Hallo Forum, für Sprachaufnahmen suche ich (mit nullAhnung) ein passendes Mikro bis ca. 150?. Was taugt das t.bone sc 450? Und was für einen Mikrofonverstärker empfehlt ihr? Danke und Gruß Philipp
SC 450: Sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis, und für Studio-Aufnahmezwecke deutlich besser als das SM58 (Das Bühnenteil schlechthin, sehr robust, aber Präsenzanhebung und vergleichsweise schlechtere Durchzeichung). Wenn Du auf Neumann-Pegel und allerbeste Verarbeitung verzichten kannst, spricht m.E. nichts gegen das SC450, gerade nicht als Sprachmikro. Ich habe früher viel über Neumänner eingesungen/gesprochen und meine, daß neben schwächerem Pegel geringe Verfärbungen und ein leicht komprimierter Eindruck gegenüber einem U87 zwar da sind, aber in der Praxis noch gut innerhalb der Bandbreite individuellen Hörgeschmacks liegen. Die Höhenauflösung ist jedenfalls gut, die Charakteristik typisch seidig. Und wenn man dann die Preise vergleicht... Probiers doch aus, Du hast ja 2 Wochen Rückgaberecht. Vorverstärker: hängt zu sehr von Deinem Vorhaben insgesamt ab, um was Konkretes sagen zu können. Ich betreibe es z.B. an einem kleinen Behringer-Pult, bei gut ausreichendem Rauschabstand. Du kannst aber auch gerne ein paar tausend Euro ausgeben für ein Edelteil, das nachher kein Mensch hört. ;-) bye Thomas
Ersteinmal danke für die Antworten! Ich möchte ein Lernmodul, das auf einem Computer ausgeführt wird, vertonen, so dass der typische Lautsprecher, über den die Töne ausgegeben werden, ein Computer-Lautsprecher, bestenfalls die Lautsprecheranlage eines Computerraumes oder eines Hörsaals ist. Mir reicht ein einfacher Mikrofonoverstärker, um satt des schlechten Mic-Eingangs der Soundkarte der Line-In Eingang nutzen zu können. Von Einem Freund hatte ich ein Soundcraft Spirit hier- toll, aber -v.a. finanzieller-Overkill. Was taugen denn die kleinen Behringer-Mischpulte, die es bei ebay für 100 -150 ? gibt? Danke und Gruß Philipp
Zum T-Bone Mikrofon SC450 von Thomann: Problematisch beim Thomann-Teil sind die Fertigungs-Schwankungen bei der Montage der Kapsel. Beim Preis von 100 Euro bleibt es nicht aus, dass die Fertigung eben nicht mit allerhöchster Präzision erfolgt. Es soll dabei auch "Montags-"Mikrofone geben. Vielleicht hast du ja dieses Glück. Micha
Hallo Leute, darum kauft man diese T-Bone-Mikrofone auch nicht zweimal, weil man Stereo haben möchte, sondern immer nur einmal. Bei zwei Mikrofonen fällt es immer deutlich auf, wenn ein Mikrofon davon eventuell viel "schöner" klingt, als das andere. :-) Aber Abwechslung muss sein - das belebt! Gruß Slavko
Hallo ! Ich habe vor kurzem den nahezu unfassbaren Tipp bekommen, dieses Teil hier mal auszutesten : (siehe Link) Derjenige welcher hat es durchgemessen und war begeistert... Viele Grüße ! -michael-
Als Mikro könntest du auch mal das Oktava MK012A testen. Ich finde es in dieser Preisklasse unschlagbar ! Erweiterungsidee : Später mal einfach ein zweites MK012 an den Behringer hängen und Du kannst Stereo machen ;-)
Das Teil entspricht durchaus meiner Preisvorstellung und da es ja nur ein Verstärker ist, also das gesamte Geld in die für mich interessante Technik gesteckt werden konnte, solte es auch qualitativ gut sein. Der einzige Wermutstropfen: 19" ist ja riesengroß, kann ich aber mit leben. (wenn auch kleiner schöner wäre) Danke und Gruß Philipp
