Mikro-Vorverstärker selberbasteln

Erstellt 22 Antworten23 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
beim Stöbern habe ich auch kurz einen langen Thread über Mikrofonvorverstärker überflogen. Meine Frage: (wo) gibt es öffentlich zugänglich einen wirklich guten Schaltplan zum Selberbasteln?
Was ist heute State-of-the-art, OP's (kenne noch den günstigen NE5532, AFAIK) oder diskret (FET). EIngangstufe elektronisch symmetriert oder Trafo... usw.
Auch für Linktips bin ich dankbar.
MfG
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Antwort#3
Hallo Martin,
zunächst die Fragen: Was darf es maximal kosten? Soll es einfach nur ein "guter" MV sein oder nach dem IRT-Pflichtenheft? Wenn letzteres gefordert, empfehle ich immer wieder die Entwicklungen von Dr. Corinth. Die Schaltpläne habe ich von beiden. Beide sind trafosymmetriert. Bez. Symmetrierung: Ohne Trafosymmetrierung bekommst Du den MV nicht in die Qualtitätsanforderung des IRT-Pflichtenheft. Die Dr.Corinth'schen Schaltungen sind alle trafosymmetriert und erfüllen voll IRT-Pflichtenheft. Im Netz wirst Du in dieser Qualitätsklasse so leicht nichts finden.

MfG
Rainer
Ein "State of the Art" gibt es nicht. Es bleibt jedem überlassen ob er seine Schaltung diskret oder mit OP's aufbaut.
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Antwort#4
Hallo Martin!
Öffentlich zugängliche Unterlagen gibt es unzählige:
Bei google z.B. "symmetrischer Mikrofonvorverstärker"+schaltplan
eingeben.
Es gibt auch genügend Linksammlungen zum Thema Audioschaltungen
viele davon natürlich auch in englisch. (-> google.com z.B. mit
"Micpreamp" bemühen)
Empfehlenswert ist z.B. auch das "Handbuch der Audioschaltungstechnik"
da sind die wichtigsten Grundlagen in einem Kapitel für Mikrofon-
vorverstärker zusammengefasst.
Eine sehr gute Darstellung für die Realisierung mit OP's gibt
es hier: http://www.theimann.com/Analog/Misc_Tech/Sym_Elrad/
Da ich gerade selber einen Vorverstärker nach diesem Prinzip gebaut habe,
kann ich dazu vielleicht noch ein paar offene Fragen beantworten.
Einfach posten, die anderen sollen ja was davon haben ;-)
Um den IRT-Standart zu erfüllen, ist der Aufwand (technisch und finanziell)
natürlich höher.
Grüße,
KJL
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Antwort#5
Hallo,
danke für eure Tips, ich schaue mich mal um.
Ist erstmal theoretisch, wenn ich mal gross bin und Zeit und Geld habe... *g*
(ja, IRT sollte schon sein)
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Antwort#6
Hallo Rainer,
an den Schaltplänen wäre ich schon sehr interessiert, wenn man die so weitergeben darf...
(kannst mich anmailen...)
Martin
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Antwort#7
Hallo Rainer,
ich wäre ebenfalls an einer Schaltplankopie interessiert...

