Servus. Ich vertone gerade einen Kurzfilm mit Protools und hab Probleme mit schlechten Sprachaufnahmen. Diese sind nämlich meistens zu leise aufgezeichnet und sind oft voller Störgeräusche (wie z.B. surrende Lampen und Beuler). Kann mir jemand Tipps geben, wie ich diese am besten rausfiltern kann. Ich hab's bis jetzt hauptsächlich mit 'nem EQ probiert. Können Noisegate (mit dem war ich allerdings eher unzufrieden), oder ähnliche Module hilfreich sein? Wie benutze ich am besten nen EQ in diesem Fall? Tausend Dank
@Johannes, 'tschuldigung, aber was sind eigentlich Beuler? Die Begriffe Beule (Delle), Boiler (Wassererhitzer), Broiler (Grillhähnchen) sind mir ja bekannt, aber ...... Michael
Hallo Johannes, das wird knifflig. Schmalbandiges Surren oder Piepen lässt sich in der Regel durch Notchfilter deutlich reduzieren, Netzbrummen mit richtig heftigen Oberwellen dagegen nicht wirklich (mein Tipp für Behandlung von "zivilem" Netzbrumm wäre Ray Gun von Arboretum, fungiert "nebenbei" noch als Denoiser). Noise Gates, ob nun automatisch oder "von Hand" werden in ihrer Einsetzbarkeit davon abhängen, ob du im O-Ton neben der Sprache noch wichtige Klangereignisse hast (Bewgungen, Schritte, Türen etc). Insgesamt wirds wohl auf nen Kompromiss herauslaufen, der aus vorsichtig eingesetzten Notch und Tiefpassfiltern sowie (sehr vorsichtig) Denoisern gegen Surren und Rauschen und soweit die Möglichkeiten es erlauben, "Schummeleien" besteht, die die Störgeräusche mit Athmos, Musik und Geräuschen/Foley zu verstecken versuchen. Ich glaube bei solchen Projekten muß man sich selbst öfter den Unterschied zwischen "vorher" und "nachher" klarmachen, man kann manchmal eben nur "retten" anstatt zu "veredeln". Janko
Hallo Johannes, bei breitbandigen, gleichmäßigen Störgeräuschen (Lüfter etc.) kann die Noise Reduction von Samplitude Wunder wirken, vorausgesetzt Du hast ein gutes Noise Sample, also eine möglichst langes Stück, wo nur das Störgeräusch zu hören ist. Es gibt noch andere Noise Reductions, die nach diesem Prinzip arbeiten, ob es allerdings was für Pro Tools gibt, weiß ich nicht. Aber wirf ruhig mal einen Blick auf Samplitude ;-) Noise Gates finde ich in solchen Fällen eher selten hilfreich und wenn sollte das Gate nicht komplett zumachen, eine Absenkung von 6dB reicht da oft schon aus, um den Störpegel in Sprechpausen etwas zu reduzieren. Gruß Christian
Jeaha, oops. Kann man auch gar nicht wissen, ich meine selbstverständlich den "Boiler" und nicht den "Beuler". Auch im Satz danach hat sich gestern Nacht ein Kommafehler eingeschlichen. Ich bitte um Entschuldigung ;) .
Besten Dank Janko. Ich werd mich über "Ray Gun" mal im Netz erkunden; das ist doch wohl auch 'n VST-Modul?! Mit deinen angesprochenen Schummeleien probier ich es schon, d.h. ich nehm gerade Atmos auf... mal sehn was sich ergibt. Leider will der Regisseur keine oder nur ganz wenig Musik, sicherlich wäre die die einfachste Möglicvhkeit.
Ray Gun ist ein DirectX Plugin. Und dein Regisseur muß eben begreifen, daß nicht nur für das richtige Bild viel Aufwand getrieben werden muß, wenn man keine komplette Nachsynchronisation machen kann. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, daß stundenlang geleuchtet wird, aber wehe der Ton verlangt eine zusätzliche Probe. Von den "Budgetunterschieden" zwischen Kamera/Licht und Ton grade bei Amateurproduktionen ganz zu schweigen. Janko