Kompressor auf Vocals

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi zusammen
Welche Einstellungen bzw .Kompressor Setting sollte man für Voclas verwenden (speziell gegen Zischlaute)?
Gibt es Grundregeln bei Kompressoren auf Vocalaufnahmen?
Solle man die Vocals schon beim Aufnehmen leicht kompriemieren, oder erst später?
Würde mich freuen, wenn sich jemand die Mühe machen würde und auf meine Fragen antworten würde. Gruß
Björn
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Antwort#2
Welche Einstellungen bzw .Kompressor Setting sollte man für Voclas verwenden
(speziell gegen Zischlaute)?
Gibt es Grundregeln bei Kompressoren auf Vocalaufnahmen?
Solle man die Vocals schon beim Aufnehmen leicht kompriemieren, oder erst später?
It depends. Je nach Sänger von gar nicht bis max. 8:1.
Background und gedoppelte Stimmen meist mehr. Im Extremfall total plattkomprimieren. Solostimmen nur sehr vorsichtig.
Aufpassen: auch Nebengeräuschen wie Atmen, Fussklopfen, Zettelrascheln, Klamottenrascheln, Sound aus den Kopfhöhrer wird verstärkt.
Threshold nach Bedarf, Zeiten nach Gehör.
Im sidechain einen EQ einschleifen. -> D-Esser.

Wie immer: nein!
Hängt von der Sängerdisziplin ab. Eventuell als Art Limiting, d.h. hoher Threshold, mittlere bis hohe Ratio. Am besten gar nicht. Und geclippte Aufnahmen wiederholen.
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Antwort#3
Da ich auch mal angefangen habe und mich noch gut erinnern kann bzw. auch heute noch nicht ausgelernt habe:
Wenn nicht weiss wie ich ein Gerät benutzen soll, welche Einstellung etc. dann _lass_ _es_ _weg_!
Ich habe auch schon einigermassen gute Mix ohne Kompressor gemacht. Einfach weil a) keiner da oder b) ich keinen Plan und lieber nix versauen wollte
Meist kommt der Wunsch bei einem Anfänger nach einem Kompressor auf, wenn das Instrument sowieso schon scheisse klingt. Subtile Dynamikbeeinflussung - behaupte ich mal - hört man als Anfänger sowieso nicht.
Ergo mann kann hier nix versauen. Ratio schön Threshold langsam runter,output gain ausgleichen. Jetzt sollte man die Wirkung des Kompressors beurteilen können. Bringst was? Oder ist es nicht was man will? Falls ja, dann mit Zeiten experimentieren (oder besser Automatik nehmen) Attack wirkt auf den Anschlag/Einschwingvorgang, Ratio auf das Ausklingen und auch wie verdichtet das Material werden soll.
Am besten dann Einstellung soweit zurück fahren, dass man den Kompressor gerade nicht mehr hört. Es sei denn die extreme Einstellung ist genau was man braucht.
Gerade ein Kompressor kann zu verschieden Zwecken eingesetzt werden. (Ausgleichen von Lautstärkeschwankungen bei unsauberen Spielen/singen oder unterscheidlcihen Saiten, Verdichten des Klangs, Bearbeiten des Klangs)
Allgemeingültige Regeln gibt es kaum. Soll sich z.B. die Stimme gegen eine Gitarrenwand durchsetzen ist es was ganz anderes als bei dem Liedermacher mit Akustikklapfe oder der klassischen Solostimme.
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Antwort#4
Danke erstmal.
Aber eine Frage hätt ich dann doch noch. Was ist mit Sidechain gemeint?
Gruß
Björn
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Antwort#5
Manche Compressoren (und Gates) bieten die Möglichkeit das Signal welches den Compressor steuert extra abzugreifen bzw. einzuschleifen. D.h. normalerweise reagiert der Compressor auf das Signal was er bearbeiten soll. Er kann aber genausogut auf ein anderes Signal reagieren. Hier kann man dann z.B. das Originalsignal nehmen aber einen EQ reinhänge. (z.B. die Höhen betonen und Bässe wegnehmen) Der Compr. reagiert jetzt nur noch wenn viele Höhen da sind.
Aber im eigl. Signal wird kein EQ eingeschleift. Es ändert sich nur die Arbeitsweise des Compressors (in dem Fall als De-Esser).
