48V Phantomspeisung "verschleissfördernd"?

Erstellt 30 Antworten31 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich frage mich, ob man die 48V Phantomspeisung besser abschalten sollte, wenn man ein damit versorgtes Mikrofon längere Zeit, sagen wir mal, einige Stunden, nicht benutzt. Oder ist nicht damit zu rechnen, daß aus der angelegten Spannung ein erhöhter Verschleiss resultiert? Ab welcher Zeitdauer schaltet ihr aus?
TIA
bye
Thomas
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hi Thomas,
deine Angst ist völlig unbegründet.
Die Phantomspeisung wird nie ausgeschaltet! Nix verschleißt!
Wenn du allein dynamische Mikrofone verwendest, könntest du die Phantomspeisung aussschalten, weil diese nicht benötigt wird und du dann Strom sparen kannst :-)

Gruß
Malte
ZitierenPost melden
Antwort#3
[...]
Wenn du allein dynamische Mikrofone verwendest, könntest du die Phantomspeisung aussschalten, weil diese nicht benötigt wird und du dann Strom sparen kannst :-)
[...]
Wie kann denn dabei Strom fliessen ???
Der Pol +48V läuft parallel über 2x 6,8 kOhm auf die beiden Leitungen an die dynamische Mikro-Kapsel (hoffentlich alles symmetrisch ausgeführt ohne Verbindungen nach Masse, dort nämlich wäre der Pol -48V).
MfG -kln
ZitierenPost melden
Antwort#4
Hi kln,
glaube nicht, dass bei einem Phantomspeisegerät kein Strom fließt. Je angeschlossenem Neumann-Mikrofon sind das 2 mA und bei einem Schoeps sind das 4 mA.
Du hast Recht, wenn ein dynamisches Mikrofon angeschlossen ist, dann fließt quasi kein Strom.
Trotzdem kann man bei ausschließlicher Benutzung von dyn. Mikrofonen die Phantomspeisung abschalten. Auch der Netztransformator zur Phantomspannungsherstellung hat "Ummagnetisierungs-Verluste".
Micha
ZitierenPost melden
Antwort#5
am dynamischen mikro oder einer passiven Di fliesst sicherlich kein strom.
klar.
man kann durch das abschalten der phantomspannung trotzdem energie sparen, nämlich wenn dadurch die schaltung, die die 48V erzeugt, stillgelegt wird.
und irgendwo geht dann auch eine LED aus... das sind dann auch schon wieder 20mA... ;-)
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hi Micha?

Du schreibst: "wenn ein dynamisches Mikrofon angeschlossen ist, dann fließt quasi kein Strom"
Was heißt "quasi kein Strom" ??
Es fließt kein Strom - definitiv nicht, weil kein geschlossener Stromkreis vorhanden ist.
Diese "Quasi-Manie" ist eine Seuche bei unseren Studenten. Ich versuche ständig denen das abzugewöhnen...

