Das 2-Track-Live-Recording-Experiment

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
nun habe ich die Hörbeispiele fertig, nutzt den Link unten.
Eine Beschreibung des Experimentes findet Ihr dort auch.
Bitte, all Ihr Aufnahme- und Mikrofonierungsexperten, steinigt mich nicht für diese zusammen geschusterten Verfahren! Mir ging es, wie bereits dargestellt, um eine gaaaanz einfache, mit seeehr einfachem Equipment zu realisierende Möglichkeit, ordentlich klingende Live-Aufnahmen von einer klassisch besetzten Band zu machen. Mir ist klar, dass ich mit sowas keinen Preis gewinne.
So, nun aber zu meinen persönlichen Eindrücken zu den 4 Verfahren.
Die reine Pultmischung ist mir zu trocken, da kann ich doch gleich eine Studio-Aufnahme machen. Verbesserungsidee: Zwei Mikros von der Bühne aus ins Publikum richten und auf frenetischen Beifall hoffen.. :-)
Die Kombination aus Pultmischung und X-Y-Mikrofonierung krankt meines Erachtens am zu geringen Direkt-Anteil (das habe ich bei der Aufnahme versaut, ich hatte es ja in der Hand), vor allem aber daran, dass das trockene und das nasse Signal eine deutliche Laufzeitdifferenz aufweisen.
Der reinen X-Y-Mischung fehlt es wie vermutet an Druck, allerdings gibt sie den subjektiven Raumeindruck, den ich als Anwesender hatte, am besten wieder. Ich habe keine Ahnung, wie ich das verbessern könnte.
Meine M-S-Modifikation schließlich gefällt mir am besten (wer hätte das geahnt ;-). Sie ist druckvoller und doch ist klar, dass es sich um eine Live-Aufnahme handelt. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Dekodierung mich einiges an Nerven und Zeit gekostet hat: Es galt, die Zeitdifferenz zwischen M- und S-Anteil nach Gehör auszugleichen. Und dann hatte ich noch so ein seltsames Timing-Problem mit meinem Audio-Programm, nachdem ich die S-Spur dupliziert hatte. Auch finde ich es schwierig, die Balance zwischen den Instrumenten wieder herzustellen, wenn diese im M-Anteil "falsch" ist. Hier an der E-Gitarre zu hören, die im Vergleich zur Lead-Stimme sehr laut im M-Anteil vertreten ist.
Fazit: "Kommt darauf an..."
Die von Euch teilweise prophezeiten Artefakte mögen vorhanden sein, allein ich kann sie nicht absolut bewerten. Zwar klingen das Yoda-M-S- und z.B. das X-Y-Verfahren durchaus unterschiedlich, ich könnte aber nicht sagen, welches näher am Original ist. Das liegt IMHO aber am Programmmaterial und natürlich dem Raum bzw. der FOH-Mischung.
Oder fehlt es mir hier an Erfahrung und Ihr gebt einem anderen angewendeten Verfahren den Vorzug? Mit welchen weiteren, hier nicht angewendten Verfahren nehmt Ihr Live-Konzerte auf und wie erreicht Ihr einen druckvollen Sound inkl. Live-Feeling?
Na, nun bin ich aber mal gespannt....
Cheers
Yoda


Hörbeispiele zum Experiment
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Antwort#2
Ich hätte immer das gleiche Lied benutzt, um einen Vergleich ziehen zu können. Aber das war, glaube ich nicht möglich, oder ?
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Antwort#3
Habe mir mal eine der trockenen Aufnahen gegriffen und was gebastelt : So richtig schön mies, eben hier im Büro auf MultimediaBoxen für Euro 10 gemixt.



