Tontechnik-Crashcurs

Erstellt 16 Antworten17 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Ich suche eine möglichst einfache "populärwiss." Abhandlung die Schall, Mikrofone und Tontechnik einfach und kompakt erklärt. Ohne in wiss. Tiefen und Feinheiten zu verlieren aber trotzdem alles notwendige abdeckt.
Die "Bibel" und Ebs' Seiten sind schon zu umfangreich und anspruchsvoll.
Es soll quasi ein Überblick für jemanden sein, der keine(!) Ahnung hat, aber damit beginnen will. Vorallem aber - die Hauptmotivation - verstehen was Techniker machen und sie als Veranstalter beurteilen zu können. (auch das "Fachchinesisch" zu verstehen und nicht jede Ausflüchte mangels Wissen akzeptieren zu müssen.)
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Antwort#2
Hallo ThomasT,
es gibt keinen Tontechniker-Crash-Course, weil es nicht *die* Tontechnik gibt.
Da gibt es - um nur einige zu nennen - die "Beschallungs-Tontechniker", die "kommerziellen Studio-Tontechniker", die "Rundfunk-Tontechniker", die Theater-Tontechniker" und immer mehr die "Heimton-Bastel-Techniker" von den "Kirchenton-Geschädigten" gar nicht zu reden. Jeder hat ein spezielles Arbeitsgebiet, das sich von dem des "Nachbarn" stark unterscheidet. Die Vorstellungen über *die* "Tontechnik" sind sehr unterschiedlich. Selbst hier im Forum wird die Frage nach Mikrofonen und deren Positionierung (!) Aufnahme), dabei sind das zwei sehr unterschiedliche Schuhe. Hier im Forum scheinen die "Beschaller", die dabei auch etwas aufnehmen, mehr zu Wort zu kommen.
Um einen Rat zu geben, die bekanntesten alten Tontechnikbücher sind nun mal durchzuarbeiten:
M. Dickreiter, "Handbuch der Tonstudiotechnik", Nur Band 1, Saur-Verlag, München.
Der immer genannte "Webers, Tonstudiotechnik" ist völlig unbrauchbar! Dass das noch niemand bemerkt hat, ist seltsam.
M. Dickreiter, "Mikrofon-Aufnahmetechnik", Hirzel-Verlag, Stuttgart
H. Henle, "Das Tonstudio-Handbuch", Carstensen-Verlag, München
Th. Görne, "Mikrofone in Theorie und Praxis", Elektor-Verlag, Aachen
M. Warstat + Th. Görne, "Studiotechnik", Elektor-Verlag, Aachen
H. Henle, "Das Tonstudio-Handbuch", Carstensen-Verlag, München
Mikrofonaufsätze von Jörg Wuttke, Fa.Schoeps
http://www.schoeps.de/D/aufsaetze.html
Mikrofone, Peus + Boré, Fa.Neumann
http://www.neumann.com/infopool/download.php?Datei=docu0003.PDF
Nur geben die Bücher eben nicht alles. Es sind zu viele unterschiedliche Einzelheiten an Wissen, die dringend benötigt werden, die nicht in den Büchern zu finden sind und die sich auch ständig ändern.