Man kann auch ein anderes Signal einspeisen. Ducking ist eine Anwendung. Z.B. kann eine Sprecherstimme einen Compressor steuern der dann die Musik leiser macht, wenn gesprochen wird. Oder der Gesang macht die Gitarrenwand leiser etc.
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Antwort#6
Ach so ja, danke.
Ich kannte diese Funktion jetzt nur als Key-Signal.
Gruß
Björn
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Antwort#7
Im Rock-Pop-Bereich werden Vocals selbstverständlich komprimiert. Wenn Du wenig Erfahrung mit Kompressoren hast, würde ich nicht aufnahmeseitig sondern nur im Mix komprimieren (gilt auch fürs Gaten!!). Generelle Ratio-Angaben usw. kann ich nicht geben, da es enorme Unterschiede zwischen einzelenen Kompressoren gibt. Ein viel vertretenes Exemplar ist z.B. der Behringer Compos(t)er. Hier kannst Du einstellen, was Du willst, es passiert nichts, was den Sound satter macht bzw. die Lautheit erhöht. Viele PlugIns arbeiten erst, wenn Du den Threshold auf -30dB oder niedriger einstellst. Bei einem guten Kompressor jedoch, wirst Du relativ einfach gute Ergebnisse erzielen. Der Klang wird oft sehr voll, dicht, durchsetzungsfähig, leichter zu leveln...Unverzichtbar. Häufig werden aber auch Zwischlaute unangenehm laut. Dem begegnest Du mit einem De-esser. Bessere Ergebnisse gibts aber, wenn Du in der Wellendarstellung Deines Harddisk-Recording-Programms(sofern vorhanden) jedes einzelne Zischen per Automation auf die gewünschte Lautstärke bringst. (Dauert mit etwas Übung nicht länger als die 3-fache Zeit der Songlänge)
Insbesondere bei digitalen Aufnahmen, solltest Du - wenn Du die nötige Übung hast - unbedingt schon bei der Aufnahme EQn und Komprimieren, undzwar mit möglichst hochwertiger analoger Technik. Dann klingt da auch nichts "digital-kalt". Dafür gibts gleich mehrere Gründe: 1. Das Nutzsignal vor der A/D-Wandlung dicht unter die Aussteuerungsgrenze zu positionieren bringt Dir die beste Ausnutzung Deiner 24 Bits und damit eine höhere digitale Auflösung, was wiederum geringeres Quantisierungsrauschen zur Folge hat. 2. Gute analoge Technik ist fast immer PlugIns weit überlegen. Das gilt auch für EQs und Kompressoren schlechter digital-Pulte (z.B. Macki d8b). 3. Zweimal leicht komprimieren (also einmal bei Rec und einmal im Mix) klingt oft besser als einmal drastisch komprimieren. Und so siehts im Pop-Rock einfach aus: Vocals werden bis zum Abwinken komprimiert. Viel Glück!
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Antwort#8
1. Das Nutzsignal vor der A/D-Wandlung dicht unter die Aussteuerungsgrenze zu positionieren bringt Dir die beste Ausnutzung Deiner 24 Bits und damit eine höhere digitale Auflösung, was wiederum geringeres Quantisierungsrauschen zur Folge hat.
Quantisierungsrauschen ist bei 24bit kein Thema mehr. Lediglich die analogen Vorstufen werden besser ausgesteuert was Vorteile bringen kann. Allerdings bei 100dB Dynamik auch vernachlässigbar ist.
Es gibt aber einen Grund möglichst hoch auszusteuern: Monitoring. Der Sänger muss sich eventuell auch hören und die Fader gehen nicht unendlich hoch.
2. Gute analoge Technik ist fast immer PlugIns weit überlegen.
Auf jeden Fall. Da lohnt sich sogar eine zusätzliche DA-AD Wandlung (mit guten Wandlern).
3. Und so siehts im Pop-Rock einfach aus: Vocals werden bis zum Abwinken komprimiert.
Kommt drauf an. Tot darf es auch nicht klingen. Gute Sänger brauchen nur wenig komprimiert zu werden. Es muss halt passen.
Beim Mastern wird ja auch nochmal komprimiert bzw. limitert.
Ansonsten volle Zustimmung.
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