Hi Jungs! Ich hab gerade ein paar Schlagzeugspuren (HardDiscRec) aufgenommen und es klingt eigentlich alles recht gut bis auf die Toms. Die klingen wie Blechtonnen . Ausserdem hab ich jede Menge Becken auf der Spur drauf. Lässt man die für gewöhnlich drauf oder soll ich die per Hand rauslöschen (sofern es sich nicht mit den Toms überschneidet) oder komm ich da mit nem Noisegate (gibts da gute als VST/DirectX Plugins) besser bei?
Hallo Marius ! Prinzipiell kannst Du natürlich die Spuren "Manuell" säubern, d.h. Becken etc. per Hand rausschneiden. Ich persönlich würde allerdings ein Gate benutzen. Auf der 2" kannst Du ja auch nicht die Toms "sauberschneiden". Dazu kommt, dass es in der Regel besser klingt, etwas "Dreck" auf den Spuren zu behalten. D.h. das Gate z.B. nicht auf Floor -100 dB, sondern z.B. nur auf -20 dB zu stellen. Das reicht als Separation der Toms und das Schlagzeug klingt nicht gleich so klein, nachdem die Gates drin sind. Allerdings kommt das auf den angepeilten Drumsound an, ab und zu gate ich die Toms auch mit niedriger Floor. Um mit den Gates Erfolg zu haben, ist es allerdings wichtig, bereits bei der Aufnahme auf größtmögliche Spurentrennung zu achten, d.h. off-axis der Tommikros in Richtung Becken, Abstand der Mikros der einzelnen Toms so weit wie möglich, Becken so hoch wie möglich stellen etc. . Du brauchst weiterhin whrscheinlich ein Gate mit Key-Filter. Ich nehm in der Regel das C1+ -Gate von Waves (im Gold-Bundle und, glaube ich, dem NPP1). Zum Klang: Du schreibst: "es klingt eigentlich alles recht gut bis auf die Toms" Die klingen wie Blechtonnen" Ich glaub Dir zwar nicht, dass der Rest des Kits richtig gut klingt, da Du bei Close-Miking der einzelnen Drums zunächst einen sehr unnatürlichen Klang erhältst. Dies liegt u.a. an der Tatsache, dass man Drums normalerweise nicht an der Mikroposition hört (ich kenne niemanden, der seinen Kopf in die Bassdrum legt, um sie anzuhören). Will heißen, dass bei Drums immer starker EQ und Dynamics-Einsatz notwendig ist. Bei Toms ist der Raum, in dem Drums aufgenommen werden sehr wichtig. Sie müssen im Raum schön "singen". Dies hast Du allerdings dann nur auf Overhead- und Room-Mics. Man muss daher beim Mix eine gute Balance zwischen den einzelnen, trockenen Tommics und den Overheads finden. Der richtige Einsatz von Reverbs bei den Drums ist ebenfalls dann wichtig, damit die Drums Größe bekommen. Noch was kurz zu den Toms: vermeide, wenn möglich, diese für Aufnahmen mit Papiertschentüchern o.ä. zu dämpfen. Damit killst Du jeden Klang. Neue Felle drauf, exakt stimmen ist sehr wichtig. Viel Erfolg und Spaß MartinP
hi! becken wirst du immer dort haben wo die tom ausklingt. das macht aber auch irgendwo den sound eines natursets aus. mit plugin-gates habe ich nur schlechte erfahrungen gemacht. ich gate toms schon bei der aufnahme mit einem hochwertigen kuhnle-gate, stelle aber den threshold ziemlich niedrig ein. sollte doch mal ein snareschlag durchkommen ist das auch kein problem. dann wirds eben per hand am computer weggeschnitten. wenn die toms nicht gut klingen liegts entweder an der trommel selbst, mikrofonierung (mal das mikro steiler stellen und vom rand etwas zur mitte hin - sound wird runder) oder aber am mikrofon. nimm mal die 400-500hz zurück, 80 hz rein, 3-5khz rein vielleicht hilft das. viel glück
Den Blechtonnensound könnte man mittels EQ und Kompressor eventuell noch hinbiegen. Kann man halt so ungehört schlecht beturteilen. Wenn die Becken auf den Toms nicht stören lass sie drauf. Das Set klingt dann - wie unten schon gesagt - natürlicher. Falls die Becken aber zu laut sind, dann hilft nur Gaten. Am besten eins was Frequenzselektiv ist. Ich nehm immer das von Cubase.