Hi Tom, das ECM-MS957 für den professionellen Einsatz, sagt Sony :-) Es hat eine Canon-XLR Verbindung steht dort geschrieben. Zu sehen ist aber auf dem Bild der niedliche 3,5 mm Klinkenstecker ;-) Gibt es dazu den Aufsplitterer von Mini-Klinke auf zweimal XLR? Ehrlich? Wie gesagt: Studiomikrofon für den professionellen Einsatz? Klaus
Hi Klaus, das Mikrokabel hat erstaunlicherweise :-) zwei Enden. Die Canon-XLR Verbindung bezieht sich natürlich auf die mikrofonseitige Verbindung. Es handelt sich um einen 5-poligen XLR-female-Stecker. Die andere Seite hat einen 3,5 mm STEREO-Klinkenstecker, der in jeden MD-Rekorder und in jede Computer-Soundkarte paßt. Und genau dafür ist das Mikro auch gedacht. Wenn du am anderen Ende XLR brauchst, mußt du dir einen Adapter von 5-pol female auf 2X 3-pol male löten oder kaufen. Tom
Hi Tom, wirklich nichts gegen dich, aber diese Firmen werden mit ihrer Werbung immer dreister. Sie bezeichnen also jetzt Mikrofone mit diesen Scheiß-Klein-Klinkensteckern mit : "für den professionellen Einsatz". Das darf doch nicht war sein. Dieser unsymmetrische 3,5 mm Klinkenstecker ist alles andere als professionell. Jörgi
Da gebe ich natürlich meine vollste Zustimmung. Es handelt sich aber auch nicht um ein Studio-Mikrofon, sondern um ein Mikro für den Einsatz am MD- oder DAT-Rekorder. Und wenn ein Reporter mit dem Teil unterwegs ist, kann man das ja auch "professionellen Einsatz" nennen. Und für diesen Zweck ist das Mikro super geeignet. Ich habe schon mehrere Hörbücher gemastert, die mit so einem Mikro zu Hause von der Autorin aufgenommen worden sind. Allemal gut genug. Tom
Liebe Poster, die derzeit laufende Diskussion verfolge ich von Anfang an nicht ganz ohne Verwunderung, denn nach meinen nun über viele Jahre immer wieder bestätigten Erfahrungen gehört die zufriedenstellende Aufnahme von Sprache zu den delikaten Dingen unseres Berufes: An menschliche Sprache sind wir vom Anbeginn unserer Tage gewöhnt, wir sind für Verfärbungen hier ungeheuer empfindlich. (Ich störe mich schon aus dem Taschentransistorradio an der neuzeitlichen Kompressorseligkeit mancher Radiostation.) Sprache wird in der Regel recht trocken aufgenommen, enthält längere Pausen, in denen namentlich bei den dabei häufig anfallenden geringen Pegeln die Engpässe eines Übertragungskanales deutlich werden. Wir konstatieren also, dass Verfärbung und Geräuschabstand gerade hier schnell und übel zu Problemen werden können, denen man wegen der Sensibilität unseres Gehöres gerade hier nicht mit Denoisern und dergleichen mehr beizukommen kann. Ich weiß wohl, warum ich so viele Hörbücher des Hörverlages nicht anhören kann... Und das liegt nicht allein an der oftmals als Transportmedium gewählten MC (von der Schnellkopieranlage natürlich..). Daher lauten die Forderungen: Maximum an Verfärbungsfreiheit, höchste Wandlerempfindlichkeit, (demnach möglichst ein Kondensatormikro) gute Verstärker. Allein die hier in der Regel nicht sinnvoll nutzbaren, ja zumeist störenden Raumreflektionen unterscheiden die Sprachübertragung von derjenigen anspruchsvoller Musikmodulation. Verzichtet man auf die Befriedigung des oben zitierten Anspruchskataloges in nur einem Element, muss man mit potenziell unbefriedigendem Ergebnissen zurecht kommen. Solange das o.k. ist (und der Markt verdaut heute viel), erübrigt sich allerdings auch die Frage nach einem geeigneten Mikro oder gar dem geeigneten