Hallo Zusammen, diese Frage ist ja eigentlich etwas ungewöhnlich, denn oft ist das Gegenteil der Fall ;-) Ich bin gerade bei einer Pop-Produktion mit einer Sopranistin. Die klassische ausgebildete Stimme hat natürlich jede Menge Formanten, die helfen sollen sich auf einer Bühne ohne Mikrofon durchzusetzen. Bei einer Studioaufnahme ist das allerdings etwas "hinderlich", denn dort setzt sich die Stimme derart gut durch, daß es schon fast "nervig" wird. Sicherlich war ich bei der Mikroauswahl nicht so sehr geschickt, aber nun sind die Takes gemacht und ein nochmaliges Aufnehmen scheidet schon allein aus Zeitgründen aus. Ich habe mir das Obertonspektrum mal angeschaut und bei 3,1k sowie 3,5k sind extreme Peaks (Formanten). Meine Bemühungen mittels EQ, De-Esser, Hall was zu retten haben bislang nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Immer klang das Ergebnis unnatürlich ... einfach leiser machen geht leider auch nicht, da die Stimme dann ganz dünn wird. Jetzt mal eine Frage an euch: Was fällt euch noch ein um die Formanten etwas zu bändigen oder sonstwie einen natürlichen und vor allem einen "Pop-kompatiblen" Vocal-sound hinzubekommen. Danke für die Tipps ! Josch
Hi Dagobert, das mit dem Ambience Programm ist natürlich eine gute Idee, nur leider habe ich hier kein 480er Lexicon hier "rumstehen" ;-) ... mal schauen ob ich das in einem andern Multieffektgerät finde. In einem anderen Thread weiter unten steht was von "TC-Helicon" und einem Transientendesigner, würde sich das lohnen evtl. damit zu experimentieren ? Von "TC-Helicon" gibts ja auch 19" Geräte, die könnte ich mal versuchen mir zu leihen ... ein Transientendesigner ist doch wohl eher was für Drums, oder ? Wenn euch noch was einfällt (gerne auch Freeware Plug-Ins etc.) mir bitte Bescheid ! CU Josch
Hi Josch, Du brauchst weder ein 480L oder einen T.D. Bestimmt nicht. Mit einem guten PlugIn-Reverb wirst Du auch einen natürlich klingenden "Ambience" hinbekommen - der erste Weg zu einem natürlicher klingendem Sound. Du wirst aber weiter mit EQ, Compressor und evt. Deesser arbeiten müssen, wenn der Weg zu einer Neuaufnahme verwehrt ist und bleiben soll, Wunderwaffen gibt es nicht - wie immer. Es gelten hier die selben Gesichtspunkte wie beim anderen Thread: Die Stimme selbst macht den Sound. Und wer sagt denn da� eine klassische Stimme keinen "Pop" kann? Was ist denn Pop?? So zu klingen wie der ganze restliche Schrott?
Hallo, eine einfache Methode ist einfach ein oder mehrere delays zu verwenden, mit denen Du frühe Reflektionen nachahmst. Versuch es mal, könnte helfen. Dirk
Hallo. Also wenn Du unbedingt ein 480er Lexicon benutzen möchtest. Ist das doch heute kein Problem mehr: 1.) Gratis Faltungshall-Plugin runterladen - falls es das nicht schon in Deiner DAW gibt. (z.B. "Sir" unter http://www.knufinke.de/sir/ - benötigt allerdings unter Umständen einen manuellen Latenzausgleich von 8960 Samples - mit Sample-Delay und entsprechender Bus-Strukturierung aber auch kein Problem) 2.) Gratis Impulsantworten des 480 runterladen (unter http://noisevault.com/nv/ gibt es so ziemlich alles was das Herz begehrt.)
Gut, Du musst evtl. viele verschiedene Impulsantworten durchprobieren und es gibt nicht so viele Einstellmöglichkeiten wie beim Orginal, aber für Deine Zwecke sollte es mehr als ausreichen sein und es klingt dann halt tatsächlich zu 99,9 % wie das Orginal 480, 960, PCM90, PCM 91, .... Gruß, Lars
Dirk meint sehr richtig: Eine einfache Methode ist es, mehrere Delays zu verwenden, mit denen man frühe Reflektionen unter 15 ms allein für die Gesangsstimme erzeugt und dem Stereomaster hinzumischt. Ein intelligenter Tontechniker sollte diese Idee aus dem Ambience-Artikel herauslesen können. Nichts anderes macht das Programm "Ambience". Ambience ? ein nützliches Räumlichkeitsprogramm: http://www.sengpielaudio.com/Ambience-EinRaeumlichkeitsprogramm.pdf Griesinger hilft die "frühen Reflexionen" zu verstehen: http://www.sengpielaudio.com/FrueheReflexionenUnter15.pdf Nebenbei, der "Jens Blauert" hilft mit dem Anheben vom Hinten-Band h (diffus) der richtungsbestimmenden Bänder nicht so richtig. http://www.sengpielaudio.com/DieRichtungswahrnehmungMedianebene.pdf
Hallo Jens-Uwe, Danke für die Tipps ! Was meinst Du wieviele Delays man so braucht, um einem Ambience Effekt nachzubilden (so als Daumenwert) ? CU Josch
Ich habe das Lexicon 480 mit dem Ambience-Program, daher weiß ich nicht, wieviele Reflexionen man mindestens für den Effekt benötigt. Von Hörtests ist mir bekannt, dass mit einem Predelay von 5 ms links und mit einem Predelay von 13 ms rechts schon Abstands-Erfolge zu hören sind. Das Ambience Program benutze ich auch nur selten, weil ich kein gutes Gefühl dabei habe. Opernsänger immer in 20 cm Entfernung aufzunehmen und dann mit starken "Ambience" Früh-Reflexionen weiter weg zu schieben gehört eigentlich bestraft. Aber zur Not geht das schon einmal.
Ein Predelay von 5 ms links und ein Predelay von 13 ms rechts sind als Reflexionen sehr gut. Anstatt 13 ms rechts könnnen auch 7 ms, 9 ms oder 11 ms gewählt werden. Hauptsache es sind Primzahlen, die sich als Multiplikator niemals zeitmäßig treffen.
moin! ich gebe zu ich habe mich mit den faltungsgeschichten noch nicht wirklich auseinandergesetzt. und brauche etwas nachhilfe auf dem gebiet. kann ich die impulsantworten aus deinem link in den faltungshall von samplitude (8.31) laden und verwenden? oder brauch ich das von dir angegebene programm?
Hallo. Normalerweise kannnst die IRs problemlos mit dem Sam-Faltungshall benutzen. Sehr selten kann es mal sein, dass man die IRs vorher bearbeiten muss. z.B. wenn "Links" und "Rechts" einzeln vorliegen, oder wenn die Dynamik zu groß ist, oder wenn du eine andere Samplingfrequenz oder Bitrate haben möchtest - aber all das ist ja sehr schnell gemacht. Gruß, Lars