Danke für Deine Tipps, ich hab mal noch ein paar Fragen Bemerkungen hinzugefügt: Zum Klang: Du schreibst: "es klingt eigentlich alles recht gut bis auf die Toms" Die klingen wie Blechtonnen" Ich glaub Dir zwar nicht, dass der Rest des Kits richtig gut klingt, da Du bei Close-Miking der einzelnen Drums zunächst einen sehr unnatürlichen Klang erhältst.
Nun "gut" ist sicher Definitionssache, aber ich hab den Rest des Schlagzeug mit Equalizer und Kompressor doch schon ordentlich bearbeitet und die Toms fallen halt negativ auf...
Sie müssen im Raum schön "singen". Dies hast Du allerdings dann nur auf Overhead- und Room-Mics. Man muss daher beim Mix eine gute Balance zwischen den einzelnen, trockenen Tommics und den Overheads finden.
plugin-gates habe ich nur schlechte erfahrungen gemacht
Hardware-Gates haben den Nachteil dass sie auch den Attack beschneiden. Umso mehr je stärker die höheren Frequenzen im Key signal beschnitten sind. Da die Bässe erst später einschwingen. Ein Gate ist nicht unendlich schnell!
Hallo Marius. Du schreibst, folgende Reverbs eingesetzt zu haben: Snare: Gated Reverb (miniRaum) BassDrum: Gated Reverb (miniRaum) Toms (wobei die ja noch sch... sind) ambience Hihat: ambience Overheads: bis jetzt noch nix, weil die ja schon ordentlich Raum haben... Klingt eigentlich schon gut, Du hast mit den gewählten Programmen praktisch keinen Nachhall, da es sich bei dem Ambience-Programm, so nehme ich an, um ein ER-Muster ohne Reverbanteil handelt. Bei den Gate-Rev. für Kick und Snare kann man je nach Song und Musikstil mit den Decays bzw. Hold-Zeiten des Gates spielen.
Bei den Toms (die sind ja das Problem), kannst Du mal ein Room oder Hall- oder Plate-Programm deines Effektgerätes testen. Hier fällt dann oft der Attackbereich der Drums im Reverb selbst unangenehm auf. Hier hilft das Verschieben des Lowpass im jew. Reverbprogramm nach unten, so dass die Hallfahne nur noch den unteren Frequenzbereich der Drums verhallt. Dies kann bei spröden, zu trockenen Toms mehr Volumen und Bauch erzeugen. Falls Dir die Toms zuwenig "Punch" haben, kann man mithilfe eines Kompressors die Hüllkurve perkussiver machen (längere Attack, Release rel. kurz)
Danke für Deine Tipps, werd Sie gleich mal wieder austesten... Langsam schein ich die Toms auch zum klingen zu bringen allerdings hab ich ab und zu noch ein Dröhnen drinn, das ich ni raus-eq-t bekomme...(keine Ahnung ob das daran liegt, dass der Drummer das Tom an ner bestimmten stelle getroffen hat oder so) Wahrscheinlich bin ich zu blöd die Frequenz zu finden? Gibt es das z.B. irgend ne Software mit der ich die störende Frq rausfinden kann odeer ist da einfach Übung angesagt?
Software: ein Analyser. Wenn du Glück hast erkennt du die Dröhnfrequenz. Hab ich noch nie probiert. Rausfindern der Frequenz: Parametrischen EQ nehmen, Q hoch == schmalbandig, dB aufdrehen, dann die Frequenz suchen, wo es dann noch extremer dröhn. Vermutlich so um 120 - 400 Hz.
hi thomas! das ist auch der grund warum ich bei toms und kick den key auf 3-5khz stelle. ich möchte den perkussiven anschlag ja schließlich im signal haben.
Ja, aber dann geht das Gate auch auf bei Snare, HighHat, Becken. Vor allem beim tiefen (Floor)-Tom und Ride. Muss man halt probieren. Mit Gates von Harddisksystem mit eingeschalteter "Vorahnung" ist es da besser....