Fragen zu Delay-Lines

Erstellt 7 Antworten8 Beiträge
Startbeitrag#1
1) Welche Schallgeschwindigkeit nehme ich für die Berechnung der Delay-Zeiten?
2) Bringt es was, auch schon das Hauptsystem zu verzögern und den "Nullpunkt" der Delay-Berechnung in die Mitte der Bühne zu legen?

Ich Versuch mir mal selber zu Beantworten:
1) Na, die Schallgeschwindigkeit in Luft halt (steht in jedem Lexikon).
2) Nee, viel zu aufwändig. Die paar ms hörst du eh nich...
Ich wollte aber auch wissen, wie ihr es macht?
Grüße,
Carsten
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Antwort#2
Hallo Carsten,
wieviel Anteil am Klang soll mein Hauptmikrofon denn haben und soll es denn 98 % Anteil haben, weil es allein so schön klingt. Meistens ist man ja gar nicht mit dem Klang des Hauptmikrofons zufrieden.
Die weitere Frage ist: Warum sollte ein unverzögertes, also früher kommendes Stützmikrofon nicht die mit dem Panpot eingestellte Richtung festigen?
Nach vielen Experimenten habe ich mich für das Nichtverzögern entschieden. Der Kollege Vette (DGG) wird jetzt in Wien den Tonmeisterstudenten seine verzögerten Stützmikrofone erklären. Es ist auch ein ein Teil einer Philosophie, darum gibt es nicht richtig und falsch.
Hier ist ganz leicht der Schallweg zu berechnen:
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-schallweg.htm
Berechnung der Schallgeschwindigkeit in Luft:
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-schallgeschw.htm
Gruß
Johnny



Laufzeit und Schallweg
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Antwort#3
Hallo Carsten,
ich vermute, deine Frage zielt auf die Verzögerung von Lautsprechersystemen für Beschallung.
1. Deine Frage ist nicht ganz praxisgerecht, wenn du die Mainanlage "verzögern" willst, um die Laufzeiten zu korrigieren, müßtest du hier ein negatives Vorzeichen eingeben, also "Pre-Delay" verwenden. Die Hauptanlage ist ja der Bezugspunkt, also im Zeitbereich der "Nullpunkt", von dem das Signal ausgesendet wird. Eine Delay-Line hat nur die Aufgabe den Schall zu stützen, d. h. die Hauptanlage liefert möglichst nach wie vor den Eindruck des Direktschalles. Die Summe aus Hauptanlage und Delay sollte beim Zuhörer möglichst gleichzeitig eintreffen.
2.Wenn du es genau wissen willst, mußt du im Zeitbereich mit einem FFT-Analyser messen und die Impulsantwort solange optimieren, bis das Signal, gemittelt über verschiedene Hörplätze, "gleichzeitig" beim Hörer eintrifft.
3. Einfachere Methode: Schallaufzeit ca. 340m/s, Entfernung grob einstellen, Vergleich per Gehör mit entsprechendem Signal. Das geht meistens schneller.
Gruß
M. Hein
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Antwort#4
Hi Carsten !
Zu der Nr.2: Wir verzögern im Theater für die Mikroports tatsächlich die Portal-LS und das bringt viel an Natürlichkeit und Richtungstreue der Schauspieler auf der Bühne.
Hierbei ist zu beachten, dass es nur funktioniert, wenn die Stimmen über die Mikroports nur gestützt werden, d.h. relativ wenig verstärkt wird. Desweiteren ist ziemlich viel EQ-Einsatz notwendig, der von der Postition der Lavaliers am Darsteller, dem Darsteller selbst und dem Mikro-Fabrikat abhängt.

Übrigens reicht es als Richtwert 3 ms/m zu nehmen und dann noch etwas zuzugeben (Haas-Effekt). Denn würdest Du es genau ausrechnen wollen, müsstest Du u.a. auch noch die Raumtemparatur berücksichtigen und die Verzögerungen mehrmals am Abend korrigieren.
Gruß
Martin
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Antwort#5
Hallo Martin,
die Verzögerung eurer Hauptanlage per Delay finde ich sehr interessant, ich vermute allerdings das euer Haupteinsatz die "Sprachunterstützung" von geübten Schauspielern etc. ist, oder?
Es freut zu hören, das es Menschen gibt die auf solche Details Wert legen.
Gruß
M. Hein
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Antwort#6
Ich dachte eigentlich, das sei normal. Zu meinet Theaterzeit haben wir mit varialblen Delayzeiten gearbeitet, um bei bestimmten Szenen die Fokussierung auf die Bühne zu erhöhen. Das sind Nuancen, aber es funktioniert.
vg
Don
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Antwort#7
Wäre ja eigentlich optimal, wenn die Delayzeiten für den linken und rechten Kanal mit dem Darsteller "mitwandern". Damit keine artefakte zu hören sind, kann man ja mit einer Automatik die Zeiten vornehmlich in Sprechpausen anpassen.
Mhm, erinnert mich an eine Diplomarbeit "automatischer Verfolger (Licht)", die kläglich an der Zuverlässigkeit des Senders scheiterte (wohl zu viele Reflexionen).
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Antwort#8
Hallo Carsten!
Soweit konnten wir nicht gehen, da die technischen Voraussetzungen (aus Geldmangel, wie meistens am Theater) nicht geschaffen wurden. Man könnte das natürlich unendlich weiterspinnen...
In unserem Fall war es einfach so, daß die Mikroports unterstützend eingesetzt wurden und vom Regisseur in einigen Szenen eine "intimere" Atmosphäre zwischen Schauspieler und Publikum herrschen sollte bzw. die Aufmeksamkeit der Zuhörers auf die Bühne gezogen werden sollte.
Gruß
Don
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