Aussteuerungsanzeige basteln

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Hab zwar schon was gefunden aber ich suche immer noch Schaltpläne für professionell verwendbare Aussteuerungsanzeigen. Z.B. dann als LED kette.
Besonders interessiert mich die Integrations- und Abfallzeiten. Denn dazu gibt nix im Netz. Anstieg unendlich schnell? Was bei RMS.
Bei Wavelab z.B. gibt es auch zwei Unterschiedliche Aussteuerungsanzeigen. Spitzenpegel und Durchschnittspegel über ?. Ja über was eben?
Dachte auch dran das ganze mittels Mikrocontroller und dessen 10bit bzw. 8bit AD-Wandlern zu meistern. PICs können bis zu 44kHz samplen. Der AD ist ziemlich fix und das ganze dann per Software (==vertrautes Terrain) zu realisieren. Dann kann man alles anzeigen lassen auf einem Display oder LED kette.
Ideen?
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Antwort#2
Besonders interessiert mich die Integrations- und Abfallzeiten. Denn dazu gibt nix im Netz. Anstieg unendlich schnell? Was bei RMS.
Bei Wavelab z.B. gibt es auch zwei Unterschiedliche Aussteuerungsanzeigen. Spitzenpegel und Durchschnittspegel über ?. Ja über was eben?

vielleicht hilft dir das: (die hoffe, die Normen sind noch aktuell)
1) IEC Typ 1 (DIN 45406, IEC 268-10)
Anstiegszeit 10ms (bis ?1dB)
Rücklaufzeit: 13,3dB /s
Skalierung: -50 dB ? +5dB
Arbeitspegel: +6dBu

2) IEC Typ 2a (British Broadcast Standard)
Anstiegszeit: 12ms (bis 0dB)
Rücklaufzeit: 2,85s (von 7 bis 1)
Skalierung: 1 ? 7 (entspricht ?12dB ? +12dB)
Arbeitspegel: 8dBu (entspricht Meteranzeige ?6?)

3) IEC Typ 2b (Nording N9 Standard)
Ansteigszeit: 5ms
Rücklaufzeit: 3,4s für 40dB
Skalierung: -42dB ? +12dB
Arbeitspegel: +6dBu

4) AES/EBU (Digital-Meter)
Ansteigszeit: 1/Samplerate
Rücklaufzeit: 1,5s (für 20dB)
Skalierung: -60dB ? 0dB

5) VU-Meter (ANSI-Standard 16.5-1961)
Anstiegszeit: 300ms
Rücklaufzeit: 300ms
Skalierung: -20 ? +3
Arbeitspegel: 4dBm (= 4dBu bei 600Ohm)
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Antwort#3
Bei der Anstiegszeit steh' ich irgendwie auf dem Schlauch.
Was bedeutet 10ms bis -1dB?
Von wo aus? Oder 10ms Integrationszeit?
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Antwort#4
Hallo Thomas,
habe jetzt das IRT-Pflichtenheft 3/6 (das 3/6 ist speziell für Aussteuerungsmesser) nicht zur Hand, aber der Wert bedeutet: Ein Burst mit einem Pegel von 0 dBu und 10 msec Dauer muß mindestens einen Ausschlag von -1 dB hervorrufen.
Zum Selbstbau: Aussteuerungsmesser zu bauen ist eine sehr eklige Angelegenheit. Das größte Problem dabei ist der Meßgleichrichter. Diesen über einen Pegelbereich von 60 dB und Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz linear und ohne Umpolfehler hin zu bekommen und dann ohne Pegelabhängige Überschwinger ist die schwierigste Sache an dem ganzen Ding.
Das zweite ist der logarithmische Funktionsgeber. Bei LED-Ketten kann man das durch entsprechend vorgespannte Komparatoren realisieren, aber bei Anzeigeinstrumenten muß man dies mit einem Verstärker mit logarithmischer Kennline machen. Früher hat man das mit einer Diodenmatrix gemacht oder mit einer solchen im Gegenkopplungszweig eines OPV. Heute macht man das gemultiplext an einer Entladekurve eines Kondensators. Sämtliche Aussteuerungsmesser von RTW basieren auf diesem Prinzip. Der Vorteil dabei ist, daß der Funktionsgeber thermisch stabil ist. Oder was noch besser ist: Einen AD-Wandler und das Ausgangssignal über ein EPROM geleitet das die logarithmische Wertetabelle enthält.

