quo vadis, professioneller studio-bereich (musik)?

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
hallo forum,
ich lese nun hier schon seit einiger zeit interessiert mit und habe folgendes anliegen. ich bin 23 jahre alt und mache seit meinem 6. lebensjahr aktiv musik. ich habe recht vielseitige musikalische erfahrungen machen koennen und besitze ein solides grundwissen. derzeit studiere ich multimediatechnik, was schwerpunktmaessig so zwischen informatik und elektrotechnik angesiedelt ist. ich habe mich entschieden, in zukunft mit musikproduktion mein geld zu verdienen und mich daher etwas ueber die moeglichkeiten, in das professionelle business einzusteigen, informiert. ich war natuerlich auch bei sae (in berlin und madrid); was mir aber letztenendes das zu entrichtende geld nicht wert ist, da ich glaube, vieles aus dem ersten teil der ausbildung bereits zu kennen/wissen und den rest lieber in der "industrie" lernen kann. ich habe mich daher bei vielen tonstudios rund um den erdball fuer ein praktikum beworben und auch einige antworten erhalten, wovon die meisten, wie erwartet, absagen waren. letztendlich habe ich nun aber doch einen platz in aussicht, und zwar in los angeles. es handelt sich um ein mittelgrosses studio mit ausgezeichnetem equipment, auch viel vintage-kram (mikrophone & outboards). nunja, sicher ist so ein praktikum nicht der schlechteste start, aber generell scheint das alles nicht mehr so lukrativ zu sein, wie es mal war. und ja, ich moechte auch geld damit verdienen. nein, das ist nicht mein primaeranliegen, letztlich ist es aber auch wichtig. das nur, um kommentare von bis zur selbstaufgabe unkommerziell musizierender lebenskuenstler zu blocken.
wie siehts de facto aus? ist diese branche wirklich stark gezeichnet von internet, mp3 und brennern in jedem home-pc? was wird die zukunft bringen? haben grosse studios weiterhin ihre chancen?
beste gruesse,
christian.
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Antwort#2
Hallo Namensvetter!
Ich kann Dir nicht sagen, wie es in den Aufnahmestudios dieser Welt aussieht. Aber für den Bereich Filmmusik, aus dem ich komme, kann ich berichten, dass zumindest in Deutschland das Tal noch nicht einmal erreicht ist. Will sagen, dass sich die Branche von der Kirch-Pleite und z.B. von geringeren Werbeeinnahmen noch nicht erholt hat. Es gibt kaum Budgets für eine anständige Filmmusikproduktion. Fast immer wird eine Low-Budget MIDI-Produktion einer anständigen Orchesteraufnahme vorgezogen. Hör' einfach mal rein, was so im Fernsehen zu hören ist.
Ich denke, dass es in den Aufnahmestudios nicht viel anders aussieht. Wurden damals noch Bandübernahmeverträge mit anständig Kohle abgeschlossen, was eine anständige Produktion ermöglichte, ist auch hier vieles nur noch Low-Budget.
Das alles ist aber kein Grund, Deinen Traumjob nicht auszuüben. Ein Praktikum ist da schonmal ein großer Schritt in die richtige Richtung. Berichte doch mal, wie die Auftragslage in den Staaten ist!
Gruß,
Chris
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Antwort#3
"derzeit studiere ich multimediatechnik, was schwerpunktmaessig so zwischen informatik und elektrotechnik liegt"
??? Ist mir da was entgangen ? - das Mittelding zwischen Informatik und E-Technik heisst IMHO linksseitig "Technische Informatik" und rechtsseitig "Technische Datenverarbeitung", beide schließen bei uns mit einem TH-Diplom (9-Semester) ab, an FHs mag es das aber auch geben.
"Multimediatechnik" passt für mich eher zwischen Kunst und Medienwissenschaften, oder ?
Wo studierst Du das ?
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Antwort#4
[...]
??? Ist mir da was entgangen ? - das Mittelding zwischen Informatik und E-Technik heisst IMHO linksseitig "Technische Informatik" und rechtsseitig "Technische Datenverarbeitung", beide schließen bei uns mit einem TH-Diplom (9-Semester) ab, an FHs mag es das aber auch geben.
"Multimediatechnik" passt für mich eher zwischen Kunst und Medienwissenschaften, oder ?