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#7
[...]
Trotzdem kann man bei ausschließlicher Benutzung von dyn. Mikrofonen die Phantomspeisung abschalten.
Auch der Netztransformator zur Phantomspannungsherstellung hat "Ummagnetisierungs-Verluste".
Aber ja, das sollte man tun.
Die Phantomspannung wird doch wohl nicht aus einem eigenen (dedizierten) Netztrafo erzeugt, sondern bestenfalls aus einer entsprechenden Wicklung auf dem Trafo für die allgemeine Stromversorgung des Gerätes. Da wird bei der diskutierten Situation natürlich nichts zusätzlich "ummagnetisiert".
ABER: bei batteriebetriebenen Geräten gibt es oft einen Spannungswandlers zur Erzeugung der 48V. In den Unterlagen meines TASCAM DA-P1 steht: Batteriebetrieb ohne Phantomspeisung ca. 120 Minuten, mit Phantomspeisung ca. 100 Minuten. Da macht es natürlich Sinn, die Phantomspeisung nur dann zu aktivieren, wenn sie auch benötigt wird.
MfG -kln
ZitierenPost melden
Antwort#8
Sollte man das nicht so sehen wie ein nicht benötigtes Netzteil, das man vom Netz nimmt?
Das verbraucht "quasi" kein Strom. De fakto wird aber doch Strom verbraucht.
ZitierenPost melden
Antwort#9
Also, Elektronik altert, wenn sie "an" ist.
Sowohl im Pult, als auch im Mikro. Da ist ja schließlich eine mini-Vorstufe am Werk. Die ist im Betrieb warm und wird dadurch nicht besser.
AAAAber:
Wenn so was kaputt geht (das ist selten), dann immer beim Schalten (48V ist ja auch schon ein ordentlicher Stiefel) Das Schalten scheint also auch eine extreme Belastung für das gesamte Material zu sein.
Es ist die gleiche Frage wie mit dem Mischpult: (anlassen oder ausschalten?)
Da gits tausende threads drüber.
Ich schalte Phantomspeisung an, wenn ich sie brauche. Und sonst schalte ich sie ab.
Eigentlich ganz einfach.
Und gespart wird mit nix
Gruß Opi
ZitierenPost melden
Antwort#10
Hi kln,
bei meinem Mischpult der Fa. Georg Neumann gibt es Extra-Einschübe für die Phantomspeisung, nebst Notkarte, falls mal eines ausfallen sollte.
Natürlich hat die Phantomspeiung einen alleinigen (!) Netztrafo und nicht so eine Billig-Lösung, wie du es dir vorstellst. Es gibt auch noch Qualität. :-)
Murkel
ZitierenPost melden
Antwort#11
Macht es nach Euren Erfahrungen irgendeinen Unterschied, ob man die 48V bei gestecktem MIC anschaltet, bzw bei eingeschwungenen 48V das Mikro einsteckt ?
ZitierenPost melden
Antwort#12
Hi juergen,
es macht wirklich keinen Unterschied, ob man die 48V-Phantomspeisung bei gestecktem Mikrofon anschaltet oder bei eingeschwungenen 48V das Mikro einsteckt. Es ist allgemein üblich die Phantomspeisung immer "an" zu haben und nach Belieben dabei Mikrofone rein- und rauszustöpseln. Da passiert absolut nichts. Empfehlesnwert ist immer, beim Mikrofon-Stöpseln den Regler dabei geschlossen zu haben, um die Lautsprecher zu "schonen".
Gruß
Maya
ZitierenPost melden
Antwort#13
Hallo !
Ich glaube Rainer meinte das bezogen auf die Sekundärseite:
Da beide Adern auf gleichem Potanzial liegen, kann kein Strom fließen.
Primärseite wird natürlich aufgrund von Hystereverlusten schon Strom im Trafo "verbraucht".
Gruß
Markus
ZitierenPost melden
Antwort#14
Technisch ist das ja klar, meine Frage ging aber dahin, ob nicht gute Pulte ein Sanftanlaufschaltung haben, bzw ist es ja so, daß einige Hersteller das spätere Stecken der Mics fordern. (eingeschwungene 48V).
Wie sieht es aus, mit dem initialen Leistungsbedarf der Mic-internen PreAmps? Kurzfrisitg fliesst da ja ordentlich Strom und selbst 10mA sind bei 48V immerhin ein halbes Watt Schaltleistung. (Funke? / Korrosion?)
ZitierenPost melden
Antwort#15
Als ich das letzte mal ein Mikrofon "eingestöpselt" habe, während die Phantomspannung an war, hat es merklich geknackt (das Mikro).
Ich denke nicht, daß das ein gutes Zeichen ist, oder ?
ZitierenPost melden
Antwort#16
Hi Michael E,
da muss du schon etwas genauer sein: (Als ich das letzte mal ein Mikrofon "eingestöpselt" habe...)
Welches Mikrofon hat wie ein Lautsprecher Geräusche von sich gegeben?
Ein anständiges Kondensatormikrofon wird das niemals tun können.
Gruß
Malte
ZitierenPost melden
Antwort#18
Naja ... "anständig" ist ein dehnbarer Begriff.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es war ein Rode NT2 oder ein SPL Nugget.
Also nicht sooo anständig :-)
Und es hat wirklich sehr laut geknackst.
ZitierenPost melden
Antwort#19
Es ist völlig wurscht, ob die P48 aus einem gesonderten oder dem "Haupt"-Netztrafo eines Pultes gewonnen wird, das hat überhaut gar nichts mit mehr oder weniger Qualität zu tun. Beim Mitec Performer z.B. werden alle! Versorgungsspannungen aus einer Wicklung mit 18 V Wechselspannung gewonnen und das geht auch. Der Trafo ist nicht im Pult, das hat u.U. mit Qualität zu tun (Einstreuungen).
Davon abgesehen habe ich noch nie ein Pult gesehen, bei dem die P48 (auch wenn sie aus einem seperaten Trafo kommt) VOR demselben abgeschaltet wird. In der Regel ist die Kette: Trafo - Gleichrichter - Stabilisierung immer im Betrieb, unterbrochen wird die stabilisierte P48 vor den Speisewiderständen, und das entweder einzeln, gruppenweise oder für´s gesamte Pult.
Gruß
Martin
ZitierenPost melden
Antwort#20
Das muss aber ein mechanischer Knackser gewesen sein!
Akustisch knacken kann überhaupt nur ein dynamisches Mikrofon, und das auch nur, wenn strom durch die Spule (XLR Pins 2 + 3) fließt. Aber selbst das wirst Du mit einem ordnungsgemäß angeschlossenen Mikro und einem nicht defekten, richtig gepolten Kabel nicht hinkriegen.
Gruß
Martin
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.