Bevor ich selber auf die Suche gehe möchte ich mal ein paar Tips haben um die Suche einzuschränken. Leider habe ich keine Schaltplan. Mein Warwick Wamp400 ist defekt. Ich beschreib einfach mal die Symptome. - Er ist zu leise und verzerrt leicht. Keine tiefen Bässe mehr, nur noch tiefe Mittenmatsch (wie eben wenn er verzerrt, nur eben zu leise) - Das ganze tritt erst nach ca. 1/2h auf. Und nicht plötzlich sondern es wird kontinuuierlich schlechter. Um dann nach 90min seinen Endzustand erreicht zu haben. Jegeleiches Erhöhen der Lautstärke bringt nichts. - Gehe ich mit dem Bass in den Line-In Eingang so scheint alles, d.h. die Endstufe in Ordnung zu sein. - Gehe ich aus dem Line out in das Mischpult. So erhalte ich besagten Zerrsound aber viel zu laut. Drehe ich den Gain-Regler runter so ist der Sound normal. Es ist als ob die Eingangsempfindlichkeit run 20-30dB geringer wäre. - Die Kühlrippen der Endstufe erscheinen mir heisser als normal.
Hi, hört sich so an, als wäre ein Bauteil zwischen Instrumenten-Eingang (Preamp) und Endstufe oder zwischen Endstufe und Line Out (Anpassung) defekt. Aufgrund deiner Beschreibung kann ich es nicht weiter eingrenzen. Dass das Problem mit steigender Betriebsdauer zunimmt lässt sich wahrscheinlich dadurch erklären, dass ein Bauteil durch Erwärmung seinen Arbeitspunkt ausserhalb des gültigen Bereichs verlässt. Welches Bauteil das sein könnte ist schwer zu sagen, ich tippe aber mal auf einen Kondensator oder OP(IC). Aufgrund des verschobenen Arbeitspunkt arbeitet die Endstufe dann die ganze Zeit im Endbereich, dadurch lassen sich die übermässige Wärmeentwicklung und Verzerrung erklären. Die Wärme der Endstufe hat natürlich auch wieder Einfluss auf die Erwärmung des defekten Bauteils, so dass sich das ganze hochschaukelt. Schau dir einfach mal die Platine(n) an und halte ausschau nach einem Bauteil, dass nicht mehr so wie seine Kollegen aussieht. Elkos haben oben einen gekreuzten Einschnitt, der sich bei Überlastung leicht verformt und öffnet. Das ist relativ gut zu erkennen. Bei IC´s schmilzt schonmal gern das Gehäuse ein wenig und ist leicht eingedellt und unförmig. Sollte optisch der Fehler nicht ortbar sein, halt überall mal einen Finger drauf um zu testen, ob ein Bauteil wesentlich wärmer als die umliegenden Bauteile wird. Aber Vorsicht, kann man sich auch mal schnell die Flossen bei verbrennen! ;-) Mehr fällt mir spontan nicht ein, ich hoffe es hilft dir weiter. Wenn nicht, tuts mir leid. Greets Alex
Hallo Thomas! Ich hab auch _genau_ das gleiche mit einem Laney Bass Amp. Wir haben zunächst vermutet, dass die automatische Temperaturschutzschaltung defekt ist und sozusagen den Amp fälschlich drosselt. Tja, auf gut Glück ein paar Transistoren zu tauschen hat dann nicht soviel gebracht. Der steht seitdem in der Ecke. Den Schaltplan habe ich auf freundliche Anfrage sofort als PDF bekommen. Aber so fit bin ich auch nicht mit der ganzen Elektronik. MfG Carsten