Grüße
Rainer
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Antwort#5
Hallo Thomas T,
das Pflichtenheft Nr. 2/5 - Tonregieanlagen sagt aus:
Für die Beurteilung der Anzeigeeigenschaften ist das dynamische Verhalten des Aussteuerungsmessers von Bedeutung. Die Ansprechzeit ist dabei für eine technisch richtige Aussteuerung optimiert, die Rücklaufzeit für eine optimale Ablesbarkeit des Instruments. In der analogen Tontechnik bringt es keine Vorteile, auch kürzeste Pegelspitzen bzw. längere Pegelspitzen innerhalb kürzester Zeit ablesen zu können, da bei solchen Pegelspitzen Verzerrungen durch Übersteuerung ohnehin unhörbar (!) sind. Auch würde eine Aussteuerung, die sich auch an kürzesten Spitzen orientiert, zu einem niedrigeren Durchschnittspegel führen.
Die Anstiegs - und oder Integrationszeit des Aussteuerungsmessers, d.h. die Zeit, die das Gerät bis zur Anzeige von 90% (entspricht - 1 dB) des tatsächlichen Pegels benötigt, wurde deshalb für die analoge Tontechnik auf 10 ms festgesetzt (DIN 45 406). Eine Pegelspitze von 10 ms Dauer wird dabei mit 1 dB, eine Pegelspitze von 3 ms Dauer mit 4 dB unter ihrem tatsächlichen Wert angezeigt. Für Aufnahmen in digitaler Tontechnik muss die Integrationszeit auf unter 1 ms reduziert werden, weil hierbei Übersteuerungen grundsätzlich vermieden werden müssen.
Die Rücklaufzeit innerhalb der die Anzeige von 0 dB auf - 20 dB fällt, beträgt 1,5 s. Damit wird eine ausreichend lange Verweildauer auch bei kurzen Pegelspitzen und ein ausreichend ruhiges Bewegungsbild sichergestellt. Allerdings führt die langsame Rücklaufzeit zu dem Eindruck eines höheren Durchschnittpegels als tatsächlich vorhanden ist.
Vielleicht hilft das ja. Und immer schön dran denken, der ARD-"Spitzenwert"-Aussteuerungsmesser ist ein Spitzenwertanzeiger von seine Ballistik her, der aber in Effektivwerten geeicht ist. Also: ein 1kHz-Sinuston mit der Spannung 1,55 Volt effektiv oder englisch RMS zeigt auf unserem Aussteuerungsmessgerät den Anzeigewert 100% entsprechend = 0 dB auf der Skala an (das ist die rote Marke), was aber dem Spannungspegel von + 6 dBu entspricht. Klar? Es ist falsch, den Spitzenwert der Spannung berechnen zu wollen! Was immer wieder passiert.
Gruß
Maya
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Antwort#6
Hallo,
stelle Dir das mit dem Pegelmesser nicht ganz so einfach vor, wenn er mehr als nur ein Schätzeisen werden soll.
LED-Ketten sind sowieso mehr billiges Mäusekino (auf Dauer furchtbar ätzend), schau lieber, daß Du Dir irgendwoher Lichtzeiger oder Pegelmesser von RTW organisierst. Das kostet zwar richtig Geld, aber die Versuche, die Du bis zu einem wirklich gut funktionierenden Eigenbau-Pegelmesser brauchst, werden auch nicht viel billiger sein.
MfG
DB
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Antwort#7
Hallo an alle Antworter!
Also die Qualität sollte kein hochpräzieses Messinstrument sein, abe auch kein Schätzeisen. Es ist zum Beispiel egal ob es -10dB oder -12dB sind. Aber 0dB (==4dBu) und Clipping (18dB bei ADI-8 ?) sollte zu erkennen sein.
Was haltet ihr von folgender Schaltung?
http://www.megabaud.fi/~jtolonen/ga/peakmtr/fig4.gif
aus
http://www.megabaud.fi/~jtolonen/ga/peakmtr/peakmtr.html
Magische Augen zu verwenden ist zwar ganz witzig, aber wollte ich nicht. Aber als Ausgangspunkt.
Hintergrund ich habe in einem 19"-Zoll-Gehäuse (1HE) noch die Hälfte Platz.
Und 2-4 Pegelmesser sind ab und an mal ganz nützlich. Die RTW-Teile z.B. wiegen Nutzen/Preis bei mir nicht auf. Dann schmeiss ich lieber den Rechner an gucke da...
(in der anderen Hälfte ist der -10dBV -> 4/6dBu-Verstärker, der bis auf die fehlenden Übertäger für die Rückrichtung fertig ist, d.h. einen ersten groben Funktionstest bestand)
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