Plexiglas-Dämmung

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Live-Techniker!
Wie sind eure Erfahrungen mit Plexiglasscheiben ums Schlagzeug oder Amps. Kann man sich da auch günstig selber was basteln? Ein bißchen Dämmmaterial hats schon gebracht, sieht aber natürlich nicht aus...
Viele Grüße
Carsten
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Antwort#2
Hallo Carsten,
du schreibst: "Wie sind die Erfahrungen mit Plexiglasscheiben ums Schlagzeug oder um Vertärker. Ein bisschen Dämm-Material hat es schon gebracht."
Hier muss über die Gegensätze gesprochen werden: Für die Schalldämpfung (= Absoption) benutzt man volkstümlich die Eierpappen oder die Schaumstoffpyramiden der -wellen um den etwas halligen Räulichkeitseindruck zu vermindern. Für die Schalldämmung (= Abtrennung) kann man sich auch aus Plexiglas eine völlig (!) geschlossene Hütte bauen, um den nach außen dringenden störenden Lärm zu mindern. Es fehlt der genaue Hinweis, was der Zweck deiner "Pexiglas-Dämmung" ist, wie dein Betreff sagt. Aber Plexiglasscheiben um den Schlagzeuger erzeugen starke harte Reflexionen, die den Schall - den der Schlagzeuger abbekommt - noch lauter macht.
Hast du Ärger mit den Nachbarn wegen des Lärms oder möchtest du für Mikrofonaufnahmen den halligen Raumklang trockener machen??
Viele Grüße
ebs
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Antwort#3
hallo!
das thema interessiert mich auch.
unser schlagzeuger hat in einem abstand von ca. 2m noch einen pegel von 115 dezibel. auf kleineren bühnen ist das übersprechen auf die gesangsmikrofone ein ziemliches problem. plexiglas ist nicht gerade billig und mich würde interessieren, welche materialstärke notwendig ist und wo man die notwendigen aluprofile herbekommt.
gruß, thomas
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Antwort#4
Wenn euer Drummer so viel Lärm verursacht, dann nimm ihm seine Sticks weg und gib ihm dafür Stöcke aus je einem Bündel Bambus-Faser (die seien zwar teuer), denn das lohnt sich. Unser Drummer hat die Dinger auch verordnet bekommen, es hilft wirklich. Nur auf Rimshots muss er dann verzichten.
Zweitens kommt in den Insert zu jedem Mikrofon ein Gesangs-Prozessor. Der besteht aus einem Expander/Gate (der wird so eingestellt, dass er den Kanal dichtmacht, solange nicht in das Mikro gesungen wird), weiter aus einem Kompressor (wenn aber reingesungen wird, spricht der Kompressor an und gibt der Stimme Druck) sowie aus einem Enhancer/Exciter (macht die Stimmer klarer, durchsetzungsfähiger und erhöht die Textverständlichkeit). Ich glaube, das Teil von DBX heißt 286A oder so ähnlich.
Drittens kriegt der Drummer In-Ear-Monitoring, und da ist das Schlagzeug so laut drauf, dass es ihm bei jedem harten Schlag Schmerz verursacht ;-) (dies bitte nicht ganz ernst nehmen).
Michael
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Antwort#5
Also Carsten hat ja gefragt: "Wie sind eure Erfahrungen mit Plexiglasscheiben ums Schlagzeug oder Amps."
Also Plexiglas hat einen Vorteil und sonst wirklich keinen - es ist durchsichtig! Darum ist also die Verwendung um Amps. nur schlecht. Da sollte man nicht reflektierende Gobos rumstellen, wie der Amerikaner sagt. Plexiglas ist nur Notbehelf als "Trennwand". Man braucht das, damit die Musiker sich sehen können oder auf der Bühne, damit das Publikum nicht von undurchsichtigen Wänden zu sehr gestört wird. Sonst gehören überall wo es möglich ist, nur undurchsichtige Wände hin, die mit Absorptionsmaterial zur Schalldämpfung beklebt sind.
Eine Anwendung kenne ich, bei der Plexiglas nichts mit der Durchsichtigkeit zu tun hat, sondern nur mit der hohen Reflexionsstärke. Bei Sinfonie-Orchestern kann man hinter die Hörner diese Plexiglaswände stellen, um den Hörnerklang nach vorne auf die Hauptmikrofone zu spiegeln. Das klingt besser als Mikrofonstützen hinter den Hörnern.
Viele Grüße
ebs
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Antwort#6
Servus,
ebs schrieb:
Plexiglasscheiben um den Schlagzeuger erzeugen starke harte Reflexionen, die den Schall - den der Schlagzeuger abbekommt - noch lauter macht
Genau! _Das_ ist ein durchaus nützlicher (Neben-)Effekt.
redi,
der bald nicht mehr ganz so arg von der Lautstärke des Schlagzeugers genervt werden wird
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Antwort#7
Servus,
diesen Mikrofonprocessor hab ich auch im Rack. Den würde ich nicht mehr kaufen, da der "Kompressor" meiner Meinung nach den Klang etwas "verdumpft", was der nachgeschaltete Enhancer allerdings wieder etwas aufbügelt.
Aber:
Das Teil ist einfach und schnell einzustellen und wirkt beim ersten Hören sehr effektiv. Deshalb hab ich es seinerzeit - damals noch ohne "A" - gekauft.
redi
ps
Das hab ich auch schonmal gemacht:
Trommlern, die überhaupt nicht haben leiser spielen wollen, langsam ihr Schlagzeug auf den Monitor gelegt - das hat gewirkt.
Leider verbietet sich das bei den Auftritten (kleinere Sääle, Clubs), bei denen ich mitmache. Eine Plexiglaswand vor, evtl. ein schwerer Vorhang hinter dem Schlagzeug(-er) würde da schon viel bringen: Mehr Krach für den Schlagzeuger :-)), weniger für den Rest.
Wenn's dann mal größer wird, darf der Schlagzeuger (meinetwegen) so viel Krach machen, wie er will.
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Antwort#8
Es geht hier primär um die "Leisermachung" des Schlagzeugs. Ich habe mal zwei 1x2m große Dämmmatten ums Schlagzeug gelegt, was eine Menge gebracht hat. Nur kann man das auf der Bühne natürlich nicht machen.
Thomann oder die original "Drum Screen" sind sehr teuer. Ich werde mir jetzt selber welche bauen. Erste Besuche beim Baumarkt und ein zehnstündiges Gespräch mit einem Kollegen: mit 200 Euro ist man dabei.
Wenns fertig ist schreib ich mal, vielleicht mit foto.
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