Vergleichstest: Gitarrenkabel

Erstellt 13 Antworten14 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
der schon mal angekündigte Vergleichstest von Gitarrenkabeln mit messtechnischer Untermauerung ist seit 15 Minuten online.
Wo? auf den Link klicken, Vergleich Top-Thema: Gitarren-Kabel
Viel Spaß beim Schmökern
Martin
PS: Für den Inhalt bin ich nicht alleine verantwortlich, der Test wurde in Zusammenarbeit mit Frank Pieper erstellt.


Fachzeitschrift tools4music
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Antwort#2
Hallo Martin,
Ich habe gerade mal die Seite im Link durchgelesen und mir die Meßergebnisse angesehen. Es entspricht genau dem, was ich erwartet hatte und worauf wir ja auch schon vorher hingewiesen haben.
Mein Vorschlag war damals in dem Thread, einen kleinen Impedanzwandler direkt hinter den G-Tonabnehmer zu setzen, sodaß die Verbindung vom TA zum Impw. nur kurz ist. Dann spielt die Kabelkapazität keine Rolle mehr.
Eigentlich sind das ganz normale und nüchterne physikalische Sachverhalte. Aber mach' das mal so einem Hifi-Baalspriester klar.... der versteht das nicht und will es auch nicht verstehen.
Seltsam sind allerdings die Verkaufsargumente von Monstercable. Diesen Unsinn mit den Laufzeiten bei den in der Audiotechnik üblichen Frequenzen und Leitungslängen.... selten so gelacht ! :-)

Grüße
Rainer
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Antwort#3
In Martins Artikel steht:
Der Charakter der Signalquelle, in diesem Fall also der Tonabnehmer der Gitarre, hat entscheidenden Einfluss auf den Klang. Die Tonabnehmer elektrischer Gitarren und Bässe arbeiten nach dem elektrodynamischen Prinzip: Unter den Saiten befinden sich ein oder mehrere Dauermagnete, deren magnetische Felder die Saiten umschließen. Die Physik lehrt in Form des Induktionsgesetzes, dass an den Enden eines elektrischen Leiters eine Spannung induziert wird, wenn dieser in ein »bewegtes« Magnetfeld eintaucht. Vor etwa 75 Jahren wurden die ersten magnetischen Pickups konstruiert, an deren Grundprinzip sich bis heute nichts geändert hat: Haardünner, lackisolierter Kupferdraht wird zu einer Spule gewickelt und diese dann im Permanentfeld eines oder mehrerer Dauermagnete platziert. Da die Höhe der induzierten Spannung bzw. das Ausgangssignal des Tonabnehmers proportional mit der Windungszahl der Spule ansteigt, ist der Draht eines magnetischen Gitarren- oder Basstonabnehmers mehrere hundert Meter lang, um ordentlichen Signalpegel zum An- und Übersteuern eines Verstärkers zu erhalten.
Eine wichtige Frage finde ich, deren Antwort im Artikel nicht zu finden ist: Welchen Generatorwiderstand (Innenwiderstand) hat denn solch ein magnetischer Pickup (bei 1000 Hz)?
Vielleicht kann Martin mal antworten.
Vielen Dank
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik:
http://www.sengpielaudio.com



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Antwort#4
Hallo Eberhard,
vorweg: dieser Text stammt von Frank Pieper, nicht von mir, ich möchte mich nicht mit fremden Lorbeeren schmücken.
Zum Generatorinnenwiderstand eines magnetischen Tonabnehmers:
Dieser ist alles andere als konstant. Er erstreckt sich vom ohmschen Spulenwiderstand (etwa 2-20kOhm, je nach Type) bei sehr niedrigen Frequenzen bis zu zig Megaohm in der Resonanzspitze, danach fällt er wieder ab. Außerdem handelt es sich ja um ein komplexes Gebilde mit sehr viel Induktivität und einer dazu relativ geringen Kapazität. Mit einer einfachen Schaltung kann die Impedanz bestimmt werden: Man baut mit einem OP einen invertierenden Verstärker, bei dem R1 einen definierten Wert hat (z.B. 1kOhm) Die Funktion von R2 (Gegenkopplung) übernimmt der Tonabnehmer. Wenn nun diese Schaltung durchgewobbelt wird, ergibt sich für jede Frequenz ein Verhältnis Ua/Ue, welches R1/R2 entspricht.
Solltest Du die Möglichkeit, diese Messung durchzuführen, nicht haben, melde Dich bitte bei mir, ich kann sowas schon mal zwischenrein schieben.