Swen.
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Antwort#8
Meiner Meinung nach ist IRT nicht unbedingt notwendig. Kommt natürlich immer drauf an. Aber 90% aller Preamps die sich so im (Semi-)Professionellen Bereich tummeln erreichen diese Werte nicht. Rauschen und vorallem Verstärkung von 75dB. Und nicht alle diese 90% sind unbrauchbar und schlecht.
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Antwort#9
Hallo Martin!
In der c't war das schon mal Thema!
In den Heften 20/02 und 21/01 wurde in zwei Artikeln ausführlich auf das Thema eingegangen.
In Heft 20/02 wurde ein einfacher Mikro-Vorverstärker mit 3 Transistoren und Trafosymetrierung vorgestellt.
Daten aus dem c't-Meßlabor:
Frequenzgang: -2db, 20 Hz/+0,5 dB, 20 kHz // Klirrfaktor: 0,035% // Geräuschspannungsabstand 116 dB, V= 48 dB // EIngangsimpedanz 200 Ohm // Strohmaufnahme 1,8 mA
So einen schafft man gerade noch zwischen Kaffe und Abendbrot auf eine Lochrasterpaltinen zu löten.
In Heft 21/02 wird ein etwas komfortableren Gerät mit allem Schmick-Schnack (u.a. definierte Pegelabsenkung mittels mehrstufigen Rastschalter, und Phantomspannung) Aufgebaut mit OP-Amps. Dazu gab es auch vom c't-Service eine Platine für 10 EUR und Hinweise, wo man ein professionel aussehendes Gehäuse für wenig Geld herbekommt.
Heft 20 ist vorhanden, Heft 21 suche ich noch, hab aber im Moment keine Ahnung wo ich das versteckt haben könnte.
Scans des Planes aus 20/o2 gibts auschließlich per Mail!
Beste Grüße
Hartmut
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Antwort#10
Da sieht man mal wieder, welche falschen Leute hier einen Mikrofonvorverstärker erfinden und verbreiten. Keine Ahnung von Studiotechnik.
Die Angabe "Eingangsimpedanz 200 Ohm" zeigt doch deutlich, dass diese Konstruktion mindestens 40 Jahre zu spät kommt. Wir haben in der Tontechnik keine 200 Ohm Leistungsanpassung mehr!
An ein Studio Mikrofon mit einem Ausgangswiderstand von kleiner 200 Ohm gehört eine Eingangsimpedanz des Mikrofonvorverstärkers von um die 1,5 Kilo-Ohm. Alles andere ist ziemlicher Schwachsinn.
Hoffentlich ist die seltsamerweise nicht angegebene Ausgangsimpedanz des Mikrofonverstärkers wenigstens so um die 50 Ohm.
Kopfwackel: Tssss, 200 Ohm Eingangsimpedanz - kaum zu glauben! Unmöglich! Und das im Jahre 2001.
Aber schau doch noch einmal genau hin. Es gibt die Hoffnung, dass das nur ein Druckfehler ist.
Jens
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Antwort#11
dbx386 hat 300Ohm! Mit allen Konsequenzen.
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Antwort#12
Hi Jens,
habe mir zugegebener Weise keine Gedanken zu den Werten gemacht.
Ich habe einfach abgeschrieben, was in der c't stand...
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Antwort#13
Wenn das stimmt, wäre der Vorverstärker wohl nicht gut brauchbar, denn selbst Neumann und auch Schoeps, sowie Sennheiser und DPA als Mikrofonhersteller geben als geringste Last für ihre Mikrofone 1000 Ohm an und nicht den unsinnigen Wert von 200 Ohm, den dieser Bastel-Vorverstäker als Eingangsimpedanz haben soll.
Vermutlich wird er auch keine Phantomspeisung haben und nur dynamische Mikrofone in Leistungsanpassung als Quelle haben wollen. Da kann jemand nur sehr fehlgeleitet sein, der falsche Nachrichtentechnik gelernt hat und nie etwas von den Studio-Anforderungen der IRT-Richtlinien ghört hat.
Nun wissen wir Bescheid. Danke.
Dann baut mal schön.
Vilko
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Antwort#14
Hallo TomasT,
du postest hier, dass dein dbx 368 eine Mikrofoneingangsimpedanz von nur 300 Ohm hätte, mit allen Konsequenzen. So etwas ist undenkbar!
Das ist eine Falschmeldung. Entwarnung. Gott sei Dank.
dbx 386 Specifications Microphone Input
Connectors: Female XLR Pin 2 Hot
Type: Electronically balanced/unbalanced
Impedance: 1.0k ohm
Maximum Input Level: -9 dBu or +19 dBu with 20 dB pad engaged
CMRR: >40dB, Typically 55dB
Equivalent Input Noise: -128 dBu with a 150 ohm source load
Line Input: (Rear Panel)
Connector: TRS 1/4" Jack
Type: Electronically balanced/unbalanced
Impedance: 20k ohm unbalanced, 40k ohm balanced
Maxium Input Level: +21dBu balanced or unbalanced
CMRR: >40dB, typically 55dB
Gain: (Drive Control)
Gruß
Didi
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Antwort#15
Es lohnt sich mal die Daten des dbx 386 zu studieren und daraus zu lernen.
Unten im Link. Ehrliche 1000 Ohm Eingangsimpedanz des Mikrofonverstärkers. Gleich der dritte Wert von oben. Damit lässt sich leben nur nicht mit weniger, wie uns ThomasT aus Versehen weismachen wollte.
Thorsten


