Spannungen und dB in symmetrischen und unsymmetrischen Leitungen

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen,
ich hab doch bei symmetrischen Kabeln ein um 6dB höheren Pegel als bei unsymmetischen Leitungen, weil sich die zwei Spannungen ja am Eingang addieren. Folglich müßte ich doch eigentlich unterschiedliche Pegel am folgenden Gerät angezeigt bekommen, bzw. die Verarbeitung im Gerät geschieht mit unterschiedlichen Pegeln.
Bsp: Ich geh mit +4dBu aus dem Pult über ne symmetrische Leitung raus. Hab ich dann auf beiden Signalleitungen +4dBu? Oder beziehen sich die 4dBu schon auf das aufsummierte Signal? Was bedeuten würde, dass auf jeder Leitung nur -2dBu drauf wären.
Aber mal angenommen ich hab auf beiden Leitern +4dBu, dann bekomm' ich doch am Eingang beim summieren +10dBu??? Kann aber auch irgendwie net sein.
Wär schön, wenn mich jemand aufklären könnte.
Gruß
Andreas
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Antwort#2
Die 4dBu (10dBV) beziehen sich auf das Signal also zwischen (+) und (-) bzw. zwischen (+) und (masse) bei unsymetrischen Verbindungen.
D.h. _theoretisch_ ist bei symetrischer Verbindung zwischen (+) und (masse) nur -2dBu Pegel.
Wenn du aber (masse) auf (-) klemmst wie beim anstöpseln einer unsymetrischen Verbindung an einen symmetrischen Ausgang dann kommt es darauf an wie die Ausgangsstufe aufgebaut ist.
Ist es z.B. ein Überträger und du klemmst ein Ende (-) auf Masse, dann ist immer noch zwischen (+) und (-) die volle Spannung, also auch zwischen (+) und Masse dann.
Im schlechtesten Fall hast du tatsächlich nur -2dBu, im Normalfall auch rund 4dBu.
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Antwort#3
Hallo Andreas,
Eine einfache Regel: Spannungen werden immer gemessen zwischen Pol und Gegenpol. Bei symmetrischen Leitungen ist der Gegenpol zur a-Ader die b-Ader (nicht die Masse !!!). Du darfst also im Grunde genommen nicht zwischen einer Ader und Masse messen und schon gar nicht bei trafosymmetrischen Quellen. Bei trafosymmetrischen Quellen besteht nur ein fiktiver Bezug zur Masse und bein elektronisch-symmetrischen Quellen kann es sein, daß Du zwischen dem einem Leiter und Masse eine andere Spannung mißt als zwischen dem anderen Leiter und Masse, weil bei vielen elektronisch symmetrierten Quellen die Spannungssymmetrie zu wünschen übrig läßt. Symmetrisch ist eine Leitung/Quelle nur dann, wenn sowohl Spannungssymmetrie als auch Widerstandssymmetrie vorliegt. Sonst nutzt nämlich die "Symmetrische" Schaltung nichts.
Bei unsymmetrischen Leitungen ist der Gegenpol die Masse. Alles weitere siehe ThomasT's Posting.

Grüße
Rainer
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Antwort#4
Hallo Andreas,
hast du einen Ausgangsübertrager am Quellgerät, dann ist der Ausgang erdfrei (!). Gehst du an diesen erdfreien symmetrischen Ausgang mit einem unsymmetrischen Folgegerät, so bleiben die + 4 dBu unverändert erhalten.
Hast Du einen elektronisch symmetrierten Ausgang am Quellgerät, dann ist der Ausgang zwar symmetrisch, aber nicht (!) erdfrei. Gehst du jetzt an diesen nicht erdfreien symmetrischen Ausgang mit einem unsymmetrischen Folgegerät, dann wird die Spannung dort 6 dB weniger sein, also - 2dB betragen.
Frage doch weiter, wenn etwas nicht klar ist.
Problematisch ist es, von symmetrischen und unsymmetrischen "Leitungen" zu sprechen, wie du es im Betreff tust. Man muss zuerst das Quell-Gerät und das Last-Gerät betrachten. Ein symmetrisches Kabel an einem unsymmetrischen Ausgang kann nie den Ausgang symmetrisch machen.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik:
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Antwort#5
Danke für die prompten Antworten. Habs jetzt verstanden.
Wenn ich symmetrisch bzw. unsymmetrisch sage, dann geh ICH schon davon aus, dass die Ausgänge dementsprechend sind. Das man mit einem symmetrischen Kabel einen unsymmetrischen Ausgang nicht symmetrieren kann, und umgekehrt, ist mir klar.
Also der Pegelverlust bei einem unsymmetrischen Folgegerät hängt dann also von der Art der Symmetrierung ab. Gibts da einen Trick, wie ich ohne Aufschrauben rauskrieg was für eine Symmetrierungsart ich an den Geräten hab???
Danke schonmal soweit
Andreas
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Antwort#6
Das man mit einem symmetrischen Kabel einen unsymmetrischen Ausgang nicht symmetrieren kann, und umgekehrt, ist mir klar.
Gibts da einen Trick, wie ich ohne Aufschrauben rauskrieg was für eine Symmetrierungsart ich an den Geräten hab???
Aber mit einem unsymetrischen Kabel (Masse und (-) verbunden) kann man einen symetrischen Ausgang unsymetrisch machen.
Manual lesen. Sollte in jedem beschrieben sein, wie man die Aus- und Eingänge zu beschalten hat.
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Antwort#7
Manual lesen ist gut. Da steht in den Daten etwas von Input: elektronisch symmetrisch und das heißt immer: nicht (!) erdfrei oder Input: trafo-symmetriert, das heißt erdfrei. Das gleiche steht bei Output.
Eine Beschreibung, wie man die Aus- und Eingänge zu beschalten hat, ist höchst selten zu finden - der Anwender muss das schon selber wissen. Wenn ein Schaltplan dabei ist, sollte man sich mal die Eingangs- und Ausgangsbeschaltung ansehen.
Während es früher selbstverständlich war, dass ein Mischpult, wie das Studer 961/62, immer trafosymmetrische erdfreie Ein- und Ausgänge hatte, findet man das immer seltener. Es sind immer Kostengründe, die zur preisgünstigeren elektronisch symmetrierten Schaltung führen, auch wenn uns suggeriert wird, das dieses impulsmäßig sehr viel besser sei, weil eben der Übertrager weggelassen wird. Weniger Probleme unterschiedlicher Art hat man mit der erdfreien Trafosymmetrie.
Viele Grüße
ebs
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Antwort#8
Als erstes mal wieder Danke, für die sehr hilfreichen Antworten.
Ich hab mal stichprobeartig drei Manuals durchgeblättert, beim M-One steht gar nichts von Ausgangsbeschaltung, beim dbx steht nichts, aber wenn man dem Blockdiagramm glauben darf steckt da ein OP hinterm Eingang und vorm Ausgang. Und beim Pult (allerdings aus dem Service Manual) sind's auch OPs. Das wird sich dann wohl quer durch meine Gerätschaft (sind auch net die allerteuersten) so weiter ziehen.
Also nochmals Danke
Gruß
Andreas
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