Grungsätzliche Mikrofonfrage

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe im Archiv versucht meine Frage zu klären, bin aber auf keinen Beitrag gestossen.Ich habe eine grundsätzliche Frage. Wenn ein Mikrofon direkt mit normaler Lautstärke besprochen wird, klingt die Übertragung mit einer Tonanlage
entsprechend gut. Wenn das Mikrofon nun z.B. 3 Meter entfernt positioniert wird, klingt die Übertragung sehr "dünn" (mittenlastig). Wenn ein Mensch aus 3 Metern Entfernung einem anderen Menschen zuhört, klingt das nicht so mittenlastig. Wie läßt sich dieses erkären ? Der Schall nimmt mit zunehmender Entfernung ab, aber doch sicherlich linear (frequenzspektral gesehen)oder ?
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Antwort#2
Ich würde mir das so erklären: wenn es sich bei dem Mikrofon um einen Druckgradientenempfänger handelt, unterliegt er dem Nahbesprechungseffekt. Dass heißt, die Bässe werden betont, wenn man es in entsprechend geringer Entfernung bespricht. Um das Auszugleichen, senkt man in den Mikrofonen die Bässe ab.
Da in einiger Entfernung (Diffusfeld heißt das glaub ich) der Nahbesprechungseffekt nicht mehr auftritt, wohl aber die Bassabsenkung wirksam ist, wird das Signal entsprechend dünner.
Hoffe mal, das ist richtig :-)
Gruß,
tobi
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Antwort#3
Klaus meint: "Der Schall nimmt mit zunehmender Entfernung ab, aber doch sicherlich linear - frequenzspektral gesehen - oder?"

Klaus, was hörst Du von einer Marschkapelle, die etwa 1 km oder 2 km weit weg ist ? Hörst du alle Frequenzen normal spekral-linear oder mehr hohe Töne (von den Flöten) oder mehr tiefe Töne (von der Bass-Trommel)? Ein Mikrofon "hört" in diesem Falle das auch so.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik:
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Antwort#4
Der Effekt, dass bei weit entfernten Quellen die Höhen gedämpft werden tritt erst bei grösseren Entfernungen deutlich hörbar auf.
Wenn du menschliche Sprache beurteilst, dann rechnent das Gehirn aufgrund der Erfahrung diesen Effekt auch teilweise raus. Ebenso wie Raumklang eines Wohnzimmers z.B. rausgerechnet werden.
Zum anderen lässt du dich von Nahbesprechungseffekt (Bassanhebung bei nahen Schallquellen) täuschen. In 1m Entfernung ist er nicht mehr wirksam. Bei normalen, d.h. nahen Besprechen (wie der Name schon sagt) eben schon.
Jedes Richtmikrofon (->Gradientenempfänger, Schallschnelleempfänger) zeigt diesen Effekt. Achter-Charakteristik am meisten, Kugel (==Schalldruckempfänger) gar nicht. Niere (ws dein Mikro sein wird) als Mischung zwischen Kugel und Acht eben auch mittelmässig.
Bei einem Mikrofon mit Kugelcharakteristik tritt der Effekt nicht auf. Nimm ein solches wenn du den obigen Effekt testen willst.
Ansonsten hast du schon eine sehr wichtige Erkenntnis erkannt:
ein Mikro hört anders als der Mensch.
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Antwort#5
ein Mikro hört anders als der Mensch.
Servus,
soo würde ich das nicht sagen. Nehmen wir an, beide hörten "gleich". Das eine Hörergebnis wird z.B. auf Band aufgezeichnet, das andere Hör-"Ergebnis" muß erst wahrgenommen und (sich) gemerkt werden. Und da passiert unheimlich viel ...
Dazu - allerdings übers Sehen - stand neulich mal was Interessantes im Siegel:



Da gehts lang ...
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