Uns ging es in erster Linie darum, die technisch nicht so versierten Musiker über diese Zusammenhänge etwas aufzuklären, nachdem wir endlich eine Zeitschrift fanden, die den Mut zu solchen Attacken hat. Die Serie wird verm. noch um Beiträge zu Mikrofonkabeln und Boxenkabeln erweitert, das steht noch in den Sternen und hängt von den Reaktionen auf diesen Test ab.
Gruß
Martin
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Antwort#5
Hallo Rainer,
Mein Vorschlag war damals in dem Thread, einen kleinen Impedanzwandler direkt hinter den G-Tonabnehmer zu setzen, sodaß die Verbindung vom TA zum Impw. nur kurz ist. Dann spielt die Kabelkapazität keine Rolle mehr.
Das gibts schon relativ lange und wird "aktive Gitarre" genannt. Bei den Bässen konnte sich diese Technik stark durchsetzen und gehört mittlerweile zum Standard. Bei den Gitarren dagegen konnte damit kein Hit glandet werden, da hier wohl doch eher der durch die Kabelkapazität verbogene Klang gewünscht wird. Natürlich könnte man in die Gitarre vor den Impedanzwandler einen oder mehrere umschaltbare Kondensatoren einbauen, das wird auch immer wieder gemacht (habe selber so eine G. und diesen Vorschlag auch schon veröffentlicht), allerdings zieht die Industrie, aus welchen Gründen auch immer, hier nicht mit.
Unterm Strich ging es bei diesem Test darun, die weniger technisch angehauchten Musiker über diese Zusammenhänge aufzuklären.
Gruß
Martin
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Antwort#6
Hallo Martin,
bei jedem üblichen Mikrofon-Bericht über "Dynamische Mikrofone" auch über "Bändchenmikrofone" wird der Innenwiderstand angegeben, auch wenn der eine frequenzabhängige induktive Impedanz ist. Bei den Mikrofondaten ist das wohl kein Problem.
In den Daten von dynamischen Gitarren-Tonabnehmern finde ich seltsamerweise nie eine Impedanzangabe.
Darum fragte ich: "Welchen Generatorwiderstand (Innenwiderstand) hat denn solch ein magnetischer Pickup (bei 1000 Hz)?" Die 1000 Hz hatten schon eine Bedeutung.
Ich will nicht "durchwobbeln", ich möchte, dass die Gitarristen mehr Vertändnis bekommen für das klangverändernde Zusammenspiel des Gitarrenquellwiderstands mit dem Lastwiderstand (Eingangswiderstand) einer DI-Box, einem Effektgerät oder mit dem Gitarrenverstärkereingang - natürlich in Verbindung mit dem Gitarrenkabel.
Bei einer bekannten DI-Box wird eine Eingangsimpedanz von 50 kOhm angegeben. Wenn ich wirklich keine Klang-Probleme haben möchte, wünschte ich mir den Quellwiderstand wie in der Studiotechnik üblich nur 1/10 davon - also 5 kOhm. Das wird bei einem dynamischen Gitarrentonabnehmer niemals gegeben sein.
Was mag denn der Grund sein, dass kein "Nennwert" für eine Gitarrentonabnehmer-Quellimpedanz angegeben wird?
Viele Grüße
ebs
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Antwort#7
Hallo Eberhard,
die Impedanz eines Mikrofons ist innerhalb des hörbaren NF-Bereichs relativ konstant, und zwar unabhängig von der Kapazität des Anschlußkabels.
Beim magnetischen Gitarren-TA ist das nicht zwangsweise so. Ein klassischer Strat-Single-Coil mit etwa 7-8 kOhm hat seine Resonanzspitze im nackten Zustand bei 8-9 kHz. Schließt man ein Kabel mit 1,5 nF parallel, so bewegt sich diese Spitze nach 2 kHz. Ergo kann, je nach Kapazität des angeschlossenen Kabels, die Impedanz bei 1 kHz zwischen etwas mehr als dem ohmschen Widerstand und einigen Megaohm (falls genau dort die Resonanzspitze liegt) betragen.
In der Regel wird beim Gitarren-TA der ohmsche Widerstand angegeben, denn daraus lassen sich etwaige Rückschlüsse auf die Induktivität (die gelegentlich auch angegeben wird) und somit auf das ungefähre Klangverhalten in Verbindung mit einem Kabel ziehen: Kleiner Widerstand > geringe Windungszahl > niedrige Induktivität > eher höhenbetont, oder: Hoher Widerstand > hohe Windungszahl > hohe Induktivität > niedrige Resonanzfrequenz > eher mittenbetont.
