Wie halte ich eine Tonangel richtig?!

Erstellt 6 Antworten7 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi Leute!
Ich soll am Weekend bei einem Kurzfilmprojekt von ein paar Freunden den Tonmann spielen, hab aber bisher nur Erfahrungen mit statischen Mikrofonen (also Konzerte oder im Studio und so).
Gibt es irgendwo einen einfachen Userguide oder irgendwas wo erklärt wird wie man halbwegs vernünftig die Tonangel über einen längeren Zeitraum halten kann, oder wie man das Ding am besten anfasst um möglichst wenig Griffgeräusche draufzubekommen?
Einen Profi einzusätzen wär sicherlich die beste Lösung, aber das tut leider nicht wegen Euromangels.
Thanks für alle Tips und Tricks
Marcus
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Antwort#2
Da kann man im Vorhinein wenig konkretes sagen, schon allein, weil es ne Menge verschiedener Angeln bzw. Mikrospinnen gibt. Sieh zu daß du auf jeden Fall während der Aufzeichnung den Ton per Kopfhörer (und ja, du brauchst einen geschlossenen) kontrollieren kannst. Geht das nicht, dann hast du sozusagen leider verloren, keine Chance, so einen vernünftigen Job hinzubekommen.
Und bevor es losgeht solltest du beispielsweise während der Proben ein Gefühl für die Angel entwickeln, also zum Beispiel wie wirkt die Richtcharakteristik (vergleich mal ne "kleine" Niere mit diesen riesen Hyperkeulen, das Ergebnis könnte überraschend sein), wo muß du das Kabel ankleben damits nicht gegen die Angel schlägt, wie schnell darf ein Schwenk sein, bevor das Mikro in der Halterung klappert (gibts leider auch!), hast du einen vernünftigen Windschutz (Schaumstoff? Korb? "Katze"?), wie mußt du an der Angel umgreifen, damit es keine Griffgeräusche gibt, bzw. darfst du das überhaupt, akustisch gesehen? Das sind so ein paar Dinge, die man vor Ort recht schnell rausbekommt.
Ansonsten gibts leider nur einen Tipp: Mit der Zeit kommt die Übung.
Janko
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Antwort#3
hallo janko!
welche richtcharakteristik ist denn zur aufzeichnung von "normalen" indoor-dialogen üblich?
arbeitet man beim film auch mit clip-miros, die versteckt angebracht werden?
grüsse
tim
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Antwort#4
Hallo Tim.
Ich bin leider auch nicht "beim Film", durfte aber bei einigen Amateur- bzw. Semipro-Projekten Erfahrung sammeln.
Dabei ist mir aufgefallen, daß ich in manchen Räumen oft bessere Ergebnisse mit einer Niere hatte als mit so einem riesigen Keulenapparat - die Ausblendung der Deckenreflektion durch die nahezu ideale rückwärtige Dämpfung der Niere war im direkten Vergleich manches Mal ein "Ohrenöffner". Und sehr viel kompakter ist das Mikro dann auch. Im Einzelfall kann sich also ein Vergleich lohnen. Sehr wichtig und oft unterschätzt, grade im Low-Budget Bereich sind aber tatsächlich die Schwinghalterungen und der Windschutz sowie die Abhörmöglichkeiten.
Ich habe auch schon mal eine Produktion gemacht, bei der Lavaliermikros unter der Kleidung versteckt wurden. Wir hatten anfangs die Befürchtung, daß es entweder viel zu dumpf und/oder ein Dauerrascheln geben würde, aber die Probe mit dieser Technik lief erschreckend gut. Natürlich kamen die Problemchen beim Dreh, waren aber trotzdem nicht allzu oft der Grund für einen Abbruch. Man muß dazu sagen, daß die Darsteller fast alle weiblich waren, da hat man durchaus bessere Karten beim Mikroverstauen. Aber allein der Aufwand, die Darsteller sorgfältig zu verkabeln, damit es eben nicht raschelt, war enorm. Würde ich persönlich so nur in großen Ausnahmen wieder machen.
Janko
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Antwort#5
Auf die Schnelle kann ich dir nur diesen Link-Tipp geben. In den letzten beiden Punkten wird darauf eingegangen, bei No-Budget Produktionen das Beste herauszuholen... ansonsten nochmal da bei denen im Forum herumstöbern, jedoch musst du auf jeden Fall eigene Erfahrungen machen und mal probieren. z.B. den drastischen Klangunterschied hören, wenn man von oben oder von unten angelt (pro Szene gibts da nur ein Entweder-Oder), niemals einen Scheinwerfer im Rücken haben (Mikrofon-Schatten im Bild), Hören, wie dir das HMI-Vorschaltgerät in deine symmetrische Tonleitung pfeift (und überhaupt unerwünschte Nebengeräusche zu bekämpfen, solange sie nicht vom Bild her gefordert sind), undsoweiter...
Und dran denken: ein Film mit einem schlechten Bild, wird als dramaturgisch gewollt verstanden. Ein Film mit schlechtem Ton, als Dilettantismus. Leider wird dem Ton beim Dreh oft zu wenig Stellenwert gegeben, weil er sich dem Bild unterzuordnen hat.
Geignetes gutes Equipment lässt sich übrigens günstig mieten, damit du das Mikro nicht an einen Besenstiel binden musst.
Viel Spass, beim Bizepstraining
:)
Stefan


FAQ im Filmer-Forum
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Antwort#6
Tschuldigung, bitte nicht übelnehmen, aber ich konnte nicht wiederstehen.
'n bischen Flachs ab und an muss sein.
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Antwort#7
Dann aber bitte orthographisch korrekt:
"bisschen" und "widerstehen"
Wiederstehen bzw. auferstehen ist wieder eine andere (aktuell kirchenjahreszeitliche) Baustelle.
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