Verstärker. Ein dynamisches Mikro indes halte ich generell (jenseits der Reportage) für ungeeignet, weil hier in 'piano-Passagen' auf jeden Fall (je)der Verstärker daherbröselt. Bei Sprachaufnahmen im Studio kommt man eigentlich grundsätzlich an die Rauschgrenze der Verstärkerkette heran. Noch eine Kleinigkeit für die Historiker (ich komme ohne das ja bekanntermaßen nicht aus): Ich glaube, es war kein Zufall, dass unsere 'Ahnen' bei der ersten Vorführung des Hf-Magnetofones im Juni 1941 in die Leistungsdemonstration des "neuen Tonaufzeichnungs-Verfahrens" auch Heinrich George mit einer Rezitation (Heinrich von Kleist, Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege) einbezogen. Man wusste damals, welche Ansprüche der Transport von Sprache (und damit auch Literatur, man hört damals ja auch andere Töne) über ein Medium an den Übertragungskanal stellte, denn die sonstigen Engpässe waren 1941 für die Ingenieure ja noch ein sehr alltäglich Brot. Übrigens, das Band dieser Rezitation ist noch da; man könnte sich das also anhören. Das sprachliche Können Georges macht mich schweigsam (und auch der Vergleich mit seiner früheren Aufnahme von 1932, die ebenfalls noch da ist). Schönen Abend noch, Hans-Joachim
Lieber Hans-Joachim, danke für das "Geraderücken" des Wertes einer Sprachaufnahme, die wirklich delikat ist, wenn man es ernst nimmt. Leider ist das höchst selten der Fall, denn auch in anderen Newsgroups kommt immer wieder die Anfrage nach billigen Mikrofonen, die an die noch günstigeren MiniDisk-Recorder passen, weil es doch nur um einfache Sprachaufnahmen geht und es sich nicht um Hi-Fidelity handelt. Und selbst wenn die Aufnahme mit guten Kondensatormikrofonen auf DAT-Recordern gemacht wurde, verderben einige Radiostationen ganz kräftig den Klang mit den Mehrband-Kompressoren, wie du postest. Danke für den geschichtlichen Hinweis auf die Vorführung des "Magnetophons" mit HF-Vormagnetisierung im Jahre 1941, bei der auch Heinrich George mit einer Rezitation (Heinrich von Kleist, Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege) dabei war. Vielleicht werden wir durch die ständige unabsichtliche oder gedankenlose Verfremdung der Sprach-Aufnahmen (wegen der Geringschätzung) und noch mehr durch die absichtliche Verfremdung beim Pop-Gesang (wegen des geilen Effekts) abgestumpft. Maya
Servus, zwar nicht vom Meister und auch nicht historisch, aber immerhin ... (nur als ram-Datei). Und: Auf diesen Seiten gibt es zum Thema noch mehr Informationen. redi, Fan von Christian Brückner
Mußte mal hinter einer handgehaltenen Kamera (auf Socken, Außendreh!!) hinterherbückeln, mit einem Boom, für ne actionreiche Szene etc. Und da bin ich doch glatt mit dem Kopfhörerkabel an sonem Autospiegel hängengeblieben! Zum Glück war da der 3,5 auf 6,3 Adapter die Sollbruchstelle. Ich sach euch, wenn der XLR gehabt hätte, wäre das ganze DAT rausgerissen. Dann lieber noch der Spiegel. Grüße, Carsten
Hallo Philipp, im ARRI-Synchronstudio in München (dort werden die meisten englissprachingen Kinofilme synchronisiert) werden fast ausschließlich MKH´s von Sennheiser verwendet. Nur in Ausnahmefällen, wenn es z.B. "alt" klingen soll nehmen die schon mal ein U47. Zur Beurteilung der t.bones kann ich Dir die Lektüre eines tools - Mikrofonvergleichstests vorschlagen. Einzelheiten sowie Messergebnisse hierzu kannst Du bei Bedarf direkt von mir bekommen. Gruß Martin