Tag, ich bin für mein Homestudio auf der Suche nach einem Kopfhörer. Ich habe auch Monitore, ich möchte den Kopfhörer also nicht statt Monitoren ( ich habe schon gelesen, dass das nicht so klappt) zum "abmischen" benutzen, sondern als eine art Hörlupe ( Detailwiedergabe oder z.B. ess-Laute usw. als zweite Quelle zur Beurteilung) und nachts ( Nachbarn) benutzen. Ich ihn als zweite Quelle zur Beurteilung benutzen, da ich danke meiner Raumakustik den Bass nur so lala beurteilen kann ( das kann ein Kopfhörer zwar nicht wettmachen, aber zum Checken doch nicht falsch, oder) Ich suche also den "Referenz"-Kopfhörer. Ich habe schon rausbekommen, dass er Diffusfeld-Entzerrt sein sollte. Ich sehe da momentan den AKG 240 DF und den Beyerdynamic DT-990 PRO. Welchen würdet ihr empfehlen, oder etwas ganz anders ?
Hi, ich kann Dir den Sennheiser HD-600 weiterempfehlen. In dem Preissegment findet man meiner Meinung nach nichts besseres. Vor allem wenn es Dir um die Basswiedergabe geht, solltest Du ihn Dir mal anhören. Grüsse, Dirk
Hallo Tobias, du hast also rausbekommen, dass ein Kopfhörer diffusfeld-entzerrt sein sollte und darum kommt für dich der AKG K 240 DF in der engeren Wahl. Au-weia. Da musst du noch genauer lesen, um zu erkennen, dass der diffusfeld-entzerrte Kunstkopf (ein Liebling des Rundfunks) zum unverfärbten Anhören unbedingt dazu einen diffusfeld-entzerrten Kopfhörer braucht. Aber nur der! Das IRT (Institut für Rundfunktechnik) München verbreitet solche Mythen. Mache lieber einen großen Bogen um solche "Exoten" von diffusfeld-entzerrten Kopfhörern. Die Mehrzahl der Kopfhörer sind zufällig freifeld-entzerrt. Der Sennheiser HD-600 Kopfhörer käme schon in die engere Wahl: Technische Daten: Nennimpedanz 300 Ohm Klinkenstecker 3,5/6,3 mm stereo Wandlerprinzip open, dynamic Ankopplung an das Ohr circumaural Audio-Übertragungsbereich (Hörer) 12.....39000 Hz Schalldruckpegel bei 1kHz: 97 dB(SPL) Klirrfaktor bei 1 kHz: < 0,1 % Gruß Dieter
In der Werbung zum AKG-Kopfhörer (siehe Link) wird der Hinweis auf den Kunskopf natürlich weggelassen und in anderen Werbeblättern in USA wird noch nicht einmal auf die Diffusfeld-Entzerrung hingewiesen. Warum? Na, um mehr Kopfhörer zu verkaufen. Dort ist man gar nicht so scharf auf Kunstkopfklang. Es soll eher klingen wie Lautsprecher, auch wenn es das nie tut. Malte
...als Hörlupe (ausgezeichnete Wortschöpfung) benutze ich einen geschlossenen(!) Kopfhörer mit niedriger Impedanz (HD 25 von Sennheiser) und bin damit sehr zufrieden. Gerade im Heimstudio sind ja Umgebungsgeräusche nicht auszuschließen. Klanglich für mich einer der besten, allerdings wegen der fest auf den Ohrmuscheln aufsitzenden Hörer evtl. nicht jedermanns Sache (insbesondere bei Brillenträgern nicht beliebt). Gruß Tom
Hallo Tobias, zum AKG K240DF ist anzumerken, das es ein halboffener, extrem leichter und gut sitzender Kopfhörer ist. Ich benutze diesen Hörer oft für sehr lange Sessions, damit die Ermüdungserscheinungen möglichst klein sind. Der Klang ist eher "matt", als "Lupe" würde ich diesen Hörer deshalb nicht empfehlen. Als Lupe erscheint mir eher der von dir genannte DT 990 PRO geeignet. Für diesen Hörer hat mein Geld nicht gereicht, ich arbeite mit DT 831. Dieser Hörer ist im Vergleich zum K240DF sehr viel "offener" und daher eher als Lupe zu gebrauchen. Die DT`s sind nahezu geschlossen, aber deutlich schwerer als ein K240DF. Gruß M. Hein
ah, dann werde ich da nochmal etwas nachschlagen.# ich hatte es bisher nur so verstanden, dass man zum "neutralen" beurteilen, also gibt genau das wieder, was auf der aufnahme ist (kopfhörer-monitor wenn man so woll), einen diffusfeld-entzerrten verwenden soll.
danke für die antwort, ich habe aber noch eine nachfrage. meinst du mit matt "neutraler" ? ich möchte einen kopförer der mir genau das zeigt, das auf der aufnahme drauf ist, also nichts höhenüberzeichnendes oder so - ich habe das möglicherweise nicht so betont.
