Netzstörungen

Erstellt 23 Antworten24 Beiträge
Startbeitrag#1
Der Strom aus der Steckdose wird durch Hochfrequenzstörungen sowie andere Einstreuungen stetig mehr verseucht. Dazu werden uns Netzfilter vieler Arten angeboten. Auch Esotherik und Voodoo ist dabei.
Jetzt gibt es die knall-rote saubere Radikallösung. Siehe den Link.
Dirk


Die knall-rote Radikallösung
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Antwort#2
Klar ist da wieder viel Mist geschrieben worden. Wer aber im Theater mit einem durch Triacs mißhandelten Netz leben muß, findet die Idee nicht ganz lächerlich. Zusammen mit einer dicken Schwungmasse könnte man sogar eine AWE überstehen, ohne daß der Computer neu bootet... (hatte ich gestern erst.)
Gruß Jörg
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Antwort#3
Phasenanschnittsteuerungen durch Triacs oder Thyristoren sind schon eklige Störer und man muß schon manche Klimmzüge machen um diese Störungen zu beseitigen. Man braucht aber dazu kein separates Stromaggregat.
Was aber in der audiophilen Szene da alles an Schwachsinn geschrieben wird, entbehrt jeder physikalischen Grundlage. Und wenn wirklich ein Hifi-Gerät sich durch die gewöhnlichen Störungen die auf allen Netzen sind HÖRBAR stören läßt, dann ist das ein Zeichen dafür wie schlecht ein solches Gerät in Wirklichkeit ist, entgegen der naiven Auffassung der meisten Hifideliker und Haiender daß eine besonders "hochwertige und hochauflösende Anlage" diese Störungen hörbar werden lassen muß. Wer diese Störungen dann nicht hört, hat entweder eine schlecht Anlage oder schlechte Ohren - Highend-Religion eben....!
Seltsam ist, daß bei allen Manipulationen durch diese Freaks die Ergebnisse immer wieder die selben sind: "... einem drastischen Zugewinn an Räumlichkeit, Natürlichkeit und Auflösung ...."
Immer wieder: Die Räumlichkeit, die Luftigkeit, die Auflösung, der knackige Baß, der musikalische Fluß (was immer das auch sein mag) oder sonstigen mit audiophilem Gralshauch verklärter Nonsens.

MfG
Rainer
P.S.: Ich brauche derartiges Zubehör nicht...
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Antwort#4
...und hiermit ist alles gesagt.
Die Diskussion sollte hier zu Ende sein. Ich kann diesen Mist nicht mehr hören, mit dem sich ein paar Schlaue einen goldenen Hintern verdienen.
Ernst
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Antwort#5
Danke Rainer,
wie du das immer so knackig auf den Punkt bringst, über den Schwachsinn einer bestimmen "Szene" und dann dein schlichter Nachsatz:
Ich brauche derartiges Zubehör nicht...
Da kann ich mich glatt anschließen.
Dirk
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Antwort#6
Naja, wenn man den Diamant-Hochtöner wirklich bis zu den 100khz oberer Grenzfrequ. ausnutzen will, dann muss man natürlich, neben einer entsprechend hoch gesampelten Aufnahme, auch einen Generator mit eingebautem Geisterbeschwörer haben, der einem die Tracht Prügel der Ehefrau, wenn sie die Rechnung sieht, erträglich macht...
Georg