[...]
Den Begriff "Technische DATENVERARBEITUNG" gab es mal in den 70er Jahren.
Heute entstehen neu Studiengänge mit der Bezeichnung "Medieninformatik", darin enthalten: Informatik, Elektrotechnik und Gestaltung.
-kln
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Antwort#5
"Medienwissenschaften", "Medieninformatik" und ganz besonders "Multimediatechnik" haben den Geruch nach schlechten Computer Soundkarten mit 3,5 mm Klinkenbuchse und Low-Fidelity mit (Sub)Woofer und Mini-Satelliten-Regalboxen (Brüllwürfeln) angenommen. Das hat nichts mehr mit den hohen Ansprüchen der Mikrofonaufnahmetechnik und der Tonstudiotechnik mit dem Qualitäts-Standard-Braunbuch der Studiotechnik des IRT zu tun. Quo vadis Tonstudiotechnik?
Der Anspruch der "Multimediatechnik" ist so hoch, dass das Fach Tonstudiotechnik nebenbei mit integriert wird. Schrecklich, was dabei herauskommt. Von Musik kann man hierbei nicht mehr sprechen.
Danke für die eindeutig klaren Worte von Rainer zum "Verstärkerklang" im Thread "Siemens 276 Preamp", was ich nur unterstützen kann.
Malte
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Antwort#6
Diese reinen Medienstudiengänge haben vorallem ein Ziel: Studenten mit etwas was ihnen Spass macht an die Unis zu locken. Dafür gibts dann entsprechende Geld. Eigl. ist auch ganz nett wenn man schon ET studiert und nebenbei ein Teil des Hobbies im Studium betreiben kann.
Fakt ist aber, dass der Bedarf an Zwitterwesen (Kunst und Technik) in der freien Wirtschaft gegen Null geht. Es gibt etweder nur "Kreative" (Musiker, Filmemacher, Radiomoderatoren, Kameramänner) oder nur Techniker (die u.a. Reparieren). Die meisten "Kreativen" können heute aufgrund der einfachen und automatischen Bedienung die Technik selber bedienen und zusammenstöpseln. Und Reparatur wird eh ausserhalb gemacht.
Dazu kommt, dass selbst in professionellen Firmen Parktikanten etc. eingesetzt werden, die eigl. keinen Plan haben und per leaning by doing an die Materie herangeführt werden. Auch hier gibt es mit Sicherheit auch gute Leute, die aber einen Vorteil gegenüber einem entsprechenden Studierten haben: sie können viel billiger bezahlt werden! Und die letzten 10% wo wirklich know-how gefragt ist wird eben nicht gemacht.
Und was für Blinsen sich in lokalen TVs rumtreiben, sieht man am Bild, hört man am Ton.
-> Medientechniker werden nicht wirklich gebraucht
Eine andere Sache ist die: früher wurden Studios wegen der Technik gebucht. Dass in einem guten Studio auch fähige Leute arbeiteten kam der Produktion zugute, wurde aber von Musiker nicht so wahrgenommen.
Heute hat man im Prinzip mit einer einigermassen Soundkarte, normalen Mikro und Preamp und Cubase/Logic-Crackversion mehr und qualitativ bessere Möglichkeiten als vor 15Jahren mit Kassetten-8spur oder R8 und einfachen Pult.
Aber die Einsicht, dass ein Grossteil der Produktion eben nicht nur die Technik ist, sondern auch da Know-How damit umzugehen, ist leider nicht sehr verbreitet.
Ergo sinkt der Standart.
In der Musikbranche gilt: das was es Wert wäre, will keiner Bezahlen.
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Antwort#7
"Medientechniker werden nicht wirklich gebraucht." Wahre Worte von ThomasT, die Einsteiger gut bei diesem unklaren Berufsbild "Hobby-Medien-Seiltänzer" gebrauchen können.
Interessant zu lesen ist die "Mediengeschichte" von der Fachschule Gießen-Friedberg, Fachbereich IEM, Studiengang Medieninformatik, die unten im Link anzuklicken ist.