Hallo Tobias, das mit der Neutralität ist sehr stark mit der persönlichen Wahrnehmung verbunden. Ja, ich würde die K240DF als Neutral beschreiben. Das Klangbild ist völlig unspektakulär. Du hattest aber die "Lupe" erwähnt. Eine "Lupe" bringt mir bestimmte Bereiche näher als andere, für Aufnahmen manchmal gar nicht so verkehrt. Kurzum, ich benutze die AKGs zum entspannten Hören, manchmal auch schon vor Ort zur Kontrolle. Der Beyer ist meine "akustische Lupe", weil Bass und Höhen anders gezeichnet werden, der Klang ist tonal noch sehr gut, trotzdem werden Fehler/Nebengeräusche durch den Beyer nahezu gnadenlos offengelegt. Wie schon erwähnt, ist der Tragekomfort des AKG aus meiner Sicht phantastisch. Gruß M. Hein
Eine Anmerkung (aus dem hifi-forum): Besonders bei "diffusfeldentzerrten" Kopfhörern sorgfältig Hinhören und nicht blind der Werbung glauben. Allgemein: Lautsprecheraufnahmen sind nie kompatibel zu Kopfhörern und umgekehrt. Bei der Wahl der Entzerrung des Kopfhörers sollte man sorgfältig überlegen: 1. freifeldentzerrter Kopfhörer (DF): Benötigt Kunstkopfaufnahmen, am besten mit in-ear-Mikrofonen mit dem eigenen Kopf gemacht. Lautsprecheraufnahmen klingen zu "hell". 2. diffusfeldentzerrter Kopfhörer: Für Durchschnittsohren gemittelte Entzerrung, kompatibel zu Lautsprecheraufnahmen, nicht jedoch zu Kunstkopfaufnahmen. Kunstkopfaufnahmen klingen zu "dunkel". 3. Lautsprechersimulation: Außenohr-Übertragungsfunktion und Übersprechen zwischen den Kanälen werden simuliert. So wird zur Zeit versucht Lautsprecheraufnahmen "kompatibel" zu Kopfhörern zu machen. Vorsicht vor dem "blinden" Verwenden von "streng nach IRT-Norm" gebauten "diffusfeldentzerrten" Kopfhörern. So steht es in der Werbung, weil bisher das DIN-Gremium seit 25 Jahren begründet nicht die vorgeschlagene IRT-Hausnorm (!) als eben "die" Kopfhörerentzerrung übernehmen will. Zur Zeit gibt es nur eine DIN Norm 45619 und IEC 268-3 (IEC 581) zu Kopfhörern und die ist immer freifeldentzerrt! Das ist auch nicht glücklich, aber es ist die einzige Norm. Die Kopfhörerentwickler haben ein Dilemma, darum bauen sie auch nicht streng nach "Norm". Darum selber nachdenken und den am Anfang gegebenen Satz beherzigen: Sorgfältig Hinhören bei "diffusfeldentzerrten" Kopfhörern und nicht der verdummenden Werbung glauben: Referenzhörer der Rundfunkanstalten (?). Er zeichnet sich durch seine absolut lineare (?) Wiedergabe und durch sein unverfälschtes Klangbild aus. Diffusfeldentzerrt und streng nach IRT-Norm erfüllt (?) der Kopfhörer die hohen Ansprüche der professionellen Toningenieure. Meine erfüllt er jedenfalls nicht. Gruß Andreas
Durch die vorigen Postings aufgeschreckt, habe ich Erstaunliches herausbekommen: Es gibt keine Industrienorm für Kopfhörermessungen (There is no such thing as an industry standard of measuring headphones). Siehe: http://headroom.headphone.com/pdfs/June2001.pdf Man findet immer Verweise auf IEC 60268-7 (1996-02) Sound system equipment?Part 7: Headphones and earphones. Aber dort ist nichts Genaues über die unbedingte Notwendigkeit der Diffusfeld-Messung festgelegt. Weiterhin gibt es DIN 45619 und IEC 