leiser klingt, bei richtig guter Kompression is doch auch klar oder?
Ich meine Dynamik bis -8 :) aber Höreindruck von über 20dB Unterschied.
ok, Du kommst eher ausm Klassikbereich. Da ist alles mit viel Vorsicht zu geniessen, aber um Gottes Willen nicht wegzulassen!!
Ich komme ebenfalls ausm klassischen Bereich. Mit big Orchester und so. Dort liegen meine Ursprünge. Wenn ich da ne CD abgelieftert hab, mit mehr als 30dB Dynamik, hab ich sie promt zurückbekommen. "klingt nicht "volominös" genug" und sone Sprüche kamen da. Und bei dem richtigen Orchesterstück -alles Unisono und so- da sind mal mehr als 125dB Druck drin. und wenn du das jetzt NATÜRLICH behalten willst.... na dann viel Spass mit den Nachbarn beim Hören der CD. soviel zur klassischen Kompression!
denn bis * Ari
ZitierenPost melden
Antwort#19
Hallo Racker,
Zu Deinen Thesen:
Lautsprecher: Ein Regielautsprecher der "verschönert" ist für eine Abmischung nicht brauchbar. Von den Genelecs bin ich nicht sehr überzeugt, ich plädiere für Klein&Hummel oder für MEG. Wenn ich auf diesen eine Mischung mache und diese befriedigt, brauche ich keine Zweitlautsprecher um nochmals zu kontrollieren wie es unter Heimbedingungen klingt.
Freilich kann man mit den NS 10 abmischen und im Prinzip kann man mit jedem LS abmischen. Aber es ist ungleich schwieriger als wenn man einen LS nimmt der quasi "geeicht" ist. Genauso kannst Du auch beim Hausbau mit einem Maßstab messen der nur 77,3 cm lang ist. Aber mit dem Metermaß ist es einfacher, dann braucht man nicht umrechnen. Verstehst Du was ich damit sagen will?
Verschönern tun die K&H und die MEG ganz gewiß nicht. Bei den Genelecs bin ich da nicht so ganz überzeugt. Gerade über das Thema "Regielautsprecher" wird vielerorts sehr kontrovers diskutiert und es wird offenbar auch sehr viel Unfug verbreitet. Für mich ist dieser Sachverhalt eindeutig klar: Ein Regielautsprecher ist dem Wesen nach ein "Meßinstrument" mit dem etwas beurteilt werden soll. Und jedem Meßinstrument liegt ein "Normal" zugrunde. Sowie beim Metermaß das "Normal" eine ganz bestimmte Wellenlänge einer Strahlung des Kryptonatoms zu grunde liegt, liegen einem Regielautsprecher ganz bestimmte Eingenschaften zu grunde. Und diesen kommen die genannten K&H und MEG am nächsten. Das pyhsikalische Ideal gibt es nicht aber die Annäherung daran ist bei den gerade besagten am besten gelungen, nicht so bei den NS 10.

Zu den Gesangsprofis: Ich habe es im vorangehenden Posting vorhin an Ari dargelegt was ich darunter verstehe. Es macht schon einen Unterschied, ob jemand eine Gesangsausbildung hat oder nicht. Bei Laien muß man u.U. zu gestalterischen Maßnahmen greifen, die man bei ausgebildeten Sängern nicht braucht.
Du schreibst: ""daß die ersten 40dB der 24 bit aufnahme im
rauschteppich verschwinden ? (kann es sein, daß du schlechte erfahrung mit schlechter hardware gemacht hast?)""
Also mal genau: 24 bit haben eine theoretische Dynamik von ca. 140 dB! (Das "6dB pro bit" stimmt bei diesen hohen Auflösungen nicht mehr - das stimmt nur bis etwa 20 bit) Wenn davon 40 dB weggehen, sind es immer noch 100 dB die übrig bleiben. Das schafft kein Mensch mit seiner Stimme. Und wenn nur bis - 40 dB ausgesteuert wird, dann kann man bei 24 bit bedenkenlos um 40 dB auf der Digitalebene hochziehen ohne daß die leisen Stellen im Rauschen untergehen.
