Schalldruckpegel am Snare-Teppich

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo !
Diesmal eine etwas praxisnähere Frage :
Welchen ungefähren Schalldruckpegel kann man ungefähr an einem Snareteppich erwarten ?
Oder - anders gefragt - machen das aktuelle (Groß-) Kondensatormikrofone mit ?
Ich habe in den letzten Wochen sehr gute Erfahrungen mit Mittelklasse-Mikros wie Rode NT2, SPL Nugget und AKG C-3000 am Snare-Teppich gemacht.
Auch eine (sehr nah mikrofonierte) Saxophon-Aufnahme mit einem U87 klang sehr schön.
Nun habe ich zu dem Thema (wie so oft) gegensätzliche Aussagen gehört.
Die einen bekommen schon bei der Wortkombination "Saxophon" und "U87" nervöse Zuckungen, andere sagen, man könnte mit einem Kleinkondensator-Mikrofon wunderbar den "Kick" einer Bassdrum abnehmen.
Kann man von heute gefertigten Kondensatormikrofonen erwarten, daß sie auch eine Schlagzeugaufnahme überleben ?
Kann man sich nach den Angaben der Hersteller bzgl. max. Schalldruckpegel richten ?
Wie sind Euere Erfahrungen ?
Viele Grüße,
-michael-
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Antwort#2
Hallo Michael,
Ich habe zwar noch nicht gemessen wie hoch die Schalldruckpegel der einzelnen Instrumente sind, aber Du kannst sicher sein, daß heutige Kondensatormikrofone die Schallpegel der gängigen Musikinstrumente (einschließlich Schlaginstrumente) ohne weiteres verkraften.
Alle Kondensatormikrofone vertragen Pegel bis zu 130...140 dB(SPL) wobei der Klirrfaktor dabei erst 0,5% beträgt.
Und was heißt "überleben"? Kaputt geht kein Mikrofon durch zu hohen Pegel. Nur irgendwann steigen die Verzerrungen mal steil an. Aber das geschieht erst bei Schallpegeln jenseits von 140...150 dB(SPL).
Wer bei "Saxophon" und "U87" nervöse Zuckungen bekommt, der sollte überlegen ob es nicht besser ist, den Beruf zu wechseln und statt Tontechniker o.ä. lieber Agrarökonom zu werden... Es gibt kein Mikrofon für ein bestimmtes Instrument, es gibt nur Anwender die es mehr oder minder gut verstehen die vorhandenen Geräte richtig einzusetzen.
Und diese ganze Philosophie mit den groß- und kleinmembranigen Mikrofonen gehört eher in das Reich der Fabel als in das der Physik. Klangneutraler ist auf jeden Fall ein kleinmembraniges Mikrofon.
Es hat schon Leute gegeben, die behauptet haben, daß man z.B. ein Klavier nur mit einem Neumann-Mikrofon aufnehmen könne. Sowas ist und bleibt kompletter Quatsch. Gewiß - die Firma Neumann freut sich, wenn sie denen ein Mikrofon verkaufen darf. Aber es geht genauso gut auch mit Mikrofonen jedes anderen Herstellers.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Hallo Rainer !
Vielen Dank für die Antwort.
Zwar dachte ich mir schon, daß man Kondensatormikrofone relativ bedenkenlos für eine Schlagzeugabnahme benutzen kann, aber ich hatte wirklich die Befürchtung, daß u.U. was "kaputt gehen" könnte.
Ich hätte schon ein mulmiges Gefühl, wenn ich ein U87 in die Bassdrum stellen würde... keine nervösen Zuckungen, aber eben ein etwas mulmiges Gefühl.
Kann denn nicht die Membran irgendwo anschlagen ? Oder zumindest ausleiern ?
(Wahrscheinlich ne blöde Frage, aber man weiß ja nie...)
Betr. Groß- / Kleinmembran - Kondensatormikrofonen wollte ich auch keine Aussage oder Bewertung treffen. (Ich habe sehr aufmerksam und interessiert den letzten großen Thread über das Thema gelesen.)
Aber im Fall "Vintage Tenorsax" fand ich das U87 (wohl durch seine Verfärbungen) klanglich einfach ... ja ... umwerfend !
Viele Grüße,
-michael-
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Antwort#4
nein im erst was bei zuviel schalldruck passiert ist das der preamp im mic zu zerren anfängt. (das is dann der BD kick:-)
ausleiern tut da nix da muss man sich keine sorgen machen! das schlimmste denkbare was passiern könnte ist das die membran an der gegenelektrode " kleben " bleibt.
dafür brauchst du aber dann richtig druck! sollte dieser seltene fall mal einterten : stecker raus und die phantomsteisung wird unterbrochen. kein strom kein "kleber", stecker wieder rein und munter weiter recorden
(und immer grinsern dabei, heisser tip!!!!)
bei elektret hat sich dann natürlich die vorspannung der membran verabschiedet da hilft dann nur wegschmeißen!soviel zu dauer kondensator! um das zu vermeiden ist der abstand zwischen membran und elektrode auch größer und durch den preamp der mit weniger spannung läuft zerren die eh früher!
aber wer kauft schon elektret??
jetzt aber gute nacht!
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Antwort#5
hi,
die snare macht bis 160 dBspl.
nach einer snare sample session haben die trommler immer ´nen hoch roten kopf.
gruß
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Antwort#6
aber wer kauft schon elektret??
Ach, stimmt, die 4011 und 4006 die hier herumliegen waren wirklich eine Fehlentscheidung... :-)
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Antwort#8
Hallo Jeff,
das mit dem Entladen der Elektretfolien durch Beruehren der Gegenelektrode ist
Unsinn - es geschieht schlicht und ergreifend nicht.
Die Polarisationsladung ist (nahezu) permanent und vollkommen beruehrungssicher in eine hochisolierenden (i. A.)Teflonfolie gespeichert.
Gruss
Micha
---
PS: Aus Erfahrung: B&K's back electret measurement microphones veraendern ihre
Eigenschaften ueber zwei Jahrzehnte nicht merklich - habe letzt die Kalibration eines in 1981 angeschaften Messmikrophons fuer einen B&K-Pegelmesser nachpruefen
lassen - die neue Kurve war - innerhalb der Stiftbreite des Plotters) identisch
zur mitgelieferten Fabrik-Kurve.
--
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Antwort#9
hi,
close miking natürlich.
der snare teppich, bzw. der snare ständer läßt nicht viel tolleranz um großartig abstand zu nehmen, wobei der impuls in einem gefliesten raum auch recht nah ran kommt.
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Antwort#10
Fortan also kein mulmiges Gefühl mehr :-)
Danke !
-michael-
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