268-3 (IEC 581) zu den freifeldentzerrten Kopfhörern (FF). Somit benutzt die Werbung ständig den 20 Jahre alten IRT-Vorschlag für einen diffusfeld-entzerrten-Kopfhörer (DF), dessen Notwendigkeit aus der Entwicklung des diffusfeld-entzerrten Kunstkopfes kam. Wir alle wissen: "Kunstkopf is out". Da müssen immer die deutschen Rundfunk-Toningenieure herhalten, die angeblich alle nur den diffusfeldentzerrten Kopfhörer benutzen. Und alle Lemminge sollen folgen :-) Wie bei der Auswahl der Lausprecher benutzen wir die Kopfhörer, die wir uns im Klang aussuchen und die wir für richtig empfinden. Der Werbung sollte man weniger glauben. Didi
Hallo Dieter, es bleibt kompliziert. Wodurch unterscheidet sich Lautsprecherwiedergabe von Kopfhörerwiedergabe? (1) Schalleinfallswinkel 30° bei Lautsprechern, 90° bei Kopfhörern. Dies macht sich über die HRTF als deutliche Klangfarbenänderung bemerkbar. (2) Übersprechen zwischen den Kanälen. Das rechte Ohr hört auch den linken Lautsprecher und umkehrt, nicht so bei Kopfhörern. (3) .....? Ein freifeldentzerrter Kopfhörer klingt wegen (1) heller, verglichen mit Lautsprecherwiedergabe. Desweiteren ist aufgrund des fehlenden Übersprechens zwischen den Kanälen die Phantomschallquellenauslenkung beim Kopfhörer größer. Für die Wiedergabe einer Kunstkopfaufnahme wird ein freifeldentzerrter Kopfhörer benötigt. Hier ist eine Diffusfeldentzerrung vollkommen überflüssig. Für die Wiedergabe von Lautsprechermischungen sind freifeldentzerrte Kopfhörer dagegen nicht ganz geeignet (s.o.). Auch diffusfeldentzerrte Kopfhörer sind hierfür nicht ganz geeignet. Die sinnvolle Lösung, um Kompatibilität von Lautsprecheraufnahmen für Kopfhörer herzustellen, ist aus meiner Sicht, die eigene HRTF mit einem Sondenmikrofon aufzunehmen und die Übertragungsfunktion bezüglich (1) und (2) zu entzerren. Wenn möglich, als "Headtracking-System", also unter Berücksichtigung der (in Echtzeit gemessenen) Kopfposition zur Simulationsebene. Gruß Andreas
du postest ohne Begründung: Für die Wiedergabe einer Kunstkopfaufnahme wird ein freifeldentzerrter (?) Kopfhörer benötigt. Hier ist eine Diffusfeldentzerrung vollkommen überflüssig. Das darf nicht so stehenbleiben. Dem ist zu widersprechen! Hier ist eine deutliche Textstelle dazu von Günther Teile: "Zur Kompatibilität von Kunstkopfsignalen mit Intensitätsstereofonen Signalen bei Lautsprecherwiedergabe: Die Klangfarbe" aus den Rundfunktechnischen Mitteilungen des IRT September 1981 (S.25): Es wird vorgeschlagen und theoretisch begründet, die Entzerrung des Kopfhörers ganz äquivalent zur Aufnahmeseite (mit dem Diffusfeld-Kunstkopf KU81) auf das Diffusfeld (!) zu beziehen. Im gleichen Heft findet man auf S.46 des Artikels von Günther Theile: "Zur Theorie der optimalen Wiedergabe von stereofonen Signalen über LAutsprecher und Kopfhörer": Als "Universalschnittstelle" zwischen Aufnahme- und Wiedergabeseite wird eine Entzerrung vorgeschlagen, die sich grundsätzlich auf das Diffusfeld (!) bezieht. Gruß Dieter
Desweiteren ist aufgrund des fehlenden Übersprechens zwischen den Kanälen die Phantomschallquellenauslenkung beim Kopfhörer größer.
