Orchester Mikrofonie

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Es soll ein Orchester mit Sängern (rechts, unbewegt) während mehrerer Konzerte aufgenommen werden.
Wie liege ich mit AB für die Front, AB hinten im Publikum (Surround) Monostütze vorne rechts für die Sänger und Monostütze im hinteren Bühnenbereich für die Bläser?
Die Aufnahme soll professionell verwertet werden.
Wie bekomme ich, ausser natürlich durch Hören, heraus, wo der Hallradius eines Saals liegt (Positionierung der Surround-AB). Gibt es da Formeln (Saaldimensionen, Nachhallzeit o.ä.?)
Da ich zwei Proben habe, kann ich verschiedene Mikros ausprobieren. Für Antest-Tipps auf den einzelnen Positionen wäre ich dankbar!
Schöne Grüsse,
Zarat
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Antwort#2
Zarat sucht für eine Surround-Sound-Aufnahme mit Orchester und Sängern Mikrofonierungstipps.
Vergiss es, den Hallradius herauszubekommen, denn der ist frequenzabhängig und hängt von der Nachhallzeit, dem Raumvolumen, der Abstahlcharakteristik der Schallquellen und der Mikrofone ab. Auch wenn du ihn grob wüsstest, so ist das viel weniger hilfreich, als das so in theoretischen Büchern geschrieben steht. Das Ohr hat immer zu entscheiden, ob die Mikrofone näher an die Schallquelle herangebracht werden müssen, oder ob die Raummikrofone weiter weg gestellt sein müssen. Es gibt dafür keine anwendbaren Formeln. Überlege dir gut, ob du z.B. bei der Aufnahme die Raummikrofone in oder über das Publikum hängen willst, damit die lebendigen Störgeräusche deine Surround-Aufnahme hinten beleben. Es kommt darauf an, was denn aus den hinteren Lautsprechern kommen soll. Bei mir soll da ungestörte Musik mit Räumlichkeit herauskommen und darum gehe ich mit den Kugel-(!)-Mikrofonen lieber nicht ins Publikum, sondern eher in die Höhe, wenn möglich sogar über das Orchester. Sollten dort zu viele Höhen im Signal erscheinen, dann wird dir schon einfallen, wie man die wegnimmt. Sollte das Signal zu nah sein, dann kann man noch Delay einfügen. Die Bühne mit dem Orchester und den Sängern würde ich wie bei Stereo mikrofonieren, wobei es einige Möglichkeiten gibt. Blechbläser würde ich nicht stützen, Holzbläser schon. Für genauere Hinweise müsste man mehr über die Komposition und den Saalklang und die Sänger wissen.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


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Antwort#3
Servus!
Bau doch einfach ein Decca-Tree als Hauptsystem (lässt sich für Surround auch schön auf LCR ableiten), als Raumklang-System würde ich genauso wie Eberhard Kugeln relativ hoh über dem Publikum empfehlen (ansonsten ärgert man sich über jedes Zuckerlpapier-Auspack-; Handtaschen-Such-; und Schneuz/Hustgeräusch).
Beim Abstand des Surr-Systems zum HS habe ich die ERfahrung gemacht, dass ein Abstand je nach Raum zwischen 2,5 und 3,5 Metern optimal ist - ansonsten kommt es leicht dazu, dass man den Schall, der aus den Surround-Lautsprechern als "eigenen" Raum wahrnimmt, der nichts mehr mit dem Schallgeschehen der Frontlautsprecher zu tun hat.
Herzliche Grüße
Georg


Tonzauber - einfach klassisch!
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Antwort#4
Hallo Zarat,
Warum willst Du die Sänger nur mono stützen? (Sind es Solisten oder ist es ein kleiner Chor?). Wenn es Solisten sind, empfehle ich in jedem Fall diese stereo zu stützen, weil man sonst den Eindruck bekommt, die Sänger würden alle aus einem Loch heraus singen.
Bei Gesangssolisten habe ich gute Erfahrungen gemacht mit einer X/Y-Anordnung mit 2 Supernieren und einem Versatzwinkel von 75°. Man hat dann oft den Eindruck, die Sänger stünden VOR dem Orchester.
Auch die Bläser mono stützen halte ich für riskant. Auch hier besteht nämlich die Gefahr, daß sie zu punktförmig abgebildet werden. Verwende auch hier ruhig mal mindestens 2 Mikrofone.

Grüße
Rainer
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Antwort#5
Tonzauberer schreibt: Beim Abstand des Surround-Systems zum Hauptmikrofonystem habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Abstand je nach Raum zwischen 2,5 und 3,5 Metern optimal ist - ansonsten kommt es leicht dazu, dass man den Schall, der aus den Surround-Lautsprechern als "eigenen" Raum wahrnimmt, der nichts mehr mit dem Schallgeschehen der Frontlautsprecher zu tun hat.
Diese Anmerkung sollte sehr beachtet werden. Die Zweiräumigkeit mit vorne Stereo und hinten einem Raum, der keine klangliche Verbindung zu vorne hat, ist bei Surround-Aufnahmen häufig festzustellen. Bekannt ist von dem Japaner Fukada, dass er etwa 2 Meter vor dem Orchester vier Mikrofone fast im Quadrat (2,50 bis 3,50 m - das Maß von Georg) hinstellt und die zwei orchesternahen Mikrofone in L/R nach vorne gibt und die hinteren beiden auf die Surround-Sound hinten-Lautsprecher. Das verhindert das Auseinanderfallen eines vorne-hinten Klangbilds. Es gibt noch andere Tricks, wie z.B. eine sehr große AB-Mikrofonanordnung am Orchester vorsichtig zwischen vorne und hinten, also auf die Seiten zu pannen. Das gibt auch eine Raum-Brücke.
Zu den Solisten: wenn diese einzeln auftreten, genügt eine Stütze, die man zwischen links und Center pannen kann, wenn sie halblinks stehen sollen. Wenn alle singen sind die Stimmen bekanntermaßen immer unausgeglichen und man braucht zur Hilfe dann mehr Stützen. Ich panne Stützen wie bei Stereo, weiterhin zwischen L und R (Da streiten sich die Fachleute) und als einziges Mikrofon für den Center-Lautsprecher ist die Mitte des Decca-Dreiecks gedacht.
Viele Grüße
ebs
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