Durch den Anschluß der Gitarre an einer DI-Box mit 50 kOhm oder einen Line-Mischpulteingang mit 10 kOhm wird die Resonanzspitze und damit das Klangverhalten in jedem Fall stark bedämpft, weswegen diese Anschlußart auch nur noch sehr selten praktiziert wird. In der Regel ist zwischen Gitarre und Pult immer irgend ein aktives Element mit hochohmnigem Eingang (~ 1MOhm) zu finden, sei es nun ein Preamp oder eine komplette Gitarrenanlage mit einem Line-Ausgang.
Sollte ich nächste Woche etwas Luft haben, werde ich mal ein paar konkrete Messungen an Tonabnehmern machen, wäre das o.k?
Gruß
Martin
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Antwort#8
Danke Martin für deine Erklärungen. Ich freue mich auf ein paar praktische Gitarren-Tonabnehmermessungen.
Viele Grüße
ebs
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Antwort#9
Keine Ursache,
kann aber noch etwas dauern, wir haben gerade Praktikumsbeginn mit neuen Versuchen, da geht´s hin und wieder etwas chaotisch zu.
Martin
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Antwort#10
Hi!
Als lang(25-)jähriger (E-)Gitarrist geb ich auch mal meinen Senf zum Thema Gitarrenkabel dazu:
- ein schönes fettes teures "gerades" Kabel nehm ich für die E-Akustik, wegen der besseren Höhen + Bässe, oder E-Git für Recording
- live nehm ich W E N D E L K A B E L - ist praktisch und klingt wärmer / mittiger
- am wärmsten/mittigsten klingt mein dünnstes Wendelkabel (billig!)
So, das mal unabhängig von Ohm, mVolt, Gauss usw.,
so als Praktiker-Meinung.
Michael
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Antwort#11
Mag sein. Aber in dem Zusammenhang fällt mir noch eine andere Frage ein:
Wir wissen ja nun alle, dass gerade bei passiver Gitarre das Kabel den Sound mitbestimmt. Hauptsächlich wegen dess Kapazität.
Was ist nun mit den Sendern. Das Kabel ist nur kurz. Wird im Sender die Kabelkapazität simuliert? Der Klang ist nicht viel anders als am Kabel.
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Antwort#12
Hallo allerseits,
die Klangbeeinflussung des Kabels bei der passiven E-Gitarre hängt ausschließlich von der Kapazität des Kabels ab, und die steigt, wie im Test beschrieben, linear mit der Länge bzw. indirekt proportional mit dem Abstand Innenleiter - Schirm also dem Durchmesser.
@ Thomas:
Solltest Du wirklich in der glücklichen Lage sein, einen Sender zu besitzen, mit dem die Gitarre genauso klingt wie mit dem Kabel, so enthält dieser mit Sicherheit einen Kondensator. Außerdem stimmt dessen Eingangsimpedanz auch zufällig mit der Deines Verstärkers überein. Diese Konstellation ist eher selten, ich musste bisher jeden Sender nachrüsten, der über meinen Werkstattisch ging. Auf der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt machte ich den für Gitarrensender verantwortlichen Entwicklungsingenieur bei AKG auf diese Problematik aufmerksam, vielleicht hat das Gespräch mittlerweile Früchte getragen, wer weiß.
@ Michael:
Bei Deiner E-Akustik Gitarre wirst Du, wenn Du ehrlich und objektiv Dir selbst gegenüber bist, feststellen, daß die Wahl des Kabels hier höchstwahrscheinlich keinen Einfluß auf den Klang hat, es sei denn, die Elektronik in der Gitarre hat aus mir unverständlichen Gründen eine hohe Ausgangsimpedanz. Empfehlenswert wäre hier ein A/B Vergleich mit mechanischen Umschaltern an BEIDEN Kabelenden, alles andere gilt nicht.
Gruß
Martin
PS: ich bin auch Praktiker, sowohl musikalisch als auch elektronisch und hin und wieder auch physikalisch.
Mit diesem Vergleichstest wollten wir die Mythen, die dieses Thema umgeben, ein für allemal ausräumen.
Übrigens ist auc Frank Pieper ein Praktiker
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Antwort#13
Grüsze!
Warum nicht gleich einen Schalter und ein paar kleine C's in die Gitarre oder den Amp einbauen? Dann kann man jedes Kabel verwenden und hat immer den Sound, den man will.
Es gibt da ein Buch über Gitarrenmodifikationen, das SEHR aufschlußreich ist. Mal sehen ob ich den Titel noch rauskramen kann ...
mfg
JF
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Antwort#14
Das gibts schon, nennt sich Klangregler.
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