Hallo zusammen, da ich noch nicht so viel Erfahrung im abmischen hab brauch ich mal Eure Hilfe. Muss, kann oder soll ich jede einzelne Spur meiner Aufnahme vor dem abmischen normalisieren? Oder normaliesiert man nur das Ergebnis vor dem mastern? Wie macht Ihr denn das? Vielen Dank für Eure Hilfe Gruß
jede einzelne Spur meiner Aufnahme vor dem abmischen normalisieren
Prinzipiell: wozu, du hast doch schon ordentlich ausgesteuert. Und falls nicht bringt es auch keine Verbesserung, eher im Gegenteil, denn bei normalisieren muss ja wieder auf 24bit (integerzahlen) gerundet werden, wohingegen das Verstärken und Zusammenmischen im Softwaremixer mit 32bit-Fliesskommagenauigkeit erfolgt und ersts das Gemixte wieder auf 24bit gerundet werden muss. Praktisch: mach es z.B. Sinn um mehrere Takes (innerhalb einer Spur) an die selbe Lautstärke anzupassen. Dann müssten aber alle einzeln normalisiert werden. (das kann aber natürlich auch nach hinten losgehen...) Kommt also wie immer drauf an.
Da gibt es verschiedene Auffassungen. Ich kenne viele engineers die Mischen mit den Gains waehrend alle Kanalfader sich um 0dB befinden. So wird dann auch aufgenommen. Auf der anderen Seite werden bei Kollegen alle Spuren maximal ausgesteuert und spaeter stark mit den Fadern gemischt. Beim Normalisieren vergessen viele, dass mit dem Programm-material auch das Rauchen und alle anderen Nebengeraeusche angehoben werden. Eine gut ausgesteuerte Produktion - d.h. von Anfang an - wird beim Mastern das Normalisieren nicht mehr noetig haben. Ausserdem kuemmert sich das Normalisieren ja nur darum, den hoechsten Peak auf 0dBfs anzuheben. Lautheit ist etwas ganz anderes, deshalb wird waehrend dem Mastern nahezu nie jeder Track einzeln normalisiert, sondern die Balance untereinander so abgestimmt, dass alles gleich laut ist und trotzdem optimal vom Dynamikbereich Gebrauch gemacht wird. Gruss, Dirk
Hallo Dirk, Du schreibst: "Ich kenne viele engineers die Mischen mit den Gains waehrend alle Kanalfader sich um 0dB befinden. So wird dann auch aufgenommen." Von dieser Methode halte ich gar nichts, denn dadurch werden die Mikrofonvorverstärker nicht in ihrem Rauschoptimum betrieben. Man sollte die Mikrofonverstärker immer aus Gründen maximalen Rauschabstandes so weit wie es geht aussteuern.
da eignet sich aber ein gainer besser für oder? die lautstärke einzelner takes anpassen geht auch nur dann gut wenn ich signale ohne raumanteile habe. sonnst hab ich mal mehr mal weniger davon! ansonsten richtig pegeln! und wofür gibts eígentlich die automation? grüße jeff
An sich leuchtet es ja ein, wenn Du sagst, man solle wegen optimalen Rauschspannungsabstand den Pre-amp gut aussteuern. Bloss wie sieht es aus mit dem Rauschverhalten der nachfolgenden Elektronik? Es hilft doch nicht, einen Vorverstaerker so hoch wie moeglich auszusteuern wenn danach durch den Kanalfader alles wieder gesenkt werden muss. Oder ist der eine Baustein anders zu bewerten als der andere? Ist bei einer Verstaerkung von 20+ dB (Fader auf 0dB) des Mikrofonsignals - was bei Stuetzmikrofonen doch vorkommt - der Rauschsp.abstand nicht ausreichend? Bei digitalen Mischpulten kommen da sicherlich noch ganz andere Sachen hinzu. Es waere eine Diskussion wert, ob man in dem Falle den Kanal AD voll aussteuern sollte, um im digitalen Bereich 'zu mischen', oder dies mittels preamp schon macht. Uebrigens: wenn es nur ums Rauschen geht, dann stoert mich das wenige persoenlich nicht so sehr. Wuerde mich interessieren, wie Du darueber denkst. Gruss, Dirk
da eignet sich aber ein gainer besser für oder? die lautstärke einzelner takes anpassen geht auch nur dann gut wenn ich signale ohne raumanteile habe. sonnst hab ich mal mehr mal weniger davon! ansonsten richtig pegeln!
Gainer? Das verstehe ich jetzt nicht. Was meinst du? Sowieso.
Hi, zu Gain und Gainer muss ich sagen, dass dieser Begriff wenig gebräuchlich ist in der deutschsprechenden Tontechnik, auch wenn das Wort an den Geräten dran steht. Wir haben nach "Leo" schöne Worte zur Auswahl: gain der Ertrag gain der Gewinn - Profit gain die Steigerung gain der Veräußerungsgewinn gain die Verstärkung gain der Vorteil gain der Zugewinn gain die Zunahme gain der Zuwachs Also davon ist das genau in der Mitte stehende Wort sicher das einzig richtige für unsere Tonaufnahmetechnik. Gruß Franky
Hallo Dirk, Du schreibst: "Oder ist der eine Baustein anders zu bewerten als der andere?" Ja, genauso ist es. Es ist ein Unterschied, ob man erst hochverstärkt und dann absenkt, oder nur gering verstärkt und dann die übrige Elektronik höher verstärken läßt. Die Rauschzahlen sind dabei unterschiedlich. Wenn Du erst hoch verstärken läßt und dann absenkst, wird ja auch das Rauschen des VV abgesenkt. Die übrige Elektronik rauscht ja nur sehr gering. Wird aber der VV nur schwach ausgesteuert und anschließend hochverstärkt, verstärkt man auch das restliche Rauschen des VV mit. Und bei der digitalen Elektronik ist es ebenfalls sinnvoll, den VV hoch auszusteuern, weil ja dann auch der nachfolgende A/D-Wandler besser ausgenutzt wird, was hinsichtlich des Quantisierungsrauschens auf jeden Fall besser ist.
