Einsatz von MICROTECH - M 300 in Äquivalenz-Mikrofonsystemen?

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Liebe Freunde des Forums,
anknüpfend an frühere Diskussionen, in denen überwiegend die Meinung geäußert wurde, daß in Äquivalenz-Mikrofonsystemen nur Kleinmembranmikrofone unverfärbte Aufnahmen garantieren, interessiert mich, ob die Verwendung des M300 aus Gefell ähnlich gute Ergebnisse erwarten lassen wie unter Verwendung eines Mikrofonpaares KM184.
Bisher haben Teilnehmer dieses Forums über ihre guten Erfahrungen mit Mikrofonen der Firma Microtech berichtet (M930). Worüber ich aber im Forum noch nichts gefunden habe, sind Berichte über den Einsatz des Kleinmembranmikrofons M300.
Ich habe die auf den jeweiligen Prospekten veröffentlichten technischen Daten dieses Mikrofons mit den Daten des etablierten KM184 von NEUMANN verglichen und finde eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen den beiden Mikrofontypen. Das betrifft den Ersatzgeräuschpegel ebenso wie die frequenzabhängige Richtcharakteristik und den Grezschalldruckpegel. Nur der Frequenzgang fällt bei dem M300 oberhalb 16kHz etwas steiler ab.
Meiner Meinung nach müßte dieses Mikrofon ebensogut für Äquivalenz-Mikrofonsysteme geeignet sein wie das KM184.
Mich interessieren Erfahrungen, die Forum-Teilnehmer mit dem M 300 gemacht haben.
Eine Anschaffung dieses Mikrofons wäre doch erheblich preisgünstiger als ein Erwerb des KM184.
Freundliche Grüße
RTh
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Antwort#2
Lieber RTh
Leider kenne ich das M300 nicht persönlich, aber für die Mikrofone von MTG setzte ich mich immer ein. Was man zu den Werten sagen kann: der Ersatzgeräuschpegel von DIN EN 60651 16 dB-A ist heute sicher kein Spitzenwert mehr. Neuere Mikrofone liegen da erheblich tiefer, so bei 6 bis 7 dBA. Das KM184 bei 13 dBA.
Was mir am KM184 gefällt ist der etwas wärmere (weniger analytische?) Sound im Vergleich zu einer Schoeps-Niere. Oder auch zum M930 von MTG.
Ich würde die Mikrofone einfach ausprobieren und dann entscheiden. Das ist kein Problem bei MTG. Und das ist auch das schöne daran. Sie liefern sogar in die Schweiz Testmodelle.
Liebe Grüsse
ThomasB



http://www.proton-davos.ch
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Antwort#3
Hallo,
gleich vorweg, ich bin (leider) nicht im Besitz eines M300, aber einiger M70, M93 und M94 und kann nur positives berichten.
Außerdem kenne ich die Firma MG recht gut, ich war schon dort und habe gesehen, wie man dort arbeitet > es hat mich daraufhin nicht mehr gewundert, dass die Qualität von deren Produkten kompromisslos gut ist und die Preise entsprechend nicht "supermarktmäßig". Da wird wirklich mit Liebe zum Detail von Hand gearbeitet.
Was die Ähnlichkeit mit dem KM 84 angeht, so lies Dir mal die Historie von MG durch (Link), das klärt einiges auf. Was daraus allerdings nicht hervorgeht ist die Tatsache, dass fast die ganze Original-Neumann Mannschaft in diesem Betrieb saß bzw. noch sitzt, und nur eine Handvoll in der jetzigen Firma Neumann.
Martin
PS: Ich werde nicht von MG gesponsert, sondern bin einfach nur begeistert von dieser Firma und deren Philosophie.


Die alten "Neumänner"
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Antwort#4
Hallo,
ich kann ebenfalls nur positives über MG berichten.
Ein Pärchen M300 besaß ich viele Jahre (ich verkaufte sie leider weil ich ein Modularsystem haben wollte...). Mit Äquivalenz-Mikrofonsystemen habe ich mich damals noch nicht befasst, allerdings war ich sehr zufrieden mit ihnen in verschiedenen Recording-Applikationen (OH, Acc-Git, Vocals, Snare....)
Desweiteren ist der MG-Service spitze: Ein zur Überprüfung eingesantes M300
wurde auf Kulanz komplett ersetzt (gegen eine geringe Reperaturpauschale).
Das Mikro war da bereits sieben Jahre alt!
Ich kann also nur empfehlen: Antesten!
Allerdings: Wer KM haben möchte, der sollte auch KM kaufen...
Oder ist das zu altklug ;-)
Als unterschätzte Alternative im übrigen: C460/C480 !
(Damit mir niemand unterstellt, ich mache MG-Promo...)
Gruß,
Christopher