Und schlechte Hardware verwende ich bestimmt nicht! Das wäre gegen meine Qualitätsvorstellungen. Verwende K&H Lautsprecher, Mikrofone von Neumann und Schoeps und ansonsten Equipment aus dem Proibereich, Maßstab sind bei mir die Qualitätsparameter nach dem IRT-Pflichtenheft 3/5.
Zu Deinen Fragen:
1. "spielst du selber eigendlich ein instrument ?"
Ich bin von Hause aus Orgelspieler (Pfeifenorgel - Organistendienst).
2. "und hast du schonmal versucht effekte und plug in´s eher künstlerisch einzusetzen als in technischer hinsicht ?"
Ich setze diese Mittel NUR künstlerisch ein. Was anderes kann ich mir nicht vorstellen. Egal ob Hall, Pseudostereo, Begrenzer-Kompressor-Expander, Exiter und was es noch alles gibt.
d.h.: Ich habe eine Vorstellung von bestimmten Klang"bildern" und um diese zu realisieren bediene ich mich der Effekte. Ob als "PlugIn" oder als Hardware ist dabei nebensächlich. Nur das Endergebnis zählt.
3. "ich meine, hast du z.b. schonmal mit rückwärtshall, steuersignalen usw. experimentiert auch um neue klänge zu gestalten ?"
Rückwärtshall habe ich zwar noch nicht gemacht, hätte aber keine Problem damit, wenn ich mit einer solchen Aufgabenstellung konfrontiert würde.
Das liegt ganz einfach daran, daß mein Metier ein anderes ist als Deines.
ZitierenPost melden
Antwort#20
Hallo Ari,
Um es nochmal klarzustellen: Von "NATÜRLICHKEIT" habe ich nicht gesprochen und ich lehne solche Forderungen auch strikt ab, weil es kompletter Unsinn ist. Wenn ich so diese Sprüche aus dem Hifi-Bereich lese wo immer wieder die Forderung nach "Natürlichkeit" gestellt wird, kann ich darüber nur lachen. Natürlichkeit gibt es bei keiner Reproduktion und sie ist auch nicht erstrebenswert. Versteh mich da bitte nicht falsch.
"" Da ist alles mit viel Vorsicht zu geniessen, aber um Gottes Willen nicht
wegzulassen!!""
Nochmals zur Klarstellung: Ich bin kein "Purist" und will auch nicht als solcher eingestuft werden. Wenn ich der Ansicht bin, daß ich einen bestimmten Effekt brauche, dann wird er eingesetzt. Wenn ich meine, ich brauche ihn nicht, lasse ich ihn weg. Aber daraus ein "Evangelium" zu machen, daß man bei Klassik diese Dinge auf keinen Fall verwenden darf, ist ebenso absurd, wie die Forderung nach Natürlichkeit. Es gibt für mich keine "Heiligtümer" - auch nicht Klassik. Erlaubt ist was zum Ziel führt. Nur, ich versuche erst die einfachen Mittel und erst wenn die nicht zum Ziel führen, kommen härtere zum Einsatz. Das ist genauso wie diese ganze "Minimalisik-Apostel" die mit meinen weil wir nur 2 Ohren haben, dürfe man nicht mehr als nur 2 Mikrofone einsetzen, und dann versuchen diese Leute ein großes Orchester mit einer ORTF aufzunehmen... - welch eine abstruse Denkweise. Wenn ich mit 2 auskomme (zwar nich bei einem Orchester) - o.k. dann eben nur 2, und wenn ich 20 oder mehr brauche, dann eben 20 oder mehr.
Es macht aber keinen Sinn - und so möchte ich meine Argumente verstanden wissen - wenn man gleich mit allen möglichen Mittel etwas zu realisieren versucht bevor man erst mal probiert hat, ob dies überhaupt notwendig ist. Man sollte bei allem erst einmal nach dem Grundproblem suchen, bevor man weitere Schritte unternimmt, d.h. in diesem Fall beim Sänger selbst. Denn sonst führt das mit der Zeit unweigerlich zu einer Haltung unter den Künstlern die da lautet: "ach... das machen die schon an ihrem Mischpult, ich brauche mich da nicht sonderlich anzustrengen". Und diese Haltung ist der Anfang der Katastrophe. Es gibt genügend Künstler die so denken. Habe ich selbst schon erlebt.

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.