Dirk
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Antwort#3
Die Bücher und der Inhalt sind mir durchaus bekannt.
Das Genre habe ich auch eingeschränkt (live-Rock-Band) ebenso das derjenige kein Tontechniker werden will (zumindest sofort nicht) und auch durchaus einsieht dass es nicht geht sich in 1-2Monaten das Wissen von 10Jahren praktischer Erfahung und mehreren Semestern Studium draufzupacken.
Es geht einfach um das Verständnis auf Joachim Bublat - Niveau und da suchte ich halt - um es nicht selber erzählen oder gar schreiben zu müssen - eine solche primitive Einleitung.
Ich nahm halt an, dass auch manche Musiker entsprechende Defizite ausgleichen wollen.
Ich werde erstmal den Dickreiter zu lesen geben. (der wiederum den Nachteil hat kaum auf live- und rock-Bedürfnisse einzugehen).
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Antwort#5
Hallo Thomas,
das P.A.-Handbuch von Frank Piper soll für den ersten Anfang ganz gut sein.
Alex
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Antwort#6
Hi Thomas,
für völlig Unwissende ist 'Tonstudio-Praxis für Einsteiger - von der Musikidee zum Endprodukt', Hans Mühlbauer, 1991, Franzis Taschenbuch RPB Nr.239, ISBN 3-7723-2391-X geeignet. Hat mir schon oft geholfen Bands aufs Studio vorzubereiten, die keinerlei Erfahrung damit hatten. Um sich großartig in Details zu verlieren ist der Schmöker viel zu klein ;-) Viel 'so und so läuft es' mit ein wenig 'deshalb läuft es so und so'.
HTH
blechi
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Antwort#7
Was ist in dem Fall denn mit dem "Mixing Workshop" von Uli Eisner oder "Effekte & Dynamics" von Thomas Sandmann?
Gruß
Claus
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Antwort#8
Nicht wirklich. Eisner ist zu praktisch. Bei 3kHz ein bischen rein und die Bässe bei 160Hz abgesenkt. Das kommt später...
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Antwort#9
Hier kommt der Sandmann.



Sandmann
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Antwort#10
Vor einigen Jahren habe ich mal (aus Verärgerung, weil ein Sprecher ein Mikrofon nicht zu benutzen wusste, aber sich hinterher über die schlechte Beschallung beschwerte) einen Aufsatz über Bauformen, Wirkungsweise und Eigenschaften von Mikrofonen geschrieben. In Englisch (keine Sorge, es ist "Baby-Englisch, d.h. das sprachliche Niveau ähnelt dem eines Gospelsongs). Diesen habe ich dann ins Netz gestellt.
Heute habe ich ihn mir nochmal vorgenommen und in PDF umgewandelt.
http://members.aol.com/mihartkopf/microphones.pdf
Viele Grüße
Michael H.


zum Aufsatz
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Antwort#11
Hallo MichaelH
dein "Booklet on Microphones" gefällt mir gut.
Hier kommen minimale Anmerkungen dazu:
If you want to feel a linear increasing loudness you have to increase the
intensity (amplitude of the air particles) exponentially.
Front Diaphragm Charge+100% Rear Diaphragm Charge 50% Polar Pattern Wide for
WideCardioid
So all modern microphones have a low impedance output (150 to 600 ohms) and can be operated with very long cables.
Anstatt das Wort intensity würde ich hier lieber das Wort sound pressure sehen.
Hier kenne ich keine Breite Niere, die nur "6 dB" an Rückwärtsdämpfung hätte. Das MKH 800 hat bei dieser Richtcharakteristik 10 dB Rückwärtsdämpfung. Auch alle anderen mir bekannten Breiten Nieren, wie das KM 143 von Neumann und das MK 21 von Schoeps MK 21 haben diese 10 dB Rückwärtsdämpfung.
Damit könnte "Rear Diaphragm Charge 50%" in "33%" geändert werden. Siehe dazu auch den Link unten "Doppelmembran-Mikrofone".
Die normalen Schoeps Mikrofone haben 35 Ohm Innenwiderstand und die Neumann 100-ter Serie hat 50 Ohm. Man könnte also schreiben "low impedance output (50 (!) to 600 ohms)"
Die bei Druckempfängern immer gezeichnete Gegenelektrode finde ich nie (!), wenn man Achter-Mikrofone darstellt. Dabei funktioniert kein Kondensator-Mikrofon ohne Gegenelektrode. Ich weiß, es soll nur das Prinzip gezeigt werden. Aufmerksame "Schüler" fragen aber, wie das denn gehen so soll.
Meine kleinen Anmerkungen sollen keinesfalls irgendwie den Mikrofon-Kräsch-Kurs schmälern. Danke Michael.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