Die Daten des dbx 386
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Antwort#16
Ok, hast Recht von 300Ohm steht nichts im Manual wohl aber von 330Ohm!
Wenn du es nicht glaubst kann ich es dir faxen.
Es steht nicht nur im Manual so drin, sondern auch in dem pdf (!=manual) was ich mal ausgedruckt hatte.
Möglich dass die neueren Exemplare jetzt 1kOhm haben oder das die 330Ohmnur ein Druckfehler sind der sich durch Copy+paste verbreitet hat. Aber die Daten steheh genauso drin wie du sie gepostet hat nur eben 330Ohm statt 1.0kOhm!
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Antwort#17
Nun beißt euch mal nicht an den Werten fest, die c't da in sein Käseblättchen geschrieben hat. Entweder war der Übertrager falsch herum oder der Meßfraggle hatte keine Ahnung!!!
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Antwort#18
Hallo Hartmut,
ich verfolge hier diese wundersame Angabe von den "200 Ohm" als Eingangsimpedanz des Mikrofonverstärkers. Dieses scheint demnach wohlgemeinte Absicht gewesen zu sein, damit die "richtige" Anpassung vorliegt, denn Mikrofone sollen angeblich diese Quellimpedanz von 200 Ohm haben, wird gelehrt. Auch wenn die Kondensatormikrofonhersteller diesen Wert schön unterbieten.
Gestandene Professoren lehren diesen Schwachsinn der Leistungsanpassung mit Ra = Ri noch immer, wie ich einem Script eines ET-Studenten der TU Berlin entnehmen konnte. Siehe den Link unten: Unnötige Leistungsanpassung beim Mikrofonanschluss.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofnaufnahme und Tonstudiotechnk
http://www.sengpielaudio.com


Unnötige Leistungsanpassung beim Mikrofonanschluss
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Antwort#19
[...]
Gestandene Professoren lehren diesen Schwachsinn der Leistungsanpassung mit Ra = Ri noch immer, ...
Hallo ebs,
das einzige, was mir hier zur "Ehrenrettung" einfällt:
Solche Kollegen kommen möglicherweise aus der altehrwürdigen Fernmeldetechnik (Kohlemikrofon, Salmiakelement, Kurbelinduktor ...) und da musste das Mikrofon tatsächlich "leistungsangepasst" werden. Es gab dafür Kohlemikrofone mit unterschiedlichem Innenwiderstand, Kapselkennzeichnung grün, blau, rot.
Aber heute gibt es das ja alles so nicht mehr und es werden ja auch keine Pupin-Spulen mehr zur "Entzerrung" in die Leitungen eingefügt.
MfG -kln
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Antwort#20
Hallo -kln,
die "Ehrenrettung" für fehlgeleitete Saurier ist ja ganz nett.
Mich ärgert dabei ein wenig, wenn diese Lehre als "Akustik zur Tontechnik" angepriesen wird. Diese Fernmeldetechniker glauben blauäugig, dass ihre Technik die Tonstudiotechnik sei. Sie sind ganz fest davon überzeugt.
Bei denen gibt es nur eine richtige Anpassung und das ist die Leistungsanpassung Ri = Ra. Darum schrieben diesen Schmarrn ("Leistungsverstärker müssen mit Leistungsanpassung arbeiten") auch Dickreiter, sowie auch Webers in ihren Bibeln. Dieses Märchen steht auch heute noch so im Webers. Bei Dickreiter konnte ich eine Änderung bewirken.
Unsere Anpassung (in der analogen Tontechnik), die Spannungsanpassung heißt, wird mit einem Unterton als "Fehlanpassung" bezeichnet.
Na, dann lebe ich gern und stolz mit dieser Fehlanpassung , quasi im Leerlauf.
Somit brauche ich auch nicht beim Wegschalten einer "Last" eine "Dummy-Load" hinzuschalten.
Viele Grüße
ebs



Anpassung in der analogen Tontechnik
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