First ever made loudspeaker driver with a membrane made of pure DIAMOND!
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Antwort#7
[...]
Immer wieder: Die Räumlichkeit, die Luftigkeit, die Auflösung, der knackige Baß, der musikalische Fluß (was immer das auch sein mag) oder sonstigen mit audiophilem Gralshauch verklärter Nonsens.
[...]
Es ist tatsächlich schlimm, ich wurde jetzt gleich zweimal mit so etwas konfrontiert:
1. Jemand wollte zur "erheblichen Klangverbesserung seiner HiFi-Anlage" die Netzsteckdose mit einer separaten Zuleitung von 4 qmm (!) Querschnitt an der Verteilung anschliessen und dort eine Schmelzsicherung einbauen, statt der üblichen LS-Automaten, da diese "schädliche Induktivitäten" einbringen.
2. Bei einer Live-Aufnahme hatte ich von den 100 m Trommeln jeweils nur ca. 20 m Mikrofonkabel abgewickelt. Prompt wurde dies von einem Beobachter beanstandet wegen "Höhenverluste durch die Induktivität der als Spule aufgewickelten Kabel". Meine Frage, ob ihm der Begriff "bifilar" bekannt ist, wurde so beantwortet: "jeder Schüler lernt doch in der Physik, dass "Spulen Induktivitäten sind".
MfG -kln
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Antwort#8
"Höhenverluste durch die Induktivität der als Spule aufgewickelten Kabel". Meine Frage, ob ihm der Begriff "bifilar" bekannt ist, wurde so beantwortet: "jeder Schüler lernt doch in der Physik, dass "Spulen Induktivitäten sind".
Dass eine Kabeltrommel eine Spule sei, erzählen auch 9 von 10 Live-Tontechnikern...
Das es aber a) ein toller Kondensator ist und b) das eigl. Problem der
Ohmsche Widerstand ist, ergibt erstmal verwunderte Blicke.
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Antwort#10
Hallo Rainer,
jedoch habe ich mal eine Frage: Was für sinnvolle Maßnahmen gibt es, um die Störungen Durch Phasenanschnittsteuerungen zu beseitigen? Ich hatte mit diesen ekligen Störern auch schon bei einer Aufnahme in einer Kirche zu tun. Es handelte sich um eine Dimmeranlage, die wohl vermutlich aus den 70'ern stammt und vermutlich unzureichend entsört ist. Ein Drehstromanschluss und andere Phasen zum wechseln standen nicht zur Verfügung. Denn bei gleichen Einatz des betreffenden Mikros inkl. Tonaderspeisungsgerät vor bei einem Anderen Konzert, welches eine Große Lightshow dabei hatte, keine Störung zu hören.
Holger
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Antwort#11
Es gibt Hochfrequente Netzeinstreuungen. Einige Volt bei Frequenzen über 100 MHz sind keine Seltenheit. Diese können den Klang ganz erheblich beeinflussen.
Bei uralt Dimmern zweifelhaften Herstellers haben wir sogar schon 100V-Nadeln auf dem Stromnetz gemessen. Das zerstört (langsam aber sicher) "günstigere" Audiotechnik.
Gegen Einstreuungen, die aus mangelhaft entstörten Dimmern kommen, hilft fast nix außer: Trafosymmetrie an allen Eingängen. Das ist teurer als neue Dimmer!
Allerdings werden oft Einstreuungen vermutet, wo nur eine Brummschleife vorliegt. Also: sorgfältig Erden, bevor man die Dimmer beschuldigt.
Natürlich gibts viel Schwachsinn bei den Hifi-fraggles.
Die HF-Störungen aus dem Netz gehören in die gleiche Abteilung wie der Kopierverlust bei gerippten CDs. Er ist hörbar (je nach Player), aber wo er physikalisch entsteht, ist nicht ganz eindeutig.
Übrigens behaupten die meisten Physiker und Elektriker, dass die Brummschleife physikalisch nicht existiert. Aber hören tun sie sie alle.
Ist halt so eine Sache mit Theorie und Praxis.
Ich glaube, ich werde auch ohne das Aggregat auskommen.
Gruß
Opa
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Antwort#12
Danke ThomasT und kln für den Hinweis auf eine schöne Audio-Multiple-Choice-Frage:
Ein 100 m Mikrofonkabel ist nur 20 m von der Kabeltrommel abgewickelt.
Was ist das größte Problem daran?
1. Höhenverluste durch die Induktivität der Kabelspule
2. Verluste des langen Kabels durch die Kondensatorwirkung
3. Verluste durch den Widerstand des Kupferdrahts
4. Es gibt keine Probleme
Ich bitte auf meiner Seite: "Audio Multiple Choice Fragen 3" um die Zusendung von weiteren interessanten Fragen.
http://www.sengpielaudio.com/Quizaudio03.htm
Viele Grüße
ebf
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com




