Hallo Ihrs, Ich mixe fuer eine Band seit neustem die einen Drummer haben, der lead vocals singt (bloede combination, aber klapt). Die Band hat ein Sennheiser e835 fuer ihn, und ich habe da so viel Snare und HiHat drin, das ich weder die Snare noch HH reinmixen muss, im Gegenteil, ich habe viel zu viel drin. Also welches Mic hat ein besseres pickup pattern? (duerfte nicht so teuer sein, ich glaube das Beta58 ist nicht so schlecht, auf jeden Fall wesentlich besser als das SM58) Und habt ihr tricks wie ich bessere Ergebnisse bekomme? Ich habe auch schon an Sachen wie Ducking gedacht (Comp mit side chain von der Snare, duerfte aber sehr seltsam klingen, oder Snare mit vocal mixen und mittels DDL die Snare "rausfiltern", duerfte aber sehr problematisch mit der Phase werden, Probleme wie phasing tauchen auf). Da ich im Verleih arbeite, einfach mal ein paar gute Mics nennen, ich werde die dann ausleihen und vergleichen. Thanx, Gruss,
Hi HaJo, du hast die Vorstellung, ein Mikrofon genannt zu bekommen, das die Sneare und die Hi-Hat weniger als das Sennheiser E835 aufnimmt und nur den Lead-Sänger bevorzugt. Das wird es zu deiner Lösung nicht geben. Der Sänger muss näher ans Mikrofon rangehen (reinbeißen) und er muss lauter singen. Wenn das nicht reicht muss er leiser Schlagzeug spielen. Aber da gibt es noch einen Trick: zwei gleiche Mikrofone nehmen, dicht nebeneinander positionieren, eines der Mikofone verpolen und parallel zusammenschalten. Wenn man dann dicht in "ein" Mikrofon singt, dann löscht das andere Mikrofon den Schall von weiter weg durch die Gegenphasigkeit aus. Vergiss Ducking und das Rausfiltern der Sneare mit DDL. Das Mikrofon von Don Henley von den Eagles interessiert nicht - der singt anständig laut. Gruß Dicki
MattM fragt: Ist das der Grund, warum auf alten Konzertaufnahmen gelegentlich zwei zusammengetapete Mikrofone zu sehen sind? Das kann schon sein, muss aber nicht. Dieser Trick mit den zwei Mikrofonen ist auch sehr wirksam in Düsenjägern, wenn die Piloten bei hartem Lärm in ihr "Doppelmikrofon" sprechen. Die Mikrofone können auch etwa 5 cm auseinander sein, weil man deutlich in eins reinsingen muss, das andere soll möglichst nur den Lärm (hier ist das Schlagzeug gemeint) von drumherum gegenphasig auszulöschen. Gruß Dicki
Hallo, also erstmal gesagt, suche ich nach einem Mic, dass ein sehr enges pickup pattern hat (habe ich auch glaube ich erwaehnt). Ich kann das mit den zwei Mics mal ausprobieren, schaetze aber mal werde damit nicht all zu viel erreichen, da ich dadurch sehr starke Kammfilter Effekte bekommen duerfte und mir dadurch ein noch schlimmeres Problem erschaffe. Danke aber fuer den Tip, ach der Schlagzeuger singt uebrigens sehr laut und isst das Mic auch. HaJo
Hallo Hajo, ein Mikrofon mit einer schön "engen" Richtcharakteristik wäre die Keule eines Richtrohrmikrofons, die gegenüber der einer Niere nur geringfügig besser den Snear- und Hi-Hat-Sound ausblendet. Wenn der Schlagzeuger laut und nah am Mikrofon singt, ist unklar, warum so viel Schlagzeugsound in das Mikrofon kommt. Um welche Musik handelt es sich den hier? Vermutlich hängt das damit zusammen. Wenn der Sänger deutlich in ein Mikrofon des Doppelpack-Mikrofons singt, wird der Kammfiltereffekt nicht auffällig sein. Probier' das mal aus. Es lohnt sich! Ich habe das mit Erfolg angewendet. Es müssen aber zwei gleiche Mikrofone sein, die ich mit einer Y-Leitung parallel geschaltet habe, wobei eine Seite des Y-Eingangs mit den a/b-Adern verdreht ist. Jetzt wird Rainer zu Recht sagen, das ist elektrisch nicht ganz sauber, aber es klappt trotzdem. Gruß Detlef
Zitat: "Jetzt wird Rainer zu Recht sagen, das ist elektrisch nicht ganz sauber, aber es klappt trotzdem." Und genau das tue ich! Die Parallelschaltung von Mikrofonen ist leider bei vielen Kollegen eine Totsünde wogegen die Mikrofonentwickler schon oft protestiert haben. Habe ich also einen "Übeltäter" erwischt! Die Mikrofone belasten sich doch gegenseitig. Warum nimmst Du die nicht auf 2 Eingänge des Pultes und mischst sie gegenphasig zueinander ?. Allgemein ist die Parallelschaltung zweier Spannungsquellen prinzipiell eine physikalische Sünde, denn sie klappt genau genommen nur dann sauber, wenn die Spannungen und die Innenwiderstände gleich sind. Bei Wechselspannung kommt noch die Frequenz- und Phasengleichheit als Kriterium hinzu. MfG Rainer
Hi Dicki, Zu Deinem letzten Satz: Es gab vor Jahren mal von Sennheiser ein Mikrofon mit Achtcharakteristik, das für Besprechung in sehr lauter Umgebung konzipiert war. Wäre mal einen Versuch wert, ein Achtermikrofon zu verwenden.