Maya


Mediengeschichte
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Antwort#8
warum ziehst du dich denn daran hoch, was ich studiere? darum ging es ueberhaupt gar nicht in meinem post. ich habe eine frage gestellt und von sechs antworten ist nur eine als antwort auf jene frage zu werten (danke an christian aka filter). die kleine diskussion, die deinem "beitrag" folgt, ist nichts anderes als rumgeheule. die frage bzgl meines studiums werde ich nicht beantworten, weil ich jetzt schon weiss, dass dann jedes einzelne wort zig-mal vor- und rueckwaerts analysiert wird, um sich in irgendeiner weise daran hochzuziehen und auf besserwisserische weise herumzunoergeln. ich habe lediglich um statements zur aktuellen und, falls sich das jmd zutraut, zur zukuenftigen lage gebeten.
ich finde es immer wieder sehr schade, wie sich speziell die deutschen tonmenschen staendig auf normen und richtlinien berufen. bei sicherheitsrelevanten dingen wie flugzeugbau oder in der pharmaindustrie empfinde ich soetwas als absolut wichtig, aber bei kreativen prozessen eher hinderlich. meiner meinung nach zaehlt nicht, wieviele normen und wertetafeln der "produzent" auswendig kennt, sondern ausschliesslich das, was am ende dabei herauskommt; sprich ob es "rockt" oder nicht, absolut unabhaengig von der stilrichtung. und dieses merkmal laesst sich nur schwerlich mit messbaren groessen beschreiben. musikproduktion ist doch kein automatisierter prozess! wo wuerden wir denn sein, wenn sich niemand je abseitsdes ueblichen procedere betaetigt haette.
zum abschluss noch eins: wer nicht auf meine frage antworten moechte, braucht das nicht zu tun. ich wuerde mich jedoch sehr freuen, wenn weitere meinungen geschrieben werden wuerden ;)
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Antwort#9
Nun mach' mal 'nen Punkt Chris.
Wer so eine Überschrift in die Welt setzt "quo vadis, professioneller Studiobereich (Musik)?" Und auf die wirklich netten Antworten zu diesem Thema uns alle anhaut: "Das ist nichts anderes als Rumgeheule.", der ist nicht fair. :-(
Dieter
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Antwort#10
Hallo Christian,
Ich habe mich aus der Diskussion um Sinn und Unsinn der Medientechnik herausgehalten und möchte es auch weiterhin tun.
Ein Punkt Deines soeben geschriebenen Postings möchte ich doch nun mal kritisch kommentieren, nämlich:
Zitat: ""ich finde es immer wieder sehr schade, wie sich speziell die deutschen tonmenschen staendig auf normen und richtlinien berufen.......was am ende dabei herauskommt""
Was bitteschön wird denn genormt??? Sage jetzt bloß keiner wie man z.B. eine Stereoaufnahme eines Musikensembles - ganz gleich welcher Art - zu machen hat oder wie man eine Sinfonie zu spielen hat.
Genormt werden Qualitätsparameter, siehe die Pflichtenhefte des IRT, die Postvorschrifen für Übertragungen, die Festlegungen der Frequenzbereiche der Rundfunksender um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, aber doch um Himmels Willen keine künstlerischen Einzelheiten.
Was heraus kommt wenn man sich nicht an Normen hält, sehen wir doch tagtäglich im Hifi-Bereich: Die HiFi-Szene hat es bis heute nicht geschafft, ihre Geräte mit gleichen Schnittstellen auszustatten, damit jedes Gerät mit jedem beliebigen anderen kombiniert werden kann. Wir sehen es weiter bei den ganzen Soundkarten von Computern, die zu einem großen Teil an Qualität zu wünschen übrig lassen. Die unterschiedlichsten Pegel, die unterschiedlichsten Quell- und Eingangswiderstände und von Störfestigkeit bez. Fremdeinstrahlung wollen wir gar nicht erst reden. Glaubst Du, daß unter solchen wahrhaft chaotischen Bedingungen eine Qualität produziert werden könnte, die man wirklich als "Studioqualität" bezeichnen darf?
Was glaubst Du wohl was herauskäme, wenn jeder nach Gehör seine Lautprecherboxen die er zur Qualitätskontrolle in seinem Studio (!) benutzt einmessen würde oder eine Tonbandmaschine nach Gehör einmessen würde, oder nach Gehör "klingende" Verstärker (siehe meinen Kommentar im Thread unten) baut?
