Aufnahme mit Flügel

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich würde gerne eine Aufnahme mit einem Flügel machen, allerdings weiß ich nicht genau auf welchem Flügel ich spielen werde. Ich habe folgende Mikrofone zur Verfügung 2x AKG C 391B, eventuell noch 2x AKG C 1000. Es handelt sich bei meiner Musik um Popmusik, keine Klassik. Wie sollten die Mikrofone am besten aufgestellt werden? Es soll eine Demoaufnahme werden, nichts 100% professionelles.
Dank im Voraus
Dirk
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Antwort#2
Dirk,
es ist schön, dass du eine Aufnahme von deiner Pop-Musik auf einem Flügel machen möchtest. Hierbei ist von den vielen Fragen, die man dazu haben sollte, erst die letzte (!) Frage dazu, welche Mikrofone eventuell brauchbar wären.
Die erste Frage hat zu sein: Wie soll es denn klingen?
Etwa wie Axel Zwingenberger's Boogie-Woogie-Klavier? Wie beim schrägen Otto auf seiner "beschwippsten Drahtkommode? Wie bei Abba oder dem Electric Light Orchestra?
Soll es großräumig, wie in der Philharmonie sein oder puptrocken, hart und eng und klein, wie in einem kleinen Heimstudio mit den Eierpappen an den Wänden klingen?
Brauchst du fette nahe Bässe und luftige wegfliegende Höhen? Ist die Musik die du spielst, eher etwas romantisch harmonisch oder hart und rhythmisch oder soll sie nach "Balade pour Adeline" von Richard Clayderman klingen.
Die Auswahl des Tasten-Instruments, der Raum in der das Instrument spielt und der Aufstellungsort der Mikrofone haben eine vielfach (!) größere Auswirkung auf den Klang, als irgendwelche Mikrofonetypen. Daran solltest du denken.
Aber es ist ja üblich, zu fragen: Welches Mikrofon ist gut bei Banjo und welches ist gut bei Gitarre?
Ich habe gerade den Spruch der Woche gelesen: Es gibt wirklich keine Mikrofone für Klavier ÷ es gibt ja auch keine Löffel für Erbsensuppe!
Dass du sagst, dass es nichts Professionelles sein soll, ist doch nur eine Art Alibi. Egal ob Demo oder richtige Aufnahme, man sollte immer den richtigen Klang beim Aufnehmen herstellen - jedenfalls so gut es eben geht.
Gruß
Maya
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Antwort#3
Hallo Maya,
Die Frage nach Mikrofonen erübrigt sich, da ich nur, wie geschrieben, zwei AKG C 391 B und eventuell 2x AKG C 1000 habe. Daher ist "Es gibt keine...." völlig unbegründet. Der Sound sollte relativ trocken sein, mit gevortretenen Bässen und federleichten Höhen (Pop). Hall werde ich warscheinlich nachträglich rauflegen. Meine Lieder sind hauptsächlich Pop-Balladen. Leider kann ich Dir noch nicht sagen, wo ich aufnehmen werde oder welchen Flügel ich dann benutze. Dennoch wäre ein Vorschlag unter den gegebenen Parametern (Miks.) recht hilfreich, da ich kaum Erfahrung mit der Mikrofonierung eines Flügels hab. Ich erwarte kein Patentrezept, sondern vielmehr eine Anregung, auf dich aufbauen kann.
Gruß
Dirk
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Antwort#4
Auch wenn du kein Patentrezept erwartest, nachdem man mit jedem Löffel die Erbsensuppe essen kann, erwartest du doch ein Rezept.
Du musst aber schon deine Klangvorstellung genauer schildern, wie überbreiter effektvoller Stereoklang, die Höhen links und die Bässe rechts oder umgekehrt. Oder nicht so breit aber metallischer Jazzklavierklang oder was weiß ich. Jedenfalls musst du eine Vorstellung entwickeln. Was ganz schlecht ist und typisch Anfänger, wenn die Mikrofone 1 cm von den Seiten entfernt aufgestellt werden. Da bekommt man nur einen unnatürlichen winzigen Ausschnitt vom Klavierklang. Auch zu wünschen, ein Klavier raumtot auf eine Mehrspurmaschine aufzunehmen und hinterher mit einem Hallgerät versuchen dem Klavier Leben einzuhauchen, misslingt immer! Also offener Flügeldeckel und ein gewisser Mikrofonabstand gehört schon dazu.
Das C 391 B ist ein Nierenmikrofon und das C 1000 S ist ein Hypernieren- oder Nierenmikrofon, damit ist man schon etwas im Klang beschränkt. Kugelmikrofone klingen meistenes schöner, aber das hängt auch von der Klangwunschvorstellung ab.
Gruß
Didi
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Antwort#5
Ich habe auch die 391er und würde die klar bevorzugen : Die 1000er rauschen mehr. Wenn Dir die 1000er klanglich lieber sind, dann bitte nahe ran an den FLügel und die höhere Lautstärke nutzen. Allerdings spricht deren Charakteristik dagegen.
Die 391 nutze ich oft für ORTF, weil da Kleinmembraner etwas besser passen, als GM. Du könntest mal versuchen ORTF oder XY aufzuzeichnen, indem Du bis an den Rand des Flügelkörpers rangehst. Mikros in Höhe des holzes, Klappe mind 45 offen. Mikros leicht nach unten auf die Seiten. Später musst Du am EQ etwas Höhen wegnehmen sonst klingt es zu drahtig, ferner noch 5-10% Hall hinzu.
(Ich gehe davon aus, daß in den 391 die normalen 91 Nierenkapsel gesteckt sind.)
Die etwas bekanteren und passenderen Verfahren AB oder tail end kommen hier weniger in Frage, da diese mit Kugelcharakterisitk besser gelingen. Aber für eine Demo ist der Flügel ja eh nicht alleine und muss irgendo nach hinten gemischt werden. Bedenke, daß Du bei ORTF mehr Tiefe bekommst, aber weniger an der Stereobreite drehen kannst.
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