http://www.sengpielaudio.co.uk/DoppelmembranKondensatormikrofon.pdf


Doppelmembran-Mikrofone
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Antwort#12
Hallo Eberhard!
Die bei Druckempfängern immer gezeichnete Gegenelektrode finde ich nie (!), wenn man Achter-Mikrofone darstellt. Dabei funktioniert kein Kondensator-Mikrofon ohne Gegenelektrode.
Aber ein Bändchenmikrofon...
Hallo Michael!
Ja, so in etwa allerdings in deutsch und auch für live und Rockmusik.
Vielleicht schreibe ich sowas mal selber und stelle es hier zur Kritik.
(Wie gesagt um Gottes willen kein Kurs um Tontechniker zu werden, sondern nur um Tontechniker und ihr Tun zu verstehen.)
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Antwort#13
Hallo ThomasT,
Dabei funktioniert kein "Kondensator-Mikrofon" ohne Gegenelektrode.
Deine Antwort: Aber ein Bändchenmikrofon...
Das ist aber kein Kondensator-Mikrofon, wie ich schrieb. :-)
Ein Bändchenmikrofon gehört zu den Sonder-Dynamischen-Mikrofonen mit einer halben Windung in einem starken Magnetfeld (plissierter Lamettastreifen)
Aber schön, dass du das erwähnt hast. Sehr gut ist das vor vielen Jahren vom BBC entwickelte Coles 4038, das schon die Beatles benutzt haben.
Hier im Forum wird es einige geben, die eine Kurzfassung von dir "Zum Verständnis der Tontechniker und ihr Tun" auf deutsch für "Live und Rockmusik" sehr gut finden würden. Vielleicht findest du mal einen Urlaub dazu, das zu tun. Verständlich und kurz zu schreiben ist recht schwer.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com



http://www.sengpielaudio.com
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Antwort#14
Vielleicht findest du mal einen Urlaub dazu, das zu tun. Verständlich und kurz zu schreiben ist recht schwer.
Kann meine Freundin korrekturlesen. Wenn's sie's nicht kapiert, ist es noch nicht richtig. (Das Vorgehen hat sich auch bei meiner Diplomarbeit bewährt. "Ich hab doch davon keine Ahnung...", "Eben, der Prof. auch nicht und der muss es kapieren.")
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Antwort#15
Danke, Eberhard, für Deine Anmerkungen.
Ich habe gestern beim flotten Durchsehen auch noch das eine oder andere Verbesserungsfähige gesehen. Aber der schnellen Hilfe wegen hab ichs erstmal so gelassen und werde das alles in ein Update einfließen lassen.
Auch habe ich noch nie eine Einzelmembran-Achterkapsel genau betrachten können. Und ich habe nicht das Geld, so etwas mal zu kaufen um es gleich auseinanderzunehmen.
Viele Grüße
Michael H.
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Antwort#16
Lieber Michael H,
ich wollte auch nur allgemein darauf hinweisen:
Die bei Druckempfängern immer gezeichnete Gegenelektrode ist in Abbildungen von Achter-Mikrofonen nie (!) zu finden. Die Lernbegierigen fragen immer, wie denn das funktionieren kann. Die anderen merken nichts.
An einer verständlichen Abbildung mit Gegenelektrode bei einem Kondensatormikrofon bin ich interessiert. Meine E-Mail-Adresse ist oben angegeben.
Ich würde so etwas auch nicht kaufen, nur um es auseinanderzunehmen.
Viele Grüße
ebs
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Antwort#17
Zu den Richtcharakteristiken von Mikrofonen möchte ich allgemein wenig bekannte Hinweise geben, insbesondere zur "Breiten Niere".
Aber auch zum Unterschied zwischen Superniere und Hyperniere.
Neumann nennt seine Superniere KM 143 einfach Hyperniere, während Schoeps seine Superniere KM 21 auch Superniere nennt.
Lies im Link den Text unten auf meinem Blatt.
Viele Grüße
ebs



Hinweise zur 'Breiten Niere'
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