http://www.hafibeat.de
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Antwort#5
Auch ich kenne die M 300 nicht "persönlich", kann aber sagen, dass in der Praxis die 16 dB-A Äquivalenzgeräuschpegel ganz brauchbar sind. Allerdings kenne ich nur Grossmembranmikros, die 5 - 8 dB-A schaffen. "Spitzenreiter" mit 5 dB-A ist übrigens das RØDE NT 1A. Nun ja, bei doppeltem Membrandurchmesser hat man die 4-fache Membranfläche und wenn es gelingt, den gleichen Abstand zur Gegenelektrode einzuhalten, den 4-fachen absoluten Kapazitäts"hub". Spontan gesagt, würde ich im Idealfall ein 12 dB geringeres Rauschen erwarten ...
Wär ja irre, wenn's mal ein Mikro mit negativem Äquivalenzgeräuschpegel gäbe ... ich glaub', Forschung und Wissenschaft hätten da ein neues Betätigungsfeld.
Viele Grüße
Michael H.
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Antwort#6
Hallo Martin,
Du schreibst, daß Du mit den Mikrofonen von MG, besonders denen aus dem SMS70 gute Erfahrungen gemacht hast.
Hast Du diese Mikrofone (M70, M94) als Hauptmikrofonsystem oder als Stützen eingesetzt?
Über den Kundendienst von MICROTECH kann ich auch nur Gutes berichten.
Übrigens, für mich gilt auch: "Ich werde nicht von MG gesponsert, sondern bin einfach nur begeistert von dieser Firma und deren Philosophie. "
RTh
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Antwort#7
Hallo ThomasB,
Du schreibst in Deiner Antwort , daß der Ersatzgeräuschpegel bei dem "... KM184 bei 13 dBA" liege.
Im neuesten Prospekt der KM180-Serie von Neumann sind als Ersatzgeräuschpegel für das KM184 25 dB nach CCIR 468-3 und bewertet nach DIN/IEC 651 16 dB-A angegeben.
Microtech gibt die Werte für das M300 mit 26 dB nach CCIR 468-4 und den bewerteten Wert mit 16 dB-A nach DIN/IEC 651 an.
Demnach stimmen die Zahlenwerte bei den bewerteten Ersatzgeräuschpegelwerten überein.
Hast Du neuere Daten über das KM184 oder irrst Du dich bei Deinen Angaben?
Viele Grüße
RTh
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Antwort#9
Danke ThomasB,
ich habe mich überzeugt, die von Dir genannten Werte stehen in den englischen und deutschen technischen Daten auf der Internetseite von Neumann.
Zu meiner Rechtfertigung:
In dem Dokument cata0016.pdf, ebenfalls auf der Internetseite von Neumann zu finden, sind die von mir angegebenen um 3 dB schlechteren Werte veröffentlicht.
Welche Angaben stimmen nun?
Herzlichst
RTh
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Antwort#10
Hallo RTh,
Welche Angaben stimmen nun?
Das wäre doch eine schöne Anfrage an Fa. Neumann's Pinboard wert (Herr Schneider und Herr Peus).
http://www.neumann.com/pinboard/welcome.php?
Vermutlich hat sie noch niemand auf diese "Ungenauigkeit" hingewiesen.
Nebenbei man muss dort nicht auf Englisch schreiben, auch wenn die Mehrzahl es tut.
Gruß
Didi


Pinboard-Anfrage an Firma Neumann
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Antwort#11
Hallo,
als Hauptmikro für ORTF nehme ich schon mal die M94, allerdings nicht SMS, sondern in Verbindung mit einem MV 692. Die M70 nur als Stützen, da sie nicht allzu linear sind und über einen Eigenklang verfügen.
Wenn´s richtig gut sein soll, nehme ich Sennheiser MKH´s, das sind neben Schoeps die ehrlichsten Mikros, die ich kenne.
Im letzten Punkt sind wir uns demnach einig.
Gruß
Martin
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Antwort#12
Hallo Michael,
da hast Du recht, nur diese Bauform hat auch eine Schattenseite:
Bei einem so geringen Elektrodenabstand kann es bei hohen Pegeln schon mal passieren, dass die Membrane an die Gegenelektrode "klatscht" (Originalton Stephan Peus / Neumann), was in der Regel mit einem Kapseltod einhergeht. Allerdings tauscht Røde in so einem Fall die Kapsel auf Garantie aus, wenn kein grober Bedienfehler vorliegt.
Wen es interessiert, das NT 1a war der erste NAchzügler des tools - Mikrofonmammut-Vergleichstests:
http://www.t4m-online.de/archiv/vgl_grossmembranen.doc
http://www.t4m-online.de/archiv/t_rodent1.doc
Gruß
Martin
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