Ich sage immer: Man spräche "Schwein" ins Mikrofon und aus dem Lautsprecher käme "Sau" heraus. Ist zwar übertrieben, und sarkastisch, aber es trifft den Kern. Wenn man sich so die einschlägigen Hifi-Foren liest (da kann man sich wahrhaft amüsieren) welche Probleme die Leute haben mit der Zusammenschaltung von Geräten, dann müßte jeder mit einigermaßen technischem Verständnis doch hellhörig werden und sich die Frage stellen warum man sich denn nicht einmal auf einen einheitlichen Standard einigen könne.
Ich habe bei meinem ganzen Equipment keine Probleme mit Brumm, Rauschen, HF-Einstreuung, Pegelfehler, Frequenzgangfehler etc. etc. pp., weil ich mich an Mindestnormen halte. Somit verrichten meine Geräte auch wirklich das was sie verrichten sollen: Sie sind die WERKZEUGE für meine Arbeit AM KÜNSTLERISCHEN ENDPRODUKT und nicht Utensilien für sadomasochistische Übungen die nur darin bestehen, daß ich mich nur über sie ärgern muß und letztendlich meine Kunden noch obendrein.
Normen beziehen sich immer nur auf den rein technischen Bereich wenn es um die Einhaltung gewisser physikalischer Qualitätsparameter geht, nicht aber wenn es um den rein künstlerischen Bereich geht. Da herrscht nach wie vor künstlerische Freiheit. Sowie ein solides Fachwissen notwendig ist - sowohl im technischen als auch im künstlerischen Bereich - ist auch ein gewisses Mindestqualitätsniveau der Werkzeuge notwendig. Oder hast Du schon mal eine Baufirma gesehen, die mit Heimwerkergelumpe Hochhäuser baut? Wer ein Brücke bauen will, der muß umfangreiche Berechnungen anstellen und Normen beachten, wenn er vermeiden will, daß sie zusammenstürzt wenn der erste LKW drüber fährt. Genauso muß ich Berechnungen anstellen, wenn ich eine Schaltung bauen will, die bestimmte digitale Effekt bewirken soll die dann für bestimmte künstlerische Gestaltung dienen sollen. Wenn man das nicht tut, dann kann alles mögliche herauskommen, nur nicht das was man sich wünscht.

MfG
Rainer
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Antwort#11
Den Begriff "Technische DATENVERARBEITUNG" gab es mal in den 70er Jahren
Interessant - Komisch, daß es den Studiengang immer noch gibt und er exakt so! in meinem Diplom steht (1999) aber Deine Meinung sei Dir natürlich unbenommen.
Hier scheinen aber inzwischen gleich mehrere Personen aneinander vorbei zureden : Die Technische DV ist eine Studienrichtung der E-Technik, das wollte ich mit meinem Post herausstellen und hat - genau wie die Informatik - kein bischen etwas mit Tontechnik, Musik oder Multimedia bzw irgendwelchen Mischformen dieser Studiengänge zu tun. Ich wüsste auch nicht, wozu ein Studio- und Tonmann Mikrocontroller und Unix-Systeme programmieren oder Chips layouten können sollte, und genau sowas lernt man in der Technischen DV.
Multimediastudiengänge hatten wir auch, und habe ich auch belegt, und ja, man kriegt auch E-Technikwissen angerechnet, aber es käme keiner auf die Idee, da irgendwelche Verwechslungen vorzunehmen. Und es käme auch keiner auf die Idee, das Diplom, daß man da in die Hand bekommt, qualitativ auch nur annähernd mit dem des Hauptstudienganges zu vergleichen. Punkt !
Oder Ich frage mal anders herum : Was genau sind die Inhalte des eo.g. Studienganges Multimediatechnik ? - Ich gehe mal davon aus, daß die Inhalte wohl durchaus etwas in Richtung Computertechnik und auch Grundlagen von Elektronik umfassen, aber wie tief will man da bitte einsteigen ? Mit oberflächlichem Mischwissen - und dies klingt ja auch in einem anderen Beitrag hier an - ist auf diesen Gebieten rein gar nichts anzufangen - soviel E-Technik und Informatik lernnt man auch auf jedem normalen Gymnasium.
Ich habe mir schon diverse Ausbildungen auf dem Sektor angesehen und immer krankt das nach meinem Empfinden so ein wenig daran, daß den Leutchen versucht wird, von allem ein bischen etwas beizubringen ... und leider gilt das auch für so manchen Universitätstudiengang.