Audio Multiple Choice Fragen 3
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Antwort#13
Die ohmschen Verluste habe ich auch bei abgewickelten Kabel.
Nur kann dabei die Wärme besser abgeführt werden.
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Antwort#15
auchmeinensenfdazugeb,
haben bei uns hier im Hause dasselbe, nur macht es aus 400V Drehstrom 115V 60Hz bei 10kW, um unsere Geräte für den US-markt zu testen.
Im Leerlauf sind es 140V, unter Last schwankt es und bei Vollast sind es gerade mal 105V. Da muß man einen 1,5 kW Heizkörper hinstellen, das die Spannung einigermaßen stabil ist. Eine Regelung für den Antriebsmotor ist nämlich zu langsam.
Und hat man ein Schaltnetzteil dran, und die Leitungen sind nicht geerdet, so hat man die Leitung als Antenne. Da hört man je nach Länge der Leitung Störungen im Radio in Umkreis von 500m , so bei uns passiert.
Gruss Hans
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Antwort#16
Solche Geräte - allerdings gelb und etwas kompakter - hat man schon unter dem Namen "Frequenzumformer" vor ca. 30 Jahren zum Betrieb von elektrischen Hämmern und Rüttelflaschen im Baugeschäft meines Vaters (und natürlich auch in andern)benutzt. Heute gibt es dafür eine ca. 50 kg leichtere elektronische Lösung. Es ist also ein alter Hut.
Was den Sinn angeht, schließe ich mich Rainers Ausführungen an.
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Antwort#17
Ich habe eine kleine Online-USV von APC im Rack. Da ist der Strom immer schön "neu gemacht" und bestens gefiltert. Leider ist das Ding schweineschwer. Hauptgrund ist aber, dass mir schon zweimal wegen exzessiver Beleuchtung der Ton ausging.
Frank.
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Antwort#18
Hallo FrankT,
du sprichst in Rätseln in dem du knapp "Online-USV von APC im Rack" angibst.
Glaube doch nicht, dass die Mehrheit hier im Forum gleich weiß, wovon du sprichst.
ABC von DEF :-)
Jedenfalls ist es angeblich "umweltfreunlich". Siehe Link.
Malte




Wenigstens umweltfreundlich USV von APC
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Antwort#19
Knallroter Unfug! Das Ding macht Lärm, der sich auch durch dicke Wände berechenbar!!! stärker durchsetzt, als das Netzbrumm durch Trafo, Gleichrichter und Stabischaltung. Unerhört, was dort steht:
"Hier erlebte ich die Abkopplung vom Netz als eindrucksvolle Hörerfahrung, die mich klanglich in Dimensionen vordringen ließ, die ich stets gesucht hatte," erklärte der Klassikliebhaber."
Klar, er hört den Noisefloor dieser Westentaschensynchronmaschine im Nachbarraum. Und der ewig zitierte Beisatz "Klassikliebhaber" ist ein meist von Laien herbeigeschlepptes Scheinargument, nach dem Motto: Klassikliebhaber = anspruchsvoll = gutes Hörvermögen = gute Urteilsfähigkeit.
Wir alle hier wissen, daß es keine andere Hörergruppe gibt, die toleranter gegen techische Schwächen ist, als Klassikhörer. Da klingt selbst die Callas von 1960 noch besser als eine moderne Aufnahme.
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Antwort#20
Hallo Dirk,
ich habe bisher nur EINMAL eine sinnvolle Anwendung fuer eine solche Anordnung gesehen - das war im der Hochspannungshalle der THD Mitte der 1980iger - damals hatten wir einen solchen Motor-Generatorsatz mit grosser Schwungmasse - Motor ausserhalb, Antrieb ueber lange Isolierstoffachse durch die Wand einer elektromagnetisch geschirmte Geraetekabine gefuehrt, die computergesteuerte Messgeraete enthielt, und der Generator innerhalb der Kabine.
Verbindungen zu den Messsensoren ausserhalb erfolgten potentialfrei ueber Glasfaser, und die Stromversorgung musste ebenfalls potentialfrei und HF-geschirmt erfolgen.
Warum eine solche Motor-Generator-Anordnung gewaehlt wurde:
(1) Empfindlichkeit der Mess- und Computertechnik gegen die Transienten aus der Stosspruefanlage (>100 kJ Blitzstoesse) erforderte potentialfreien Betrieb.
(2) HF-Einstreuungen aus der Elektronik in der Kabine in den Versuchsstand mussten vermieden werden - die gesamte Halle war HF-geschirmt und lief in sich ueber separaten 400kW-Leonardsatz zwecks Netzentkopplung.
(3) Batteriebetrieb war wegen der 4 kW/7,5 kVA-Anschlussleistung der Messkabine nicht sinnvoll moeglich...
(4) Die Messkabine musste sich im Inneren des Versuchsraumes befinden, um visuell den Versuchsablauf ueberwachen zu koennen.
Heute wuerde man die Kabine absetzen und ueber Glasfaser angekoppelte CCTV-Kameras benutzen - damals war das finanziell nicht machbar...
Wie man sehen kann, gibt es im Extremfall Anwendungen fuer solche Maschinen.
Im Tonstudio und im Heimbereich kann ich solche nicht sehen. Das ist was fuer Esoteriker...
Gruss
Micha
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