Das verstehe ich nicht, kannst Du das näher erklären? Grösser zur welchen Referenz und in welchem Verhältnis? Ganz links ist bei Kopfhörern ja woanders als bei Lautsprechern. Ist es nicht eher so, dass die Pegel- und Laufzeitdifferenzen, die für z.B. eine lineare Abbildung von L nach R bei Lautsprechern benötigt werden, einfach nicht auf Kopfhörerstereophonie zutreffen? Oder gibt es da untereinander einen Zusammenhang mit Verzerrungen? Gruss, Dirk
Hallo AH Andreas, MIt der folgender Meinung stehst du so ziemlich alleine da: "Für die Wiedergabe einer Kunstkopfaufnahme wird ein freifeldentzerrter ??? Kopfhörer benötigt. Hier ist eine Diffusfeldentzerrung vollkommen überflüssig. ???" In den Rundfunktechnischen Mitteilungen vom September 1981 (Sonderheft zur Funkausstellung Berlin und zur Tonmeistertagung München) schreibt im Vorwort Prof. Georg Plenge: "Die Forschungsarbeiten haben ergeben,, dass es nicht sinnvoll ist, für die Wiedergabe kopfbezogener (!) stereofoner Signale bei sogenannten freifeldentzerrten Kopfhörern zu bleiben. Darüber hinaus ergab sich, dass grundsätzlich die Freifeldentzerrung, die gedacht war für die Wiedergabe monofoner oder intensitätsstereofoner Signale, auf einem *falschen theoretischen Ansatz* beruht. Das ist deutlich: Für binaurale Aufnahmen, die hier Kopfhörer-Stereofonie heißen, sollen richtig nur diffusfeldentzerrte Kopfhörer verwendet werden. Hier ist die Quelle für die Entwicklung der DF (diffusfeldentzerrten) Kopfhörer, die nun auch weiter vermarktet werden müssen auch wenn du nie echte Kunstkopf-Aufnahmen damit hörst. Murkel
Hallo, diese Auffassung teile ich bisher nicht, lasse mich allerdings durch fundierte Argumente gerne vom Gegenteil überzeugen. Durch die Kunstkopf-Technik werden am Mikrofonort Laufzeit- und Pegeldifferenzen erzeugt, wie sie auch auf dem Trommelfell eines Hörers entstehen würden. Man könnte statt des Kunstkopfes ja auch Sondenmikrofone auf dem Trommelfell des eigenen Kopfes verwenden. Wird keine weitere Entzerrung des durch den Kunstkopf (oder Sondenmikrofon auf dem Trommelfell) aufgenommen Signals vorgenommen, dann sollten die damit aufgenommenen "Trommelfell-Signalspektren" ohne jede weitere Entzerrung auf das Trommelfell des Hörers eingespeist, zum nachrichtentechnisch korrekten Ergebnis führen. Dies ließe sich am ehesten mit einem Ohrstöpselhörer oder mit einem freifeldentzerrten Kopfhörer erreichen, nicht jedoch mit einem diffusfeldentzerrten Modell. Mir fehlt bisher immer noch ein stichaltiges Argument für eine Diffusfeld-Entzerrung des Kopfhörers zur Wiedergabe binauraler Aufnahmen. Anders sieht es bei der Lautsprecherwiedergabe aus: Lautsprecheraufnahmen sind meiner Ansicht nach weder kompatibel zu freifeldentzerrten Kopfhörern noch zu diffusfeldentzerrten Modellen. Stattdessen müßte eine Entzerrung bezüglich des Schall-Einfallswinkels erfolgen, der bei Lautsprecherstereophonie 30°, beim Kopfhörer jedoch 90° beträgt, was sich aufgrund die HRTF als deutliche Änderung der Klangfarbe bemerkbar macht. Man kann ja einen Lautsprecher in einem Winkel von 90° vom Kopf, also genau seitlich aufstellen und einen Klangfarben-Vergleich mit einer Aufstellung unter 30° (wie für Stereophonie) vornehmen. Die Unterschiede sind subjektiv hörbar und meßbar (Trommelfellsignalspektrum) beträchtlich. Zusätzlich müßte für eine Kompatibilität von Lautsprecheraufnahmen für Kopfhörer das Übersprechen zwischen den Kanälen simuliert werden, d.h. das Trommelfellsingalspektrum des rechten Ohres nachgebildet, wie es sich bei Signalen aus dem linken Lautsprecher ergibt und umgekehrt. Dann hätte man quasi eine "Lautsprecherstereophonie ohne Raumeinfluß", wie sie sich unter Freifeld-Bedingungen ergäbe. Eine Simulation von Hörräumen wäre möglich, dürfte jedoch ziemlich hohe Rechenleistungen verlangen. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde zur Aufnahme der Diffusfeld-Entzerrungskurve an vielen Personen eine über den gesamten Winkelbereich gemittelte HRTF aufgenommen. Praktisch wird das Trommelfellsignalspektrum der VPN mit Terzrauschen in einem Hallraum aufgenommen. Das ist aus meiner Sicht "nichts Halbes und nichts Ganzes" und weder für binaurale Aufnahmen, noch für Lautsprecherstereophonie geeignet. Gruß Andreas