Hallo Thomas, wenn wir mal den Wärmefehler als mögliche Ursache annehmen, dann kannst Du die wäremempfindlichen Bauteile, in der Regel sind das Halbleiter, mit Kältespray einsprühen. Wenn du das richtige Bauteil getroffen hast, müsste der Fehler sofort weggehen und nach der erneuten Erwärmung (wenige Sekunden bis Minuten) wiederkommen. Früher gab´s von Kontakt-Chemie das Kältespray K75 (ich meine mich an diese Nummer erinnern zu können. Ist schon lange her, dass ich damit gearbeitet habe). Wenn Du das nicht sowieso hast, kannst Du ggf. auch Vereisungsspray vom Sport nehmen. Ist aber teurer und kühlt nicht so tief. K75 kühlte bis auf -40°C ab. ps: Ich kenne den Amp nicht. Falls er Röhren hat ... bitte nicht auf die heißen Röhren sprühen;-) Wolfgang
Also -40 °C ist erst recht außerhalb des Arbeitsbereichs. Es gibt zwar Militärversionen (M-Suffix, -55°C bis +125°C, z.B. Keramik statt Plastik) der meisten Bauteile, aber die sind wohl nicht in einem Instrumentenverstärker. Die Wald und Wiesen OP's sind nur bis 0°C angegeben (z.B. TL072 CP
Hi Thomas, ich kenn das Teil zwar nicht, aber in der Vorstufe ist meist ein OPV drin und die Ursache kann dieser selbst sein -Test mit Kältespray und Lötkolben im Wechsel- (aber Vorsicht mit dem Spray: nicht zu stark auf andere BT, da sonst das Ergebnis verfälscht werden kann). Möglicherweise kann der Fehler aber auch in der Gegenkopplung liegen (ist eigentlich bei OPV-Schaltungen die häufigste Fehlerquelle). Am besten mal ALLE! BT um den OP durchmessen und mit dem Aufdruck vergleichen (notfalls mal auslöten wegen Wechselwirkung mit anderen BT). Da OP´s sehr hochohmig sind machen sich Widerstandsänderungen (Kappenfehler!) sehr unangenehm bemerkbar.Thema Widerstandsänderung: Feuchtigkeit wäre auch eine Ursache, aber dann mist von Anfang an. Auf alle Fälle würd´ich auch mal alle ELKOS überprüfen.Das wäre eigentlich alles, was mir als Ferndiagnose einfällt. Das Gesagte gilt natürlich auch für TransistorVorstufen -meistens sind auch FET-Transis drin (mehr bei Git-Amps als bei Bass-Amps). Was mir noch ganz plötzlich einfällt und eigentlich ganz an den Anfang gehört ist: !!! UNBEDINGT DIE BETRIEBSSPANNUNG MESSEN !!! Die Endstufenspannung hat nur ´ne einfache Siebung (Gleichrichter+Elko) aber die Vorstufen und Treiber haben noch Stabi-IC´s oder Transistorstabi-schaltungen und meistens kackt der positive Stabi ab (frag´ nicht warum, weiß ich auch nicht). Auf alle Fälle ist ein Oszi SEHR hilfreich bei der Fehlersuche, genauso wie ein Tongenerator (SINUS!!!). Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen. Feedback wäre nett. Tschau Jan
Hallo Carsten, ja, da hast Du Recht. Aber um ein wärmeempfindiches Bauteil so abkühlen zu können, dass der Fehler mit Sicherheit aufhört, muss man eben ein Kältemittel verwenden, dass viel tiefer kühlt. Ich glaube nicht, dass Du mit einem Sportkühlmittel bis 0°C ein wärmeempfindiches Bauteil schnell und gezielt auf "Einschalttemperatur" kühlen kannst. Wenn ja, dann man los. Wolfgang
mit Sportspray wäre ich vorsichtig. Der evtl. Wassergehalt (oder andere leitende Bestandteile) können dir ganz schön Ärger machen. Auch Kältespray ist mit Vorsicht zu geniessen. da die plötzliche Abkühlung zu mechanischen Spannungen innerhalb von Bauteilen führen kann. Mir sind einige Fälle bekannt, wo es nach Einsatz von Kältespray zu ganz neuen Fehlern im Gerät gekommen ist. Also, wenn schon Kältespray, dann das von Kontakt Chemie. Und bitte nicht zu massiv einsetzen (Tiefkühlerersatz). Es reicht oft schon, ein verdächtiges Bauteil auf normale Raumtemperatur abzukühlen. mfG GerhardS