Parallelschaltung von Mikros ist tatsächlich elektrischer Quatsch. Wenn es dynamische Mikros sind, ist die Reihenschaltung das korrekte elektrische Mittel, nicht zwei Mixerkanäle. Bei der Reihenschaltung wird die Masse (Pin1) sternförmig auf die Mikros verteilt, dann gehts für die Signalleitungen: Pin2 von der Leitung zum Mixer an Pin2 von dem "'Reinsing"-Mikrofon, Pin3 des "'Reinsing"-Mikrofons an Pin3(!!Verpolung!) des "Auslösch"-Mikrofons, Pin2 des "Auslösch"-Mikrofons an Pin3 von der Leitung zum Mixer. Das funktioniert allerdings nicht, wenn die Mikros Phantom- oder Tonaderspeisung brauchen. "'Reinsing"- und "Auslösch"-Mikro müssen unbedingt vom selben Typ sein, am besten ein ausgesuchtes Stereopärchen! Denn im angegebenen Frequenzbereich z.B."80-15000 Hz", dürfen die individuellen Frequenzgänge bis zu +/- 2,5 dB von der Soll-Frequenzkurve abweichen. Ein Mikrofon anderen Typs hat sogar eine andere Sollfrequenzkurve - Willkommen beim Interferenzlotto! Viele Grüße Michael
Wenn Du das geräuschkompensierende Sennheiser-Mikrofon MD 430 meinst: Es ist keine Achtercharakteristik, sondern eine Superniere. Allerdings mit einer für geraden Frequenzgang absolut falschen Membran-Eigenresonanz. Bei dynamischen Richtmikrofonen muss aus physikalischen Gründen die Eigenresonanz der Membran am unteren Ende des Übertragungsbereichs liegen. (Das macht dann Probleme mit Hantierungsgeräuschen, dashalb haben die besseren Typen ein schockgedämmtes Innengehäuse) Beim MD 430, obwohl es auch ein dynamisches Richtmikro ist, liegt die Resonanzfrequenz aber irgendwo zwischen 5 und 10 kHz. Durch den Nahbesprechungseffekt kommt die Stimme passabel 'rüber, aber tiefe Störgeräusche haben keine Chance, weil deren Quelle weiter weg ist. Höherfrequente Störgeräusche, ab wenigen hundert Hz, kann das Mikro nicht mehr wegfiltern. Viele Grüße Michael
hallo HaJo! ich habe auch so eine band mit sänger an den drums abzumischen! meine erfahrung: das einzige was hilft ist ein kopfbügel-mic. egal wo er sich hindreht und was er spielt, der pegel ist immer gut! ich benutze in diesem fall ein Shure WCM 16 mit Taschensender Shure U1A. es geht auch ein Isomax Earset E6 am Taschensender. das haben die auch bei dieser vergeblichen superstar-suche bei rtl benutzt. das wird auch bei musikals eingesetzt. der vorteil ist das man mit verschiedenen köpfen verschiedene frequenzen gleich von vornherein "ausblenden" kann. mit dieser lösung habe ich absolut keine probleme mit dem sound der drums auf dem gesangs mic. nur der drummer muss sich mit dem ding auf dem kopf wohl fühlen und es muss (!!!) sitzen. ansonsten kann es nämlich zu einem unangenehmen zusammentreffen zwischen snare und mic kommen! :-) leih dir sowas mal aus und probier es aus... grüsse flo-wer
