Während einer Diskussion sind wir auf folgendes Problem gestossen: Es gibt verschiedene Software, welche eine mono Schallquelle an beliebige Punkte im Raum setzen kann. Die logische Folgerung daraus ist: Gibt es etwas Ähnliches (oder warum gibt es das nicht), womit man einen fixen Punkt aus dem Raumbild entfernen kann? Das wäre die Umkehrung des ersten Prinzips. Es wäre doch bereits eine Lösung, wenn man bei einer Live-Aufnahme ein Störgeräusch nur um einige db dämpfen könnte. (Dass es nicht vollständig geht, ist an sich klar -bleiben doch immer Artefakte mit Raumanteilen zurück.) Hat jemand hier nähere Informationen?
Hallo Ernst, auf ein Playback kann eine weitere Schallquelle mit einem Panpot additiv in jede beliebige Hörereignisrichtung recht einfach hinzugefügt werden. Wenn man nur noch diese hinzugemischte Aufnahme hat, ist es nicht mehr möglich die letzte Schallquelle wieder fortzunehmen oder auch nur hörbar im Pegel zu vermindern. Das kennen wir von den Karaokewünschen, den Originalsänger zu entfernen. Natürlich werden Geräte und Plug-Ins angeboten, die vollmundig versprechen, dieses tun zu können. Selbst Tonstudios bieten sich dazu an. Nach der Bearbeitung hört man eigentlich nie richtig Jubel. Das Direktsignal wird, wie die Paybacksignale, immer anteilig auf den linken und rechten Stereokanal gegeben. Beim Versuch, ein Signal aus der Aufnahme zu entfernen, werden immer stark die anderen Playbacksignalanteile mit entfernt. Selbst der best-denkbare Fall, es gäbe nur Playbacksignale ganz hart links und ganz hart rechts und der Sänger ganz trocken (ohne Hall) und alleine in der Mitte hilft da nur ganz wenig, wenn man Stereo erhalten will. Mischt man in diesem Sonderfall die beiden Stereokanäle zusammen, bei dem man einen Kanal verpolt, dann wird sich der Center-Sänger auslöschen. Schön, aber der übrigbleibende Rest ist dann Mono. Bei einem Versuch eine Phantomschallquelle z.B. halblinks loszuwerden, kann das nicht mehr klappen. Das trifft auch zu für das Dämpfen von Störsignalen aus einer bestimmten Richtung nur um einige dB. Finger weg von diesen Wundergeräten. Störungen, die statisch sind (Klimaanlage), kann man dagegen recht gut aus einer Aufnahme entfernen. Einen Huster oder ein Handyklingeln kann man so nicht beseitigen. Johnny
Ich stimme voll zu. Vom Oberflächlichen Denkansatz her müsste es zwar möglich sein, im Material nach Identitäten zu suchen, und die Quelle derselben, frei von den Redundanzen isoliert herausrechnen zu können. In der Praxis scheitert dies u.a. an der Genauigkeit, an der Tatsache dass Reflexionen von Mikros Dank verzerrter Kennlinie anders aufgenommen werden, als der Direktschall, es grundsaezlich nicht zu determinieren ist, was Gutschall und was Restschall ist: Man denke mal an Arpeggionoten. Bei einem würde ich jedoch eine Bearbeitung empfehlen: "Handyklingeln kann man so nicht beseitigen." Man kann das Handy isolisert von dem anderen Klang an der gleichen Position aufnehmen. Ich habe das mal demonstrationshalber gemacht: Für Ruhe sorgen, Klingeln lassen, mitschneiden und invertiert auf den Mix drauflegen und gfs nochmal passend pegeln. Aber selbst das hat nicht hundertprozentig funktioniert, weil man die Tracks nur sample-weise verschieben kann und daher die Phasen nicht exakt passen. Würde man resampeln, um phasenrein zu werden, gäbe es neue Artefakte. Man bekommt aber ohne Weiteres eine Milderung bis zur praktischen Unhörbarkeit hin. Huster und auch einzelne Klatscher dagegen sind kaum zu reproduzieren, Schläge gegen den Mikroständer schon wieder eher.
Hallo juergen, da das Handy, das in einem Livekonzert klingelt, natürlich verschwindet und sich Derjenige nie meldet, kann ich es eben auch nicht gegenpasig aufnehmen und hinzumischen. Sonst sind wir uns einig, dass die Werbung uns Plug-Ins einredet, die nicht halten können, was sie versprechen. Die Erwartungshaltung von Sängern, in einem Tonstudio ihre Elvis-Platte von der Stimme befreien zu lassen ist immer recht hoch und die Enttäuschung über das erzeugte schlecht klingende Playback ist immer sehr groß. In diesem Forum gibt es auch einige, die den Glauben verbreiten, sie könnten dieses besser als andere. Das können sie nur mit dem Mund, im Wirklichkeit können sie auch nur mit Wasser kochen. Micha
Tja, wenn der Handyman verduftet ist selbstredend nichts zu machen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, daß die Zuschauer diese Dinger nicht abschalten und ich hänge immer "Antihandy-Schilder" am Eingang auf. "Die Erwartungshaltung von Sängern," Ich teste mitgebrachtes immer auf der Karaoke-Anlge, dann weiss ich schon, was geht und was nicht. Elvis haut durchaus hin, da oft mono! "In diesem Forum gibt es auch einige, die den Glauben verbreiten, sie könnten dieses besser als andere." Naja, es gibt schon Unterschiede: Wenn man den Monoanteil eliminiert, kommt es drauf an, was man hinter daraus macht. Ich mische oft etwas Monobass (TP-EQ) vom Original drauf, nehme nur einen übergebliebenen Kanal und setze den anderen mit Raumanteil wieder rein. Ziel ist immer das Sängeroriginal nach hinten zu bekommen, wenn schon nicht weg, dann wenigstens als background.