Ich weis auch nicht, was man den potentiellen Interessenten in Beratungen immer so vorgaukelt bzw schönfärberisch an die Wand malt. Ich bekomme jedenfalls massenhaft Anfragen von 16-20-jährigen, die sich mit Cubase auskennen und bei mir ein Praktikum machen wollen, damit sie anschließend Mediengestalter, oder Mustlimediadesigner werden - bzw. studieren können.
Man sollte vielleicht mal von solchen Mischbegriffen weggegehen und konkrete Inhalte oder Berufsziele fokussieren, dann ergibt sich irgendwie zwangsläufig, wo man was zu studieren hat.
Und man muss sich die Realität vor Augen führen :
Voll ausgebildete Tonmeister mit jahrelanger Erfahrung haben Probleme, Top ausgebaute Studios haben Probleme, studierte Musiker, die kopmponieren können und möchten, haben Probleme und potentielle Mediengestalter gibt es mehr, als es je zu gestaltende Medien gegeben wird. Punkt !
Und wer heute studiert, muss sich sehr genau überlegen, in welche Niesche er rein will - Breitband bringt es nur bei ausreichenden Tiefgang.
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Antwort#12
Thomas schreibt richtig : "die aber einen Vorteil gegenüber einem entsprechenden Studierten haben: sie können viel billiger bezahlt werden! "
Eben ! - die Frage, die sich stellt, ist, welchen Knowhowgewinn man mit dem Studium erwirbt und inwiefern der sich bezahlt macht. Wer etwas studiert, was später nicht gebraucht wird, hat umsonst investiert - insbsondere bei den Ausbildungsinstituten wie SAE etc.
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Antwort#13
Ich wüsste auch nicht, wozu ein Studio- und Tonmann Mikrocontroller und Unix-Systeme programmieren oder Chips layouten können sollte
Und es käme auch keiner auf die Idee, das Diplom, daß man da in die Hand bekommt, qualitativ auch nur annähernd mit dem des Hauptstudienganges zu vergleichen.
a) wenn er seinen eigenen MIDI-Controller baut
b) wenn er Geld verdienen will...
Das kommt glaub ich sehr drauf an. Und darauf welche Fächer man belegt. Pausschal ist ein Studiengang ET Fachrichtung elektr. Medientechnik (ich) gleichwertig zu einem anderen Studiengang. Dass man keine Hochspannungstechnik hat, dürfte klar sein. Aber die Kernfächer sind dieselben. Aber man kann natürlich auch als Medientechniker andere ET-Fächer belegen (wenns von Stundenplan passt, muss ja nicht im selben Semester sein).
Oder aber - was ich mittlerweile favorisiere - ein "normales" ET-Studium und den Tonkram nebenher. Was man im Studium z.B. an Ton lernt mag für reine Videotechniker und Computergraphiker anspruchsvoll sein. Nicht aber für jemanden der sich schon Jahre damit beschäftigt und den Dickreiter schon im ersten Semester in Dauerleihe hat.
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Antwort#14
Hallo
"Oder aber - was ich mittlerweile favorisiere - ein "normales" ET-Studium und den Tonkram nebenher."
Bingo - genau das habe ich gemacht und das einzige was ich durch das zusaetzliche Studium des "Tonkrams" an echtem Vorteil hatte, ist der Zugang zu einem Topstudio. Das aber auch nur, weil da zwei etablierte Großstudios dran beteiligt waren, die nicht auf Ausbildung sondern auf tagtägliche Produktionen ausgerichtet sind, und im Weiteren sich auch der ortsansaessige Radio- und Fernsehsender (WDR) mitangagiert hat. Das, was man an den reinen Ausbildungsplätzen an Quark, Photoshop und SADIE mitbekam, war verschwindend gering, gegen das, was man selber zuhause damit gemacht hat.