Hallo! Nach dem Posting habe ich mir erstmal eine Zeichnung gemacht, und nach zweimaligem Umkopieren habe ich´s dann auch verstanden. Glaube ich zumindest. Nach dem Verstehen kam die Erleuchtung: Ja, das ist wohl eine Reihenschaltung. Aber ... kann man das mit Mikrofonen machen? Ich bin der Meinung, Nein. In der Tontechnik arbeiten wir immer mit Spannungs- und weder mit Strom- noch mit Leistungsanpassung. Also wäre für mich die korrekte Lösung die Anschaltung auf zwei Mischpultkanäle, wobei einmal die Phase zu drehen wäre. Nachteilig dabei ist allerdings, dass der Summeneffekt sowohl für alle Aux- und Masterwege realisiert werden soll und damit alle Klang-, Aux- und sonstigen Regler und Schalter der beiden Kanalzüge gleich stehen müssen. Als weitere Alternative kann ich mir noch einen Splitt-Trafo vorstellen, der "in umgekehrter Richtung" betrieben wird. Wer etwas löten kann, kann sicherlich auch aus OPs eine elektrische Anpassung bauen. Über eine Phantomspeisung wird das alles ganz klein und kompakt und Batterielos. Summary: Parallel- oder Reihenschaltung von Mikrofonen würde ich nur dann machen, wenn sonst die Übertragung in Gefahr ist. Wenn der Fall häufiger oder gar regelmäßig eintritt, würde ich mit OP´s und P48 arbeiten. Beste Grüße Wolfgang
Hallo Ihrs, habe das mal ausprobiert mit der Parallelschaltung und das hat nu ja mal garnicht funktioniert. Wenn ich es elektrisch korekt gemacht haette ( beide mics in einen Mic-Pre und eine Seite Verpolt) weiss nich ob das ergebins anders ausgefallen waere. Also zwei B58 mit Y-Kabel und eine Seiter verpolt, hat den gleichen Effekt wie nur ein einfaches B58. OKay, das wars auch schon, bye aus Nashville (nur mal schnell anen Rechner gerannt um das hier zu lassen) HaJo
Hallo, und schnell noch eine Message. Das OM-7 hat die Besten Eigenschaften fuer mich gehabt. Habe gehoert es gibt ein Mic von EV was noch besser gehen soll, konnte ich aber nicht checken. Ich habe das OM-7 mit anderen Mics verglichen (ca 10 andere) Gruss, HaJo
Für Hajo hat das dynamische Audix-Mikrofon OM-7 mit Charakteristik Hyperniere und einer sehr geringen Empfindlichkeit von 0,9 mV/Pa die "besten Eigenschaften" gehabt. Was immer das heißen mag. Die Werbung ist bei diesem Mikrofon schon mehr als heftig. Das Mikrofon ist angbelich extra so unempfindlich, damit die PA weniger rückkoppelt, sagt die Werbung. Das ist doch hirnrissig - scheint aber in einfältigen Kreisen geglaubt zu werden. Gruß Didi
... habe das mal ausprobiert mit der Parallelschaltung und das hat nu ja mal garnicht funktioniert... Also zwei B58 mit Y-Kabel und eine Seiter verpolt, hat den gleichen Effekt wie nur ein einfaches B58.
Hallo Hajo, das mag ich kaum glauben. Wenn Du wirklich 2 Mikro´s genommen und mit einem Y-Kabel verbunden hast, bei dem auf einem Strang eine Verpolung (180°-Drehung) eingebaut war, dann müsste die Empfindlichkeit dieser zwei Mikrofone viel geringer als die Empfindlichkeit eines einzelnen Mikro´s. Sonst würde sich ja bei einer solchen Phasendrehung garnichts auslöschen. Deine Aussage, "hat den gleichen Effekt wie nur ein einfaches B58" mag ich deshalb kaum glauben. Aber sei´s drum, die Problematik ist ja mit dem Vorschlag entstanden, zwei MIkro´s nah zusammen zu positionieren, wobei der Drummer nur in eins hineinsingen sollte, und das andere würde das umgebende Schlagzeug auslöschen. Und wenn bei Dir das eine schon nicht funktioniert (siehe oben), dann wirst Du es dem Schlagzeuger nicht anbieten wollen. ... und trotzdem glaube ich, dass sich zwei gleiche Signale, von denen eines in der Phase gedreht wurde, auslöschen ... Wolfgang