Aber es ist doch nicht so, dass man das Signal weiter hinten in der Kette hochverstaerkt, wenn der VV geringfuegig ausgesteuert wird - ein Fader auf 0 dB-stellung verstaerkt ja nicht. Mir wurde immer erklaert, dass bei den meisten Mischpultentwuerfen ein Fader im Grunde ein regelbarer Abschwaecher ist. Ob es so sinnvoll ist, bei dig. Mischern den AD voll auszusteuern, frage ich mich auch. Denn wenn spaeter im digitalen Bereich alles wieder gesenkt werden muss, bleiben die ganzen huebschen bits ja nicht mehr uebrig (truncation). Hinzu kommt, dass man bei vielen dig. Mischern nicht genau weiss, was zwischen Kanal und Summenausgang passiert (z.B. Yamaha dachte ich hebt/senkt Pegel an/ab). Wenn also irgendetwas uebersteuert, weiss man im Falle des Mischens mit Gains und allen Potis auf Referenzstellung nachher, dass nur der VV der Boesewicht sein kann. Gruss, Dirk
Hallo Dirk, Um es nochmals zu verdeutlichen: Eine Verstärkung erst am Ende der Ü-Kette hat einen ungünstigeren Rauschabstand als eine Verstärkung am Anfang. Das Rauschen der Glieder vor dem eigentlichen Verstärker ist es doch was dann am Ende verstärkt wird. Wir haben bei uns in der Hochschule schon derartige Messungen gemacht, die dies ganz klar verdeutlichen. Es ist hinsichtlich des Rauschens nicht gleichgültig, in welcher Reihenfolge die hohe und die niedrige Verstärkung in der Kette liegen. Zum Digitalen: Eine Truncation erfolgt bei der Pegelreduzierung nicht, sondern es wird jedes Sample um einen bestimmten Wert herunten multipliziert. Truncation erfolgt dann, wenn man einfach die unteren Bits weg läßt und das ergibt ein zusätzliches Rauschen, welches den Charakter eines Quantisierungsrauschens hat. Der Fader in den meisten Mischpulten ist dem Prinzip nach immer ein Abschwächer, weil ja ein Potentiometer niemals verstärken kann. Deshalb muß das Signal vorher erst hoch verstärkt werden. In dem Röhrenforum "Onkel Frihus Röhrenforum" war kürzlich eine Diskussion über Schaltungen von Klangreglern. In der "klassischen" Kuhschwanzentzerrerschaltung hat man zunächst das Signal abgeschwächt und dann wurde durch die Höhen- und Tiefenregelung die Abschwächung frequenzabhängig aufgehoben und man hatte gegenüber dem abgeschwächten Pegel eine Anhebung der betreffenden Frequenzen. Diese Grundabschwächung (Grunddämpfung) bedingte allerdings, daß man nach dem Klangregelnetzwerk um den selben Faktor wieder hochverstärken mußte. Dies verschlechtert zwangsläufig den Störabstand. Die Rauschzahl wird um den selben Faktor größer wie die Grunddämpfung beträgt. Wenn Du mal eine Eichleitung an einem Rauschmeßplatz durchmißt kannst Du Dir diesen Sachverhalt sehr gut veranschaulichen. Sieh Dir mal das Pegeldiagramm von heutigen modernen Mischpulten aus der Rundfunkstudiotechnik an. Dort wirst Du feststellen, daß die Hauptverstärkung ganz am Anfang der Kanalzugkette liegt und danach nur geringe Verstärkungen erfolgen die auch nur dann genutzt werden sollten, wenn geringfügige Pegelkorrekturen erfolgen müssen.
moin! also mit gainer meine ich eine funktion die nicht stoisch den höchsten peak auf 0 dB zieht sondern halt einfach nur das signal in einem gewissen ramen verstärkt. eben wie der gain regler am pre amp. zu den raumanteilen: ich gehe jetzt mal davon aus das der eine tacke leiser ist als der andere weil der sänger sich vom mic wegbewegt hat. dann ist automatisch das verhältniss direcktschall zu raum anteilen ein anderes. hebt mann nun den pegel, wie auch immer, an ist der anteil des raumes im gegensatz zum take davor lauter obwohl der direcktschall die gleiche lautstärke aufweist. das gibt dann so nette effekte das der sänger plötzlich ein zwei meter nach hinten rutscht. wenn man das ganze dann noch durch ein hall FX jagt wirds ganz wirr! das funktioniert natürlich mit allen instrumenten die mit mic´s augenommen werden. ich hoffe mich verständlicher ausgedrückt zu haben. gute nacht!
Der Begriff ist mir bisher auch nur in Logic begegnet.. ein einfaches mitgeliefertes plugin welches das signal LAUTAAAAA macht. (falls die fader mal nicht reichen sollten...)
Generelles: NEIN! Normalisieren ist nicht notwendig, du hast keinerlei Qualitätsverbesserunge zu erwarten, ggf. eine Verschlechterung durch zusätzlichen digitalen Rechenprozess! Ausserdem erhöht sich die Gefahrt bei vielen Spuren den Busmaster zu "überfahren" und damit die Klangqualität nochmals zu verschlechtern.