Heute sieht die Sache freilich noch ganz anders aus : Die Studiengänge im Bereich Medien wurden zwar formell ausgebaut, praktisch ist aber sowohl die Koop mit den Kölner Studios als auch die Stütze durch die WDR-Leute nicht mehr existent. Grund : Geldmangel (und seitens der Studio/Fernsehleute auch wohl auch Bedarfsmangel) Dem Studiengang Medientechnik stehen nun "nur" noch die eigenen Räumchen in der Uni mit etwas Video und Ton-Produktionsequipment zur Verfügung, und ansonsten gibt es das eine oder andere Projekt drumherum - womit Dein nächster Satz greift :
" Was man im Studium z.B. an Ton lernt mag für reine Videotechniker und Computergraphiker anspruchsvoll sein. Nicht aber für jemanden ..."
Eben. Das Praxiswissen ist von großer Relevanz. Ich sehe daß so, daß ein Studium DIE Möglichkeit ist, sich schnell und effizient mit theoretischem Grundwissen zu versorgen. Dies betrifft auch und vor Allem die Bereiche, die man durch eigenes Lernen in keinster Weise abdecken, oder sich erschließen kann, wie z.B. erforschtes Spezialwissen und die eigene Mitarbeit im Bereich Forschung. Da unsere Gesellschaft und Industrielandschaft aber inzwischen extrem dazu tendiert, alle Positionen nur mit den gerade Mindestqualifizierten zu besetzen und möglichst sogar Praktikanten beschäftigt, wenn es irgendwie geht, sehe ich immer weniger Chancen speziell für studierte Multimedianer. Konkret sehe ich im Tonbereich einen sehr hohen Praxisanteil, den man selber abdecken kann bzw. sogar muss, und nur wenig, was einen gegenüber reinen (self-made) Praktikern gegenüber weiterqualifiziert. So ist das nun mal.
Also : Studio einrichten oder sich ein Großstudio suchen und kostenlose Mitarbeit (in der Freizeit) anbieten. Dann Aufnahmen machen, in Programme einarbeiten, Produktionen anbieten und sich parallel dazu noch in einer Uni oder einem änhlichen Bildungsinstitut einschreiben und hoffen, daß der Knowhow-Gewinn seine Früchte trägt und man sich gegen die vielen Söhnchen von Profimusikern durchsetzen kann, die mit Papi durch die Lande reisen und die DAT-Aufnahmen machen.
MIDI-Controller bauen übrigens nicht wenige auch ganz ohne Studium. :-) Die meiste Audiotechnik die ich z.B: zusammengebastelt habe, habe ich auch während meiner Schulzeit - also vor dem Studium- entwickelt. Da hatte ich nämlich die Zeit dafür.
Ein andere Sache ist es natürlich, wenn Du auf der techinschen Musikschien beleiben, und Digitalpulte, Sampler sowie AD-Wandler bauen willst, bzw Cubase weiter programmierst. Aber das war, glaube ich, nicht das eingangs definierte Ziel des Fragestellers.
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Antwort#15
Schön wenn man sich einig ist.
Du hast es gut auf den Punkt gebracht. Medientechniker sind Leute die (über-)qualifiziert sind für Jobs die gewöhnlich von ungelernten Kräften (im Sinne von nie Tontechnik gelernt) besetzt sind.
Schlimmer noch, vorallem im Ton wo man viel Erfahrung und musikalisches Gehör braucht sind diese ungelernten Kräfte einem reinen Studierten garantiert des öfteren überlegen.
Allerdings - selber erlebt, in Bild (Film) und Ton - diese Leute haben sehr sehr wenig technischen und theoretischen Background.

Nicht dass es nicht Jobs gibt mit solchen Anforderungen. Aber die sind sehr dünn gesäht.
Ünrigens habe viele ältere (als es noch keine Medienstudiengänge gab) ET studiert. Ich kenne spontan drei aus meinem Tonbekanntenkreis.
Der Rest hat gar nichts entsprechendes gelernt.
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Antwort#16
Der von Maya gelinkten Seite entnehme ich, daß in besagtem Studiengang / Mediengeschichte auch die Höhlenmalerei behandelt wird. Hm, eine lesenswerte Seite :-) P.S. : Ich stelle mir gerade ein steinzeitliches Tonstudio vor - ähhh Entschuldigung, ich meinte natürlich eine "Tonhöhle". Ob die damaligen Schlagzeuger auch schon ihre Trommeln mit Fellen bedämpft haben ?
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Antwort#17
Und sie auch nicht stimmen konnten?