Alternativer quasi livemix
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Antwort#4
juergen wollte wissen, ob es möglich gewesen wäre, für die Aufnahmevarianten das selbe Stück zu verwenden.
Nee, das ging leider nicht. Ich hatte der Band schon augenzwinkernd gesagt, sie müssten jetzt 4x das selbe Lied spielen, und zwar immer genau gleich. Wollten sie aber nicht. :-)
Die Band hat 4 Sets gespielt, und jedes Set habe ich anders aufgenommen. Der Saalklang hat sich dabei nicht gravierend verändert, denke ich, denn es waren am Anfang so viele Leute da wie am Schluss.
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Antwort#5
Hi juergen,
cool. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein auditiver Typ bin, aber ich kann mit Klangbeispielen mehr anfangen als mit Geschriebenem. Jedenfalls finde ich es klasse, dass du hierauf einsteigst.
Ich habe hier auch nur schlechte Abhörmöglichkeiten, vermute jedoch, du hast per EQ den Bass höhrbar gemacht und die Summe zuerst durch ein Multi-Delay und dann einen Hall geschickt. Hast du die Saal-Spezifikationen in irgendeiner Weise berücksichtigt?
Jedenfalls klingt es deutlich nach "live", wenngleich ohne Publikum. Da war aber auch wenig davon da, hätte sich also nicht unbedingt für ein Demo geeignet. :-)
Hast du auch ne Meinung bzw. Tipps zu den (anderen) Varianten?
cheers
Yoda
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Antwort#6
Ich bin etwas verwirrt : Habe mir das gerade auf den kleinen Monis angehört und stelle fest, daß das extremes Stereo ist ! Im Büro klang das mehr nach Mono, ich dachte, dies wäre dieser eine AUX-Kanal mit etwa Zumischung gewesen. (???) Die Boxen im Büro müssen wohl eine miese Stereotrennung haben. Damit ist meine Bearbeitungsmethode für diesen Track falsch gewesen. Das klang gleich so seltsam.
Ich habe die Methode angewendet, mit der ich aus MONO-Aufnahmen, Stereoklänge fabriziere.
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Antwort#7
Ich habe die Methode angewendet, mit der ich aus MONO-Aufnahmen, Stereoklänge fabriziere.
Und wie machst du das? Auch mit dem M-S-Gedanken, also ein recht direktes M-Signal mit einem verhallten S-Signal mischen, das aus dem M-Anteil gewonnen wurde?
Eine reine Mono-Mischung gibt es bei den Hörbeispielen übrigens nicht. Auch die trockene Pult-Version ist stereo (naja, wenigstens sind einige Instrumente und Stimmen gepannt). Mono habe ich nur den einen M-Kanal, den ich für meine M-S-Modifikation verwendet habe, aber der ist alleine nicht in den Beispielen zu hören.
Cheers
Yoda
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Antwort#8
Hi Yoda,
Du meinst: "Auch mit dem M-S-Gedanken, also ein recht direktes M-Signal mit einem verhallten S-Signal mischen, das aus dem M-Anteil gewonnen wurde?"
Der Gedanke liegt zwar nahe, enthält aber einen Denkfehler. Wenn Du aus dem M-Signal ein S-Signal ableitest und dies dann verhallst und anschließend über eine Dekodiermatrix zuführst, erhältst Du zwar ein steroeähnlich klingendes Gesamtprodukt, aber mit einem gegenphasigen Seitenhall, der dann auf die Ohren drückt.
Suche mal im Archiv des Forums nach, irgenwo in der Vergangenheit habe ich beschrieben, wie man Monoaufnahmen stereofonisiert. Stichwort: Verfahren nach Lauridsen-Schodder.

MfG
Rainer
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Antwort#9
hängt vom Material ab. Für Kalvieraufnahmen habe ich ein Beispiel auf der HP. Das generelle Prinzip Frequenzbereiche und damit möglichst Intrumemente herauspräparieren und zeitlich in den Reflexionen zu verzögern. Im Ausgangsmaterial diesen Bereich entsprechend dämpfen.
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Antwort#10
mal sehen ob ich das richtig verstanden habe:
Du isolierst einzelne Instrument durch eine Art Bandpass und schickst sie dann durch ein oder mehrere Delays, um eine räumliche Verteilung zu simulieren.
Das Ganze mischst du zur Original-Spur, kompensiert aber die Pegel, die durch die Zumischung der Verteilung überhöht werden.
Klingt wild, muss ich mal probieren.
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Antwort#11
Ich habe sehr gute Ergebnisse mit dem Digi001 erzielt.
Zwei Kondensator Mics für den live PA Sound auf die beiden Mikrofoneingänge des Digi001.
Stereo Summe aus dem Mischpult. Spur 3+4
Guppensignal Vocals mono Spur 5
Gruppensignal Drums mono Spur 6
Einzelsignale von Gitarre und Bass Spur 7 + 8
Macht zusammen 8 Kanäle was das Digi 001 Interface ohne Erweiterungen .
Das ganze dann über Protools LE abgemischt.
Dabei habe ich die Laufzeitdifferenzen von Spur 1+2 ausgeglichen, indem ich, bildlich gesprochen, die restlichen Spuren markiert und zusammen "nach rechts" verschoben habe.
Je nach Geschmack kann man nun noch Vocals, Drums, Bass und Gitarre im Pegel abgleichen (Solo Parts hervorheben etc. ) und / oder mit EQ bearbeiten.
Das Ergbebnis klingt bei Rock - Pop Musik sehr gut, der Aufwand und die Kosten halten sich dabei sehr in Grenzen (Digi001, Computer, 2 Mics, Klinke-Kabel).
Nachteil : Man ist sehr auf die Mitarbeit und das Equipement des PA-Mixers angwiesen.
Ich nehme deshalb immer vorher Kontakt zur Beschallungsfirma auf.



http://www.popsucht.de
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