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Antwort#18
Schön, daß das noch andere so sehen. Der Sinn, meines "Rumgeheules" war der, klarzustellen, daß man mit einem musikorientierten Multimediastudiengang KEIN Zwischending von Informatik und E-Technik studiert bzw. wenn man etwas dazwischen studiert, es nicht viel mit Tontechnik oder gar der Zielsetzung ->Profistudiobereich und Musikproduktion zu tun haben kann, abgesehen von gewissen Überschneidungen, die es zwischen allen Disziplinen gibt.
Es besteht (zumindest dort) kaum ein Bedarf an studierten Multimedialeuten. Selbst viele erfolgreiche Studios sind meist von Ex-Musikern gegründet worden oder aus Bands hervorgegangen. Die heute etablierten und existenten sind eben jene, welche sich Dank faktischer Befähigung (und wohl in manchen Fällen auch einfach Glück) oben haben halten können- und selbst die werden ja derzeit auch immer weniger. Dort werden - wenn überhaupt - praktisch eingearbeitete Leute gesucht und beschaeftigt, und wenn jemand studiert hat, dann i.d.R. ganz "normal" Musik mit zusaezlich erworbenem Ton-Knowhow, aber die sind meist die Gründer selbst. Schon Dipl-Tonmeister trifft man dort - wie auch im Radio/Fernsehberich - immer weniger an, der Bedarf ist halt begrenzt.
Die dort anzutreffenden Toningeniere hingegegen sind oft keine Ingenieure - zumindest der Form nach nicht - sondern de facto Tontechniker, die sich in ihre Berufswelt eingearbeitet und reingehört haben. Dies soll nicht heissen, daß hier keine Qualifikation hinterliegt, sondern nur, daß die eigentliche Qualtität/bzw. das benötigte KnowHow nicht durch ein formelles Studium erworben wurde.
Also heisst es für interessierte Tonproduktionsleute einfach : Studio gründen oder sich einem anschließen und kostenlos mitarbeiten um zu lernen, Aufnahmen machen / Produktionen machen, und nebenher entweder Musik oder ausdrücklich Tontechnik studieren, je nachdem, ob man eher komponieren will, oder mischen will. Aber wie gesagt : Es gibt schon genug arbeitslose Tonmeister und auch studierte Komponisten und massenhaft gute - wirklich gute Musiker - z.T. mit ordentlichen Tontechnikkenntnissen, die auch Problem haben, ihr Auskommen zu finden. Im Prinzip gibt es natürlich einen gewissen Nachwuchsbedarf im Studio, aber ein Einstieg ist derzeit nicht unbedingt ratsam, angesichts des aktuellen Studiosterbens.
Für qualitativ höher Orientierte gibt es im Weiteren natürlich die Chance, daß ein studierter Audio- und Kommunikations-Experte im Bereich Multimedia z.B. einer Werbeagentur vorsteht oder im öffentlichkeitswirksamen Marketing einer Plattengesellschaft oder eines Konsumelektronikkonzerns arbeitet und auch ein Gehalt bezieht, welches ein Studium rechtfertig, aber wieviele Jobs gibt es da ?
Was die noch stärker technisch orientierten Studiengänge angeht, hatte ich ja schon hier etwas geschrieben. http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/20896.htm Maschinenbauer mit Musikstudium, die Instrumente bauen können, von mir aus E-Techniker mit Tonkenntnissen, die neue Sampler bauen und SPS-Programmierer, die Multimediamaschinen installieren - in den Feldern kann man sich noch etwas ausrechnen.
Ich denke, den Unentschlossenen hilft eventuell ein Blick in die Stellenanzeigen : Weder der WDR noch der hiesige HR suchen derzeit einen Dipl. Tonmeister oder Multimedianer. Auch kann ich mich nicht errinneren in den zurückliegenden Jahren mal die HP eines Studios gefunden zu haben, wo jemand eine adequate Stelle anbietet.


Stellenangebot DVD / SACD Multimedimaschinen
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Antwort#20
Du sagst völlig richtig : "man sich gegen die vielen Söhnchen von Profimusikern durchsetzen kann, die mit Papi durch die Lande reisen und die DAT-Aufnahmen machen."
... womit sich für mich die Frage stellt, wozu man heute überhaupt noch Tontechniker braucht, wenn doch Sohnemann alles leistet, was Papi braucht.
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